Bahnhof Potsdam Park Sanssouci

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Potsdam Park Sanssouci
Bahnhof Potsdam Park Sanssoucimit der Halle des Kaiserbahnhofs
Bahnhof Potsdam Park Sanssouci
mit der Halle des Kaiserbahnhofs
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Reisende < 2.500/Tag[1]
Abkürzung BWP
IBNR 8010377
Eröffnung 1868
Lage
Stadt Potsdam
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 23′ 40″ N, 13° 0′ 50″ O52.39444444444413.013888888889Koordinaten: 52° 23′ 40″ N, 13° 0′ 50″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg

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Der Bahnhof Potsdam Park Sanssouci, bis 1999 Bahnhof Wildpark, ist ein Bahnhof in Potsdam, an der Kreuzung der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg mit der zur Umgehungsbahn gehörenden Strecke Jüterbog–Nauen. Die Gesamtanlage setzt sich aus dem verkehrsbetrieblich genutzten Bürgerbahnhof und dem bekannteren Kaiserbahnhof zusammen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bahnhof Wildpark entstand 1868 mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg durch die Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude war über 40 Jahre lang, bis zur Fertigstellung des westlich gelegenen Kaiserbahnhofs, die erste Kaiserliche Hofstation Potsdams und diente als Empfangsgebäude für zahlreiche Hoheiten und Exzellenzen Europas.

Anfang des 20. Jahrhunderts änderte sich das Bild des Bahnhofes. Mit der Umgehungsbahn nach Nauen (eröffnet 1902) und Jüterbog (1908) wurde Wildpark zu einem kleinen Bahnknoten. Die Gleisanlagen wurden auf einen Damm verlegt, die Bahnsteige waren durch einen Tunnel gegenüber dem Empfangsgebäude verbunden. Für die Krone entstand ab 1905 westlich des alten Gebäudes der neue Kaiserbahnhof, der 1909 eingeweiht wurde. Das alte Empfangsgebäude wurde damit zum Bürgerbahnhof.

Der Bahnhof verfügte seitdem über einen Außenbahnsteig an der Nordseite neben der Halle zum Kaiserbahnhof und zwei Inselbahnsteige.

In den 1950ern Jahren fungierte der Bahnhof bis zur Komplettierung des Berliner Außenrings mit dem heutigen Bahnhof Potsdam Pirschheide (früher Potsdam Süd und Potsdam Hauptbahnhof) einige Jahre als Schnellzughalt für einige Urlauberzüge aus Sachsen an die Ostsee.

Mitte der 1990er Jahre wurde der Bahnhof grundlegend umgebaut. Die alten Bahnsteige und praktisch alle Aufbauten, die noch vom Anfang des 20. Jahrhunderts stammten, wurden abgerissen und durch neue Typenbahnsteige ersetzt. Der südliche Bahnsteig wurde ganz und gar abgetragen. Ebenso verschwand die alte Einrichtung des Tunnels.

Seit 1998 halten wieder durchgehende Züge nach Berlin im Bahnhof. Zunächst hielt dort alle zwei Stunden der RE 2, seit 1999 stündlich der RE 1. Im selben Jahr wurde der Bahnhof in Potsdam Park Sanssouci umbenannt. Zunächst betraf das nur den Reiseverkehr, bahnintern hieß die Station zunächst weiterhin Wildpark.

Bürgerbahnhof[Bearbeiten]

Der Bürgerbahnhof stellt den bahnbetrieblich genutzten Teil der Bahnhofsanlage dar und besteht aus einem Bahnhofsgebäude mit Imbisskiosk und Toilettenhäuschen, einem überdachten und einem unüberdachten Bahnsteig sowie Verbindungsbauwerken.

Anlage[Bearbeiten]

Der „Bürgerbahnhof“, 2005

Das Fachwerk-Bahnhofsgebäude aus dem Jahre 1869 ist ein seltenes Stück Bahnhofsarchitektur und das einzig erhaltene Potsdamer Bahnhofsgebäude aus der frühen Zeit der preußischen Eisenbahnen. Es besitzt noch das historische Empfangszimmer, das sog. Exzellenzen-Zimmer, mit einer massiven Holzkassettendecke und wurde 2013 saniert.[2]

Das leerstehende denkmalgeschützte Gebäude, das die Deutsche Bahn bereits abreißen wollte,[3] wurde im Jahr 2006 an die Stadt Potsdam verkauft. Die denkmalgerechte Rekonstruktion war für Ende 2006/Anfang 2007 geplant, wurde jedoch verschoben. Der Potsdamer Kulturverein Rosenweiss e. V. hat zum Bahnhof ein Nutzungskonzept erstellt. Der Verein lädt zu speziellen Führungen zur Bahnhofs- und Parkgeschichte ein. Es wurden organisierte Müllsammelaktionen auf dem Bahnhofsparkgelände durchgeführt, da im Laufe des jahrelangen Leerstandes des Bahnhofs wilde Müllablagerungen auf dem Parkgelände überhandnahmen.

Das Gebäude sollte verkauft werden, sein Zustand hatte sich bis 2009 weiter verschlechtert und er galt als einsturzgefährdet. Neben dem Verein Rosenweiss hat sich der Gastronom Laggner um den Kauf des Gebäudes beworben.[4] Laggner plant, auf dem Gelände einen Biergarten und kleine Läden einzurichten.[5]

Am Pfingstwochenende 2011 wurde bereits der Biergarten eröffnet. Im Juli 2011 begann die Entkernung der Gebäude. Nach fortschreitender Sanierung ist die Eröffnung eines Cafés oder einer Gaststätte im Frühjahr 2014 vorgesehen, insgesamt wird das Investitionsvolumen auf 1,8 Millionen Euro veranschlagt[6].

Das Posttor

Am Bahnhof befindet sich ein von Peter Joseph Lenné gestaltete Parkgelände, auf dem sich heute noch historische Anpflanzungen wie Rosskastanien (Aesculus), Platanen (Platanus) und eine Kaukasische Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia) aus dem 19. Jahrhundert befinden. Eine Allee, die sich im Südparkbereich befindet, ist mit einer Rampe Richtung Bahndamm vorhanden. Unmittelbar östlich davon befand sich der Kaiserpavillon. Südöstlich steht das imposante schmiedeeiserne Posttor (2009 wiederhergestellt), welches der offizielle Eingang zum Park Sanssouci war. Auf dem Bahnhofsgartengelände befanden sich eine Halle für ein Gartenlokal und ein Eiskeller.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird heute täglich von Hunderten von Pendlern und Studenten zu der nahe liegenden Universität Potsdam frequentiert. Er ist auch Ausgangspunkt von Reisegruppen und Wanderern für Touren in den Park Sanssouci, zum Neuen Palais und in den nahe gelegenen Wildpark. Außerdem halten mehrere Buslinien am Bahnhof.

Linie Verlauf Takt
RE 1 Brandenburg – Werder (Havel) – Potsdam Park SanssouciPotsdam HbfBerlin-WannseeBerlinFürstenwalde (Spree)Frankfurt (Oder) Stundentakt
RB 20 Potsdam – Potsdam Park SanssouciGolmHennigsdorf (Berlin)Birkenwerder (b Berlin)Oranienburg
Linie verkehrt nur von Mo–Fr
Zweistundentakt
RB 21 (Berlin FriedrichstraßeBerlin Zoologischer Garten/ Griebnitzsee) – Potsdam – Potsdam Park Sanssouci – Golm – Wustermark
Linie verkehrt Sa–So Potsdam - Wustermark
von Berlin Friedrichstr. nur im Berufsverkehr, sonst ab Griebnitzsee
Stundentakt (Mo–Fr)
Zweistundentakt (Sa–So)
RB 22 (Berlin Friedrichstraße – Berlin Zoologischer Garten – / Griebnitzsee) – Potsdam – Potsdam Park Sanssouci – Golm – SaarmundBerlin-Schönefeld Flughafen
Linie verkehrt Sa–So Potsdam - Berlin-Schönefeld Flughafen
von Berlin Friedrichstr. nur im Berufsverkehr, sonst ab Griebnitzsee

Stundentakt

Kaiserbahnhof[Bearbeiten]

Empfangsgebäude
Bahnhofshalle
Der Kaiserbahnhof Ende 1990
Ein Empfang in der restaurierten Halle 2012
(l. Manfred Günther, r. Herbert Scheithauer)

Der Kaiserbahnhof Potsdam (ursprünglich Hofstation im Wildpark) beherbergt heute eine Akademie der Deutschen Bahn und dient ihr zu repräsentativen Zwecken. Er besteht aus Empfangsgebäude und Bahnhofshalle sowie dem Untergeschoss.

Anlage[Bearbeiten]

Das Gebäude entstand nach Plänen und unter Leitung des Hofarchitekten Ernst von Ihne. Der Bahnhof wurde 1909 im englischen Cottage-Stil aus Sandstein fertiggestellt. Hauptteil ist das eingeschossige Empfangsgebäude in Form einer englischen Landhausvilla. Hinter einem Vorraum der Einfahrt befand sich der Kaisersaal mit Paneelen, Holzboden und Kamin, der wie ein Salonwagen wirkte. Eine Tapetentür führte zum Gefolgesaal, der sonst vom Turm zu betreten war. Drei Treppen führten zur einige Meter höher gelegenen Bahnsteighalle. Eine davon war die Kaisertreppe mit einer zweiflügeligen Tür, eine weitere für Hofangehörige und die letzte für Diener.

Die Halle ist mit einem Mansarddach mit Gauben in Tonnenwölbung gedeckt. Die Fassaden sind mit englischen Landhausfenstern ähnlich denen des Schlosses Cecilienhof versehen. Die Giebelwände sind oben gegen Zugluft verglast. Der Bahnhof kostete 200.000 Mark, die Finanzierung erfolgte aus dem Etat der Eisenbahnverwaltung.

Nutzung[Bearbeiten]

Der erste Staatsgast war Theodore Roosevelt. Zar Nikolaus II., der als Geschenk den Kamin des Kaisersaals mitbrachte, wurde 1910 mit einem Hofzug an der Station empfangen. Kaiserin Auguste Viktoria folgt von hier aus am 27. November 1918 ihrem Gemahl ins niederländische Exil. Drei Jahre später kam ihr Sarg hierher zurück. Ab 1939 war hier in der Nähe das „Geheime Oberkommando der Luftwaffe“ im Potsdamer Wildpark stationiert. Dorthin fuhr im Verlauf des Zweiten Weltkrieges auch der Sonderzug von Hermann Göring. Nach 1945 war der Bahnhof Endstation des „Blauen Express“ der sowjetischen Militärkommandantur über die Strecke Moskau-Berlin.

Ab 1952 im Besitz der Deutschen Reichsbahn der DDR, wurde das Gebäude nacheinander als Betriebskasse, Betriebsberufsschule, Kulturraum und von der Transportpolizei genutzt, um zuletzt als Lagerraum zu verfallen und 1977 wegen Einsturzgefahr gesperrt zu werden. Am 16. Juni 2005 wurde der Bahnhof nach Restaurierung wiedereröffnet. Das Gebäude (Untergeschoss, Nebengebäude) wird als Akademie für Führungskräfte der Deutschen Bahn (DB Akademie GmbH) genutzt, in der restaurierten Halle finden Empfänge statt, sie ist nicht öffentlich zugänglich.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der andere Kopfbahnhof des Königsweges per Eisenbahn von Berlin nach Potsdam war der Potsdamer Bahnhof in Berlin. Die Strecke besaß einen weiteren Haltepunkt in Schöneberg mit Zugang zu den Friedhöfen Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin an der Großgörschenstraße. Er hieß Hofstation und besaß einen eigenen Bahnsteig zwischen der Fußgängerunterführung Großgörschenstraße und der Yorckstraße, sowie zwischen den beiden Bahnsteigen des heutigen Bahnhofs Yorckstraße.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Eggers: Der Kaiserbahnhof Wildpark in Potsdam, ein Empfangsgebäude für „Hohe und Höchste Herrschaften“. Der Hofarchitekt Ernst Eberhard von Ihne und die private Hofstation von Kaiser Wilhelm II. Mit einem Geleitw. von Hans-Joachim Giersberg und Photogr. von Jürgen Strauss. Strauss, Potsdam 1999. ISBN 3-929748-17-7
  • Berliner S-Bahn Museum: Strecke ohne Ende – Die Berliner Ringbahn. GVE, Berlin 2002. ISBN 3-89218-074-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Potsdam Park Sanssouci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bahnhofsentwicklungsprogramm Brandenburg. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 46, abgerufen am 8. August 2010 (PDF; 4,6 MB).
  2. Bürgerbahnhof 2013 saniert Potsdamer Neueste Nachrichten, 8. Juli 2013
  3. Potsdamer Neueste Nachrichten, 22. Februar 2005 digitalisiert
  4. Potsdamer Neueste Nachrichten, 26. Juni 2009 digitalisiert
  5. Potsdamer Neueste Nachrichten, 8. April 2009 digitalisiert
  6.  Kurzmeldungen – Eisenbahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 10, 2013, S. 200.