Theater Bielefeld

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Theater am Niederwall
Theater am Alten Markt (TAM)
Künstlerkarte von 1910: Links das Rathaus, rechts das Stadttheater am Niederwall
Rathaus, Stadttheater und Stadtbahn-Haltestelle heute

Das Theater Bielefeld und die Bielefelder Philharmoniker sind die Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld. Das Theater ist ein Drei-Sparten-Haus mit Musiktheater, Tanztheater und Schauspiel. Es wird von dem Intendanten Michael Heicks und dem Verwaltungsdirektor Rolf Schröder geleitet. Alexander Kalajdzic ist der Generalmusikdirektor.

Profil[Bearbeiten]

Als eines der ersten Stadttheater in Nordrhein-Westfalen wurde das Theater Bielefeld 1904 mit der »Jubelouvertüre« von Carl Maria von Weber eröffnet. Persönlichkeiten wie der GMD Bernhard Conz (1951-1974) oder der Regisseur John Dew, der in den 80er Jahren durch seine Wiederentdeckung von Zeitopern der Weimarer Republik dem Theater das »Bielefelder Opernwunder« bescherte, haben den Bielefelder Bühnen in seiner langen Tradition immer wieder einen besonderen Glanz verliehen.

Das Theater Bielefeld und die Bielefelder Philharmoniker gehören inzwischen mit jährlich über 200.000 Besuchern bei rund 600 Vorstellungen in Schauspiel, Tanz- und im Musiktheater zu den größten Kulturanbietern in der Region. Dadurch bestimmen sie nicht nur die örtliche Programmvielfalt, sondern genießen mit ihrem vielseitigen Spielplan überregionale Beachtung weit über die Grenzen Ostwestfalens hinaus.

Seit dem Jahr 2005 wird das künstlerische Profil des Hauses von Intendant Michael Heicks geprägt. Einer seiner Schwerpunkte liegt auf der Förderung gegenwärtiger Stücke, wodurch das Theater Bielefeld regelmäßig Ur- und deutschsprachige Erstaufführungen im Programm hat. Außerdem holte Heicks mit dem Chefchoreographen Gregor Zöllig erstmals zeitgenössisches Tanztheater nach Bielefeld, das seitdem, wie die Nominierung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST für Gregor Zöllig 2009 sowie die langfristige zusätzliche Landesförderung für die »Zeitsprung«-Projekte mit Laien belegen, ausgesprochen erfolgreich ist. Auch der theater- und konzertpädagogische Bereich wurde unter Michael Heicks systematisch weiterentwickelt.

Im Verlauf seiner bisherigen Intendanz ist es Michael Heicks gelungen, die Besucherzahlen kontinuierlich zu steigern. Und auch auf der künstlerischen Seite zeugen u. a. Einladungen zu den Hamburger Autorentheatertagen ans Thalia Theater Hamburg, zu den Mülheimer Theatertagen, dem Heidelberger Stückemarkt und zu mehreren Jahrgängen des NRW-Theatertreffens und des Kinder- und Jugendtheatertreffens NRW sowie zahlreiche Nominierungen bei Kritikerumfragen von der erfolgreichen Arbeit des Theaters Bielefeld unter seiner Leitung.

Geschichte[Bearbeiten]

bis Ende 1880[Bearbeiten]

1885: Frau Crüwell, die Witwe des Tabakfabrikanten, stiftet 10.000 Mark zum Bau eines Theater- und Konzertsaals. Schon ein Jahr später sind daraus zusammen mit weiteren Spenden 20.000 Mark geworden, das Geld wird zunächst auf einem Konto angelegt. Ende 1880er Jahre: Das Spendenkonto ist inzwischen auf 43.000 Mark angewachsen [1]

1900 – 1909[Bearbeiten]

1900: Der Berliner Architekt Bernhard Sehring, der beispielsweise das »Theater des Westens« in Berlin und das Stadttheater in Cottbus gebaut hat, legt ein Gutachten vor: Für den Bau eines Theaters muss man mit 500.000 Mark Baukosten rechnen. Die Stadt beschließt, das Theater in Eigenregie zu bauen und es dann zu verpachten. Einzige Bedingung ist jedoch, dass gut ein Drittel der Baukosten an Spenden von den Bielefeldern aufgebracht werden müssen – und das gelingt! Sehring gewinnt den ausgeschriebenen Wettbewerb. 12. Dezember: Die Stadt beschließt, jährlich 10.000 Mark für ein Orchester mit 36 Musikern sowie 2.000 Mark Jahresgehalt für einen Musikdirektor zur Verfügung zu stellen.

1901: Grundsteinlegung des Stadttheaters.

3. April 1904: mit der »Jubelouvertüre« von Carl Maria von Weber eröffnet, danach wird Schillers »Jungfrau von Orleans« gegeben. Die Lage des Theaters direkt neben dem Rathaus, die Loge auf der linken Seite, die den damaligen Ratsherren vorbehalten war, das davor liegende so genannte Ratsherrenzimmer und die Brücke, die vom Rathaus zum Theater führt, zeigen, wie stark das Stadttheater mit der städtischen Politik verbunden war. Erster Direktor des neuen Stadttheaters ist Oskar Lange, mit dem die Stadt Bielefeld den ersten Pachtvertrag schließt. Für ihn beginnt nun der Theateralltag, denn das ›Unternehmen Stadttheater‹ muss sich selbst finanzieren. Zunächst wird nur bis zum 8. Mai gespielt. Im September beginnt dann die erste komplette Spielzeit 1904/05, die im April endet. In den Anfangsjahren des Stadttheaters wird eine Spielzeit jeweils von September bis April andauern. In der ersten Spielzeit werden 136 (!) verschiedene Werke gezeigt. Für jede Aufführung gibt es grundsätzlich nur vier Proben: eine Arrangier-, eine Stück-, eine Haupt- und eine Generalprobe. Opern werden zunächst nur als »Monatsoper« mit Gastsängern und -sängerinnen gegeben.

1906: Theaterdirektor Oskar Lange scheidet vorzeitig aus seinem Vertrag. Grund dafür sind Unstimmigkeiten über die Verpflichtung des Orchesters. Norbert Berstl wird neuer Direktor des Stadttheaters, drei Jahre später nimmt er seinen Sohn Wilhelm als Mitdirektor auf. Da sich das Theater selbst finanzieren muss, wird weniger ›ernstes Schauspiel‹, dafür mehr leichte Unterhaltung gezeigt.

1907: Max Cahnbley wird städtischer Kapellmeister und damit Nachfolger von Traugott Ochs.[2]

1910 – 1919[Bearbeiten]

1913: Norbert Berstl stirbt, sein Sohn Wilhelm wird alleiniger Direktor des Stadttheaters. Unter Wilhelm Berstl wird regelmäßig ein klassisches Schauspiel gezeigt, die Operette überwiegt in dieser Zeit auf dem Spielplan. Ein Abonnement beinhaltet 29 Vorstellungen. Mit einem »Dauer-Abonnement« lässt sich das bis zu 116 Vorstellungen, 4 x die Woche, steigern.

1914 bis 1918: Während des Ersten Weltkrieges bleibt das Stadttheater bis auf wenige Gastspiele geschlossen. Berstl wird eingezogen, Cahnbley übernimmt nun die Leitung.

1918: Im Mai übernimmt die Stadt das Theater, ein ›städtisches Regietheater‹ wird geschaffen. Damit wird das Stadttheater Bielefeld zum ersten Mal in seiner Geschichte subventioniert. Es kann mehr Wert auf künstlerische Qualität, bessere Vorbereitung und auf ein festes Ensemble gelegt werden. Mit der Stadt Minden wird ein Vertrag geschlossen, 60 Vorstellungen werden dort gezeigt. Musikalischer Direktor wird Max Cahnbley, Schauspieldirektor Richard Starnburg. Im September eröffnet das Theater im Musiktheater mit Mozarts »Die Zauberflöte« und im Schauspiel mit Goethes »Iphigenie«.

1919: Die Stadt übernimmt auch das Orchester, das jetzt 44 Mitglieder hat. Unter Cahnbley wird eine Kooperation mit Herford gebildet, und zudem werden Aushilfen verpflichtet, so dass das Orchester für bestimmte Anlässe eine Größe von 75 Musikern erreicht. Dadurch werden größere Aufführungen möglich, Opern werden in den laufenden Spielplan integriert.[3]

1920 - 1929[Bearbeiten]

1921: Erste große finanzielle Theaterkrise in Bielefeld. Die Stadt soll eine »erschreckend hohe Zuschußsumme, deren Verausgabung bei dem jetzigen traurigen Stande der Gemeindefinanzen doppelt überlegt werden muß«, aufbringen, so die Westfälische Zeitung vom 20. Januar 1921. Damit soll der Theateretat ausgeglichen werden, denn vor allem das Schauspiel schreibt rote Zahlen. Unter anderem diskutiert man, das Orchester zu verkleinern, die Anzahl der Bühnenarbeiter zu verringern, alle Verträge zu lösen und das Theater wieder zu verpachten. Auch über eine Fusion mit dem Theater in Osnabrück wird nachgedacht. Letztlich entscheidet man sich gegen eine erneute Verpachtung des Theaters. Die Stelle des Schauspieldirektors wird eingespart. Max Cahnbley ist nun allein verantwortlicher Intendant. Trotz der finanziellen Sorgen beginnt unter Cahnbley eine fruchtbare Zeit, so werden beispielsweise der Kostüm- und Möbelfundus systematisch vergrößert, eine Bibliothek angelegt, Musikinstrumente angeschafft, das Orchester vergrößert. Cahnbley ist es ebenfalls anzurechnen, dass es ab der Spielzeit 1925/26 ganzjährige Verträge geben wird. Das kommt nicht nur dem Publikum, sondern auch den Künstlern zugute, die ansonsten unter einer 4-monatigen Arbeitslosigkeit zu leiden hätten. Unter ihm etabliert sich das Theater trotz der schwierigen Wirtschaftslage.

In der Spielzeit 1925/26 kommt das Gebäude Brunnenstraße 3 zum Theater hinzu, damit hat das Theater u.a. endlich eine Probebühne und einen Chorsaal.

1926: Erneute finanzielle Theaterkrise, die Stadt beschließt, das Theater in eine GmbH umzuwandeln. Dadurch bezahlt sie weniger Zuschüsse an das Theater.

1929: Das Stadttheater feiert sein 25-jähriges Jubiläum, doch die Freude ist getrübt, weil man wieder einmal aus finanziellen Gründen um den Erhalt des Theaters bangen muss. Um Kosten zu sparen, ist auch eine Theaterfusion mit Münster im Gespräch, die aber schließlich scheitert.[4]

1930 - 1939[Bearbeiten]

1930: Wilhelm Schramm und Hans Grünhage, zwei Schauspieler des Theaters, gründen die ›Notgemeinschaft Bielefelder Künstler‹. Mit eigenen Aufführungen soll für das Theater geworben und natürlich die Kasse aufgebessert werden. Die Rudolf-Oetker-Halle wird am 31. Oktober eingeweiht. Caroline Oetker, die Frau des Firmengründers August Oetker, stiftet 1925 eine größere Summe für den Bau.

1932: Die nächste Finanzkrise – obwohl die Künstler auf einen Teil ihrer Gage verzichten und die Löhne der Bühnenarbeiter gesenkt werden, bleibt das Theater im Defizit. Das ›Solopersonal‹ gründet ein Schauspielstudio, um weitere Einnahmequellen erschließen zu können.

1933: Nachdem die NSDAP auch im Bielefelder Rathaus das Sagen hat, wird Max Cahnbley am 19. April fristlos gekündigt. Neuer Intendant wird der Opernsänger Leon Geer. Er wird 1936 nach Augsburg versetzt. Die klassischen Schauspiele verschwinden unter seiner Intendanz nach und nach vom Spielplan. Städtischer Musikdirektor wird bis 1939 Werner Gößling, der dann zur Marine eingezogen wird. Die GmbH wird am 16. Mai aufgelöst, das Theater ist wieder ein städtisches Unternehmen.

1936: Neuer Intendant wird Dr. Alfred Kruchen, er legt wieder mehr Wert auf das Sprechtheater.

1937: Der Zuschauerraum und die Bühne werden umgebaut, u.a. wird der »Sternenhimmel« entfernt. Als technische Neuerung wird eine Drehscheibe auf der Bühne eingebaut. Blaue Polsterstühle lösen die knarrenden Holzsessel ab. Zudem kommen weitere Räumlichkeiten in der Brunnenstraße 5 hinzu. Dort werden Proberäume und ein Tanzraum errichtet, sowie die Intendanz und die Verwaltung untergebracht. Der Umbau des Stadttheaters dauert von Juni bis September. Am 25. September wird es mit einer Festaufführung von Goethes »Faust« wieder eröffnet.

1939: Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist das Stadttheater offiziell im »Kriegseinsatz«. Das bedeutet unter anderem, dass geschlossene Vorstellungen für die Wehrmacht, vor allem für Verwundete, gezeigt werden. Noch aber läuft der Theaterbetrieb recht normal weiter, beispielsweise mit Janác¡eks »Jenufa« und Shakespeares »Ein Sommernachtstraum«. Das Städtische Orchester wird ab 1939 bis 1949 von Professor Hans Hoffmann geleitet.[5]

1940 - 1949[Bearbeiten]

1944: Auf Anweisung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda werden ab dem 1. September sämtliche Theater, Varietés und Kabaretts geschlossen, also auch das Bielefelder Stadttheater. Auf einen Teil der Mitarbeiter wartet Ende Dezember ein Sonderauftrag: »schanzende Volksgenossen mit künstlerischen Vorträgen zu erfreuen«. Bis zum Kriegsende werden diese Einsätze auch in Lazaretten wiederholt. 26. Oktober und 6. Dezember: Weitere Bombenangriffe auf Bielefeld, die auch teilweise das Theater treffen. Auch die Unterkünfte der Feuerwehr werden zerstört, so dass das Gebäude des Stadttheaters vorübergehend als Unterkunft für die Feuerwehr fungiert. Auf der Bühne werden die Feuerwehrschläuche zum Trocknen aufgehängt.

1945: Nach Kriegsende erweist sich ein Neubeginn im Stadttheater als überaus schwierig. Das Gebäude ist während des Krieges beschädigt, aber glücklicherweise nicht ganz zerstört worden. Die Verträge der Schauspieler lässt die Stadt zum 31. Juli 1945 auslaufen; die Techniker werden in anderen Bereichen der Stadt eingesetzt. Zudem verhängen die britischen Alliierten ein generelles Schauspielverbot. Lediglich Konzerte, Opern und Ballett sind erlaubt. Erst im Februar 1947 wird die Vorzensur aufgehoben.

1945: Intendant Kruchen wird am 16. Juli fristlos entlassen und interniert, er wird 1949 als Intendant nach Oberhausen gehen. Für die Leitung des Stadttheaters gibt es kommissarische Lösungen. Der Musikdirektor Professor Hans Hoffmann wird für das Theater eingesetzt, von Seiten der Stadt wird ihm Rechtsanwalt Dr. Helmut Krengel beigestellt. Da Hoffmann diesen Posten jedoch nicht dauerhaft behalten möchte, wird der Sänger und Spielleiter Georg Goll bis Juni 1946 kommissarischer Intendant des Theaters.

Theaterleute gründen im Herbst die »Notgemeinschaft der Bielefelder Bühnenschaffenden«. Sie greifen selbst zu Schippe und Hacke und kümmern sich um den Aufbau des Stadttheaters. Die Stadt stellt das Orchester und die beiden Gebäude – Stadttheater und Rudolf-Oetker-Halle – zur Verfügung, das finanzielle Risiko wird auf die Künstler übertragen. Jedem Künstler kann mit einer Frist von 14 Tagen gekündigt werden, bei Einnahmeausfällen kann das Gehalt gekürzt werden. Am 14. Oktober wird in der Rudolf-Oetker-Halle – das Stadttheater ist noch nicht bespielbar – »Fidelio« gezeigt, Veranstalter sind das Bielefelder Orchester und die »Notgemeinschaft der Bielefelder Bühnenschaffenden«. Die Aufführungen sind sehr erfolgreich, die Notgemeinschaft schreibt schwarze Zahlen. Auch das sprach sicherlich dafür, dass die Stadt ab Dezember das Theater wieder finanziell unterstützt. Am 1. Dezember wird das Stadttheater mit Mozarts »Zauberflöte«, drei Tage später mit »Nathan der Weise« von Lessing wieder eröffnet.

1946: Die Stadt beschließt im Mai aus Geldmangel die Auflösung des Stadttheaters und des Orchesters. Bürgermeister Ladebeck ruft die Bevölkerung zu Spenden für das Theater auf. Im Juni wird eine Lösung gefunden: Die Eintrittspreise werden heraufgesetzt, im Januar 1947 beschließt der Stadtrat einstimmig, das Theater zu erhalten. 26. Juni: Dr. Hermann Schaffner wird neuer Intendant. Schaffner war zuvor Intendant in Halberstadt, Erfurt und Chemnitz. Wie an so vielen deutschen Bühnen in den ersten Nachkriegsjahren legt er den Schwerpunkt des Spielplans auf Klassiker und Unterhaltung. 2. Dezember: Im Kleinen Saal der Rudolf-Oetker-Halle werden die »Kammerspiele« als Schauspielstätte mit »Kabale und Liebe« eröffnet. Damit hat das Schauspiel zum ersten Mal eine eigene Bühne, wenn auch provisorisch.

Spielzeit 1947/48: Benno Hattesen wird als Oberspielleiter des Schauspiels verpflichtet. Er setzt mit seinem Team neue Akzente im Schauspiel, es wird auch überregional bekannt.

In der Saison 1948/49 werden Schauspiele im Haus der Technik aufgeführt, bis das Theater am Alten Markt eröffnet wird. [6]

1950 – 1959[Bearbeiten]

1950: Die nächste Finanzkrise am Theater … – dennoch beschließt der Rat der Stadt im Januar, das Theater mit allen Sparten zu erhalten. Doch der Finanzausschuss der Stadt sperrt Gelder für einmalige Ausgaben, darunter auch die Gelder für den Umbau der Vorhalle, des Foyers und der Wandelgänge des Stadttheaters. Schließlich springt Rudolf August Oetker ein und finanziert den größten Teil des Umbaus, der im Mai beginnt. Das Jahr 1950 verändert das Theater- und Kulturleben in Bielefeld nachhaltig. Aus den Trümmern des ehemaligen Rathauses am Alten Markt werden die »Brücke« und das heutige Theater am Alten Markt erbaut. Die »Brücke« ist eine Informations- und Kulturinstitution. An die Künstler wird das Theater am Alten Markt – das TAM – übergeben. Damit werden die Provisorien für das Schauspiel überwunden, diese Sparte hat in Bielefeld zum ersten Mal eine eigene Spielstätte.

1951: Auf Anregung von Oberbürgermeister Ladebeck wird am 18. Januar die Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde gegründet. Die Thekos, so die gängige Abkürzung, setzen sich für das Bielefelder Theater- und Konzertleben ein, unterstützen es ideell und finanziell. Ein Kulturleben in Bielefeld ist ohne sie heute nicht mehr vorstellbar.

1951/52: Bernhard Conz wird neuer Städtischer Musikdirektor, den Titel Generalmusikdirektor erhält er später. Damit beginnt die glanzvolle Ära Conz: unter Conz vergrößert sich das Orchester auf 67 Musiker, es finden Gastspiele in mehreren europäischen Städten statt, ein neuer Orchesterprobenraum wird geschaffen. Conz setzt sich auch für die Aufführung moderner Werke ein. Während seiner Bielefelder Zeit werden Stücke von Henze, Sutermeister, Fortner, Krenek, Honegger und Schostakowitsch aufgeführt, um nur einige Namen zu nennen.

1952: Sieben Jahre nach Kriegsende wird dem Theater ein neuer Gebäudetrakt in der Brunnenstraße hinzugefügt.

1953/54: Hermann Schaffner wechselt als Intendant an das Staatstheater Kassel. Sein Nachfolger wird Dr. Herbert Decker, der das Haus bis 1958 leitet. Decker legt mehr Wert auf die Pflege von Opern und versucht modernes Musiktheater auf den Spielplan zu setzen.

1954/55: Mit den beiden Stücken »Die Jungfrau von Orleans« und »Die Meistersinger von Nürnberg« wird das 50-jährige Jubiläum des Stadttheaters begangen.

1957: Die Kassen im Foyer des Stadttheaters und die Aufgänge zu den Rängen werden umgestaltet; hinter der Bühne wird angebaut, so dass der Malersaal und ein Probenraum für das Orchester entstehen.

1958/59: Dr. Joachim Klaiber wird der Nachfolger von Herbert Decker. Er beginnt seine Intendanz mit seiner umjubelten Inszenierung von Puccinis »Turandot«.

1959: Mit »Kiss me, Kate« wird im Mai das erste Musical auf einer Bielefelder Bühne gegeben. Das Publikum nimmt die Premiere begeistert auf und zeigt dies am Ende mit Bravorufen und Getrampel. Eine neue Ära beginnt. [7]

1960 – 1969[Bearbeiten]

1960: Am 19. November eröffnet im Theater am Alten Markt im Keller mit ca. 100 Plätzen das »Studio Theater« mit der Uraufführung von »Freiheit für Clemens« von Tankred Dorst und der »Zoogeschichte« von Edward Albee. Das Studio Theater wird zum Gegenpol des »gängigen« Schauspiels. Absurdes Theater wird hier auf Tuchfühlung mit dem Publikum gezeigt, Experimente dürfen gewagt werden. Es besteht zehn Spielzeiten lang.

1961: 3. und 4. Juli: Bielefelder Oper in Paris – beim Festival »Théâtre des Nations« zeigt das Bielefelder Theater Winfried Zilligs »Die Verlobung in St. Domingo« nach der gleichnamigen Novelle von Heinrich von Kleist und die Oper »Krapp oder Das letzte Band« von Marcel Mihalovici nach Samuel Beckett. William Dooley gewinnt dabei als Krapp den ersten Preis für die beste sängerische und darstellerische Leistung des Jahres.

1963/64: Joachim Klaiber wechselt nach Kiel. Ihm folgt bis 1970 Horst Alexander Stelter, der zuvor Intendant in Pforzheim war.

1968: Ein neues Bühnenportal wird eingebaut. Außerdem wird der Orchestergraben an die Lüftungsanlage angeschlossen. [8]

1970 – 1979[Bearbeiten]

1970/71: wird Hans-Walter Deppisch neuer Intendant. Seine Bielefelder Zeit dauert nur kurz.

1971: Im Februar beginnt ein Theaterskandal in Bielefeld mit Streitereien zwischen dem Persönlichen Referenten des Intendanten, Artur Gracian, der gleichzeitig Regie führte, und der Bühnentechnik. Intendant Deppisch stellt sich hinter Gracian. Die Krise gipfelt darin, dass Deppisch und die Stadt Bielefeld im April den Vertrag im beiderseitigen Einvernehmen auflösen und der Generalmusikdirektor Bernhard Conz für zwei Spielzeiten kommissarischer Leiter des Theaters wird. 1. April 1971: Es werden neue Heizungssysteme eingebaut, eine Beleuchtungsbrücke, die Belüftung und Bestuhlung werden teilweise erneuert. Zudem wird die Drehbühne modernisiert und vergrößert. Das Gebäude ist für diese Zeit geschlossen, stattdessen wird im TAM, in der Rudolf-Oetker-Halle und in Herford gespielt. Das Stadttheater wird mit der Premiere von Verdis »Othello« am 14. November wieder eröffnet.

1973: Die Probenbesuchsreihe: »Montagabendstudio in der Kunsthalle« wird mit Unterstützung der Thekos eingeführt.

1973/74: Peter Ebert, vorher Intendant in Augsburg, übernimmt jetzt die Leitung des Bielefelder Theaters. Allerdings wird er bereits zwei Jahre später nach Wiesbaden gehen.

1974/75: Als neuer Generalmusikdirektor tritt Georg-Wilhelm Schmöhe sein Amt an. Er initiiert unter anderem Kinder- und Jugendkonzerte in Bielefeld.

1975/76: Die Intendanz von Heiner Bruns beginnt, Bruns war zuvor Intendant in Pforzheim. Während dieser Zeit wird das Theater Bielefeld im Bereich des Musiktheaters einen überregionalen Ruf durch die Arbeiten von John Dew erlangen. Bruns etabliert zudem eine vierte Sparte, ein Kinder- und Jugendtheater, die allerdings 1994 aus Kostengründen eingestellt werden muss.

1978: Regisseur John Dew kommt zunächst als Gast nach Bielefeld und wird nach drei Jahren Oberspielleiter. 15 Jahre lang wird Dew gemeinsam mit dem Bühnenbildner Gottfried Pilz und dem Dramaturgen Alexander Gruber mit seinen Inszenierungen das Bielefelder Musiktheater prägen. In dieser Zeit werden zahlreiche Stücke verdrängter und vergessener Komponisten wieder auf die Bühne gebracht. Das Bielefelder Theater erwirbt sich dadurch einen überregionalen und internationalen Ruf. John Dew wechselt 1995 als Intendant nach Dortmund.

1979: Das Geschenk der Stadt an ›ihr‹ Theater: Zum 75-jährigen Jubiläum des Stadttheaters wird die Fassade wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. U.a. fehlten die vier Obelisken vor dem Giebel und die Putten auf der Dach-Balustrade. Vor allem aber fehlte der Balkon des Stadttheaters, der auf vier Säulen steht und vom Foyer im 1. Rang aus begehbar ist. [9]

1980 – 1989[Bearbeiten]

1980: Rainer Koch folgt Georg-W. Schmöhe als Generalmusikdirektor.

1981: Im Mai ist das Stadttheater für eine kurze Zeit geschlossen: Es wird eine Orchesterhubbühne eingebaut. Hiobsbotschaft während der Theaterferien: Die Stadt beschließt für die Spielzeit 1982/83 ein Nullwachstum am Theater. Die Tariferhöhungen sind jedoch für bestimmte Arbeitsgruppen bereits sicher, so dass das Theater dadurch rote Zahlen schreiben wird. Es droht eine Spartenschließung, die durch Einsparung von Stellen abgewendet wird.

1983: Die Sparmaßnahmen führen zur Entlassung von 12 künstlerischen Mitarbeitern. Auch die Schließung einer Sparte oder des Theater am Alten Markt wird erneut ernsthaft diskutiert.

1984: Von außen wird im Oktober das Theater am Alten Markt auf Glanz gebracht.

1985: John Dew wird von der Fachzeitschrift »Opernwelt« mit der Auszeichnung »Regisseur des Jahres« bedacht. [10]

1990 – 1999[Bearbeiten]

1991: Nach wiederholten Bühnenunfällen untersagt der Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUVV) im März die Benutzung des Kulissenfahrstuhls im TAM. Zunächst ist bis Ende des Monats jede Vorstellung abgesagt, dann kann bis auf eine Produktion nicht mehr im TAM gespielt werden. Zum Glück droht dem TAM nicht das ›Aus‹. Es wird ein größerer Kulissenaufzug eingebaut, die Ladeluke vergrößert und bei dieser Gelegenheit auch der Bühnenboden erneuert. In der folgenden Spielzeit wird im TAM wieder gespielt. Die Oper »Die Jüdin« von Jacques Fromental Halévy in der Inszenierung von John Dew und unter der musikalischen Leitung von Rainer Koch wird zu den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden eingeladen.

1992: Geoffrey Moull wird Erster Kapellmeister.

1993: Das Dürkopp-Gebäude in der Brunnenstraße kommt zum Theater hinzu. Ein Orchesterprobenraum, zwei Probebühnen (eine davon mit Drehbühne), Kulissen- und Requisitenlager, Werkstätten, Kostümfundus und die Schneiderei ziehen hier ein.

1994 und 1995: Erneute Sparmaßnahmen erzwingen die weitere Reduzierung von Theaterpersonal, insgesamt werden 54 Stellen in allen Bereichen abgebaut. Eine Folge der Sparmaßnahmen ist, dass das TAM nur noch en suite bespielt werden kann. Auch als Ausgleich dafür wird am 1. Oktober 1994 als kleinste Spielstätte des Bielefelder Theaters das »TAMoben« mit »Heute Abend: Lola Blau« mit Monika Mayer eröffnet.

1998: Matthias Norquet (Rheinzeitung) schlägt das Bielefelder Theater als »Opernhaus des Jahres« vor.

1998/99: Heiner Bruns scheidet als Intendant aus, ebenso der Generalmusikdirektor Rainer Koch. Neue Intendantin wird Regula Gerber, die zuvor in Stuttgart das »Theater Rampe« gegründet hatte. Neuer Generalmusikdirektor der Bielefelder Philharmoniker wird Peter Kuhn, Ballettdirektor wird der Brite Philip Lansdale, Oberspielleiter des Musiktheaters Gregor Horres. Gerber setzt mit ihrem Spielplan Schwerpunkte auf eine kontinuierliche Arbeit am zeitgenössischen Musiktheater und Schauspiel, was sich in zahlreichen Ur- und Erstaufführungen äußert. Zudem etabliert sie im TAMoben die Autorenbühne|NeueSzene. Diese Spielstätte wird zum Zentrum der intensiven Zusammenarbeit mit Gegenwartsautoren wie Judith Hermann, Ralf Bönt, Marcus Braun, Andreas Laudert, Ulrich Zieger, Ror Wolf, Simon Werle und Werner Fritsch. [11]

2000–2009[Bearbeiten]

2000: Michael Heicks wird mit der Spielzeit 2000/2001 Schauspieldirektor in Bielefeld.

2001: Die Bielefelder Philharmoniker feiern im Mai ihr hundertjähriges Bestehen und auch die Thekos (Theater- und Konzertfreunde) begehen ein Jubiläum: ihr 50-jähriges Bestehen. Zum ersten Mal findet in Bielefeld das NRW-Theatertreffen statt. Die 20. Auflage zeigt im Juni neun Inszenierungen aus Essen, Moers, Bochum, Krefeld/Mönchengladbach, Dortmund, Mülheim, Düsseldorf, Neuss und Bonn im Stadttheater und im Theater am Alten Markt. Ende August: Jahrelang wurde die Technik des Stadttheaters nicht erneuert, jetzt stellt der GUVV »gravierende Mängel« bei der Bühnentechnik fest. So dürfen keine »offenen Verwandlungen« (Umbauten innerhalb einer Vorstellung bei offenem Vorhang) auf der Bühne stattfinden, der Schnürboden ist nur unter strengen Sicherheitsauflagen verwendbar. Für das Publikum besteht keine Gefahr, doch der Spielbetrieb ist gefährdet. Premieren müssen verschoben werden, Vorstellungen ausfallen. Schließlich wird das Nötigste repariert, um weiterhin – mit Abstrichen – bis zum Sanierungsbeginn im Stadttheater spielen zu können. Am 20. Dezember wird die Theaterstiftung Bielefeld gegründet. Ihre Aufgabe ist es, das Stadttheater zu übernehmen und zu sanieren und es dann an das Theater zu verpachten. Von den Stadtwerken, der Sparkasse und der Stadt Bielefeld werden je 5 Millionen Euro in die Stiftung eingezahlt. Die Kosten der Sanierung sind auf 23 Millionen Euro begrenzt. Um den Kreditbedarf so gering wie möglich zu halten, wirbt die Theaterstiftung um Spenden und knüpft damit an das bürgerliche Engagement von vor 100 Jahren an.

2002: Mit der Sanierung und Umgestaltung des Stadttheaters wird im März das Münchner Architekturbüro Beneke – Daberto beauftragt, das den ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen hat. Vom 25. März bis zum 5. April ist das Stadttheater geschlossen. In dieser Zeit werden Reparaturen am Schnürboden vorgenommen, damit die Auflagen des GUVV erfüllt werden und das Stadttheater bis zur Sanierung, die im September 2004 beginnen wird, bespielbar bleibt.

2002/2003: Mit dieser Spielzeit nimmt der »Besucherring Bielefeld im Verein Besucherring Dr. Otto Kasten« seine Arbeit für das Theater Bielefeld auf. Bei der Kritikerumfrage im Jahresheft der »Opernwelt 2003« wird das Theater Bielefeld von zwei Kritikern zum »Opernhaus des Jahres« vorgeschlagen, weil es »das einzige Opernhaus Deutschlands ist, in dem regelmäßig lebende Komponisten ein- und ausgehen, die dort noch in der dritten oder vierten Vorstellung ein hochmotiviertes Ensemble und ein aufgeschlossenes Publikum antreffen.« (Eleonore Büning von der »Frankfurter Allgemeine Zeitung«). Stephan Mösch von der »Opernwelt« nominiert: »Das Theater Bielefeld unter Regula Gerber für Einheit in der Vielfalt (und umgekehrt)«.

Februar 2004: Regula Gerber wird zur Generalintendantin des Nationaltheaters Mannheim gewählt. Sie tritt ihr neues Amt zur Spielzeit 2005/2006 an.

Am 3. April 2004 feiert das Stadttheater seinen 100. Geburtstag. Im Rahmen des dreiteiligen Festprogramms findet am selben Tag die Ballettpremiere von Philip Lansdales »Der Tod in Venedig« nach Thomas Mann statt. Zudem lädt im TAM das Schauspiel mit einem Programm zu »100 Jahre Stadttheater« ein. Am 1. Mai wird mit einem Festakt vor der Premiere von Richard Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg« das Jubiläum begangen.

Die Theatersaison 2003/2004 klingt mit einem Abschlussfest aus, die Lichter des Stadttheaters werden für Sanierungsarbeiten die nächsten zwei Jahre gelöscht. Während dieser Zeit bespielt das Theater Bielefeld neben dem Theater am Alten Markt die Rudolf-Oetker-Halle und das Theaterlabor.

Juli 2004: Michael Heicks, der Schauspieldirektor des Theater Bielefeld, wird einstimmig zum neuen Intendanten gewählt. Er tritt sein Amt bereits zum 1. Januar 2005 an, da Regula Gerber vorzeitig aus ihrem Vertrag ausscheidet.

2005/2006: Mit einem großen Theaterfest im Theater am Alten Markt und auf dem Alten Markt eröffnet Michael Heicks die erste Spielzeit seiner Intendanz. Unter Heicks wird das Tanztheater erneuert, die künstlerische Leitung haben Gregor Zöllig und Christine Biedermann. Zudem belebt Heicks mit Unterstützung der Theater- und Konzertfreunde das Jugendtheater und initiiert die Reihe TAM ZWEIJUNG.

Die Spielzeit 2006/2007 des Theater Bielefeld unter der Intendanz von Michael Heicks steht mit ihrem Motto NEUZEIT ganz im Zeichen der Wiedereröffnung des sanierten Stadttheaters.

15./16. September 2006: Wiedereröffnung des Stadttheaters Nach mehr als zweijähriger Sanierungszeit wird das Bielefelder Stadttheater mit einem Festakt und einem großen Theaterfest wieder eröffnet. Mehr als 25.000 Menschen kommen in das renovierte Stadttheater und schauen hinter die Kulissen.

19. September 2006: Mit der »Hochzeit des Figaro« von Wolfgang Amadeus Mozart in der Inszenierung von Nicholas Broadhurst, dem neuen Oberspielleiter des Musiktheaters, erleben die Theaterbesucher die erste festliche Premiere im wiedereröffneten Stadttheater.

Mit Beginn der Spielzeit 2006/07 wird Christian Schlüter Oberspielleiter des Schauspiels am Theater Bielefeld.

Februar 2007: Das Stadttheater lädt erstmals zum großen Opernball ein.

März 2007: Die Oper »Der Sturm« wird live durch das DeutschlandRadio übertragen.

Spielzeit 2007/2008: Ein Gutachten der Unternehmensberatung „Actori“ attestiert dem Theater Bielefeld angesichts deutlicher Unterfinanzierung eine große Leistungsstärke.

Mit der Premiere von »Zeitsprung - Vier Generationen tanzen Vier Jahreszeiten« startet im Mai 2007 die Tanzprojektreihe »Zeitsprung«, in der die Tänzer des Tanztheater Bielefeld gemeinsam mit Amateuren eine Choreografie erarbeiten. Seitdem ist »Zeitsprung« fester Bestandteil des Spielplans und begeistert immer wieder Beteiligte wie auch Besucher.

Februar 2008: Die Bielefelder Philharmoniker treten nach 30 Jahren ihre erste Konzertreise nach Polen an.

März 2009: »Ruslan und Ludmila« wird live durch das DeutschlandRadio übertragen.

Juni 2009: Die Stadt Bielefeld vereinbart mit dem Theater eine sichere Finanzierung für drei Jahre.

Im Juni 2009 geben die Bielefelder Philharmoniker ein Open-Air-Konzert im Bielefelder Bürgerpark. Über 6000 Zuschauer sind gekommen um den musikalischen Sommerabend zu erleben.

September 2009: Gregor Zöllig, Leiter des Tanztheater Bielefeld, wird für den deutschen Theaterpreis FAUST nominiert.

November 2009: Das Tanztheater des Theater Bielefeld unter der Leitung von Gregor Zöllig und Christine Biedermann mit einer großen Benefiz-Gala sein fünfjähriges Bestehen

In den Spielzeiten 06/07, 07/08 und 08/09 wird das Theater Bielefeld mit den Produktionen »Heul doch«, »Kamikaze Pictures« und »Bagdad Brennt« zum Kinder- und Jugendtheatertreffen Nordrhein-Westfalen eingeladen.

Als eines der ersten Theater in Deutschland bietet das Theater Bielefeld seit Dezember 2009 Vorstellungen mit Audiodeskription für sehbehinderte und blinde Besucher an. [12]

seit 2010[Bearbeiten]

Juli 2010: Mit einer Abschiedsgala verabschieden sich das Theater Bielefeld und die Bielefelder Philharmoniker von Peter Kuhn, der zwölf Jahre Generalmusikdirektor war. Sein Nachfolger ist Alexander Kalajdzic.

Die Produktion »For ever Art?« wird 2010 zum 4. undergroundzero festival nach New York eingeladen. Ausgehend von der schillernden Persönlichkeit Andy Warhols beschäftigt sich das Stück mit Ansichten von gegenwärtiger Kunst in textlichen, visuellen und akustischen Installationen. Andy Warhol wird von John Wesley Zielmann gespielt, Regie führt Johanna Zielinski.

Dariusch Yazdkhastis Inszenierung von »Goethes Clavigo« wird zum NRW-Theatertreffen 2010 eingeladen. Somit gehört diese Produktion des Theater Bielefeld zu den acht besten Inszenierungen des Jahres im Land Nordrhein-Westfalen.

Die Jugendclub-Produktion »Kleiner Mann, was nun?« wird zum 21. Bundestreffen der Theaterjugendclubs eingeladen. Damit gehört diese Inszenierung der Bielefelder Theaterpädagogin Martina Breinlinger zu den sechs besten Jugendclub-Produktionen der Spielzeit 2009/10 in ganz Deutschland. Das Bundestreffen der Theaterjugendclubs (BUT) ist gemeinsam mit dem Berliner Theatertreffen der Jugend das wichtigste Festival der jungen Theaterszene Deutschlands.

Im Sommer 2010 wird das Theater am Alten durch Mittel aus dem Konjunkturpaket 2 saniert

Ab der Spielzeit 2010/11 ist Helen Malkowsky Operndirektorin am Theater Bielefeld.

Mit der Einstellung der Tanzvermittlerin und Projekt-Managerin Kerstin Tölle am Theater Bielefeld zu Beginn der Spielzeit 2010/11 wurde erstmals an einer deutschen Bühne eine volle Stelle eigens für Tanzvermittlung eingerichtet.

In der Spielzeit 2011/12 bekommt das Bielefelder Theater mehrere Auszeichnungen und Einladungen zu renommierten Autoren- und Theaterfestivals. Mit der Uraufführung von Anne Leppers »Käthe Hermann« in einer Inszenierung von Daniela Kranz wird das Theater Bielefeld erstmals zu den Mülheimer Theatertagen – dem wichtigsten Forum deutschsprachiger Gegenwartsdramatik – eingeladen. Eine weitere Einladung zu den Autorentheatertagen ans Deutsche Theater Berlin folgt wenig später.

Felix Rothenhäuslers Theatergrenzen überschreitende Inszenierung von Matias Faldbakkens »Unfun« wird als eine der besten Regiearbeiten des Landes zum NRW-Theatertreffen 2012 nach Oberhausen eingeladen. »Die goldenen letzten Jahre«, eine Produktion des Senioren-Spielclubs Bühne 55 in einer Inszenierung von Beate Brieden, fährt im Juli 2012 zum 1. NRW-Seniorentheatertreffen WILDwest nach Gelsenkirchen. Patrick Schimanskis Uraufführungs-Inszenierung von Tom Peuckerts »Gedächtnisambulanz« schafft es im Februar bei der Abstimmung zum virtuellen Theatertreffen 2012 von nachtkritik.de in die Riege der zehn wichtigsten Inszenierungen des Jahres 2011. Das Tanztheater Bielefeld eröffnet im Oktober das Tanzfestival OPEN STAGE in Tarnow / Polen mit Gregor Zölligs »My Hotel Paradise«.

2012: Mit der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes kann das Duett »Auch« (1980) der Choreographin Reinhild Hoffmann rekonstruiert und im Rahmen eines dreiteiligen Tanzabends im Stadttheater gezeigt werden.

Mai 2013: Unter dem Titel »Zeitsprung – RISK« entsteht der fünfzehnte Tanzabend mit Laien – erstmals ein gemeinsames Stück mit der Theaterwerkstatt Bethel. Die Tanzvermittlerin Kerstin Tölle und der Chefchoreograph Gregor Zöllig stellen außerdem im Juni 2013 das Bielefelder Modell beim Kongress »Kinder zum Olymp!« als Leuchtturmprojekt für die Qualität kultureller Bildung vor. Das Land NRW hat die Förderung für die »Zeitsprung-Projekte« bis einschließlich 2015 bewilligt.

Juni 2013: Zum zweiten Mal findet in Bielefeld das NRW-Theatertreffen statt. Zum ersten Mal in der Geschichte des NRW-Theatertreffens steht dabei auch der Tanz im Fokus. Das Festival zeigt insgesamt siebzehn neue Theater- und Tanzinszenierungen aus Aachen, Bochum, Bonn, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld Mönchen Gladbach, Moers, Neuss und Mülheim an der Ruhr Wuppertal.

In der Spielzeit 2012/13 erhält das Theater Bielefeld mehrere Auszeichnungen und Festivaleinladungen. Das Tanztheater fährt mit »Herbstzeitlose« von dem Choreographen Rainer Behr zum renommierten europäischen Tanz- und Theaterfestival euro-scene nach Leipzig. Laura Naumanns »Demut vor deinen Taten Baby« wird zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. Diese Uraufführungsinszenierung von Babett Grube wird zudem beim Münchner Festival »Radikal Jung« gezeigt und erhält den Publikumspreis. Tim Tonndorfs Inszenierung von David Greigs »Gelber Mond« bekommt eine Einladung zum 20. Kinder- und Jugendtheatertreffen Westwind in Bonn und gehört damit zu den zehn bemerkenswertesten Stücken des Landes. »Parallele Welten – Die Insel« wird zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen.

Mit Beginn der Spielzeit 2013/14 wird Sabine Schweitzer neue Operndirektorin am Theater Bielefeld und tritt somit die Nachfolge von Helen Malkowsky an.

100 Jahre nach der skandalträchtigen Uraufführung von »Le Sacre du Printemps« in Paris rekonstruiert das Tanztheater Bielefeld gemeinsam mit der Dance Company Theater Osnabrück die choreographische Fassung von Mary Wigman. »Le Sacre du Printemps« wird gefördert von TANZFONDS ERBE – eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Die Rekonstruktion kommt im Rahmen des dreiteiligen Tanzabends »Sacre« im November 2013 zur Premiere und stößt bei Publikum und Presse auf große Resonanz.

Zuschauerraum des Theaters am Niederwall

Spielstätten[Bearbeiten]

Stadttheater
Brunnenstraße 3-9 , 33602 Bielefeld Maximale Anzahl Sitzplätze im Saal: 725, davon 6 Rollstuhlplätze.

Loft
Maximale Anzahl Sitzplätze im Saal: 55 Sitzplätze. Das Loft befindet sich im 2. Obergeschoss des Stadttheaters.

Theater am Alten Markt
Alter Markt 1, 33602 Bielefeld Maximale Anzahl Sitzplätze im Saal: 306, davon 4 Rollstuhlplätze.

TAMzwei
Maximale Anzahl Sitzplätze im Saal: 55 Sitzplätze. Das TAMzwei befindet sich im 1. Obergeschoss des Theaters am Alten Markt.

TAMdrei
Maximale Anzahl Sitzplätze im Saal: 60 Sitzplätze. Das TAMdrei befindet sich im 2. Obergeschoss des Theaters am Alten Markt.[13]

CD-Einspielungen[Bearbeiten]

  • Ernst Krenek Der Sprung über den Schatten:Thomas Brüning, Lynda Kemeny, Susan Maclean, Diana Amos, John Pflieger, Ulrich Neuweiler, Jörg Dürmüller, Chor der Oper Bielefeld, Bielefelder Philharmoniker,David de Villiers; cpo 999 082-2, 1990
  • Louis Spohr Faust:Michael Vier, Eelco von Jordis, William Pugh, Diane Jennings, Ion Bric, Claudia Taha; Bielefeld Opera Chorus, Chor der Oper Bielefeld, Bielefelder Philharmoniker,Geoffrey Moull; cpo 999 247-2, 1993[14]
  • Viktor Ullmann Der Sturz des Antichrist: Ulrich Neuweiler, Richard Decker, William Oberholzer, Louis Gentile, Monte Jaffe, Lassi Partanen, Chor der Oper Bielefeld, Bielefelder Philharmoniker, Rainer Koch; cpo 999 321-2, 1996
  • Theo Loevendie Esmée:Margaret Thompson, William Oberholtzer, Luca Martin, Monte Jaffe, Ulrich Neuweiler, Maja Tabatadze, Nikolaus Bergmann, Chor der Oper Bielefeld, Bielefelder Philharmoniker,Geoffrey Moull; Donemus CV 74/75, 1998[15] [16]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Theater Bielefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  2. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  3. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  4. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  5. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  6. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  7. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  8. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  9. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  10. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  11. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  12. 100 Jahre Theater Bielefeld, Kerber Verlag, 2004, ISBN 3-936646-79-1
  13. http://www.theater-bielefeld.de/besucherservice/anfahrt/
  14. http://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/Louis-Spohr-Faust-Version-1852/hnum/6780481
  15. http://www.donemus.nl/cd_detail.php?id=61
  16. Theater in Bielefeld 1975-1998, Kerber Verlag, Bielefeld, Redaktion Heidi Wiese, Heiner Bruns, Alexander Gruber, Fritz Stockmeier 1998,ISBN 3-933040-03-5

52.0208333333338.535Koordinaten: 52° 1′ 15″ N, 8° 32′ 6″ O