Blüemlisalp

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Blümlisalp ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Der Raddampfer wird unter Blümlisalp (Schiff) beschrieben.
Blüemlisalp
Die Blüemlisalp von Thun aus gesehen

Die Blüemlisalp von Thun aus gesehen

Höhe 3'661 m ü. M.
Lage Kanton Bern, Schweiz
Gebirge Berner Alpen
Koordinaten 625570 / 14864246.4886111111117.77166666666673661Koordinaten: 46° 29′ 19″ N, 7° 46′ 18″ O; CH1903: 625570 / 148642
Blüemlisalp (Bern)
Blüemlisalp
Erstbesteigung 27. August 1860 durch M. Anderegg, R. Liveing, F. Ogi, P. Simond, L. Stephen, J.K. Stone
Normalweg Nordwest-Grat (von der Blüemlisalphütte über den Rothornsattel)
Karte: Blüemlisalp auf dem Gebiet der Gemeinde Kandersteg

Karte: Blüemlisalp auf dem Gebiet der Gemeinde Kandersteg

Die Blüemlisalp, manchmal auch Blümlisalp geschrieben, ist ein stark vergletschertes Bergmassiv in den Berner Alpen.

Geographie[Bearbeiten]

Der Bergstock trägt mit

  • dem Blüemlisalphorn im Westen (3'661 m ü. M.)
  • der Wyssi Frau in der Mitte (»Weiße Frau«, 3'659,6 m ü. M.) und
  • dem Morgenhorn im Osten (3'623 m ü. M.)

drei ausgeprägte Gipfel, deren Verbindungsgrat oft überschritten wird (ausgeprägte Wechten). Diesen Hauptgipfeln sind auf der Nordseite mit dem Blüemlisalp-Rothorn (3'297 m), dem Stock (»Ufem Stock«, 3'221 m) und der Wildi Frau (»Wilde Frau«, 3'259,6 m) drei weitere Gipfel vorgelagert. Mit ihren Firnfeldern ist sie weither aus dem Schweizer Mittelland und bei klarer Sicht selbst von den höheren Gipfeln des Schwarzwaldes aus sichtbar.

Die Blüemlisalp liegt ganz auf Berner Boden und ist dem Hauptkamm der Berner Alpen, der weiter südlich über das Balmhorn zieht, nördlich vorgelagert. Weiter westlich hängt das Massiv über Oeschinenhorn und Fründenhorn mit der Doldenhorngruppe zusammen. Im Osten folgt jenseits des Einschnitts der Gamchilücke das Gspaltenhorn im Gratverlauf.

Die großen Firn- und Gletscherfelder der Blüemlisalp-Nordseite fließen über den Blüemlisalpgletscher ab, der über den Oeschinensee in die Kander entwässert. Im Südosten des Berges liegt der Kanderfirn, aus dessen Alpetligletscher genannter Zunge die Kander im oberen Gasterental entspringt. Im Nordosten befindet sich der Gamchigletscher, dessen Wasser via Gamchibach, Gornerewasser und Chiene (Kiental) ebenfalls in die Kander fliesst.

Alpinistisches[Bearbeiten]

  • Erstbesteigung: Der Gipfel des Blüemlisalphorns wurde am 27. August 1860 durch Melchior Anderegg (Führer), Robert Liveing, Fritz Ogi (Führer), P. Simond (Führer), Leslie Stephen und J.K. Stone erstmals betreten.
  • Der heutige Normalanstieg führt von der Blüemlisalphütte (2'834 m) des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) zunächst in südlicher Richtung über den östlichen Arm des Blüemlisalpgletschers gegen die Nordhänge von Morgenhorn und Weißer Frau. Zwischen Stock und Weißer Frau wendet man sich nach Südwesten und steigt etwas in die Firnmulde unterhalb der Blüemlisalphorn-Nordwand ab. Jenseits der Mulde wird der Rothornsattel in einem steileren Eisanstieg erreicht. Vom Sattel steigt man den anfangs felsigen und nicht leichten Nord-West-Grat hinan (abwärts geschichtete Platten, oft bei Vereisung heikel, Sicherungsstangen vorhanden). Im oberen Teil folgt man dem hier schneebedeckten Grat bis zum Gipfel (Gipfelwechte nicht betreten!). Ca. 5 Stunden von der Blüemlisalphütte. Der Weiterweg über die Weiße Frau zum Morgenhorn (Blüemlisalp-Überschreitung zurück zur Blüemlisalphütte) stellt nochmals deutlich höhere Anforderungen und ist nur versierten Alpinisten anzuraten.
  • In der 450 m hohen eisgepanzerten Blüemlisalphorn-Nordwand wechseln sich bis zu 70° steile Passagen mit flacheren Wegstücken ab. Die Wand weist eine mittlere Steilheit von etwa 45° auf. Die Schwierigkeiten hängen stark von den Eisverhältnissen ab. Die Blüemlisalphorn-Nordwand wurde am 1. Juli 1924 von Willy Richardet, Walter Amstutz und Hermann Salvisberg erstmals durchstiegen.
  • Die Anstiege von der Südseite führen durch eher brüchigen Fels und sind daher von untergeordneter alpinistischer Bedeutung.

Von Kandersteg im Kandertal führt eine sehr schöne Höhenwanderung vorbei am Oeschinensee zum Pass Hohtürli, und weiter über die Sefinenfurgge ins Sefinental. Dabei passiert man die Zunge des Blüemlisalpgletschers und den wilden Gamchikessel. Knapp über der Passhöhe von Hohtürli bietet sich die Blüemlisalphütte als hochalpiner Stützpunkt an. Die Hütte kann auch dem nördlich gelegenen Kiental erreicht werden.

Vermischtes[Bearbeiten]

Schaufelraddampfer Blüemlisalp

In seiner Kurzgeschichte Winterkrieg in Tibet beschreibt Friedrich Dürrenmatt ironisch die Blüemlisalp als grossen Bunker, wo die Schweizer Abgeordneten ungestört ihre Tätigkeit fortsetzen können während vor der Tür Weltkrieg herrscht.

Die Blüemlisalp wird im Hit "Alperose" von Polo Hofer besungen:

Blüemlisalp i re Summernacht
Nachdäm i ha e Bärgtour gmacht
Da ha se troffe vor der Hütte us
Si het Wasser gholt für ne Bluemestruus

Nach der Blüemlisalp ist der Schaufelraddampfer Blümlisalp auf dem Thunersee und die Thuner Sektion des Schweizer Alpen-Clubs SAC benannt.

Seit 2004 findet der Blüemlisalp-Lauf statt, ein 10-Meilen-Berglauf mit 720 m Höhendifferenz.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blüemlisalp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien