Baleka Mbete

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Baleka Mbete (links) 2006 bei einem Staatsbesuch Wladimir Putins in Südafrika

Baleka Mbete (* 24. September 1949 in Claremont bei Durban), auch bekannt als Baleka Mbete-Kgositsile, ist eine südafrikanische Politikerin und ehemalige Vizepräsidentin Südafrikas.

Leben[Bearbeiten]

Mbete wuchs bei ihrer Großmutter im Norden von Transvaal auf und schloss die Schule in Durban ab. 1958 zog sie mit ihrer Familie nach Alice, wo ihr Vater an der Universität Fort Hare eine Stelle als Bibliothekar erhalten hatte. Nachdem ihr Vater, ein Mitglied der South African Communist Party, seinen Job aufgrund des Verbotes von politischen Aktivitäten an Universitäten verloren hatte, wurde sie auf ein Internat bei Durban geschickt, wo sie 1967 den High-School-Abschluss machte. Im Anschluss schrieb sie sich bei einem College in Eshowe ein, wurde jedoch wegen Provokationen relegiert. 1973 schloss sie an einem College eine Ausbildung zur Lehrerin und unterrichtete in Durban.

Mbete engagierte sich in ihrer Zeit in Durban beim Black Consciousness Movement und suchte den Kontakt zum African National Congress (ANC). Nachdem ihr Bruder als Mitglied der Jugendorganisation des ANC verhaftet worden war, entschied sie sich, als Lehrerin aufzuhören. Kurz darauf wurde sie ebenfalls inhaftiert; im Gefängnis erhielt sie eine Nachricht ihres Bruders mit dem dringenden Hinweis, das Land zu verlassen. Im April 1976 floh Mbete zuerst nach Swasiland, 1997 nach Tansania. Dort wurde sie zur ersten Sekretärin der regionalen ANC-Frauenorganisation gewählt. 1978 heiratete sie den Exilschriftsteller Keorapetse Kgositsile. Mit ihm ging sie 1981 nach Nairobi, wo er an der University of Nairobi unterrichtete. Wegen der Beteiligung am Putschversuch gegen Daniel arap Moi floh Mbete nach Botswana, nahm ihre Arbeit für den ANC wieder auf und wurde Leiterin des Medu Gaborone Arts Ensemble. Nach dem Angriff der südafrikanischen Streitkräfte auf Gaborone 1985 musste sie erneut fliehen; in Lusaka engagierte sie sich ebenfalls in der ANC Women’s League.

1990 ging Mbete nach Südafrika zurück und wurde zur ersten Generalsekretärin der Frauenorganisation gewählt. Von 1994 bis 1996 war sie Sprecherin des ANC, im Anschluss stellvertretende Präsidentin des Parlaments. Seit 2004 war sie Präsidentin des Parlaments, 2008/2009 Vizepräsidentin des Landes.[1] Sie hatte als Favoritin für den Posten der Präsidentin gegolten, Jacob Zuma schlug jedoch Kgalema Motlanthe vor. Seit dem Amtsantritt von Jacob Zuma ist Mbete ohne besondere Aufgaben mit dem Titel einer nationalen Vorsitzenden in Luthuli House, dem Hauptquartier des ANC in Johannesburg, eingesetzt.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baleka Mbete im Who’s Who Southern Africa, abgerufen am 12. November 2011 (englisch).
  2. Artikel Zuma’s Cabinet: Those who didn’t make the cut. In: Mail & Guardian Online vom 10. Mai 2009, abgerufen am 12. November 2011 (englisch).