Bahnhof Königs Wusterhausen

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Königs Wusterhausen
Bahnhofsgebäude vom Vorplatz aus gesehen
Bahnhofsgebäude vom Vorplatz aus gesehen
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 2 (Fernbahn)
1 (S-Bahn)
Abkürzung BKW
IBNR 8010193
Eröffnung 13. September 1866
Webadresse bahnhof.de
Architektonische Daten
Baustil Klassizismus
Lage
Stadt Königs Wusterhausen
Land Brandenburg
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 17′ 47,9″ N, 13° 37′ 52,1″ O52.29663113.631148Koordinaten: 52° 17′ 47,9″ N, 13° 37′ 52,1″ O
Höhe (SO) 36 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
i7i12i13i15i15i16i17i20

Der Bahnhof Königs Wusterhausen ist ein Bahnhof in Brandenburg, der vornehmlich die Pendlerströme der Stadt Königs Wusterhausen von und nach Berlin aufnimmt. Der Bahnhof liegt am Rande der Innenstadt und relativ weit von den großen Wohngebieten entfernt. Er gehört zum Berliner Tarifbereich C und ist Endstation der Linie S46 der S-Bahn Berlin.

Anlagen[Bearbeiten]

Der Bahnhof Königs Wusterhausen verfügt aktuell über drei Bahnsteigkanten mit den folgenden Maßen:[1]

Gleisnummer Bahnsteighöhe ü. SO Bahnsteiglänge
1 076 cm 263 m
2 103 cm 222 m
3 103 cm / 76 cm 222 m
Die Bahnsteige
Die Bahnhofshalle
Wasserturm und Stellwerk, 1990

Der Mittelbahnsteig mit den Gleisen 2 und 3 wurde ursprünglich auf die Höhe der S-Bahn Berlin ausgelegt, was auch seine Bahnsteighöhe von 103 cm erklärt. Um den Fahrgastwechsel für mobilitätseingeschränkte Personen einfacher zu gestalten, wurde die Seite des Bahnsteigs am Gleis 3 auf einer Länge von rund 100 m auf eine Höhe von 76 cm abgesenkt.

Der Bahnhof stellt ein Nadelöhr auf der Strecke dar. So steht fernbahnseitig entlang der Görlitzer Bahn nur ein voll nutzbares durchgehendes Hauptgleis zur Verfügung. Unmittelbar nördlich des Bahnhofs wird der Nottekanal auf einer lediglich zweigleisigen Eisenbahnbrücke überquert, welche jedoch sowohl von der S-Bahn als auch vom Fern- und Regionalverkehr genutzt wird und somit jeweils nur ein Gleis zur Verfügung steht. Aus Richtung Norden ist zudem nur Gleis 1 (Hausbahnsteig) ohne Kreuzung des S-Bahn-Gleises erreichbar.[2] Während das Bahnsteiggleis 3 überwiegend durch die Züge der Linie RB 36 belegt ist, müssen sämtliche anderen durchgehenden Zugfahrten, insbesondere der übrige Regional-, Fern- und Durchgangsgüterverkehr, somit in beiden Richtungen über Gleis 1 abgewickelt werden. Zur Beseitigung dieses Engpasses und Einrichtung der durchgehenden Zweigleisigkeit wäre eine umfassende Umgestaltung und betriebliche Neuorganisation des Bahnhofsbereichs erforderlich, hierfür gibt es derzeit jedoch keine konkreten Planungen.

Das Bahnhofsgebäude wurde mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt, was Auswirkungen auf planerische Aspekte eines möglichen Umbaus des Bahnhofs hat.

Direkt am Bahnhof sind 100 Fahrradstellplätze vorhanden.[3] Die täglich bis zu 500 abgestellten Fahrräder werden zwischen 6 und 18 Uhr in zwei Schichten von sechs Ein-Euro-Jobbern bewacht.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die frühen Jahre[Bearbeiten]

Der Bahnhof Königs Wusterhausen wurde zusammen mit der Bahnstrecke Berlin–Görlitz in den Jahren 1865 und 1866 erbaut. Die Eröffnung des ersten Abschnitts von Berlin bis Cottbus fand am 13. September 1866 statt. Am 31. Dezember 1867 wurde die Strecke bis Görlitz verlängert.[5] Anfänglich wurde auf Grund des gerade ausgebrochenen Deutschen Krieges nur ein Fachwerkhaus als Empfangsgebäude errichtet. Erst 1893 entstand statt seiner das Hauptgebäude in seiner heutigen Form.[6] Am 1. Oktober 1891 wurde der Vororttarif bis Königs Wusterhausen eingeführt.[5] Die wirtschaftliche Prosperität der Region, welche vor allem den Materialbedarf Berlins mit Baustoffen bediente, ließ im Jahr 1894 die Kleinbahn nach Töpchin und am 20. September 1898 die Strecke in Richtung Beeskow und Frankfurt (Oder) hinzukommen. Dies ging einher mit umfangreichen Erweiterungen der Bahnanlagen im Bahnhof.[7] Unter anderem wurde für die Mittenwalder Eisenbahn ein eigener Bahnsteig errichtet, welcher direkt südlich an den heutigen Hausbahnsteig angrenzt.[8]

Nach 1945[Bearbeiten]

Wendezug am Hausbahnsteig, 1995

Im April 1945 wurde der Verkehr auf der Görlitzer Bahn im Berliner Raum eingestellt.[7] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1947 der dampfbetriebene Vorortverkehr vom Görlitzer Bahnhof in Berlin in Richtung Königs Wusterhausen wieder aufgenommen. Am 30. April 1951 wurde der elektrische S-Bahn-Verkehr von Grünau bis Königs Wusterhausen verlängert und in Betrieb genommen, während parallel der dampfbetriebene Vorortverkehr eingestellt wurde. Aus diesem Anlass erhielt der Bahnhof in diesem Jahr zusammen mit dem benachbarten Bahnhof Wildau sowie dem Bahnhof Hennigsdorf eines der drei ersten Gleisbildstellwerke der Deutsche Reichsbahn.[9] Der Schienenpersonennahverkehr in Richtung Mittenwalde auf der Strecke nach Töpchin wurde am 29. September 1974 auf Omnibusbetrieb umgestellt. Am 16. Oktober 1987 wurde die Fernbahnstrecke zwischen Grünau und Königs Wusterhausen elektrifiziert.[5]

Nach 1990[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 wurde die Gleisinfrastruktur um Königs Wusterhausen erneuert. So wurde die Strecke bis Lübbenau im Rahmen einer zwölfmonatigen Vollsperrung auf 160 km/h ertüchtigt. Parallel wurde ab Juni 2010 die Strecke Richtung Frankfurt/Oder für zwei Monate gesperrt und auf durchgehend 80 km/h ertüchtigt. Somit war der Bahnhof Königs Wusterhausen bauzeitlich ein Kopfbahnhof. Zukünftig ist auch eine Modernisierung des anschließenden Streckenabschnitts bis Berlin-Grünau geplant. Hier wurde bereits im Jahr 2009 eine neue Signal- und Sicherungstechnik installiert. Ebenfalls sind seit Anfang 2010, finanziert durch das Konjunkturpaket II der Bundesregierung, die alten Leuchtstoffröhrenanzeigen durch moderne LCD-Anzeigen ersetzt worden. Parallel dazu wurde im Bahnhof ein Blindenleitsystem installiert.[10]

Geschichte des Fernverkehrs[Bearbeiten]

Einen Überblick der Fernverkehrsverbindungen enthält folgende Tabelle:

Jahr Zugart Lauf Takt Quelle
1867 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 3 Zugpaare, 1 bis Cottbus [1]
1880 beschleunigter Zug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Zittau 4 Zugpaare, 1 Beschleunigter [2]
1884 beschleunigter Zug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 4 Zugpaare, 2 Beschleunigte [3]
1900 beschleunigter Zug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 6 Zugpaare, 1 Beschleunigter [4]
1936 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg - Glatz Hbf 1 Zugpaar [5]
1936 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg 1 Zugpaar [6]
1936 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 2 Zugpaare [7]
1939 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg - Glatz Hbf 1 Zugpaar [8]
1939 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg 1 Zugpaar [9]
1939 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 2 Zugpaare [10] i.V.m. [11]
1941 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg - Glatz Hbf 1 Zugpaar [12]
1941 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg 1 Zugpaar [13]
1941 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 2 Zugpaare [14]
1943 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg - Glatz Hbf 1 Zugpaar [15]
1943 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg 1 Zugpaar [16]
1943 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 1 Zugpaar [17]
1944/45 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Hirschberg 2 Zugpaare [18] i.V.m. [19]
1944/45 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 1 Zugpaar [20]
1948/49 Eilzug Berlin Zoologischer Garten - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 1 Zugpaar [21]
1980/81 Eilzug Berlin Schöneweide - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz - Zittau 4 Zugpaare, 3 bis Zittau [22]
1980/81 D-Zug Berlin Schöneweide - Königs Wusterhausen - Hoyerswerda - Bautzen 2 Zugpaare [23]
1980/81 D-Zug Köln Hbf - Magdeburg Hbf - Berlin-Schönefeld Flughafen - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 1 Zugpaar [24]
1981/82 Eilzug Berlin Schöneweide - Königs Wusterhausen - Cottbus - Weißwasser - Görlitz - Zittau 4 Zugpaare, 3 bis Zittau [25]
1981/82 Eilzug Königs Wusterhausen - Cottbus 1 Zugpaar [26]
1981/82 D-Zug Berlin Schöneweide - Königs Wusterhausen - Hoyerswerda - Bautzen 2 Zugpaare [27]
1981/82 D-Zug Köln Hbf - Magdeburg Hbf - Berlin Flughafen Schönefeld - Königs Wusterhausen - Cottbus - Görlitz 1 Zugpaar [28]

Zukunft[Bearbeiten]

Der Personentunnel des Bahnhofs Königs Wusterhausen 2012, bevor die Bauarbeiten begannen

Mit der Neugestaltung der Landesstraße durch den Tunnel soll einerseits der straßenseitige Engpass (keine Passiermöglichkeit für LKW und Busse) behoben werden und andererseits die Trennung der Ostseite des Bahnhofs vom Rest der Stadt beseitigt werden. Letzteres soll mittels Tunneldurchstich der Fußgängerunterführung zur Ostseite des Bahnhofs erfolgen.[11] Aktuelle Planungen sehen einen Bedarf von 1000 weiteren PKW-Stellplätzen, der durch ein bewirtschaftetes Parkhaus gedeckt werden soll.[8]

Eine Planungswerkstatt der Stadt hat eine Szenarioanalyse durchgeführt und eine Vorzugsvariante erarbeitet. Daraus wurden folgende Maßnahmen abgeleitet und einen dazugehörigen Zeitplan erarbeitet. Diese Analyse wurde dem Stadtrat vorgelegt und muss in einer Machbarkeitsstudie noch bestätigt werden[12]:

Zeitraum Maßnahmen Bauherr
2012 Neubau Parkhaus (Nord) (P+R) Stadt
2012 Grunderwerb und Rückbau Schuppen u. Ä. Ostseite Stadt
2012 Ausbau Buswendeschleife Nordost Stadt
2013 grundhafter Ausbau Storkower Straße Landesbetrieb Straßenwesen
2013 Sanierung und Durchstich Personenunterführung Deutsche Bahn
2013 Neubau Zugang Personenunterführung Westseite (vsl. Treppe + Aufzug) Deutsche Bahn
2013 Neubau Zugang Personenunterführung Ostseite (vsl. Treppe + Rampe) Deutsche Bahn
2013 Neubau B+R-Anlage Ostseite (überdacht) Stadt
2013 Neubau Bushaltestelle am Zugang Personenunterführung Ostseite Stadt
2014 Neubau B+R-Anlage Westseite (Fahrradparkhaus) Stadt
2014/15 Umbau Straßenunterführung Storkower Straße DB AG
2015 Optionale Erweiterung P+R-Anlage Ost/Storkower Straße Stadt
Bauarbeiten zur Verlängerung des Fußgängertunnels und Neubau des östlichen Vorplatzes (im Hintergrund)

Am östlichen Bahnhofsvorplatz sollen mit im Jahr 2012 bewilligten Fördermitteln vier Bushaltestellen mit überdachtem Warte- und Infobereich, eine dynamische Fahrgastinformation und eine öffentliche Toilette gebaut werden. Weiterhin entstehen 168 überdachte Fahrradabstellplätze sowie 88 Pkw-Stellplätze an der Storkower Straße. Für die weitere Neugestaltung im Bahnhofsumfeld stellt die Europäische Union rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen Mitteln soll auf der Ostseite des Bahnhofs der Zugang einschließlich Treppe und Rampe neu gebaut werden. Die Treppenanlage zum angrenzenden Parkplatz und der Bahnhofsvorplatz werden neu gestaltet. Auf der Westseite des Bahnhofs soll der Zugang zu den Bahnsteigen überdacht werden. Mit Mitteln der Deutschen Bahn und der Stadt erfolgt die Erneuerung und der barrierefreie Ausbau des Bahnsteigtunnels sowie der Durchstich des Tunnels bis zur Ostseite des Bahnhofs.[13]

Im Sommer 2013 begannen die Arbeiten zur Errichtung des neuen Fußgängertunnels. Hierzu wurde am südlichen Bahnsteigende eine provisorische Fußgängerbrücke errichtet, anschließend konnte der Ausgang vom Mittelbahnsteig zur Straßenunterführung geschlossen sowie der alte Fußgängertunnel abgebrochen werden. Der neue Fußgängertunnel wird bis zur Storkower Straße reichen und über Aufzüge zu den Bahnsteigen verfügen.[14]

Im Zuge der laufenden Baumaßnahmen im Bahnhofsumfeld erfolgt jedoch keine Umgestaltung der Gleisanlagen zur Verbesserung der betrieblichen Situation im Bahnhof.

Personenverkehr[Bearbeiten]

Ein Doppelstockwagen im Regionalverkehr im Bahnhof Königs Wusterhausen auf dem Weg nach Cottbus

Fernverkehr[Bearbeiten]

Bis zur Einstellung der Interregioverkehre zum Sommerfahrplan 2001[15] hatte Königs Wusterhausen stets Fernverkehrsverbindungen nach Cottbus und Görlitz in Richtung Süden und zu wechselnden Zielen in Richtung Berlin. Anschließend war Königs Wusterhausen bis 2012 kein Fernverkehrshalt. Das Zugpaar des IC 56 von Norddeich Mole nach Cottbus und der EC 99 von Hamburg nach Kraków fuhren ohne Halt durch Königs Wusterhausen. Seit Dezember 2012 hält das Zugpaar des IC 56 in Königs Wusterhausen.

Linie Verlauf Takt
IC 56 CottbusKönigs Wusterhausen – Berlin – MagdeburgHannoverBremenOldenburg (Oldb)EmdenNorddeich Mole einzelnes Zugpaar

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Seit dem 12. Dezember 2004 fährt neben der DB Regio auch die Ostdeutsche Eisenbahn den Bahnhof an, sie bedient seitdem die Regionalbahn-Linie 36 und seit dem 9. Dezember 2012 auch die Regional-Express-Linie 2.

Linie Verlauf Betreiber Takt
RE 2 Wismar – SchwerinWittenbergeBerlin-SpandauBerlinKönigs WusterhausenLübben (Spreew) – Cottbus Ostdeutsche Eisenbahn 060 min
RB 19 Berlin GesundbrunnenBerlin SüdkreuzBerlin-Schönefeld FlughafenKönigs WusterhausenCalauSenftenberg DB Regio 060 min
RB 22 Königs Wusterhausen – Berlin-Schönefeld Flughafen – SaarmundGolmPotsdam DB Regio 0einzelne Züge
RB 36 Berlin-LichtenbergKönigs WusterhausenStorkow (Mark)BeeskowFrankfurt (Oder) Ostdeutsche Eisenbahn 060 min
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen S-Bahn Berlin 020 min

Busverbindungen[Bearbeiten]

Die Bushaltestelle auf der Westseite

Der Bahnhof der Stadt wird durch eine Reihe von Buslinien der RVS bedient, welche aber in teilweise sehr unterschiedlichen Taktzeiten verkehren. Insgesamt steuern 15 Buslinien den Bahnhof an. Die zwei Abfahrtsbereiche westlich und östlich der Bahn sind durch eine Fußgängerunterführung unter den Gleisen des Bahnhofs verbunden.

Linie Abfahrtsseite Ziel
721 Storkower Straße Kablow-Ziegelei
722 Storkower Straße Bindow
723 Storkower Straße Friedersdorf/Kolberg
724 Am Wasserturm Streganz
725 Am Wasserturm Neuendorf am See
726 Am Wasserturm Ringlinie (Groß KörisTeupitzBestensee)
727 Am Wasserturm Ringlinie (Bestensee – Teupitz – Groß Köris)
728 Am Wasserturm Töpchin
729 Am Wasserturm Zossen
730 Am Wasserturm Brusendorf
733 Storkower Straße Berlin-Schmöckwitz
737 Am Wasserturm Wildau A10-Center (über Wildau Bhf.)
739 Am Wasserturm Stadtlinie Königs Wusterhausen
740 Am Wasserturm Wildau A10-Center
743 Am Wasserturm Königspark

Zukunft[Bearbeiten]

Laut Landesnahverkehrsplan 2008 des Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung Brandenburg sind in Zukunft für den Eisenbahnbetrieb folgende Änderungen geplant:[16]

  • Durch die Kreuzungsmöglichkeit der S-Bahn in Wildau ist ein Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn nach Königs Wusterhausen möglich. Dabei soll die Linie S8 in der Hauptverkehrszeit an Werktagen von Zeuthen nach Königs Wusterhausen verlängert werden.[17]
  • In der zweiten Betriebsstufe der VBB-Stadtbahn-Ausschreibung aus dem Jahr 2009 ist ab Dezember 2015 der Tausch der südlichen Äste der RE 7 und der RB 14 geplant. Demnach würde die Stadt durch den RE 7 in Richtung Senftenberg und Dessau Hbf angebunden.
  • Die Regionalbahnlinie aus Potsdam zum Flughafens Berlin Brandenburg soll bis Königs Wusterhausen verlängert werden, um hier eine schnelle Umstiegsmöglichkeit für Reisenden von und nach Cottbus zu ermöglichen. Bis Mitte der 1990er Jahre existierte diese Relation schon einmal, wurde aber auf Grund zu geringer Nachfrage eingestellt.[18]

Unter Berücksichtigung des hinzukommenden Fernverkehrs würde der Zielbetrieb folgendermaßen aussehen:

Linie Verlauf Betreiber Takt
IC 56 (Norddeich Mole –) Oldenburg (Oldb)BremenHannoverMagdeburgBerlin HauptbahnhofKönigs WusterhausenCottbus DB Fernverkehr einzelnes Zugpaar
RE 2 WismarSchwerinLudwigslustWittenbergeBerlin-SpandauBerlin Zoologischer GartenKönigs WusterhausenLübben (Spreew) – Cottbus Ostdeutsche Eisenbahn 120 min (Wismar–Wittenberge)
060 min (Wittenberge–Cottbus)
RE 7 DessauBad BelzigPotsdam Medienstadt BabelsbergBerlin-WannseeBerlin OstbahnhofKönigs WusterhausenLübbenau (Spreew)CalauSenftenberg DB Regio 060 min
RB 22 Königs WusterhausenFlughafen Berlin BrandenburgGolmPotsdam DB Regio 060 min
RB 36 Königs WusterhausenStorkow (Mark)BeeskowFrankfurt (Oder) Niederbarnimer Eisenbahn 060 min
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen S-Bahn Berlin 020 min
Berlin S8.svg Königs WusterhausenZeuthenGrünauAdlershofSchöneweideOstkreuzGreifswalder StraßeBornholmer StraßePankowBlankenburgSchönfließHohen NeuendorfBirkenwerder S-Bahn Berlin 020 min (nur Mo-Fr in HVZ)

Im zweiten Quartal 2013 gab der VBB bekannt, dass angesichts der Verzögerungen bei der Eröffnung des neuen Flughafens BER und dessen schienenseitiger Verkehrsanbindung zum Jahresfahrplan 2014 zunächst eine Durchbindung der als Teil der Linie RB 14 verkehrenden Zugläufe Senftenberg – Königs Wusterhausen – Schönefeld Flughafen über Berlin Südkreuz nach Berlin Hauptbahnhof (tief) angestrebt ist.[19] Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 ist dies mit der neuen Linie RB 19 Senftenberg – Königs Wusterhausen – Flughafen Schönefeld - Berlin-Gesundbrunnen umgesetzt.

Gleichzeitig wird die vorgezogene Verlängerung der Linie RB22 von Schönefeld nach Königs Wusterhausen geprüft, um die Anschlusssituation in der Relation Cottbus – Flughafen – Potsdam zu verbessern.[19] Die Umlegung der Linie RE7 über Königs Wusterhausen in Richtung Senftenberg, die in Zusammenhang mit der Einrichtung des viertelstündlichen Flughafenexpress über die noch immer im Planungsstadium befindliche Dresdener Bahn Südkreuz - Blankenfelde steht, ist daher nicht vor Ende der 2010er Jahre zu erwarten.

Güterverkehr[Bearbeiten]

Der Güterbahnhof: Links die Gleisanlagen mit zwei Diesellokomotiven der DB-Baureihe 298, rechts der ehemalige Güterschuppen und die Ladestraße

Der Güterbahnhof hatte schon zu Anfang eine Bedeutung für den Transport von Braunkohle aus der Lausitz, Böhmen und dem Riesengebirge. Parallel wurden die Güterwagen von den beiden abzweigenden Nebenbahnen Richtung Beeskow und Zossen hier zusammengestellt. Vor allem der Abtransport von Produkten aus den heutigen Ortsteilen Zernsdorf, Kablow und Niederlehme nach Berlin wurde über den Bahnhof sichergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Versorgungsgüter für Berlin auf Grund der zerstörten Eisenbahninfrastruktur bereits in Königs Wusterhausen umgeladen oder in Richtung Mittenwalde umgeleitet, weshalb zu dieser Zeit der Güterbahnhof eine zentrale Position für Warenströme aus Richtung Südosten einnahm.[20] Der Güteranschluss aus Richtung Mittenwalde wurde nach der Stilllegung des Güterverkehrs zum 1. Januar 2001 bei der Sanierung des Königs Wusterhausener Gleisbettes gekappt.[21] Im Gegensatz dazu wurde die Strecke nach Frankfurt (Oder) im Jahr 2010 teilweise saniert.

Heute stellt der Güterbahnhof Königs Wusterhausen vor allem das Gleisfeld für die Zusammenstellung und Auflösung der Güterverkehre zum Binnenhafen Königs Wusterhausen dar. Es erreichen den Bahnhof bis zu sieben Ganzzüge pro Tag. Die Züge transportieren hauptsächlich Kohle aus Polen für das Kraftwerk Klingenberg in Berlin-Rummelsburg, welche im Hafen auf Binnenschiffe umgeladen wird. Jährlich wird die Zusammenstellung von rund 36.000 Waggons für den Hafen abgewickelt[22], die anschließend von der Hafenbahn übernommen und in das Hafengelände überführt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Königs Wusterhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben der DB Netz
  2. Gleise in Serviceeinrichtungen – Bf Königs Wusterhausen. DB Netz AG, abgerufen am 22. Januar 2014 (PDF).
  3. Angaben (PDF; 4,6 MB) der DB auf Seite 20; abgerufen 25. Januar 2010.
  4. Artikel in der taz, abgerufen am 25. Januar 2010.
  5. a b c private Homepage zur Strecke Berlin-Görlitz
  6. Historientafel am Gebäude des Bahnhofs Königs Wusterhausen; auch hier online einsehbar; abgerufen am 29. August 2010.
  7. a b Historie auf beefland.de
  8. a b Integriertes Stadtentwicklungskonzept der Stadt Königs Wusterhausen vom 14. Dezember 2007
  9. Erich Preuß, Reiner Preuß: Chronik der Deutschen Reichsbahn 1945–1993, Eisenbahn in der DDR. GeraMond, München 2009, ISBN 978-3-7654-7094-3, S. 35
  10. Konjunkturpaket: Mängel an Bahnhöfen verschwinden. In: Märkische Allgemeine, 30. Oktober 2009, abgerufen am 26. Januar 2010.
  11. Artikel in der Märkischen Allgemeinen; abgerufen am 21. Januar 2010.
  12. Nachbereitung der Planungswerkstatt mit Untersuchung verschiedener Szenarien und Empfehlung für Stadtrat; abgerufen am 15. Juni 2010.
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVogelsänger bringt fast 2,5 Millionen Euro Fördermittel für Bahnhofsumfeld in Königs Wusterhausen. Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, 4. Januar 2013, abgerufen am 21. Januar 2013.
  14.  Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 12, 2013, S. 240.
  15. Angabe in privater Homepage zur Görlitzer Bahn; abgerufen am 6. März 2011.
  16. Landesnahverkehrsplan 2008–2012, abgerufen am 23. Dezember 2008
  17. Information der S-Bahn Berlin GmbH; abgerufen am 6. April 2012.
  18. Überblick zum Sommerfahrplan 1996.
  19. a b VBB-Vortrag Hans Leister Regionalkonferenz Doberlug-Kirchhain 2013. Abgerufen am 15. Mai 2013 (PDF; 2,3 MB).
  20. Homepage über die Eisenbahngeschichte im Raum Königs Wusterhausen; abgerufen am 13. Februar 2010.
  21. Papier zum Schienengüterverkehr in Brandenburg 2020 vom BUND, Seite 10; abgerufen am 13. Februar 2010.
  22. Internetauftritt des Hafenbetreibers; abgerufen am 13. Februar 2010.