Citavi

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Citavi
Entwickler Swiss Academic Software
Aktuelle Version 4.4[1]
(24. Juli 2014)
Betriebssystem Microsoft Windows 8, Microsoft Windows 7, Microsoft Windows Vista, Microsoft Windows Server 2012, Microsoft Windows Server 2008. Nur bis Version 3.4: Microsoft Windows XP, Microsoft Windows Server 2003
Kategorie Literaturverwaltungsprogramm
Lizenz proprietär
Deutschsprachig Ja
http://www.citavi.com

Citavi ist ein Literaturverwaltungsprogramm für Microsoft Windows. Es wird von der Firma Swiss Academic Software mit Sitz in Wädenswil bei Zürich entwickelt. Es basiert auf der Software-Plattform .NET.

Versionen[Bearbeiten]

Vorgänger war das an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entwickelte Programm LiteRat, dessen Version 1.0 im Jahre 1995 erschien. Im Februar 2006 wurde die neu entwickelte Version unter dem Namen Citavi 2.0 ausgeliefert. Am 22. November 2010 wurde die Version 3 ausgeliefert. Mit dieser Version ist das Programm erstmals auch mit englischsprachiger Bedienoberfläche nutzbar, sie basiert zudem nicht mehr auf der MS Access-Database-Engine, sondern auf SQLite. Ab der Version 4 kann man als Sprache für die Benutzeroberfläche zwischen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch und Spanisch wählen.

Citavi wird in vier Versionen angeboten, die durch die entsprechenden Lizenzschlüssel freigeschaltet werden:

  • Citavi Free: kostenlose Version, ohne Lizenzschlüssel. Das Bearbeiten ist beschränkt auf 100 Dokumente pro Projekt, keine weiteren Beschränkungen.
  • Citavi Reader: kommerzielle Version, die das Lesen von Team- und Einzelprojekten ermöglicht.
  • Citavi Pro: kommerzielle Version für Einzelprojekte.
  • Citavi Team: kommerzielle Version für Team- und Einzelprojekte.

Eine Version für Apple Macintosh war für 2011 angekündigt worden,[2] die Entwicklung wurde jedoch im September 2011 eingestellt.[3] Citavi kann unter Mac mittels Virtualisierung genutzt werden.[4]

Funktionen[Bearbeiten]

Citavi integriert Literaturverwaltung, Wissensorganisation und Aufgabenplanung. In einem Team-Projekt, das auf einem Windows-Netzlaufwerk gespeichert wird, können bis zu 20 Personen gleichzeitig Daten hinzufügen oder ändern. Zum Online-Hilfsangebot von Citavi gehören u. a. ein einführender E-Mail-Newsletter, Videos, ein Online-Handbuch und ein Support-Forum.

Literaturverwaltung[Bearbeiten]

  • Nachweise verschiedener Dokumenttypen (Bücher, Artikel, Vorträge, Ton- und Filmdokumente, Screenshots etc.) können gesammelt, verwaltet und gespeichert werden. Über die Vergabe von Schlagwörtern werden die Dokumente inhaltlich erschlossen.
  • Links auf elektronisch verfügbare Medien können verwaltet werden.
  • Citavi unterstützt Literaturrecherchen, indem es Onlinezugriffe auf wissenschaftliche Literaturdatenbanken (zum Beispiel PubMed, Web of Science etc.), Buchhandels- und Bibliothekskataloge ermöglicht.
  • Merklisten aus wissenschaftlichen Literaturdatenbanken, Buchhandels- und Bibliothekskatalogen können mit Hilfe von Textfiltern importiert werden.
  • Citavi-Picker
    • für Internetbrowser (Mozilla Firefox, Internet Explorer und Google Chrome)
      • mittels des Pickers werden Internationale Standardbuchnummern und DOI auf Webseiten erkannt und können per Klick in ein Citavi-Projekt importiert werden.
      • mittels des Pickers können Webseiten per Mausklick als Dokument in ein Citavi-Projekt importiert werden, zusätzlich kann ein Screenshot der aktuellen Ansicht oder der vollständigen Seite beigefügt werden.
      • in Citavi kann die Webseite sofort in ein PDF-Dokument umgewandelt werden, um den Inhalt der Seite zu sichern.
    • für Adobe Reader
      • mittels des Pickers kann ein PDF-Dokument direkt in ein Citavi-Projekt importiert werden. Die Metadaten der Datei werden dabei verwendet, soweit vorhanden. Falls das Dokument einen DOI hat, werden mit diesem die bibliographischen Angaben automatisch nachrecherchiert.
  • Citavi kann Metadaten von Medien anhand der ISBN und des DOI importieren.
  • Zur Ausgabe der Nachweise kann Citavi mit Textverarbeitungsprogrammen verknüpft werden.
    • Word-Add-In. Damit können Kurznachweise und Zitate aus Citavi direkt in den eigenen Text eingearbeitet werden, ohne Word [2003, 2007, 2010, 2013, 365] zu verlassen. Das Literaturverzeichnis wächst dabei automatisch beim Schreiben, ein nachträgliches Formatieren entfällt.
    • Die Zusammenarbeit mit OpenOffice Writer und LibreOffice Writer geht über Platzhalter, die in den Text eingefügt werden. Diese werden abschließend beim Formatieren automatisch zu einem Literaturverzeichnis zusammengeführt, das an das Ende der Datei angefügt wird.
    • Die Zusammenarbeit mit vielen anderen Programmen, die Dokumente im Format RTF verarbeiten können (z. B. Scrivener) funktioniert über die Zwischenablage.
    • Integration mit dem LaTeX-Editor LyX über eine Named Pipe.
    • Weitere unterstützte LaTeX-Editoren: LEd, Texmaker, TeXnicCenter, TeXstudio, TeXworks, WinEdt, WinShell, WinTeX. Einfügen von Zitaten und anpassbaren LaTeX-Zitierkommandos (zum Beispiel \cite{Mueller2008}) per Tastaturkürzel.
  • Citavi kennt viele gängige Zitierstile, aktuell stehen über 2.900 zur Auswahl (Stand: 24. Juni 2014). Stile für weitere Zeitschriften werden auf Anfrage vom Anbieter kostenlos erstellt, Fehler in vorhandenen Zitierstilen werden nach Meldung korrigiert.
  • In Citavi sind eine erweiterte Suche nach Merkmalen von Zitationsstilen sowie ein leistungsfähiger Zitationsstileditor mit programmierbaren Bedingungen und Komponenten integriert.
  • Citavi kann Bibliografien erzeugen.

Wissensorganisation[Bearbeiten]

  • Citavi kann Textstellen und Bilder aus Dokumenten als Zitat sowie Texte und Bilder als eigene Gedanken verwalten. Diese Zitate und Gedanken können als Textbausteine in der Textverarbeitung verwendet werden, die Zitate werden dabei ordnungsgemäß belegt.
Zitattypen in Citavi 4
  • Die Gliederung der eigenen Publikation in Kapitel kann in einem Kategoriensystem abgebildet werden. Innerhalb der Kapitel können die Zitate und eigenen Gedanken geordnet werden, um die eigene Argumentation abzubilden. Dies ermöglicht eine Strukturierung der eigenen Arbeit vor dem eigentlichen Schreibprozess.
  • Citavi unterscheidet fünf Zitattypen:
    • Wörtliche Zitate
    • Zusammenfassungen, die längere Textabschnitte kurz zusammenfassen
    • Bild- oder Dateizitate mit der Möglichkeit ein Bild aus einer Quelle direkt in Citavi einzubinden
    • Indirekte Zitate, die eine Textstelle in eigenen Worten wiedergeben
    • Kommentare zu Wissenselementen oder zu Seiten aus der Literaturquelle

Aufgabenplanung[Bearbeiten]

  • Citavi besitzt eine Terminverwaltung mit Aufgaben (dokumentbezogen) und Meilensteinen (projektbezogen), um z. B. Leihfristen im Blick zu behalten und Arbeitsschritte zu planen.

LaTeX[Bearbeiten]

Für LaTeX-Anwender bietet Citavi folgende Funktionen:

  • Mehrere konfigurierbare BibTeX- und einen Biblatex-Export-Filter: Citavi scannt das LaTeX-Dokument und exportiert anhand des BibTeX-Schlüssels die entsprechenden Citavi-Titel in eine BibTeX-Datei (die dann wiederum von LaTeX/BibTeX zum Formatieren des Textes genutzt werden kann).
  • Automatische Erstellung von BibTeX-Schlüsseln für Citavi-Titel (basierend auf konfigurierbarer Vorlage).

Verbreitung[Bearbeiten]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Citavi mit Campuslizenzen an über 200 Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbreitet, darunter an allen Universitäten in Bayern und Baden-Württemberg. Auf der Referenzliste finden sich zudem Firmen, Forschungsinstitute und Behörden.[5]

Kompatibilität[Bearbeiten]

  • Citavi-Dateien können von vielen anderen Literaturverwaltungen importiert werden.
  • Citavi kann die Dateien vieler anderer Literaturverwaltungsprogramme importieren; u. a. von EndNote, ReferenceManager, ProCite sowie BibTeX-Dateien.

Weblinks[Bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Citavi Download-Seite
  2. Patrick Danowski: Citavi 3.0: Bild und Highlights, Blogbeitrag, 24. März 2010
  3. Information zur Mac-Entwicklung
  4. Handbuch Citavi 4: Installation auf einem Mac
  5. Referenzliste