Begabtenförderung

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Begabtenförderung ist die Unterstützung von Lernenden, die als überdurchschnittlich begabt identifiziert wurden (zum Beispiel als hochbegabt). Ziel ist es, die Entwicklung der Potenziale dieser Lernenden anzuregen und bestmöglich zu begleiten.

Begabtenförderung ist Teil der Begabungsförderung. Während sich Begabtenförderung auf eine bestimmte Gruppe von Lernenden konzentriert, beschäftigt sich Begabungsförderung mit allen Lernenden, bei denen noch nicht entwickeltes Potenzial vermutet werden kann.

Gelegentlich wird der Begriff der Begabtenförderung rein monetär ausgelegt und als Förderung von besonders leistungsstarken Lernenden verstanden, meist in Form von Zuschüssen oder Stipendien.

Begabtenförderung in Deutschland[Bearbeiten]

Begabtenförderung für Studenten in Deutschland[Bearbeiten]

Die Begabtenförderung in Deutschland besteht in der öffentlichen Wahrnehmung hauptsächlich in staatlich geförderten Studienzuschüssen, die von Begabtenförderwerken und Stiftungen an besonders leistungsstarke Studenten vergeben werden, meist in Form von Stipendien. In der deutschen Stipendienlandschaft bleiben zahlreiche Chancen ungenutzt: Rund 90 % aller Bewerbungen gehen bei weniger als 1 % der Stiftungen ein,[1] während jede fünfte Stiftung keine passenden Stipendiaten findet.[2] Selbst Abiturienten oder Studierende mit sehr gutem Profil bewerben sich nur zu einem Viertel bis einem Drittel für ein Stipendium.[3] Seit Sommer 2011 hat der Bund das Deutschlandstipendium aufgelegt, das den Hochschulen ermöglicht, mit Bundesmitteln und hälftig eingeworbenen Privatmitteln von ihnen ausgewählte Studierende jeder Nationalität mit einem Stipendium von monatlich 300 € zu fördern. Auch hier wurden (Stand 2012) die angekündigten Erwartungen bei weitem nicht erreicht: Ursprünglich sollten 160.000 Studierende beziehungsweise acht Prozent aller Studierenden durch das Deutschlandstipendium gefördert werden. Mit Stand Ende Mai 2012 waren es nur 5.400 Studierende.[4]

Die zwölf großen Förderwerke mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sind:

Insgesamt ist die Begabtenförderungslandschaft kaum überschaubar. Es gibt rund 1200 Stipendiengeber.[5] Einen Überblick bieten mittlerweile Informationsportale wie die kostenlose und ehrenamtlich betriebene Datenbank mystipendium.de oder der Stipendienlotse des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Begabtenförderung für Schüler in Deutschland[Bearbeiten]

Auch für Schüler gibt es Möglichkeiten der Begabtenförderung, vor allem Wettbewerbe, Hochbegabten- und Spezialschulen und spezialisierte Ferienlager. Es gibt verschiedene Wettbewerbe für begabte Schüler: Jugend forscht, Bundeswettbewerb Fremdsprachen, Bundeswettbewerb Mathematik, Mathematikolympiade, Chemieolympiade, Physikolympiade, Biologieolympiade, Philosophieolympiade, Bundeswettbewerb Informatik, Jugend musiziert, Jugend debattiert, Adam-Ries-Wettbewerb.

Das Bundesland NRW hat 2010 ein Projekt begonnen (mit sieben Gymnasien und drei Grundschulen; 2012 kamen weitere Schulen hinzu); es heißt 'Netzwerk Hochbegabtenförderung NRW'.[6]

Einige Gymnasien bieten ab der 6. Klasse besondere Hochbegabtenklassen an. Es gibt einige staatliche Internatsschulen für Hochbegabte: In Hessen das Oberstufengymnasium Schloss Hansenberg, in Sachsen das Sankt Afra zu Meißen, in Baden-Württemberg das Landesgymnasium in Schwäbisch Gmünd und in Sachsen-Anhalt die Landesschule Pforta.

Des Weiteren gibt es zahlreiche Schulen mit fachspezifischer Hochbegabtenförderung (teilweise in Spezialschulteilen oder Spezialklassen):

Verschiedene Organisationen bieten Ferienlager zur Förderung begabter Schüler an. Dazu gehören:

Begabtenförderung in der DDR[Bearbeiten]

In der DDR gab es verschiedene Einrichtungen, in denen begabte Schüler gefördert wurden.

Zu den bekanntesten und ältesten Einrichtungen zählen die Russischschulen, zu denen später Schulen mit anderen Erweiterungen hinzukamen. Spezialschulen für die mathematisch-naturwissenschaftlich begabten Schüler gab es in allen Bezirken der DDR. Die meisten sind heute Gymnasien mit einem speziellen Profil, beispielsweise das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Berlin oder das Wilhelm-Ostwald-Gymnasium in Leipzig. Einige „überlebten“ als Spezialschulteile, z.B. am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Erfurt. Zudem gab es an den Erweiterten Oberschulen Spezialklassen.

Mit der Gründung der Spezialklassen für Chemie wurde im Jahr 1964 erstmals an einer Hochschule der DDR (wie bis dahin meist nur in den USA üblich; siehe Juniorstudium), mit der Ausbildung hochbegabter Schüler begonnen, die schon vor dem Abitur auch in den Forschungsbetrieb der Hochschule eingebunden wurden. Mitte der 1960er Jahre entstanden weitere Spezialklassen für Mathematik und Physik an den Universitäten Berlin, Halle und Rostock sowie den Technischen Hochschulen Karl-Marx-Stadt und Magdeburg. Diese Spezialklassen unterstanden dem Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen und nicht (wie z.B. die Spezialschulen) dem Ministerium für Volksbildung.

Besonders mathematische und naturwissenschaftliche Begabungen wurden auch außerhalb des Unterrichts intensiv in Arbeitsgemeinschaften, Klubs und Korrespondenzzirkeln gefördert und über Schul-, Kreis- und Bezirksolympiaden ermittelt.

Eine besondere Form stellten die Stationen Junger Naturforscher und Techniker dar, an denen sich Begabte in Mathematik und Bereichen der Naturwissenschaften fortbilden konnten. In den 1970er Jahren wurden Mathematische Schülergesellschaften gegründet, in denen begabte Schüler durch universitäre Mathematiker gefördert wurden. Auch gab es Spezialklassen für Chemie. Nach der Wende wurde das DDR-Schulsystem an das der Bundesrepublik angeglichen; solche Einrichtungen wurden nach und nach bis auf einige wenige geschlossen.

Begabtenförderung in Österreich[Bearbeiten]

Begabtenförderung für Schüler in Österreich[Bearbeiten]

Grundsätzlich kann zwischen Förderansätzen innerhalb der Organisation Schule und außerschulischen Förderangeboten unterschieden werden.

Begabtenförderung innerhalb der Schule[Bearbeiten]

Individualisierung & Differenzierung im Regelunterricht[Bearbeiten]

Dabei werden Schüler nach ihren Interessen, Stärken und Begabungen unterrichtet. Möglichkeiten hierfür bieten u. a. folgende Ansätze:

  • Curriculum Compacting: Die Anforderungen des Lehrplans werden individuell angepasst, indem der Unterrichtsstoff für eine Schülerin/einen Schüler oder für eine Gruppe komprimiert beziehungsweise in kürzerer Zeit durchgenommen oder selbständig (auch außerhalb des Unterrichts) erarbeitet wird. Die gewonnene Zeit kann für zusätzliche begabungsfördernde Unterrichtsangebote genutzt werden.
  • Drehtürmodell: Dieses ermöglicht begabten Schülern, sich für eine begrenzte Zeit aus dem regulären Unterricht eines Gegenstandes oder mehrerer Unterrichtsfächer zu entfernen, um sich z. B. einem Projekt zu widmen. Es empfiehlt sich, hierfür einen Lernvertrag abzuschließen, in dem die genauen Modalitäten festgelegt werden.
  • Mentoring & Tutoring: Schüler werden von erfahrenen Personen in ihrem Lernen begleitet. Dies kann sowohl inhaltliche als auch organisatorische oder metakognitive Bereiche umfassen. Begabte Schüler können sowohl passiv (z. B. durch die Unterstützung bei eigenem Forschen) als auch aktiv als Tutoren und Tutoren profitieren.
Akzelerierende Fördermaßnahmen[Bearbeiten]

Zielsetzung ist dabei die Möglichkeit zu beschleunigtem Lernen:

  • frühe Einschulung: Noch nicht schulpflichtige Kinder können auf Ansuchen ihrer Erziehungsberechtigten unter bestimmten Bedingungen zum Anfang eines Schuljahres in die ersten Schulstufe aufgenommen werden.
  • Überspringen von Schulstufen: Seit 2006 ist es möglich, nicht nur innerhalb einer Schulart eine Klasse zu überspringen, sondern dies auch an einer Nahtstelle (d. h. von einer Schulart in eine andere) zu tun.
  • Teilspringen: Teilnahme an einzelnen Unterrichtsstunden einer höheren Schulstufe
Enrichment[Bearbeiten]

Darunter werden fachlich vertiefende oder zusätzliche Angebote verstanden. Beispiele hierfür sind

  • Pullout-Kurse (während der Unterrichtszeit als Alternativunterricht) oder Talentförderkurse
  • Enrichment-Teams (jahrgangsübergreifende Interessensgruppen, die gemeinsam an einem selbstgewählten Projekt arbeiten)

Weiters gibt es einige Schulen wie z. B. das BG/BRG Keimgasse Mödling, in denen Modellklassen für besonders begabte Kinder eingerichtet wurden. Dabei handelt es sich meist um „Schnellzugklassen“, d. h. die Inhalte des Lehrplans werden in kürzerer Zeit behandelt. Darüber hinaus wurden in manchen Schulen ganze Schulzweige der Begabungs- und Begabtenförderung gewidmet. Dies ist z. B. im Wiedner Gymnasium in Wien der Fall. In dieser Schule wird in Form eines Schulversuchs ein Oberstufenzug als Sir-Karl-Popper-Schule für besonders Begabte geführt. Im berufsbildenden Bereich gibt es z. B. an der Vienna Business School HAK Wien Schönborngasse für interessierte und begabte Schüler das Angebot der HAK Plus.

Außerschulische Förderangebote[Bearbeiten]

Im außerschulischen Bereich stellen einige Museen, Sportvereine, Musikvereine etc. auch für besonders begabte Kinder und Jugendliche interessante Angebote bereit.

Weiters haben besonders begabte und interessierte Schüler z. B. die Möglichkeit, im Rahmen des Programms Schüler an die Unis als außerordentliche Hörer Lehrveranstaltungen an Hochschulen zu besuchen, die ihnen bei einem späteren Studium voll angerechnet werden.

Schüler höherer Schulen können auch an Olympiaden und Wettbewerben in den Bereichen Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Technik, Neue Medien sowie Musik und Sport teilnehmen und so Spezialinteressen vertiefen.

In den Bundesländern gibt es zahlreiche Vereine zur Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher, die Förderangebote bereitstellen. Es werden weiters häufig in den großen Ferien Sommerakademien und während des Schuljahres Pull-Out-Kurse organisiert. Einige Beispiele für Initiativen in den Bundesländern:

In Oberösterreich gibt es den Verein Stiftung Talente[15] der vom Land OÖ, sowie von Wirtschaft und Industrie tatkräftig unterstützt wird. Der Verein veranstaltet jährlich 3 Sommerakademien, einige Olympiaden und zahlreiche Projekte. Der Landesschulrat für OÖ hat die Talenteakademie Schloss Traunsee eingerichtet, wo während des Schuljahres sogenannte „Pull-out“-Kurse im Ausmaß von drei bis fünf Tagen für hochbegabte Schüler von (ECHA-)Lehrern abgehalten werden. Weiters gibt es die Internationale Akademie Traunkirchen unter der Leitung des Quantenphysikers Prof. Anton Zeilinger. Dorthin werden Schüler ab der Unterstufe zu eintägigen Veranstaltungen mit Schwerpunkt auf Naturwissenschaften eingeladen; auch für begabte und interessierte Studierende bietet die IAT Angebote. [16]

In Kärnten kooperiert der Verein inizia[17] eng mit dem Landesschulrat und hält auch Kontakt zum Bildungsministerium.

Der Landesschulrat für NÖ veranstaltet gemeinsam mit dem Verein zur Förderung begabter und hochbegabter Schüler aus NÖ Intensivkurse im Ausmaß einer Schulwoche im neugebildeten Talentezentrum Schloss Drosendorf.[18] Speziell ausgebildete Lehrpersonen erarbeiten mit ausgewählten Schüler spezielle Themen, die auch nach dem Kurs im Rahmen von e-Learning-Paketen zur Verfügung stehen.

Sommerakademien[Bearbeiten]

Diese finden in mehreren Bundesländern statt:

  • In Wien fanden 2006 vier Sommerakademien mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften statt. Erstmals gab es eine gelungene Kombination zwischen Phänomenen des Kochens und der Naturwissenschaften. Kinder zwischen 6 und 10 Jahren kochten, experimentierten und wurden von Experten betreut.
  • Niederösterreich bietet seit mehr als 10 Jahren gut besuchte internationale Sommerakademien[19] für Volksschüler, Mittel- und Oberstufe.
  • Oberösterreich veranstaltet schon seit 10 Jahren Sommerakademien für die Oberstufen, seit sieben Jahren für 10- bis 14-Jährige und seit fünf Jahren für 8- bis 10-Jährige.
  • Kärnten: Das Talentecamp[20] ist eine Sommerakademie für begabte und besonders interessierte Schüler an AHS und BMHS in Kärnten. Fachhochschule, Universität, Begabtenförderungsverein, Pädagogisches Institut und Landesschulrat kooperieren seit dem Jahr 2000, um dieses Projekt jährlich zu realisieren.

Neben diesem Modell für die Oberstufe etabliert sich im Augenblick auch Future kids, ein Sommercamp für Schüler der Unterstufe.

Begabtenförderung für Studierende in Österreich[Bearbeiten]

Fördermaßnahmen für begabte Studierende umfassen Möglichkeiten der Akzeleration, Enrichment sowie finanzielle Unterstützung. Von Standort zu Standort sind die folgenden Initiativen unterschiedlich ausgeprägt.

Akzelerierende Maßnahmen[Bearbeiten]

  • vorzeitige Zulassung zum Studium: die Registrierung von Neustudierenden erfolgt bereits Anfang Juli, wodurch beispielsweise die Teilnahme an einer Sommeruniversität möglich wird
  • Vorziehen von Lehrveranstaltungen

Enrichment[Bearbeiten]

  • Projektteams aus Senior Researchers, Junior Researchers und Studierenden
  • Auslandsaufenthalte
  • Teilnahme an Wettbewerben
  • Mentoring-Programme

Finanzielle Förderungen[Bearbeiten]

  • Leistungsstipendien
  • Preise für Abschlussarbeiten

Derzeit gibt es in Österreich ein Begabtenförderungswerk (Pro Scientia), das etwa 120 Studierende fördert.

Begabtenförderung in der Schweiz[Bearbeiten]

Auf tertiärer Bildungsebene wird oft auf eine gewisse Abstufung zwischen den Universitäten hingewiesen. So werden die Eidgenössischen Technischen Hochschulen als intellektuell anspruchsvoller erachtet als die entsprechenden Studiengänge an den regulären, kantonalen Universitäten, oder die Hochschule St. Gallen als besonders anspruchsvoll bei den Wirtschafts- und Gesellschaftsstudiengängen.

Daneben erlangt die Schweizerische Studienstiftung zunehmend an Bedeutung.

Begabtenförderung in den USA[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten, wo es keine Differenzierung in Gymnasien, Real- und Hauptschulen gibt und wo auch behinderte Kinder integrativ beschult werden, sind Lehrer in weitaus größerem Maße als etwa in Deutschland darauf eingestellt, Schüler mit ganz unterschiedlichen Leistungen in ein und derselben Klasse zu unterrichten. Amerikanische Lehrer haben vielfältige Freiräume, begabte Kinder mit anspruchsvolleren Aufgaben arbeiten zu lassen, als das Curriculum eigentlich vorsieht. Eine besondere Herausforderung für hochbegabte Kinder sind auch die vielen Wettbewerbe, an denen amerikanische Schüler teilnehmen können.

An vielen Schulen bestehen darüber hinaus Enrichment-Programme, in die Kinder mit hohem IQ von Klassenstufe 2 an aufgenommen werden können. Diese Kinder werden stundenweise aus dem Klassenverband herausgenommen und in kleinen Gruppen von einem Speziallehrer (Enrichment Teacher) unterrichtet. Eine weit verbreitete Alternative zum Educational Enrichment ist das Überspringen von Klassenstufen (Educational Acceleration, Grade Skipping), das in den USA jedoch viele Kritiker hat, weil die betroffenen Kinder einem Lernumfeld mit älteren Mitschülern zwar akademisch gewachsen sein mögen, nicht jedoch sozial und emotional. Viele Familien bevorzugen für ihre hochbegabten Kinder auch eine Privatschule oder lassen sie von der Schulpflicht befreien und erteilen ihnen Hausunterricht.

Die Bildungspolitik ist in den USA eine Angelegenheit der Bundesstaaten, sodass auf nationaler Ebene bis heute nur ein einziges Gesetz zur Hochbegabtenförderung – der 1988 in Kraft getretene und seitdem mehrfach novellierte Jacob Javits Gifted and Talented Students Education Act – besteht, das sich jedoch auf die Vorgabe allgemeiner Richtlinien beschränkt. Im Jahr 2002 hatten 37 der amerikanischen Bundesstaaten eigene Gesetze zur Begabtenförderung, auf deren Grundlage dort eine große Bandbreite von Programmen und Spezialschulen besteht, darunter z. B. das Education Program for Gifted Youth der Stanford University, das Center for Talented Youth der Johns Hopkins University und das Highly Gifted Magnet-Programm in Los Angeles.[21]

Bei den Altersgenossen ist das Ansehen hochbegabter Schüler im Allgemeinen sehr hoch. Dies gilt besonders für weiße Kinder; afroamerikanische Kinder empfinden Schulerfolg gelegentlich als Stigma. Das deutsche Schimpfwort „Streber“ hat im Englischen jedoch keine Entsprechung.

Außerschulische Förderungsangebote[Bearbeiten]

Hochbegabte Schüler, insbesondere hochbegabte Highschoolschüler, können in den USA spezielle Ferienlager besuchen, die z. B. von Universitäten veranstaltet werden.[22]

Für Instrumentalschüler – besonders für solche, die ihren Unterricht an einer Musikschule oder in einem Kulturzentrum erhalten – stehen in den USA private Stipendien (Scholarships) zur Verfügung, die oftmals bereits im Grundschulalter in Anspruch genommen werden können.

Hochschulen[Bearbeiten]

Begabtenförderung wird in den USA auch von den Hochschulen durchgeführt, die in einem harten Wettbewerb um die besten Studenten diese mit zum Teil sehr gut ausgestatteten Stipendien zu sich locken. Daneben gibt es eine Vielzahl an privaten und staatlichen Stiftungen, sowie auch Ministerien, die zum Teil wegen der hohen Studiengebühren die Förderung in Kooperation mit der jeweiligen Hochschule durchführen. Historisch wird die Begabtenförderung in den USA durch die ausgeprägte, zum Teil auch durch die amerikanische Steuergesetzgebung angeregte, philanthropische Spendenbereitschaft begünstigt. Wegen der multiethnischen Gesellschaftsstruktur gibt es in den USA zusätzlich eine Vielzahl von Programmen, die spezifisch ethnische Minderheiten fördern.

Die wichtigsten unabhängigen Stipendienvergeber für College-Studenten (undergraduate students) sind:

  • U.S. National Merit Corporation[23]
  • Siemens Foundation (über das Siemens Westinghouse Competition)
  • Intel (über die Intel International Science and Engineering Fair und Intel Science Talent Search)

Die wichtigsten Stipendienvergeber für Personen mit einem Bachelorabschluss (graduate students) sind:

  • National Science Foundation[24] mit ihrem Graduate Research Fellowship Program[25]
  • National Research Council[26] mit dem Ford Foundation Fellowship[27] für ethnische Minderheiten
  • US-Verteidigungsministerium mit dem National Defense Science and Engineering Graduate Fellowship[28]

Besonders das Stipendium der National Science Foundation ist beträchtlich höher dotiert als vergleichbare Stipendien aus Deutschland und ist in der Lage, zusätzlich einen Großteil der erheblichen Studiengebühren an amerikanischen Privatuniversitäten abzudecken.

Manche Colleges bieten ein Early-Entrance-Programm an, d.h. Zugang für Begabte lange vor Beendigung der regulären Schulzeit.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allensbach-Studie 2010: Großer Bedarf – wenig Förderung. Studienfinanzierung 2010.
  2. Zeit, 43/2003: Wohin mit dem Geld?
  3. Allensbach-Studie 2010: Großer Bedarf – wenig Förderung. Studienfinanzierung 2010.
  4. Der Tagesspiegel: 31. Mai 2012: Nur für 0,2 Prozent gibt es das „Deutschlandstipendium“
  5. vgl. mystipendium.de
  6. www.schulministerium.nrw.de Pressemeldung 8. Juli 2013, www.karg-stiftung.de
  7. Deutsche SchülerAkademie
  8. Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e.V.
  9. Deutsche JuniorAkademien (DJA)
  10. MathematikAkademie von Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e.V.
  11. Mathematik-Spezialistencamp der Leipziger Schülergesellschaft für Mathematik
  12. Schülerakademie Mathematik der Wurzel e.V.
  13. Physiksommer an der TU Ilmenau
  14. Göttinger Mathecamp
  15. Verein Stiftung Talente,
  16. Internationale Akademie Traunkirchen
  17. Verein zur Begabungs- und Begabtenförderung in Kärnten,
  18. Talentezentrum Schloss Drosendorf
  19. Sommerakademien
  20. Talentecamp
  21. Jacob Javits Gifted and Talented Students Education Act; Gifted education
  22. Princeton University; Stanford University
  23. U.S. National Merit Corporation
  24. National Science Foundation
  25. Graduate Research Fellowship Program
  26. National Research Council
  27. Ford Foundation Fellowship
  28. National Defense Science and Engineering Graduate Fellowship