Bischofszell

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Dieser Artikel behandelt die Schweizer Gemeinde Bischofszell. Für den Nahrungsmittelkonzern siehe Bischofszell Nahrungsmittel.
Bischofszell
Wappen von Bischofszell
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Weinfeldenw
BFS-Nr.: 4471i1f3f4
Postleitzahl: 9220
UN/LOCODE: CH BCZ
Koordinaten: 735216 / 26257347.4999969.233337506Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 9° 14′ 0″ O; CH1903: 735216 / 262573
Höhe: 506 m ü. M.
Fläche: 11.7 km²
Einwohner: 5689 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 486 Einw. pro km²
Website: www.bischofszell.ch
Karte
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Bischofszell ist eine politische Gemeinde des Bezirks Weinfelden im Kanton Thurgau in der Schweiz. Bei Bischofszell mündet die Sitter in die Thur.

Geschichte[Bearbeiten]

Bischofszell besitzt seit Mitte des 13. Jahrhunderts das Stadtrecht und war ein wichtiger Stützpunkt der Konstanzer Bischöfe gegen St. Gallen. Heute zählt sie ca. 5500 Einwohner. Seit 1956 ist Bischofszell Partnerstadt von Möhringen, einem Stadtteil von Tuttlingen in Baden-Württemberg.

1987 erhielt Bischofszell den Wakkerpreis. 2005 wurde Bischofszell der Titel einer Rosenstadt im Kanton Thurgau zuerkannt.

Fusionen 1996[Bearbeiten]

  • 1996 wurde der Ortsteil Stocken/Breite der früheren Ortsgemeinde Gottshaus (BFS-Nr. 4486) der Einheitsgemeinde Bischofszell zugeteilt. (Mutation Nr. 32f des Amtlichen Gemeindeverzeichnisses der Schweiz, 1986)
  • Ebenfalls 1996 wurden die Ortsgemeinden Halden (BFS-Nr. 4497) und Schweizersholz (BFS-Nr. 4500) (ohne die Weiler und Höfe Last, Schlauch, Rohren, Störenhaus und Alt Weingarten) von der Munizipalgemeinde Neukirch an der Thur abgetrennt und mit der Einheitsgemeinde Bischofszell vereinigt. (Mutation Nr. 32i des Amtlichen Gemeindeverzeichnisses der Schweiz, 1986)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche St. Pelagius, wurde ursprünglich als Kollegiatskirche des Chorherrenstiftes von Konstanz erbaut. Der Chor, die dreischiffige Basilika und die Allerheiligen Kapelle stammen aus dem 14. Jahrhundert. Der Turm und das neu erbaute Schiff stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die Sakristei wurde zwischen 1708 und 1709, an der östlichen Stirnfront des Chores angebaut. Der Chor wurde um 1770 barokistiert. Im Innern finden sich Fragmente spätgotischer Ausmalungen. Der frühbarocke Hochaltar entstand zwischen 1639 und 1640.
  • Die Michaelskapelle steht frei nördlich der katholischen Kirche. Sie wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut. Im Innern ist sie spätgotisch ausgemalt, das Michaelsbild stammt aus dem Jahr 1731.
  • Die reformierte Kirche wurde erst 1968/69 errichtet, nach den Plänen von Benedikt Huber.
  • Das Rathaus wurde zwischen 1747 und 1750 von Johann Caspar Bagnato errichtet.
  • Das Schloss Bischofszell war ursprünglich die Bischöfliche Burg. Der Unterbau des Wohnhauses stammt aus dem 13. Jahrhundert, der Oberbau wurde nach dem Stadtbrand von 1419 errichtet. Der östliche Anbau stammt von 1813.
  • Der Bürklersche Freihof befindet sich in der Kirchgasse (Nummer 35).
  • Der Helmsdorfische Freihof befindet am Hofplatz (Nummer 27).
  • Der Blarerhof befindet sich in der Schottengasse (Nummer 12).
  • Der Grüne oder von Anwilische Hof befindet sich in der Kirchgasse (Nummer 25).
  • Das Doppelhaus zum Rosenstock und zum Weinstock befindet sich am Marktplatz (Nummer 7+9). Im Innern ist es mit Wessobrunner Stuckaturen geschmückt.
  • Der Bogenturm war einst das östliche Aussenwerk, das nach der Befestigung der Vorstadt 1437 errichtet wurde.
  • Die achtjochige Thurbrücke von 1487 führt wegen der natürlichen Felsfundamente in einer krummen Linie über den Fluss (deshalb auch "Krumme Brücke") und gehört zu den bedeutendsten spätmittelalterlichen Brückenbauten der Schweiz.[2]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Rosenwoche findet seit 2002 als Fest einmal jährlich in Bischofszell statt, die Stadt bezeichnet sich deshalb als Rosenstadt.[3] Es werden pro Jahr rund 60.000 Besucher gezählt. 2012 wurde der Rosengarten Känzeli neu eröffnet.[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Bischofszell war der Hauptpunkt der Bischofszellerbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Margrit Früh: Die Odyssee zweier Silberpokale aus Bischofszell, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 101. Jg. 1983, S. 83–90 (Digitalisat)
  • Arthur Geiger: Das Chorherrenstift St. Pelagius zu Bischofszell im Zeitalter der Katholischen Reform, 1500-1700. Bern: Hallwag Verlag, 1958.
  • Markus Mattle: Episcopaliscella: vom Stift zur Stadt: Bischofszeller Jubiläen: 750 Jahre Markt und Mauern 1248-1998: 850 Jahre Stadt und Kultur 1150-2000. Weinfelden 2000, ISBN 3-9522022-0-7
  • Albert Scheiwiler: Geschichte des Chorherrenstiftes St. Pelagius zu Bischofszell im Mittelalter, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 45. Jg. 1916, S. 193–294 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bischofszell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. archaeologie.tg.ch: Tafel_Thurbruecke.pdf (application/pdf-Objekt; 401 kB), Zugriff am 13. Juli 2010
  3. Artikel über die Rosenwoche 2012
  4. Vroni Krucker: Freundschaft über die Grenzen hinaus - 11. Rosenwoche. infowilplus, 2012, abgerufen am 15. August 2012.