Bloc Party

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Dieser Artikel befasst sich mit der Rockband Bloc Party. Für den US-amerikanischen Film siehe Block Party, für die Veranstaltung siehe Block Party (Vereinigte Staaten).
Bloc Party
Bloc Party Logo.png
V.l.n.r. Okereke, Lissack, Moakes, und Tong
V.l.n.r. Okereke, Lissack, Moakes, und Tong
Allgemeine Informationen
Genre(s) Indie-Rock
Gründung 2003
Website http://www.blocparty.com/
Aktuelle Besetzung
Kele Okereke
E-Gitarre
Russell Lissack
Gordon Moakes
Matt Tong

Bloc Party ist eine englische Rockband, die 1998 in London unter dem Namen Angel Range von Kele Okereke und Russell Lissack gegründet wurde. Der Name ist eine Anspielung auf eine „block party“, einen Namen für ein Nachbarschaftsfest in den USA, bei dem eine örtliche Band spielt.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Bloc Party während des Sasquatch Musik-Festivals 2005

Die Band hatte ihren Durchbruch, nachdem der Sänger Kele Okereke 2003 auf einem Franz-Ferdinand-Konzert war und sowohl dem Franz-Ferdinand-Sänger Alex Kapranos als auch dem BBC-Moderator Steve Lamacq eine Demo-CD mit She's Hearing Voices in die Hand geben konnte. Anschließend spielte ihn Lamacq in seiner Radiosendung und lud sie ein, live in seiner Sendung zu spielen.

Ihr Album Silent Alarm kam bis auf Platz drei der britischen Albumcharts, die Single So Here We Are auf Platz fünf der Singlecharts. Das Lied Like Eating Glass wurde in dem Spiel Tony Hawks American Wasteland verwendet. Das Lied Banquet wurde im EA-Spiel SSX on Tour, Helicopter in FIFA 2006 und Colin Mc Rae Dirt 2, Marc Ecko’s Getting Up: Contents Under Pressure, Guitar Hero III und Burnout Revenge und der Komödie Der Ja-Sager verwendet.

Im Spätsommer 2005 erschien mit Silent Alarm Remixed eine Remix-Version des Debüts. Darauf versuchen sich Künstler der Elektro-Szene wie Ladytron, M83 und Four Tet an den Stücken von Bloc Party. Daneben covern Mogwai Plans und Death from Above 1979 bearbeiten Luno. Außerdem gibt es eine Deluxe Edition von Silent Alarm, welche noch zwei weitere Songs beinhaltet (Little Thoughts und Two More Years) sowie eine DVD mit Musikvideos, Liveauftritten und einer Art Reportage über bzw. von Bloc Party.

Das zweite Album A Weekend in the City, welches mit Jacknife Lee produziert wurde, ist am 2. Februar 2007 erschienen. Die Band wollte nach Aussage von Kele Okereke auf keinen Fall eine Art Silent Alarm Pt. 2 veröffentlichen, vom Sound her ist es ihrer Meinung nach deutlich elektronischer und experimenteller als das Debüt. Die Mitglieder von Bloc Party nannten als großen Einfluss für A Weekend in the City die experimentellen Veröffentlichungen der britischen Band Radiohead. Die Kritiken in den einschlägigen Magazinen bescheinigen Bloc Party mit diesem Album eine eindeutige Weiterentwicklung. In Interviews gab Okereke zu, sich in seinen Songtexten in stärkerem Maße an politische Themen heranzuwagen, insbesondere einige rassistische Vorfälle in Großbritannien waren dafür der Auslöser. Als erste Single erschienen in Großbritannien The Prayer (B-Side: We Were Lovers) und in den USA I Still Remember. Im Anschluss an die Veröffentlichung von A Weekend In The City fand eine Mini-Tour durch Europa statt. Der Song Flux wurde Anfang Oktober 2007 vorgestellt und als neue Single veröffentlicht. Kurios dabei war die Tatsache, dass Sänger Kele Okereke das Lied auch auf Deutsch einsang. Diese Version wurde u. a. auf einer der Zeitschrift Visions beiliegenden CD veröffentlicht.

Am 11. August 2008 erschien die Single Mercury. Seit dem 21. August ist das dritte Album Intimacy in digitaler Form auf der Website der Band erhältlich. Das Album kam am 27. Oktober 2008 mit zusätzlichen Tracks in die Läden. Der Sound auf dem Album ist deutlich elektronischer geprägt als die beiden Vorgänger. Für fünf Konzerte kam die Band im Frühjahr 2009 nach Deutschland. Im Juni 2009 gab Bloc Party bekannt, dass eine neue Single One More Chance am 10. August erscheinen wird. Das Lied gehörte bis dato allerdings nicht zum Album Intimacy und wurde produziert von Jacknife Lee.[1] Jedoch verkündete Bloc Party, eine Re-Release ihres Albums Intimacy auf den Markt zu bringen, welche dann auch die Single One More Chance enthalten solle.

Kele Okereke gab außerdem bekannt, die Band habe zur Zeit keinerlei Verpflichtungen seitens ihrer Plattenfirma, in naher Zukunft ein viertes Album herauszubringen. Die Band möchte sich bei den Aufnahmen nicht unter Druck setzen lassen, um ein qualitativ hochwertiges neues Album herausbringen zu können.[2] 2010 folgte daraufhin eine längere Pause, in der die vier Musiker getrennte Wege gingen. Im Juni 2010 veröffentlichte Frontmann Kele Okereke sein erstes Soloalbum mit dem Titel The Boxer. Lissack trat der irischen Band Ash bei, Moakes wurde Vater und gründete die Band Young Legionnaire. Nachdem Okereke in einem Interview sagte, dass er die Band zufällig vor einem Studio getroffen habe, ohne informiert gewesen zu sein, kamen in der Presse Gerüchte auf, die Band würde einen neuen Sänger suchen oder sich gar komplett auflösen. Später klärte Okereke auf, dass seine Aussage nur ein Scherz gewesen sei.[3] Am 3. Januar 2012 gab Okereke in einem BBC-Radiointerview bekannt, dass Bloc Party an einem neuen Album arbeiten.[4]

Das vierte Album, schlicht Four betitelt, erschien in Deutschland am 24. August 2012. Vorab wurde die Single Octopus veröffentlicht. Das Album ist wieder deutlich rocklastiger als der Vorgänger Intimacy, mit teilweise harten Gitarrenriffs unterscheidet es sich dennoch vom Erstling Silent Alarm.

Stil[Bearbeiten]

Der Stil der Band ähnelt der Musik von The Smiths,[5] Joy Division,[6] Sonic Youth,[6] The Cure,[7] Mogwai,[7] Siouxsie and the Banshees[8] Radiohead,[9] Gang of Four, Pixies, The Police und XTC und wird von der Presse oft mit Franz Ferdinand verglichen. Allerdings geben Mitglieder der Band an, z. B. von Gang of Four erst gehört zu haben, nachdem diese in der Presse als angeblich wichtiger Einfluss genannt worden waren. Trotzdem kann man mit Recht behaupten, dass Bloc Party zumindest einen Teil der herausragenden Stilrichtungen der 1980er Jahre, deren Vertreter einige der oben genannten Bands waren oder sind, in ihre Musik aufgenommen haben. Im Oktober 2013 erschien die Compilation "Bloc Party Tapes", auf der Kele Stücke zusammengestellt hat, die ihm gefallen und ihn beeinflusst haben.[10]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[11]
DE AT CH UK US
2005 Silent Alarm 22 52 80 3 114
2007 A Weekend in the City 5 12 8 2 12
2008 Intimacy 18 39 37 8 18
2012 Four 6 10 16 3 36

EPs[Bearbeiten]

  • 2004: Bloc Party
  • 2004: Little Thoughts EP
  • 2007: Flux EP
  • 2012: Four More EP (exklusiv für den Musikexpress)
  • 2013: The Nextwave Sessions EP

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[11]
DE AT CH UK
2003 She's Hearing Voices
Bloc Party
2004 Banquet/Staying Fat
Bloc Party
52
2004 Little Thoughts/Tulips
Little Thoughts EP
38
2004 Helicopter
Little Thoughts EP
26
2005 So Here We Are/Positive Tension
Silent Alarm
5
2005 Banquet
Silent Alarm
13
2005 Pioneers
Silent Alarm
18
2005 Two More Years 94 7
2007 The Prayer
A Weekend in the City
81 4
2007 I Still Remember
A Weekend in the City
20
2007 Hunting for Witches
A Weekend in the City
22
2007 Flux
A Weekend in the City (Re-release)
84 8
2008 Mercury
Intimacy
77 16
2008 Talons
Intimacy
67 39
2009 One Month Off
Intimacy
2009 Signs (Armand Van Helden Remix)
Intimacy
115
2009 One More Chance 15
2012 Octopus
Four
2012 Kettling
Four
2012 Truth
Four

Remix-Alben[Bearbeiten]

  • 2005: Silent Alarm Remixed
  • 2009: Intimacy Remixed

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. motor.de: Bloc Party veröffentlichen komplett neue Single (Abgerufen am 7. August 2009)
  2. Yahoo News vom 31. Juli 2009: Trennungsgedanken bei Bloc Party? (Abgerufen am 7. August 2009)
  3. stern.de vom 24. August 2012:Bloc Party kommt von der Notlage zur Notlüge
  4. www.bbc.co.uk: Kele from Bloc Party reveals the band will be back with a new album (Abgerufen am 4. Januar 2012)
  5. McLean, Craig: 21st-century boy. The Observer. Sunday 7 Januar 2007. Abgerufen am 14-3-2012.
  6. a b Chris G: Interview Bloc Party. Soundsxp. 10. Mai 2004. Abgerufen am 14. März 2012.
  7. a b Phares, Heather: Bloc Party: Biography. Allmusic. Abgerufen am 14-3-2012.
  8. O'Kane, Josh: Talking Bloc during Harvest Jazz. In: [Here] New Brunswick. 18. September 2008. Abgerufen am 17. März 2012: „With the new record, he said he was inspired by a song written years ago by Siouxsie and the Banshees called Peek-a-boo. "I heard it for the first time, and it sounded like nothing else on this planet. This is just a pop song that they put out in the middle of their career that nobody knows about, but to me it sounded like the most current but most futuristic bit of guitar-pop music I've heard. I thought, that'd be cool, to make music that people might not get at the time, but in ten years' time, people would revisit it."“
  9. Daniel Melia: Bloc Party Plan Experimental "Radiohead" Like Second Album. Gigwise. 24. Februar 2006. Abgerufen am 10. Juli 2008.
  10. Review zur Compilation "Bloc Party Tapes". Popshot. 3. November 2013. Abgerufen am 4. November 2013.
  11. a b Chartquellen: DE (Teil 1) DE (Teil 2) AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bloc Party – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien