Burhan Qurbani

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Burhan Qurbani (* 15. November 1980 in Erkelenz[1]) ist ein deutsch-afghanischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Biografie[Bearbeiten]

Burhan Qurbani wurde als Sohn afghanischer politischer Flüchtlinge in Deutschland geboren, wo er auch aufwuchs.[2] Seine Eltern waren 1979 aus Afghanistan nach Deutschland emigriert.[3] Er besuchte das Immanuel-Kant-Gymnasium in Leinfelden-Echterdingen. Nach dem Abitur im Juli 2000, war Qurbani ab November desselben Jahres als Redaktionsassistent für die Frauenzeitschrift Elle in Stuttgart tätig. Daraufhin folgte ab Januar 2001 die Arbeit als Regieassistent am Staatstheater Stuttgart. Durch seine Tätigkeit als Kameraassistent bei der Stuttgarter Filmproduktionsfirma teamWerk kam Qurbani mit dem Film in Berührung und begann im Oktober 2002 ein Studium im Fach Szenische Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg.[1] 2006 entstand in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam der 35-minütige Kurzfilm Vögel ohne Beine (2006). Dieser war als Pilotfilm einer niemals realisierten Fernsehserie über eine türkische Familie in Berlin-Kreuzberg geplant.[4]

Erstmals als Regisseur auf sich aufmerksam machte er 2007 mit Illusion. In dem neunminütigen Kurzfilm ist Anne Ratte-Polle als Berliner U-Bahn-Kontrolleurin zu sehen, die ihren Job verliert. Die Studienarbeit wurde 2008 mit dem Jurypreis des Internationalen Kurzfilm-Festivals Hamburg und dem Kurzfilmpreis der Filmkritik auf dem Filmfest Dresden preisgekrönt.[5] Mitte Oktober 2008 erhielt Qurbani auf dem Middle East Film Festival in Abu Dhabi die mit 25.000 US-Dollar dotierte Black Pearl für den besten Studentenfilm.[6]

Ende Januar 2009 begannen die Dreharbeiten zu Qurbanis Abschlussfilm an der Filmhochschule, Shahada (ursprünglicher Arbeitstitel: Die Himmelsleiter), benannt nach einer der fünf Säulen des Islam. Das Drama ist eine Koproduktion der neu gegründeten Firma bittersuess pictures von Pepe Danquart und dem Kleinen Fernsehspiel des ZDF und erzählt das Schicksal dreier Muslime in Berlin, deren Geschichten sich im Fastenmonat Ramadan zutragen: während ein türkischer Polizist (gespielt von Carlo Ljubek) nach einem verschuldeten Dienstunfall seine Frau und Kind verlässt, kann ein junger Nigerianer (Jeremias Acheampong) seine Homosexualität immer schwerer mit seinem Glauben vereinbaren. Derweil gerät das Weltbild einer jungen Türkin (Maryam Zaree) mit dem ihres Vaters, einem türkischen Geistlichen, aneinander.

Mit Shahada wolle Qurbani, eigenen Aussagen zufolge, die Widersprüche zwischen der islamischen und der deutschen Kulturen filmisch verkitten, in denen er aufgewachsen ist.[1] 2010 erhielt er für seinen ersten Spielfilm eine Einladung in den Wettbewerb der 60. Filmfestspiele von Berlin.[1]

Burhan Qurbani lebt abwechselnd in Berlin, Stuttgart und Helsinki[2] und spricht Deutsch, Englisch und Persisch.[1] Neben der Arbeit als Filmemacher wirkte er als Sänger in der englischsprachigen Rockband Pretty Used mit.[2]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 2007: Illusion (Kurzfilm)
  • 2010: Shahada
  • 2010: 20xBrandenburg (Fernsehdokumentation; Teil: Krieger ohne Feind)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Festival des deutschen Films

Internationale Filmfestspiele Berlin

  • 2010: Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater für Shahada

Filmfest Dresden

  • 2008: Kurzfilmpreis der Filmkritik für Illusion

Internationales Kurzfilm-Festival Hamburg

  • 2008: Jurypreis der Hamburgischen Kulturstiftung für Illusion

Middle East Film Festival

  • 2008: Black Pearl in der Kategorie Best Narrative – Student Films für Illusion

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e vgl. Pressemappe (PDF; 4,0 MB) zu Die Himmelsleiter bei blog.derbraunemob.info (aufgerufen am 24. Januar 2010)
  2. a b c vgl. Porträt bei voegel-ohne-beine.de (aufgerufen am 24. Januar 2010)
  3. vgl. Information (PDF; 112 kB) zu Shahada bei berlinale.de (aufgerufen am 8. Februar 2010)
  4. vgl. Pressemappe (PDF; 1,9 MB) zu Vögel ohne Beine bei voegel-ohne-beine.de (aufgerufen am 24. Januar 2010)
  5. vgl. Preisträger. In: Sächsische Zeitung, 21. April 2008, S. 25
  6. vgl. Steve Jacobs' Disgrace wins $200,000 Black Pearl prize at Abu Dhabi. In: Screen International, 19. Oktober 2008 (aufgerufen am 24. Januar 2010 via LexisNexis Wirtschaft)
  7. Festival des deutschen Films: Filmkunstpreis 2010 (abgerufen am 26. April 2011)