Chengde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die bezirksfreie Stadt Chengde. Für deren gleichnamigen Kreis (承德县), siehe Chengde (Kreis); für das Straßenviertel Chengde (承德街道) im Stadtbezirk Longtan der Stadt Jilin, siehe Chengde (Longtan).
Basisdaten
Großregion: Nordchina
Provinz: Hebei
Status: Bezirksfreie Stadt
Untergliederung: 3 Stadtbezirke, 5 Kreise, 3 Autonome Kreise
Einwohner: 3,61 Mio. (2004)
Fläche: 39.519 km²
Lage von Chengde in Hebei
Lage in China

Chengde (chinesisch 承德市Pinyin Chéngdé shì, früher: Jehol, Rèhé 热河) ist eine bezirksfreie Stadt ungefähr 160 km nordöstlich von Peking.

Lage[Bearbeiten]

Chengde liegt in der nordchinesischen Provinz Hebei, in der Nähe des Luan-Flusses (Luan He). Ihr Verwaltungsgebiet hat eine Fläche von 39.519 km² und ca. 3,61 Mio. Einwohner (Ende 2004). Insbesondere in den drei Autonomen Kreisen gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil von Mandschu und Mongolen. Das eigentliche Stadtgebiet weist eine Bevölkerungszahl von ungefähr 700.000 Menschen auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Chengde hieß früher Rehe (Jehol) und war die Hauptstadt der ehemaligen Provinz Rehe.

Chengde ist vor allem als Sommerresidenz der frühen Kaiser der Qing-Dynastie bekannt. Der Gebirgserholungsort, den sie dort im 18. Jahrhundert erbauten, besteht aus großen Parks mit Seen, Pagoden und dem Kaiserlichen Sommerpalast. Außerhalb seiner Mauern befinden sich die Acht äußeren Tempel, die in verschiedenen Architekturstilen aus ganz China gebaut sind. Die eindrucksvollsten von ihnen sind der Putuo-Zongcheng-Tempel (chinesisch 普陀宗乘Pinyin Pǔtuó Zōngchéng), der in Anlehnung an den Potala-Palast in Lhasa (Autonomes Gebiet Tibet) gebaut wurde, und der Pule-Tempel, der dem Himmelstempel in Beijing nachempfunden ist. Der Gebirgserholungsort und die Tempel der Umgebung wurden 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Mit Straßen- und Eisenbahnverbindungen nach Beijing hat sich Chengde zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt und seine Kulturschätze machten es zu einem beliebten Touristenziel. Die Beijing–Chengde-Autobahn verbindet seit 2006 Chengde direkt mit der Innenstadt von Beijing.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Auf Kreisebene setzt sich Chengde aus drei Stadtbezirken, fünf Kreisen und drei Autonomen Kreisen zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Shuangqiao (双桥区), 311 km², 290.000 Einwohner, Zentrum, Sitz der Stadtregierung;
  • Stadtbezirk Shuangluan (双滦区), 250 km², 100.000 Einwohner;
  • Stadtbezirk Yingshouyingzi Kuang (鹰手营子矿区), 148 km², 70.000 Einwohner;
  • Kreis Chengde (承德县), 3.990 km², 470.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Xiabancheng (下板城镇);
  • Kreis Xinglong (兴隆县), 3.116 km², 320.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Xinglong (兴隆镇);
  • Kreis Pingquan (平泉县), 3.297 km², 470.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Pingquan (平泉镇);
  • Kreis Luanping (滦平县), 3.195 km², 320.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Luanping (滦平镇);
  • Kreis Longhua (隆化县), 5.474 km², 420.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Longhua (隆化镇);
  • Autonomer Kreis Fengning der Manju (丰宁满族自治县), 8.747 km², 380.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Dage (大阁镇);
  • Autonomer Kreis Kuancheng der Manju (宽城满族自治县), 1.933 km², 230.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Kuancheng (宽城镇);
  • Autonomer Kreis Weichang der Manju und Mongolen (围场满族蒙古族自治县), 9.058 km², 520.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Weichang (围场镇).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hedin, Sven: Jehol, die Kaiserstadt. F.A. Brockhaus, Leipzig (1932)
  • Montell, Gösta: The Lama Temple Potala of Jehol. Plan of the Monastery-Ground. In: Geografiska Annaler, Band 17, Supplement: Hyllningsskrift Tillagnad Sven Hedin (1935), S. 175-184. (Betrifft die Putuo Zongcheng Tempelanlage bei Chengde)
  • Hedin, Sven + Bergman, Folke: History of the expedition in Asia 1927-1935, in: Reports from the scientific expedition to the north-western provinces of China under leadership of Dr. Sven Hedin. The sino-swedish expedition. Publication 24: Part II 1928 - 1933. Stockholm 1943-1945. (Sven Hedins Text über Jehol Seite 121ff. und Der Aufbau der Kopie des Goldenen Tempels im Cihangpudu im Putuo Zongcheng bei Chengde auf der Weltausstellung in Chicago 1933-1934 Seite 184ff.. Weitere Informationen dazu siehe Chinesisch-Schwedische Expedition.)
  • Montell, Gösta, Hedin, Sven: The chinese lama temple Potala of Jehol. Exhibition of historical and ethnographical collections. Made by Dr. Gösta Montell, member of Dr. Sven Hedin's Expeditions, and donated by Vincent Bendix. Chicago: Century of Progress Exposition 1932 (Weltausstellung 1933/1934).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chengde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

40.966944444444117.9325Koordinaten: 40° 58′ N, 117° 56′ O