Beatrice Heuser

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Donata Beatrice Gisela Heuser[1] (* 15. März 1961 in Bangkok[1]) ist eine Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie ist Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Reading in Großbritannien.

Heuser hat Geschichte an der Universität London studiert und promovierte an der Universität Oxford mit einer Arbeit über Jugoslawien im Kalten Krieg. Es folgte eine Habilitation an der Philipps-Universität Marburg.[2] Von 1989 bis 1991 war sie am Royal Institute of International Affairs in London tätig. Anschließend war Heuser erst Dozentin und später Professor für Internationale Beziehungen und Strategische Studien am King’s College London. Bevor sie an die Universität Reading wechselte, war Heuser ab 2003 für vier Jahre Forschungsdirektor des Militärgeschichtlichen Forschungsamts in Potsdam.[3] 2011-2013 war Heuser Gastprofessor an den Universität Paris IV und der Universität Paris VIII (St Denis).

Heusers Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Strategischen Studien, insbesondere Nuklearstrategie, strategische Theorie und strategische Kultur, asymmetrische Kriege und Aufstandsbekämpfung (Counterinsurgency, COIN), der transatlantischen Beziehungen sowie der Verteidigungspolitik Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens.[4]

In ihrem Werk Den Krieg denken geht sie auf Strategien besonders seit der Französischen Revolution ein und erläutert unter anderem, ob der Krieg im Zeitalter von Atomwaffen unführbar geworden sei.

In ihrem Buch Rebellen, Partisanen, Guerilleros zeigt sie an den Beispielen Dreißigjähriger Krieg, IRA, Algerienkrieg, Rote Khmer und den afrikanischen Kindersoldaten des 20. Jahrhunderts, wie häufig es ist, dass die Zivilbevölkerung von Kombattanten drangsalisiert wird.[5]

Werke[Bearbeiten]

Monographien

  • Rebellen, Partisanen, Guerilleros: Aszmmetrische Kriege von der Antike bis heute (Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2010).
  • Den Krieg Denken: Die Entwicklung der Strategie seit der Antike (Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2010), in Englisch erschienen als The Evolution of Strategy from Antiquity to the Present (Cambridge: Polity, 2010); in Französisch als Penser la Guerre (Paris: Picard, 2013).
  • Clausewitz lesen! (München: Oldenbourg, 2005), in Englisch erschienen als Reading Clausewitz (London: Pimlico, 2002).
  • The Bomb: Nuclear Weapons in their Historical, Strategic and Ethical Context in the series: Turning Points in History (London: Longman’s, 1999).
  • Nuclear Mentalities? Strategies and Belief Systems in Britain, France and the FRG (London: Macmillan, 1998).
  • NATO, Britain, France and the FRG: Nuclear Strategies and Forces for Europe, 1949-2000 (London: Macmillan, 1997).
  • Transatlantic Relations: Sharing Ideals and Costs Chatham House Paper (London: Pinter for RIIA, 1996).
  • Western Containment Policies in the Cold War; The Yugoslav Case, 1948-1953 (London & New York: Routledge, 1989).
  • Den Krieg denken. Die Entwicklung der Strategie seit der Antike. Schöningh, Paderborn 2010, ISBN 978-3-506-76832-2.
  • Rebellen, Partisanen, Guerilleros. Asymmetrische Kriege von der Antike bis heute. Schöningh, Paderborn 2013, ISBN 978-3-506-77605-1.

Herausgeberschaften

  • Carl von Clausewitz: On War abridged edition in the series Oxford Classics (Oxford University Press, 2006).
  • (mit Anja Victorine Hartmann): Thinking War, Peace and World Orders from Antiquity until the 20th century (London: Routledge, 2001).
  • (mit Cyril Buffet): Haunted by History: Myths in International Relations (Oxford: Berghahn, 1998).
  • (mit Robert O'Neill): Securing Peace in Europe, 1945-62: Thoughts for the Post-Cold War Era (London: Macmillan, 1992).
  • Nuclear Weapons and the Future of European Security, London Defence Studies No.8 (1991).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wer ist wer? 46. Ausgabe (2007), S. 539.
  2. FAZ "Die Strategin". Abgerufen am 13. Dezember 2010.
  3. Beatrice Heuser. Abgerufen am 13. Dezember 2010.
  4. University of Reading – Profile Prof. Beatrice Heuser. Abgerufen am 13. Dezember 2010.
  5. Thomas Speckmann: Gefangen zwischen den Fronten. (Rezension), tagesspiegel.de, 9. Oktober 2013, abgerufen am 5. Oktober 2014