Deutsche Schule Istanbul

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Deutsche Schule Istanbul
Schulform mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium
Gründung 1868
Adresse

Şahkulu Bostanı Sokak No. 20,
Beyoğlu

Ort Istanbul
Provinz İstanbul
Staat Türkei
Koordinaten 41° 1′ 40″ N, 28° 58′ 32″ O41.02777777777828.975555555556Koordinaten: 41° 1′ 40″ N, 28° 58′ 32″ O
Träger Verein zum Betrieb der Deutschen Schule Istanbul
Schüler 593 türkische,
145 ausländische (u.a. deutsche)
Lehrkräfte 54 deutsche,
27 türkische
Leitung Axel Brott
Website ds-istanbul.de

Die Deutsche Schule Istanbul oder auf türkisch Özel Alman Lisesi ist ein privates, mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu in der Nähe des Galataturmes. Sie gehört zum Kreis der mit obigem offiziellen Gütesiegel zertifizierten Auslandsschulen und erhält das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Deutsche Schule genießt ein hohes Ansehen als weiterführende Schule in der Türkei. Sie wurde im Mai 1868 als Deutsch und Schweizer Bürgerschule für die Kinder in Istanbul lebender deutscher Händler, Künstler, Ingenieure und Diplomaten gegründet. Wegen der steigenden Schülerzahl und auf Grund der Gebäudeschäden, die durch ein Erdbeben in Istanbul 1894 verursacht wurden, zog die Schule in ihr heutiges Gebäude in der Şahkulu-Bostanı-Straße im nördlichen Stadtteil Beyoğlu um. Während des Ersten Weltkrieges hatte die Schule einige Schwierigkeiten bei der Durchführung eines geordneten Schulunterrichtes. Nach dem Krieg begann man, zusätzlich auch türkische Schüler aufzunehmen und unterrichtete nach dem deutschen Schulsystem vom Kindergarten bis zum Abitur.

Die Schule führt bis zum Abitur, die Absolventen besuchen dann oft angesehene Hochschulen in der Türkei, Deutschland oder den Vereinigten Staaten. Unter den Absolventen der Schule finden sich eine Anzahl bekannter türkischer Künstler, Wissenschaftler und Politiker.

Schulorganisation[Bearbeiten]

Als Fremdsprachen werden Französisch und Englisch angeboten. In der Unterstufe werden ausschließlich nichttürkische Schüler unterrichtet, in die Oberstufe werden zusätzlich türkische Schülerinnen und Schüler nach den türkischen gesetzlichen Regelungen aufgenommen und müssen vor der Aufnahme an die Schule eine recht umfangreiche Prüfung absolvieren. Die Oberstufe unterliegt der türkischen Schulaufsicht. Der Unterricht findet mit Ausnahme des Englischunterrichts in getrennten türkischsprachigen und nichttürkischsprachigen Klassen statt, es bestehen jedoch für die Schüler Angebote zu gemeinsamen Arbeitsgemeinschaften. Für die Anerkennung des Abschlusses als Abitur ist die Prüfung in einem bestimmten Fächerkanon vorgeschrieben, ansonsten ist der Abschluss auch den an türkischen Schulen erworbenen Abschlüssen (Türkisches Lise-Diplom) gleichwertig. Darüber hinaus können die türkischsprachigen Schüler, die die Abiturprüfung nicht ablegen, auch ein Sprachdiplom II der KMK erwerben, das ihnen nach dem Studium an türkischen Hochschulen auch ein weiterführendes Studium in Deutschland erlaubt.

Bekannte Mitglieder des Lehrerkollegiums[Bearbeiten]

  • Paul Lange, Musik, war vor seiner Tätigkeit am Alman Lisesi am American College for Girls tätig. Später ab 1908 Hofkapellmeister der letzten beiden osmanischen Sultane. Ein Sohn, Hans Lange, war ein bekannter Dirigent in den USA.
  • Friedrich Schrader, Fächer unbekannt, war zwischen 1900 und 1907 am Alman Lisesi tätig. Vorher am Robert College und einem armenischen Gymnasium. Von 1908 bis 1917 stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung Osmanischer Lloyd.
  • Karl Steuerwald, Moderne Sprachen, war zwischen 1953 und 1956 Schulleiter. Später schrieb er "Der Große Steuerwald", ein Deutsch-Türkisches Wörterbuch.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Von der Deutschen Schule Istanbul aus kann man die Altstadt Istanbuls und den Bosporus sehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • 90 Jahre Deutsche Schule, Istanbul Alman Lisesi 1868 - 1958 Festschrift, Galata 1958. Mit Abb.
  • Heinz Anstock: Erinnerungen. Aufzeichnungen für unsere Kinder Nachwort Horst Müller. Minden, Eigenverlag 2007 ohne ISBN (A. war 1934 - 1944 als Flüchtling, sowie ab 1955 Lehrer an der DSI und ihr Leiter 1961 - 1974)

Weblinks[Bearbeiten]