Grillo-Theater

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Grillo-Theater 2012

Das Grillo-Theater ist die Hauptspielstätte des Schauspiel Essen. Es befindet sich dort im Stadtkern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Gedenktafel Friedrich Grillos an der Südseite des Theaters

Das Theatergebäude wurde im neobarocken Stil nach Entwürfen des Berliner Architekten Heinrich Seeling errichtet. Es trägt den Namen des Industriellen Friedrich Grillo, der den Bau des Theaters ermöglichte. So zählt es zu den ältesten Theatern im Ruhrgebiet. Die Eröffnung fand am 16. September 1892 mit einer Aufführung von Gotthold Ephraim Lessings Minna von Barnhelm statt.

Das Kulissenhaus des Grillotheaters war von Beginn an provisorisch in einem einstigen katholischen, von der Stadt gekauften Schulgebäude östlich hinter dem Theater untergebracht. Der sich als zu klein erweisende Bühnentrakt und das Provisorium für die Kulissen forderten schon 1894 und 1896 Umbaumaßnahmen. Schließlich bewilligte die Stadt Essen 1907 insgesamt 75.000 Mark, um ein neues Kulissenhaus zu errichten und zudem die Hinterbühne und die Beleuchtungsanlage zu erweitern. Das noch in diesem Jahr begonnene Gebäude war 1908 fertiggestellt worden. 98 Jahre später, im Jahr 2006 wurde das Kulissenhaus mit der Verbindungsbrücke zum Theaterkomplex unter Denkmalschutz gestellt. Das provisorisch genutzte ehemalige Schulgebäude war bereits kurz nach 1908 abgebrochen worden.[1]

Das Theater beherbergte die drei Sparten Oper, Tanz und Schauspiel, wurde aber in der Zeit der Industrialisierung um die Jahrhundertwende 1900 für die rasch wachsende Großstadt bald zu klein. In den 1920er Jahren folgten weitere Theater, 1927 die Folkwangschule und schließlich 1988 das Aalto-Theater.

Caspar Neher wurde 1927 Bühnenbildner und gestaltete hier acht Opern und elf Schauspiele. Der grüne Tisch von Kurt Jooss erhielt 1932 den ersten Preis beim internationalen Choreographie-Wettbewerb in Paris.

Im Zweiten Weltkrieg wurden das Gebäude und insbesondere seine wilhelminische Fassade stark beschädigt. Nach dem stark veränderten Wiederaufbau wurde das Theater 1950 mit einer Aufführung von Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg wiedereröffnet.

Inszenierungen von Erwin Piscator, Jean-Louis Barrault und Heinz Dietrich Kenter sorgten für den besonderen Ruf des Theaters, in dem auch der langjährige Generalmusikdirektor Gustav König (er wirkte in Essen von 1943 bis 1975) mit der Aufführung moderner Opern wesentliche Akzente setze. Sein Nachfolger wurde von 1975 bis 1991 Heinz Wallberg, dem 1976 bis 1978 als Musikalischer Oberleiter der Oper Matthias Aeschbacher zur Seite stand, der auch später am Aalto-Theater in Essen wirkte.

Von 1967 bis 1981 war an diesem Haus der Choreograph Boris Pilato Ballettdirektor.

Von 1985 bis 1992 war Hansgünther Heyme Schauspieldirektor, durch dessen Einsatz 1988 Pläne der Stadt, das Haus wegen Baumängeln zu schließen, abgewendet werden konnten.

Nach aufwändigen Umbauten des Architekten Werner Ruhnau und einer Reduzierung von 670 auf 400 Plätze wurde ein variables Raumtheater geschaffen, das nun lediglich dem Essener Schauspiel dient. Die Wiedereröffnung fand im September 1990 mit einer Aufführung von Shakespeares Sommernachtstraum statt.

Theaterdirektoren, Intendanten und Generalintendanten [Bearbeiten]

  • 1892–1894: Albert Berthold
  • 1894–1900: Louis Ockert
  • 1900–1907: Hans Gelling
  • 1907–1912: Georg Hartmann
  • 1912–1918: Johannes Maurach
  • 1918–1920: Willy Becker
  • 1920–1921: Paul Trede
  • 1921–1931: Stanislaus Fuchs
  • 1931–1932: Rudolf Schulz-Dornburg und Alfred Noller
  • 1932–1933: Ewald Lengstorf und Alfred Noller
  • 1932–1940: Alfred Noller
  • 1940–1958: Karl Bauer
  • 1958–1974: Erich Schumacher
  • 1974–1978: Jürgen Dieter Waidelich
  • 1978–1983: Ulrich Brecht
  • 1983–1984: Helmut Wessel-Therhorn, David Esrig, Heidrun Schwaarz, Hildegard Bergfeld
  • 1983–1984: David Esrig
  • 1984–1984: Ilka Boll
  • 1984–1985: Manfred Mützel
  • 1985–1986: Dieter Wilhelmi
  • 1986–1992: Manfred Schnabel
  • 1985–1992: Hansgünther Heyme (Schauspiel)
  • 1993–2005: Jürgen Bosse (Schauspiel)
  • 2005–2010: Anselm Weber (Schauspiel)
  • seit 2010: Christian Tombeil (Schauspiel)

Wichtige Ur- und Erstaufführungen (Auswahl) [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Helga Mohaupt, Rudolf Majer-Finkes: Das Grillo-Theater: Geschichte eines Essener Theaterbaus. 1892–1990; mit Dokumentation von Rudolf Majer-Finkes; Bonn: Bouvier, 1990, ISBN 3-416-80661-1
  • Renate Plett: Das "neue" Grillo-Theater in Essen. Eine Inszenierung von Raum und Licht. In: Theater im Revier. 1991, Nr. 2, S. 83–95
  • Jürgen Dieter Waidelich: Essen spielt Theater: 1000 und einhundert Jahre; zum 100. Geburtstag des Grillo-Theaters. Bd. 1 (1992) und Bd. 2 (1994), ECON-Verlag, ISBN 3-430-19454-7
  • Doris Schöttler-Boll: Gestaltung des südlichen Foyer-Umganges Grillo-Theater Essen. Essen, 1995
  • Alexander Kobe: Das Grillo-Theater in Essen. In: Denkmalpflege im Rheinland, Bd. 4, 2003, S. 156–163

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Grillo-Theater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 644 kB); abgerufen am 5. November 2012

51.454637.011667Koordinaten: 51° 27′ 17″ N, 7° 0′ 42″ O