Bochumer Symphoniker
Die Bochumer Symphoniker sind das städtische Orchester der Ruhrgebietsstadt Bochum.
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Bochumer Symphoniker wurden 1918 unter dem Namen „Städtisches Orchester“ fast gleichzeitig mit dem Schauspielhaus Bochum gegründet. Die hauptsächliche Aufgabe sollte in der Begleitung der Theaterstücke liegen. Am 20. Mai 1919 gab es sein erstes öffentliches Konzert. Es gelangte unter der Führung von Generalmusikdirektor (GMD) Schulz-Dornburg zu ersten Achtungserfolgen.
Unter dem GMD Nessträter war zwar die Hauptaufgabe immer noch die Unterstützung des Theaters, insbesondere bei Opern, aber trotzdem konnte deutschlandweite Aufmerksamkeit erzielt werden. Ab September 1944 wurde aufgrund des Zweiten Weltkrieges auch in Bochum der Betrieb von Kultureinrichtungen eingestellt.
Schon vor dem ersten Hauptkonzert im Oktober 1945 konnte im kleinen Umfang am 12. Juli der Betrieb wieder aufgenommen werden. Bald erlangte das Orchester die frühere Popularität. Zur Eröffnung des Neubaus des Schauspielhauses im Jahr 1955 trat Paul Hindemith als Gastdirigent auf.
In die Ära von Franz-Paul Decker als GMD fiel ein Gastspiel mit dem Orchester zur Eröffnung der Weltausstellung in Brüssel im Jahre 1958.
Nachdem unter Yvon Baarspul (1964 bis 1970) die Besetzung um 17 Musiker auf 80 erweitert worden war und weitere Änderungen eingeführt worden waren, entschloss sich der Rat der Stadt Bochum das Orchester in „Bochumer Symphoniker“ umzubenennen.
Unter GMD Othmar Mága (1971 bis 1982) wurde die bisherigen Leistungen ausgebaut und auch die mit größten Publikumserfolge erzielt. Nahezu 54.000 Konzertliebhaber besuchten in der Spielzeit 1978/79 die 75 Konzerte.
Unter der Regie von GMD Eberhard Kloke wurden viele beachtete Konzerte gegeben und neue Wege eingeschlagen. So gab es im April 1991 zusammen mit dem Gewandhausorchester Leipzig die ersten Konzerte in der Jahrhunderthalle Bochum. Das Publikum trug diese neuen künstlerischen Wege nicht mit. Aufgrund der niedrigen Besucherzahlen wurde sogar über eine Zusammenlegung mit dem Dortmunder Orchester nachgedacht.
Seit 1994 ist Steven Sloane Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker.
Für die vor allem durch Steven Sloane geprägten außergewöhnlichen Programme und thematischen Projekte wurden die Bochumer Symphoniker bereits zweimal (Saison 1996/1997 und 2004/2005) vom Deutschen Musikverleger-Verband mit der begehrten Auszeichnung für „Das beste Konzertprogramm” ausgezeichnet.[1]
Auch international haben sich die Bochumer Symphoniker inzwischen einen Namen gemacht: mit Konzertreisen nach Israel, die USA mit Gastspielen in Los Angeles und Chicago und Estland konnte das Orchester ebenso überzeugen wie durch die Konzerte, die die Symphoniker im Rahmen des internationalen Kulturfestivals RuhrTriennale bestritt, zuletzt mit der gefeierten Produktion von Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten.
Darüber hinaus hat das Orchester mit der Einspielung des Gesamtwerks des deutschen Spätromantikers Joseph Marx beim britischen Label ASV begonnen; die erste CD Natur-Trilogie wurde kurz nach ihrer Veröffentlichung von Rob Barnett, Kritiker und Mitglied der British Music Society, als CD des Monats ausgezeichnet, die zweite CD, die Orchesterlieder, wurden sogar für einen Grammy nominiert. Bei der RuhrTriennale 2006 leitete Steven Sloane die Bochumer Symphoniker in einer spektakulären Neuproduktion von Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten, die im Oktober 2007 wieder aufgenommen und beim Lincoln Center Festival 2008 in New York gastierte.
Das Orchester probt und spielt oftmals im Veranstaltungssaal Audimax der Ruhr-Universität Bochum und in der Jahrhunderthalle Bochum. Es ist gelegentlich auch weltweit auf Gastspielreisen. Die Errichtung eines eigenen Konzerthauses im Westpark Bochum war im Gespräch. Zurzeit wird ein Neubau in der Innenstadt geplant, neben der Marienkirche. Hierzu wird zwischen März und April 2012 ein EU-weiter Architektenwettbewerb durchgeführt, dessen Sieger-Entwurf am 22. Mai von der Jury ermittelt werden soll.[2]
Wenn bis 31. Mai die rechtssichere Bereitstellung der Stiftungsmittel erfolgt ist, beginnt ab Juni/Juli 2012 der Preisträger mit der Ausarbeitung seiner Pläne. Dieser Bau- und Genehmigungsplanungsprozess soll bis 1. November abgeschlossen sein, sodass der Bau im Winter beginnen und ungefähr zwei Jahre später beendet werden kann.[2]
2011 spielten die Bochumer Symphoniker fünf Konzerte zusammen mit Sting im Rahmen seiner Symphonicities Tour.[3]
[Bearbeiten] Leiter (Generalmusikdirektoren)
- 1919–1926 Rudolf Schulz-Dornburg
- 1926–1938 Leopold Reichwein
- 1938–1944 Klaus Nessträter
- 1945–1956 Hermann Meißner
- 1956–1964 Franz-Paul Decker
- 1964–1970 Yvon Baarspul
- 1971–1982 Othmar Mága
- 1982–1988 Gabriel Chmura
- 1988–1994 Eberhard Kloke
- seit 1994 Steven Sloane
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- Auszeichnung des Deutschen Musikverlegerverbandes für „Das beste Konzertprogramm“ (1996/1997)
- Auszeichnung des Deutschen Musikverlegerverbandes für „Das beste Konzertprogramm“ (2004/2005)
[Bearbeiten] Weblinks
- Bochumer Symphoniker
- Website zur geplanten Bochumer Symphonie
- Freundeskreis zur Förderung der Bochumer Symphoniker e.V.
- Artikel über die Zusammenarbeit mit Sting
[Bearbeiten] Referenzen
- ↑ Liste der Preisträger "Das Beste Konzertprogramm" beim Deutschen Musikverleger-Verband
- ↑ a b bochumer-symphonie.de: Bauen wir das Musikzentrum in Bochum!, Zugriff am 14. Februar 2012
- ↑ Artikel bei Der Westen zur Tournee mit Sting
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