Zhangjiakou

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Basisdaten
Großregion: Nordchina
Provinz: Hebei
Status: bezirksfreie Stadt
Untergliederung: 4 Stadtbezirke, 13 Kreise
Einwohner: 4,5 Mio. (2004)
Fläche: 36.873 km²
Zhangjiakou (China)
Zhangjiakou
Zhangjiakou
Lage Zhangjiakous in Hebei

Zhangjiakou (chinesisch 張家口 / 张家口Pinyin Zhāngjiākǒu) ist eine bezirksfreie Stadt in der chinesischen Provinz Hebei, etwa 100 Kilometer nordwestlich von Peking.

Namen[Bearbeiten]

Mongolische Bezeichnung
Mongolische Schrift: ᠬᠠᠭᠠᠯᠭᠠᠨ
ᠴᠢᠭᠤᠯᠠᠯᠲᠤ ᠬᠠᠭᠠᠯᠭᠠ
Transliteration: Qaɣalɣan,
Čiɣulaltu Qaɣalɣa
Kyrillische Schrift: Хаалган,
Чуулалт Хаалга
ISO-Transliteration: Haalgan,
Čuulalt Haalga
Transkription: Chaalgan,
Tschuulalt Chaalga
Chinesische Bezeichnung
Traditionell: 張家口
Vereinfacht: 张家口
Pinyin: Zhāngjiākǒu
Wade-Giles: Chang-chia-k’ou

Der russische und teils auch im Deutschen benutzte Name "Kalgan" (Калган) sowie der mongolische Name Haalgan (Хаалган) lassen sich vom Wort kaalga(n) für "Tür", "Passtor" im späten Mittelmongolischen herleiten.

Geografie[Bearbeiten]

Satellitenbild
Innenstadt

Zhangjiakou liegt im Nordwesten der Provinz Hebei, nordwestlich von Peking in einer Entfernung von 20 bis 100 Kilometer von der Hauptstadt. Die bezirksfreie Stadt liegt am Fluss Sanggan He an einer Stelle, an der die Gebirge Hengshan, Taihang Shan und Yanshan aufeinanderstoßen. Zhangjiakou ist im Norden von Hochebenen umgeben und hat Sommertemperaturen, die um die 23 °C liegen, was die Gegend zu einer Sommerfrische für die Bewohner der heißen Stadt Peking macht. Das urbane Zentrum (das eigentliche Stadtgebiet) liegt am Qingshui He, der über den Yang He in den Sanggan mündet.

Bei Zhangjiakou gibt es insgesamt sechs Korridore, durch die Sandstürme bis nach Peking wehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zhangjiakou

Zhangjiakou war in seiner Geschichte schon immer ein militärischer Vorposten der Hauptstadt, „Pekings Nordtor“. Hier führte ein wichtiger Verkehrsweg über den Pass Juyongguan in die Stadt Datong und die mongolische Steppe. Dies war auch der einzige Weg, auf dem die mongolischen Horden nach Peking vordringen konnten. Aus diesem Grund wurde während der Ming-Dynastie die Große Mauer verdoppelt. Die so genannte „innere Mauer“ verlief vom Pass Juyongguan südlich von Zhangjiakou bis zum Gelben Fluss. Die nördliche, „äußere Mauer“ verlief von Juyongguan über Zhangjiakou und Datong. Am Gelben Fluss traf sie dann wieder mit der „inneren Mauer“ zusammen.

Die Kaiserwitwe Cixi machte auf ihrer Flucht während des Boxeraufstands in Zhangjiakou Station, denn hier endete damals die Eisenbahnlinie. Eine Erinnerung an diese Zeit ist der Jimingshan, der Berg des krähenden Hahns, der seinen Namen von der Kaiserwitwe hat, die sich durch die Form des Berges an einen krähenden Hahn erinnert sah.

Zhangjiakou war eine wichtige Station an der Karawanenstraße von Peking nach Ulan Bator. Es verlor aber an Bedeutung als im Jahr 1905 die Transsibirische Eisenbahn eröffnet wurde.

Im Jahr 1928 wurde Zhangjiakou die Hauptstadt der Provinz Chahar und 1937 des „autonomen“ japanischen Satellitenstaates Mengjiang (Innere Mongolei). Gleich zu Beginn des sinojapanischen Kriegs war Zhangjiakou von japanischen Truppen besetzt worden, die Japan den Zugang zu den Kohlevorräten der Region sichern sollten.

Die japanischen Truppen wurden von den oft marodierenden Truppen der Guomindang verdrängt bevor die chinesischen Kommunisten die Macht übernahmen und im Jahr 1952 die Provinz Chahar auflösten.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Zhangjiakou liegt an den Straßenverbindung nach Datong in der Provinz Shanxi (Xuanda), nach Peking (Jingzhang) und in die Innere Mongolei.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Außerdem führt durch die Stadt die Eisenbahnlinie von Peking nach Baotou. Die Südroute der Transsibirischen Eisenbahn führt durch Zhangjiakou, wo der Zug einen kurzen Aufenthalt hat. Von da bis nach Peking sind es dann lediglich 193 Kilometer.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Zhangjiakou ist reich an Mineralien und besitzt elf größere Minerallager. In der Provinz Hebei liegt es, was Gold, Kohle, Blei, Zink, Phosphor und fünf andere Mineralien betrifft, an erster Stelle.

Goldproduktion[Bearbeiten]

Zhangjiakous Goldmine wurde im Jahr 1970 in Betrieb genommen und gilt als eine der führenden Goldproduzenten Chinas.

Kohleförderung[Bearbeiten]

In Xuanhua befinden sich beträchtliche unterirdische Kohlelager und Metall verarbeitende Betriebe sowie chemische Industrie, Kraftwerke, Papierverarbeitung und Brauereien.

Schuhproduktion[Bearbeiten]

Zhangjiakou, das durch seine Nähe zu den Weidegebieten bereits ein Zentrum für Lederverarbeitung ist, engagiert sich auch in der Produktion von Schuhen. Die Wuhuan Shoe Holdings Ltd. ist ein großer Staatsbetrieb, der Turnschuhe und Hausschuhe in großer Stückzahl herstellt. 600 verschieden Arten von Schuhen werden in einer Menge von 20 Millionen Paar pro Jahr produziert.

Wolleverarbeitung[Bearbeiten]

Die Zhangjiakou Knitting Mill wurde im Jahr 1965 als Staatsunternehmen gegründet und begann im Jahr 1983 mit dem Export ins Ausland.

Weinbau[Bearbeiten]

Die China Great Wall Wine Company Ltd. ist ein Joint Venture, das im Jahr 1983 gegründet wurde und mit Firmen in Italien, Frankreich und Deutschland zusammen arbeitet.

Windenergie[Bearbeiten]

Zhangjiakou investiert 6,9 Milliarden Yuan, um die Sanddünen durch Aufforstung zu kontrollieren. Diese Bemühungen stehen im Zusammenhang mit dem erklärten Ziel Pekings, im Jahr 2008grüne Olympische Spiele“ zu veranstalten. Aus diesem Grund sollen 800.000 Hektar Land aufgeforstet werden. In diesem Zusammenhang steht auch die Förderung der Windenergie, deren Kapazität von 10 Megawatt innerhalb von zehn Jahren auf 5.000 Megawatt gesteigert werden soll.

Wintersport[Bearbeiten]

Um Tourismus aus anderen Regionen Chinas anzulocken strebt die Stadtregierung das Ziel an, Zhangjiakou zu einem nationalen Wintersportzentrum zu machen und wirbt um Investitionen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar für die Entwicklung des Saibei Skiing Resorts 塞北滑雪场 und des Hebei Cuiyunshan huaxuechang 河北翠云山滑雪场. Im Winter 2007 wurde das Skigebiet Saibei Dolomiti im Bezirk Chongli eröffnet. Zusammen mit dem Cuiyun Mountain Recreational Village Ski Resort, sind dort insgesamt zwei Kilometer Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade sowie acht Lifte mit einer Länge von insgesamt 3 Kilometern verfügbar.[1]

Kultur[Bearbeiten]

In Zhangjiakou drehte der berühmte chinesische Regisseur 1999 Zhang Yimou seinen Film „Nicht einer weniger“ (一个都不能少, Pinyin: Yígè döu bù néng shǎo), die Geschichte um ein 13-jähriges Mädchen auf dem Land, der den Unterricht in der Schule übernimmt, nachdem der Schullehrer das Dorf verlassen hat.

Bildung[Bearbeiten]

Zhangjiakou ist Sitz der Hebei Beifang Xueyuan (河北北方学院), deutsch: Hebei-Hochschule des Nordens.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Administrative Gliederung

Auf Kreisebene setzt sich die Stadt Zhangjiakou besteht aus vier Stadtbezirken und 13 Kreisen zusammen. Diese sind:

Stadtbezirke
Stadtbezirk Langzeichen Kurzzeichen Einwohner km²
Stadtbezirk Qiaoxi 橋西區 桥西区 230.000 141
Stadtbezirk Qiaodong 橋東區 桥东区 260.000 113
Stadtbezirk Xuanhua 宣化區 宣化区 290.000 276
Stadtbezirk Xiahuayuan 下花園區 下花园区 70.000 315

Die Kreise (xian 县) sind:

Kreise
Kreis Zeichen Hauptort Einwohner km²
Kreis Xuanhua 宣化县 Stadtbezirk Xuanhua
宣化区
300.000 2.095
Kreis Zhangbei 张北县 Großgemeinde Zhangbei
张北镇
370.000 4.232
Kreis Kangbao 康保县 Großgemeinde Kangbao
康保镇
280.000 3.365
Kreis Guyuan 沽源县 Großgemeinde Pingdingbu
平定堡镇
230.000 3.601
Kreis Shangyi 尚义县 Großgemeinde Nanhaoqian
南壕堑镇
190.000 2.621
Kreis Yu 蔚县 Großgemeinde Yuzhou
蔚州镇
460.000 3.216
Kreis Yangyuan 阳原县 Großgemeinde Xicheng
西城镇
280.000 1.834
Kreis Huai'an 怀安县 Großgemeinde Chaigoubu
柴沟堡镇
250.000 1.706
Kreis Wanquan 万全县 Großgemeinde Kongjiazhuang
孔家庄镇
220.000 1.158
Kreis Huailai 怀来县 Großgemeinde Shacheng
沙城镇
340.000 1.793
Kreis Zhuolu 涿鹿县 Großgemeinde Zhuolu
涿鹿镇
330.000 2.799
Kreis Chicheng 赤城县 Großgemeinde Chicheng
赤城镇
280.000 5.238
Kreis Chongli 崇礼县 Großgemeinde Xiwanzi
西湾子镇
120.000 2.326

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • ItalienItalien Südtirol, Italien, seit 2007
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Yichun, Volksrepublik China, seit 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zhangjiakou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. hebei.chinadaily.com.cn: Festivals and Events of Hebei Province, Stand 28. April 2011, Zugriff am 27. August 2011

40.816638888889114.88330555556Koordinaten: 40° 49′ N, 114° 53′ O