Chrom(III)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Strukturformel von Chrom(III)-chlorid
__ Cr3+     __ Cl
Allgemeines
Name Chrom(III)-chlorid
Andere Namen

Chromtrichlorid

Verhältnisformel CrCl3
CAS-Nummer
  • 10025-73-7 (wasserfrei)
  • 10060-12-5 (Hexahydrat)
Kurzbeschreibung
  • rotviolette glänzende Blättchen (wasserfrei) [1]
  • grün (Hexahydrat)[2]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 158,35 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 266,41 g·mol−1 (Hexahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,87 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

1152 °C[3]

Löslichkeit
  • (wasserfrei) schwerlöslich in Wasser[3] und Ethanol[1]
  • 590 g/l Wasser (Hexahydrat)[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302
P: 262 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][3]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22
S: keine S-Sätze
Toxikologische Daten

1870 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Chrom(III)-chlorid ist das Chromsalz der Salzsäure mit der Summenformel CrCl3. Mit Hydratwasser kristallisiert es auch als Chrom(III)-chlorid-hexahydrat (CrCl3 · 6 H2O).

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Chrom(III)-chlorid kann durch Reaktion von Chrom mit Chlor gewonnen werden.[5]

\mathrm{2 \ Cr + 3 \ Cl_2 \longrightarrow 2 \ CrCl_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Es bildet kristalline Schichtstrukturen, die rotviolett glänzen zwischen denen Van-der-Waals-Kräfte auftreten. Das Salz ist in reiner Form in Wasser unlöslich[2] und in Ethanol schwer löslich. Erst in Anwesenheit von Spuren Chrom(II)-chlorids (CrCl2) (oder eines anderes Reduktionsmittels) ist ein Lösungsvorgang in Wasser katalytisch unter starker Wärmeabgabe möglich.[6] In Lösung können sich unterschiedlich gefärbte hydratisomere Aquakomplexe bilden, beispielsweise das dunkelgrüne Dichlorotetraaquachrom(III)-chlorid, das hellgrüne Chloropentaaquachrom(III)-chlorid oder das violette Hexaaquachrom(III)-chlorid. Hierbei stellen sich zwischen diesen Komplexen folgende Gleichgewichte ein:[2]

\rm [CrCl_2(H_2O)_4]Cl \rightleftarrows [CrCl(H_2O)_5]Cl_2 \rightleftarrows [Cr(H_2O)_6]Cl_3

Herstellung[Bearbeiten]

Chrom(III)-chlorid kann aus metallischem Chrom im Chlorstrom bei 600 °C synthetisiert werden.[6] Ebenso ist die Herstellung aus Chrom(III)-oxid und Kohle im Chlorstrom oberhalb von 1200 °C möglich.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Als Katalysator, zur Herstellung anderer Chromverbindungen, zur Verchromung in der Galvanotechnik und zur Wasserdichtimprägnierung.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Chromchloride. In: Römpp Online. Georg Thieme, abgerufen am 29. Mai 2013.
  2. a b c d Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1573.
  3. a b c d e f g h Eintrag zu Chromium(III)-chlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 7. Dezember 2012 (JavaScript erforderlich).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5.  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1481.
  6. a b  E. Riedel, C. Janiak: Anorganische Chemie. 8. Auflage. de Gruyter, 2011, ISBN 3-11-022566-2, S. 813f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chromium(III) chloride – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien