Barmherzige Brüder vom hl. Johannes von Gott

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Die Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott (lat.: Ordo Hospitalarius Sancti Johannis de Deo, Ordenskürzel OH) sind ein katholischer Krankenpflegeorden, als dessen Ordensvater der heilige Johannes von Gott gilt.

Die Barmherzigen Brüder sind meist Laien, die neben den drei Gelübden (Armut, Gehorsam, Ehelosigkeit) noch das Gelübde der Hospitalität ablegen.

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1539 gründete Johannes von Gott sein erstes „Spital“ in Granada.
  • 1547 gründete Johannes von Gott mit Hilfe des Erzbischofs Pedro Guerrero das Spital am Gomelez-Abhang in Granada.
  • 1552 gründete sein Nachfolger Antón Martín ein weiteres Spital in Granada und darauf in Madrid.
  • 1571 erkannte Papst Pius V. die Hospitalbrüder an und gab ihnen die Regel des hl. Augustinus.

Ordensprovinzen[Bearbeiten]

Der Hauptsitz (Generalat) befindet sich in Rom. Der Orden ist in 53 Ländern der Erde in der Kranken- und Altenpflege, der Behindertenhilfe, der Obdachlosenfürsorge und in den letzten Jahren verstärkt in der Hospizarbeit und der Palliativmedizin tätig.

Im deutschen Sprachraum gibt es zwei Ordensprovinzen:

  • Bayerische Ordensprovinz (Sitz in München)
  • Österreichische Ordensprovinz (Sitz in Wien)

Deutschland[Bearbeiten]

Die bayerische Ordensprovinz gilt als Pionier der Hospizarbeit in Bayern. Sie wurde 1851 von Pater Magnobonus Markmiller in Neuburg an der Donau gegründet, der auch ihr erster Provinzial war. Die erste bayerische Palliativstation befindet sich seit 1991 am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München. In Regensburg betreiben die Barmherzigen Brüder das größte Ordenskrankenhaus in Deutschland.

Österreich[Bearbeiten]

Das Krankenhaus Krankenhaus Barmherzige Brüder in Wien Leopoldstadt wurde 1614 von Frater Gabriel Ferrara aus Mailand gegründet und erhielt 1625 die Erlaubnis zur Führung einer Apotheke. Sie kamen auf Wunsch des Fürsten von Liechtenstein, der in Italien von Ordensleuten gepflegt wurde. Beide Einrichtungen bestehen bis heute.

1757 erfolgte die Gründung eines weiteren Krankenhauses am Schillerplatz in Linz. 1789 wurde nach Auflassung des Karmelitinnenklosters in der Herrengasse das Konventhospital Barmherzige Brüder dorthin verlegt.

Zum 350-Jahr Jubiläum in Österreich wurde von der Österreichischen Post eine Briefmarke herausgegeben.[1]

Im Jahr 2000 wurde in Wien Leopoldstadt (2. Bezirk) beim Krankenhaus Barmherzige Brüder der Johannes-von-Gott-Platz nach dem Ordensgründer benannt.

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Zur Provinz Österreich gehört auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Bratislava in der Slowakei.[2]

Generalpriore[Bearbeiten]

  • Benedetto Menni (1911 – 1912)
  • Brian O’Donnell (1988 – 1994)
  • Pascual Piles Ferrando (1994 – 2006)
  • Donatus Forkan (14. Oktober 2006 – 2012)
  • Jesús Etayo Arrondo (2012 - ... )

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu 350 Jahre Barmherzige Brüder in Österreich in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online  (als Briefmarkendarstellung)
  2. Errichtung einer Tagesklinik (PDF; 125 kB) abgerufen am 12. Jänner 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Vera Schauber: Pattloch Namenstagskalender. Augsburg 1994, ISBN 3-629-00431-8.
  • Meinhard Sajovitz: Festschrift 1995 zum 500. Geburtstag des Ordensgründers der Barmherzigen Brüder, des heiligen Johannes von Gott (1495 - 1550). Provinzialat der Österr. Provinz der Barmherzigen Brüder, Wien 1995.
  • Meinhard Sajovitz: Die Barmherzigen Brüder in Österreich 1978-2000. Provinzialat der Österr. Provinz der Barmherzigen Brüder, Wien 1999, ISBN 3-9501183-0-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brothers Hospitallers of St. John of God – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien