City Bird

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City Bird
City Bird MD-11
IATA-Code: H2
ICAO-Code: CTB
Rufzeichen: Dream Flight
Gründung: 1996
Betrieb eingestellt: 2001
Sitz: Brüssel
Heimatflughafen:

Flughafen Brüssel-Zaventem

Mitarbeiterzahl: ca. 600 (August 2001)
Flottenstärke: 9
Ziele: Europa, Nordamerika, Afrika, Israel
City Bird hat den Betrieb 2001 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

City Bird SA (firmierend unter der Marke CityBird) war eine belgische Fluggesellschaft, die Linien- und Charterflüge sowie Luftfrachttransporte durchführte. Zudem verleaste das Unternehmen seine Maschinen auch an andere Fluglinien. Die Gesellschaft hat ihren Betrieb im Jahr 2001 eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

City Bird wurde am 6. August 1996 von den belgischen Unternehmern Victor Hasson und Georges Gutelman gegründet, die zuvor bereits die Fluggesellschaft Eurobelgian Airlines geleitet hatten. Die Kette City Hotels, deren Vorstandsvorsitzender Victor Hasson war, besaß eine 58%ige Beteiligung an der City Bird.[1] Das Unternehmen stellte am 13. Dezember 1996 eine geleaste McDonnell Douglas MD-11 in Dienst.[2] Das Flugzeug wurde zunächst bis März 1997 an die französische Charterfluggesellschaft Star Europe vermietet und auf Flügen von Paris in die Karibik eingesetzt.[3] Am 27. März 1997 eröffnete City Bird den Linienbetrieb vom Flughafen Brüssel-Zaventem mit einem Flug nach Mexiko-Stadt. Zudem wurden ab dem 30. März 1997 Linienverbindungen nach Orlando und Miami sowie ab dem 1. Juli 1997 nach San Francisco und Los Angeles eingerichtet.[4] Die Fluglinie Sabena erwarb im Herbst 1997 eine 11,2%ige Beteiligung an dem Unternehmen und schloss einen Kooperationsvertrag mit der Gesellschaft ab (siehe Code-Sharing). Im Anschluss konnten Passagiere der City Bird das europäische Liniennetz der Sabena für Verbindungsflüge nutzen. Im Frühjahr 1998 übernahm City Bird zwei weitere McDonnell Douglas MD-11, die langfristig an die Sabena verleast wurden. Die Sabena setzte diese Maschinen ab dem 1. Mai 1998 in eigener Farbgebung auf ihren Langstreckenflügen nach New York, Montreal und Sao Paulo ein.[5]

Am 2. April 1998 erhielt City Bird die erste ihrer drei Boeing 767, die unter anderem im Auftrag des Reiseveranstalters C&N Touristic auf Charterflügen in die Karibik eingesetzt und daneben zeitweise an die Fluggesellschaften Condor, Luxair, Vietnam Airlines und Cameroon Airlines vermietet wurden.[6] Ab April 1999 setzte das Unternehmen eine Boeing 767 für sechs Monate in Kooperation mit der kongonesischen Gesellschaft Lignes Aériennes Congolaises (LAC) auf Linienflügen zwischen Brüssel und Kinshasa ein.[7] Die Fluglinie Sabena, die diese Route parallel bediente, veräußerte daraufhin den größten Teil ihrer Unternehmensanteile und verklagte die City Bird wegen Vertragsbruch.[8]

Im Sommer 1999 erfolgte die Aufnahme von Frachtflügen mit zwei Maschinen des Typs Airbus A300. Die Flugzeuge wurden überwiegend zwischen Brüssel und Tel Aviv eingesetzt. City Bird plante im Jahr 2000 zwei weitere Frachtflugzeuge des Typs Boeing 747 zu betreiben, konnte dies aber nicht realisieren.[9] Ab Ende 1999 konzentrierte sich das Unternehmen auf die Durchführung von Charterflügen in die klassischen Urlaubsregionen am Mittelmeer. Im Januar 2000 wurden die ersten Boeing 737 ausgeliefert, mit denen auch Einsätze von den kleineren Flughäfen Lüttich und Ostende möglich wurden.[10] Zudem stationierte die Gesellschaft im April 2001 eine Boeing 737-400 auf dem französischen Flughafen Lille und setzte diese unter der Bezeichnung City Bird France ein. Ein wirtschaftlicher Flugbetrieb wurde jedoch nicht erreicht.

Das Geschäftsjahr 2000 schloss City Bird mit Verlusten in Höhe von 62 Millionen Euro ab. Zudem trennte sich die Sabena im März 2001 von ihren gemieteten Maschinen des Typs MD-11. Aufgrund der fehlenden Leasingeinnahmen verschlechterte sich die finanzielle Situation des Unternehmens zunehmend. Im Juli 2001 beantragte die Gesellschaft Gläubigerschutz. Infolgedessen wurden alle Langstreckenflüge eingestellt und die Entlassung von 200 Mitarbeitern angekündigt.[11] Die deutsche Thomas Cook AG, die zu diesem Zeitpunkt den Aufbau der Thomas Cook Airlines Belgium plante, zeigte anfangs Interesse an einer Übernahme, entschied sich aber Anfang Oktober dagegen. City Bird stellte den Flugbetrieb am 4. Oktober 2001 ein und meldete am selben Tag Insolvenz an.[12]

Eingesetzte Flugzeuge[Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt der Betriebseinstellung bestand die Flotte der City Bird aus zwei Airbus A300 (Frachtmaschinen) sowie vier Boeing 737-400 und drei Boeing 737-800.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flight International, 20. März 1997 [1]
  2. Flight International, 14. Januar 1997 [2]
  3. Leisure Airlines of Europe, K. Vomhof, Newcastle-upon-Tyne 2001
  4. SkyStef's Aviation Page, City Bird [3]
  5. Flight International, 11. November 1997 [4]
  6. Aircraft Registration Database, City Bird (Boeing 767 OO-CTA, OO-CTQ, OO-CTR) [5]
  7. Flight International, 11. Mai 1999 [6] (PDF)
  8. Flight International, 24. April 2000 [7]
  9. Flight International, 17. April 2000 [8]
  10. jp airline-fleets international, Edition 2000/01
  11. Flight International, 27. August 2001 [9]
  12. jp airline fleets-international, Edition 2002/03