Michael Howard (Historiker)

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Sir Michael Eliot Howard, OM, CH, CBE, MC (* 29. November 1922 in Ashmore bei Salisbury) ist ein ehemaliger britischer Offizier und führender Militärhistoriker. Er war maßgeblicher Wegbereiter der Strategischen Studien im Vereinigten Königreich.

Leben[Bearbeiten]

Howard besuchte das Wellington College in Berkshire und studierte ab 1943 am Christ Church der University of Oxford. Im Zweiten Weltkrieg musste er sein Geschichtsstudium unterbrechen und wurde zum Kriegsdienst in Europa herangezogen. So war er als Angehöriger der Coldstream Guards beim Italienfeldzug eingesetzt, wo er mehrmals verwundet wurde und wofür er später mit dem Military Cross ausgezeichnet wurde. Er erreichte den Dienstgrad eines Captain der British Army.[1]

Nach der Demobilisierung konnte er seine Studien fortsetzen (B.A. 1946 und M.A. 1948). 1947 wurde er Assistant Lecturer in History am Department of History des King's College London. 1950 wurde er Lecturer, dann Reader und Professor of War Studies. Er begründete ebendort das Department of War Studies (Leiter von 1962 bis 1968) und das Liddell Hart Centre for Military Archives mit. In dieser Zeit verfasste er mehrere einschlägige militärhistorische Arbeiten. 1968 wurde er Fellow in Higher Defence Studies am All Souls College der University of Oxford. Von 1977 bis 1980 war er dort Chichele Professor of the History of War und wechselte dann 1980 als Regius Professor of Modern History an das Oriel College. 1985 hielt er die Huizinga Lecture an der niederländischen Universität Leiden (1945: End of an Era?). Von 1989 bis 1993 war er Robert A. Lovett Professor of Military and Naval History an der Yale University in New Haven, Connecticut. 1996 war er Lee Kuan Yew Distinguished Visitor an der Nationaluniversität Singapur.

Er ist Mitbegründer und President Emeritus des International Institute for Strategic Studies (IISS) in London. Außerdem ist er Vizepräsident des von ihm 1963 mitbegründeten Council on Christian Approaches to Defence and Disarmement und war Präsident der Army Records Society. Außerdem ist er Trustee des Liddell Hart Centre for Military Archives.[2]

Howard pflegt über seine Herkunft und seine wissenschaftliche Tätigkeit enge Kontakte in die höhere britische Gesellschaft. So war er etwa eng verbunden mit der Labour Party, fungierte aber auch als Berater der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher.

Seit 2006 lebt er in einer eingetragenen Partnerschaft.

Werk[Bearbeiten]

Howard bezog die Militärgeschichte in das soziale und politische Umfeld ein und erweiterte diese so über das Studium einzelner Schlachten und Feldzüge hinaus. Er gilt als einer der führenden Clausewitz-Forscher, so übersetzte er das Hauptwerk von Carl von Clausewitz und schrieb dessen Biographie. Eines seiner Hauptwerke war eine Studie des Deutsch-Französischen Kriegs (1870/71).

Darüber hinaus trug er u.a. zur History of the Second World War (official history) und zur The New Cambridge Modern History bei.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Preise und Stipendien[Bearbeiten]

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten]

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Ehrenmitgliedschaften[Bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The Franco-Prussian War. The German Invasion of France. 2. Auflage, Routledge, London u.a. 2001, ISBN 0-415-26671-8.
  • Der Krieg in der europäischen Geschichte. Vom Mittelalter bis zu den neuen Kriegen der Gegenwart (= Beck'sche Reihe. 233). Aus dem Englischen [War in European History] übersetzt von Karl Heinz Siber, 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60633-5.
  • Clausewitz. A Very Short Introduction (= Very short introductions. 61). Oxford University Press, Oxford u.a. 2002, ISBN 0-19-280257-7.
  • Die Erfindung des Friedens. Über den Krieg und die Ordnung der Welt. Aus dem Englischen [The Invention of Peace] übersetzt von Michael Haupt, Zu Klampen, Lüneburg 2001, ISBN 3-924245-98-3.
  • Kurze Geschichte des Ersten Weltkriegs. Aus dem Englischen [The First World War] übersetzt von Helmut Reuter, Piper, München u.a. 2005, ISBN 3-492-04588-X.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Curtis Skaggs: Michael Howard and the Dimensions of Military History. In: Military Affairs 49 (1985) 4, S. 179–183.
  2. CBE for Principal, News Archive 2002 (King's College London), 17. Juni 2002.