Condor Flugdienst

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der deutschen Fluggesellschaft Condor. Zur gleichnamigen Fluggesellschaft aus Peru siehe Aero Cóndor Perú.
Condor
Logo der Condor
Boeing 757-300 der Condor
IATA-Code: DE
ICAO-Code: CFG
Rufzeichen: CONDOR
Gründung: 1955
Sitz: Frankfurt am Main, DeutschlandDeutschland Deutschland50.0496038.543506Koordinaten: 50° 2′ 59″ N, 8° 32′ 37″ O
Drehkreuz:
Heimatflughafen: Frankfurt am Main
Unternehmensform: GmbH
IATA-Prefixcode: 881
Leitung: Aufsichtsrat:[1]
  • Heiner Wilkens (Vorsitzender)

Geschäftsführung:[1]

  • Ralf Teckentrup (Vorsitzender)
  • Uwe Balser
  • Ulrich Johannwille
Mitarbeiterzahl: ca. 3000
Fluggastaufkommen: 6,7 Mio. (2012)
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 42 (+ 2 Bestellungen)
Ziele: National und international
BW

Condor (eigentlich Condor Flugdienst GmbH) ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main und Heimatbasis auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Nach Passagierzahlen und der Flotte ist Condor die drittgrößte deutsche Fluggesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Jahre ab 1955[Bearbeiten]

Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin mit Fokker F-27 der Condor (1965)
Eine Boeing 707 und 727 der Condor 1972

Am 21. Dezember 1955 wurde die „Deutsche Flugdienst GmbH“ von den vier Gesellschaftern Norddeutscher Lloyd (27,75 %), Hamburg-Amerika-Linie (27,7 %), Deutsche Lufthansa (25,81 %) und Deutsche Bundesbahn (18,5 %) gegründet. Der Heimatflughafen ist seitdem Frankfurt am Main. Die Flotte bestand zunächst aus vier zweimotorigen Propellerflugzeugen des englischen Typs Vickers Viking mit je 36 Sitzen. Am 29. März 1956 begann der touristische Flugbetrieb des Unternehmens mit einem Pilgerflug ins „Heilige Land“. Schon im ersten Betriebsjahr standen Mallorca sowie die Kanareninsel Teneriffa auf dem Flugprogramm. Im Oktober 1957 erwarb die Gesellschaft fünf Maschinen des Typs Convair CV-240 aus den Beständen der der KLM, die über eine Druckkabine verfügten und einen höheren Komfort boten. Im Jahr 1959 übernahm die Deutsche Lufthansa AG 95,5 Prozent des Kapitals der Deutschen Flugdienst.

Die Deutsche Flugdienst GmbH übernahm 1961 die 1957 gegründete „Condor-Luftreederei“ des Oetker-Konzerns und nannte sich ab 1. November 1961 „Condor Flugdienst GmbH“. So kehrte ein traditionsreicher Name in die Lufthansa-Familie zurück: 1927 wurde als eine Lufthansa-Tochtergesellschaft die Syndicato Condor Ltda. in Brasilien gegründet und flog seit 1941 als Serviços Aéreos Condor. 1942 fiel das Eigentum an Brasilien und der Nachfolger (Serviços Aereos Cruzeiro do Sul Ltda.) ging später an Varig. Bei der heutigen Condor handelt es sich also nicht um eine Rechtsnachfolgerin der Syndicato Condor Ltda., jedoch erinnert der Name Condor an diese Pionierzeit der deutschen Verkehrsluftfahrt.

Condor im Zeitalter der Jets[Bearbeiten]

Eine Boeing 747-200 der Condor 1976
Ein Airbus A310-200 der Condor 1987
Ein Airbus A300 der Condor 1988

Die Condor Flugdienst GmbH hatte 1962 an der gesamten deutschen Flugtouristik einen Anteil von 63,3 Prozent. Rund 32.000 Passagiere wurden in diesem Jahr befördert – Mallorca war mit 18.400 Passagieren der Spitzenreiter. 1964 bestand die Condor-Flotte aus vier Vickers Viscount. Im Februar 1965 wurde die erste Boeing 727-100 von der Lufthansa übernommen, im Jahr 1970 kam eine zweite Maschine dieses Typs hinzu. Im Februar 1967 erhielt Condor ihre erste Boeing 707-330B, mit der Langstreckenflüge nach Colombo, Bangkok, Nairobi und Santo Domingo aufgenommen wurden. Charterflüge in die USA folgten ab Dezember 1967. Kontinuierlich wurde die Flotte bis 1968 auf Jets umgestellt.[2][3] Im Jahr 1968 erwarb die Lufthansa die Charterfluggesellschaft Südflug International, die am 2. Januar 1969 mit der Condor fusionierte.

Als erste Ferienfluggesellschaft der Welt setzte Condor Flugdienst 1971 eine Boeing 747-200 ein, den „Jumbo“. Mit einem Umsatz von 291 Millionen DM lag Condor Flugdienst 1973 weltweit an der Spitze der Ferienfluggesellschaften. Vorübergehend kamen während der Sommersaison 1971 drei Boeing 737-100 der Lufthansa zu Condor.[2] Die Flotte setzte sich 1973 zusammen aus insgesamt 11 Boeing-Flugzeugen: Zwei Boeing 747, zwei Boeing 707 und sieben Boeing 727. Im Rahmen der Ölkrise wurden die zwei Boeing 747 später durch Flugzeuge des Typs McDonnell Douglas DC-10-30 ersetzt, die bis Ende der 1990er-Jahre als größtes Flugzeugmuster in der Flotte verblieben.

Ab 1981 wurden insgesamt fünf Boeing 737-200 eingeflottet, später auch Flugzeuge des Typs Boeing 737-300. Im Sommer 1985 gehörte für kurze Zeit auch eine von der Lufthansa Cargo geleaste Douglas DC-8 zur Flotte.

Condor Executive[Bearbeiten]

Im Jahr 1964 stieg die Condor in den Bereich der Geschäftsfliegerei ein. Ein erster Versuch wurde ab August 1964 unternommen, als im Auftrag der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen täglich die Strecke DüsseldorfGrevenHannover mit einer Beech Queen Air beflogen wurde. Nach Einstellung der staatlichen Subventionen im nächsten Jahr wurde die Strecke unwirtschaftlich und im Dezember 1965 eingestellt.[4] Ein weiterer Versuch in dieses Marktsegment wurde ab 1967 mit Condor Executive unternommen. Für Geschäftsreisende wurden Flüge mit einer HS 125 angeboten.[5] Das Personal war zusätzlich geschultes Personal der Condor. Diese Flüge waren wirtschaftlich erfolgreich. Ebenso wurden mit dieser Maschine auch Ambulanzflüge für das DRK und den ADAC sowie ein vierwöchiger Flug, der der Gewinnung von Luftproben über Süd- und Nordamerika im Juli 1974 im Auftrag des Max-Planck-Instituts in Mainz diente, durchgeführt. [6] [7]

Die geplante Tochter InterCondor[Bearbeiten]

Einher mit der Abwicklung der DDR-Fluggesellschaft Interflug im Jahr 1990 gingen Planungen, eine gemeinsame Tochterfirma InterCondor zu gründen, an der sowohl Interflug als auch die Condor mit jeweils 50 % beteiligt gewesen wären. Im Frühling des Jahres wurden bereits die nötigen Verträge unterzeichnet. Man rechnete für das Ostberlin-Geschäft mit einem Potenzial von 1,6 Millionen Fluggästen pro Jahr. Entsprechendes Werbematerial war bereits publiziert worden.[8][9] Zunächst sollte eine Boeing 757-230 der Condor mit 210 Sitzplätzen und einer Reichweite von 5700 Kilometern geleast werden, später weitere Boeing 737.[10] Bedingt durch die inzwischen erfolgte Wiedervereinigung und geänderte Rahmenbedingungen wurde das Vorhaben letztlich nicht verwirklicht.

Entwicklung seit 1990[Bearbeiten]

Condor Flugdienst führte 1991 mit der Condor Comfort Class als erste Ferienfluggesellschaft eine Business Class ein. Im Herbst 1992 wurde die Tochter Südflug komplett in die Condor Flugdienst integriert. Zwischen 1993 und 1996 war wieder eine Boeing 747 in den Farben der Condor im Einsatz, eine 747-400 mit dem Kennzeichen D-ABTD,[11] die allerdings keine Condor-Flüge durchführte, sondern für Lufthansa nach Taiwan flog. Zu der Zeit war es durch ein Gesetz der Volksrepublik China Fluggesellschaften, die Taiwan anflogen, untersagt, auch die Volksrepublik China anzufliegen. Im Jahr 1995 weitete Condor ihre Beteiligungen aus. Inzwischen gehören die alpha Holding GmbH (30 Prozent), die Kreutzer Touristik GmbH (37,5 Prozent), die Fischer Reisen GmbH (100 Prozent) und mit 10 Prozent die Öger Tours GmbH zum Condor-Touristik-Verbund. Condor Flugdienst übernahm außerdem den vom Lufthansa-Konzern bis dahin gehaltenen Anteil von 50 Prozent an der zur übrigen Hälfte Turkish Airlines gehörenden Charterlinie SunExpress.

Der amerikanische Maler James Rizzi gestaltete 1996 zum 40-jährigen Firmenjubiläum eine Boeing 757 zum fliegenden Kunstwerk, den „Rizzi Bird“. Die Condor Flugdienst GmbH wurde mit zwölf Festbestellungen Erstkunde für die Boeing 757-300.

Ab 1997 gehörte die Condor Flugdienst GmbH zur C&N Touristic AG (heute Thomas Cook AG).

Die Condor Berlin (CIB)[Bearbeiten]

Hybridlackierung mit Condor-Farben, aber Thomas-Cook-Schriftzug und -Logo
Eine weitere Variante mit Condor-Schriftzug und -Farben, aber Thomas-Cook-Logo

Anfang des Jahres 1998 gründete Condor Flugdienst die Condor Berlin GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft mit Sitz in Berlin-Schönefeld. Diese besaß den ICAO-Code CIB und bediente bis zu ihrer Integration in die Muttergesellschaft am 1. Mai 2013 mit Flugzeugen des Typs Airbus A320-200 Ziele auf der Kurz- und Mittelstrecke.

Entwicklung seit 2002[Bearbeiten]

Thomas Cook wurde 2002 zur ersten durchgängig internationalen Touristikmarke. Aus Condor Flugdienst wurde die neue Marke „Thomas Cook powered by Condor“. In Deutschland erhielten die Flugzeuge von Condor und Condor Berlin nach und nach das neue Thomas-Cook-Design. Auf dem Rumpf der Maschinen steht seitdem der Schriftzug „Thomas Cook“, auf dem Leitwerk das Thomas-Cook-Logo. Die Hauptfarbe gelb wurde durch blau ersetzt. Im Juni 2002 startete das erste von insgesamt fünfzig Condor-Flugzeugen in der neuen Lackierung. 2003 wurde die Condor-Flotte um zwölf Boeing 757-200 reduziert, um Überkapazitäten im Markt abzubauen. Ab Mai 2004 flog die Fluggesellschaft der Thomas Cook AG in Deutschland wieder unter dem Markennamen Condor Flugdienst, da der Name Thomas Cook von den Deutschen aufgrund des schwächeren Bekanntheitsgrads nicht angenommen worden war und dies zu starken Einbußen in den Passagierzahlen führte. Bei der Lackierung wurde lediglich der Thomas-Cook-Schriftzug in „Condor“ umlackiert, das Thomas-Cook-Logo am Leitwerk blieb ebenso wie die Hauptfarbe blau. Condor Berlin kaufte 2005 einen weiteren Airbus A320 und betrieb nun eine Flotte von 13 Flugzeugen dieses Typs. 2006 folgte ein weiterer Airbus A320, außerdem starteten Condor und Germanwings eine Partnerschaft.

Am 22. Dezember 2006 unterzeichneten die Deutsche Lufthansa AG und die KarstadtQuelle AG eine Absichtserklärung, wonach der Lufthansa-Konzern sich bereit erklärte, seinen Anteil von 50 Prozent an Thomas Cook an die KarstadtQuelle AG zu einem Kaufpreis in Höhe von rund 800 Millionen Euro zu übereignen.[12] Zugleich wurde vereinbart, den direkten Kapitalanteil des Lufthansa-Konzerns an Condor von 10 auf 24,9 Prozent aufzustocken und dem Lufthansa-Konzern zudem die Anteile der Condor an der türkischen Charterfluggesellschaft SunExpress zu übertragen. Lufthansas indirekter Kapitalanteil an der Condor von 45 Prozent ging mit dem Verkauf ihrer Thomas-Cook-Anteile komplett an KarstadtQuelle über. Insgesamt reduzierte die Deutsche Lufthansa somit ihren Kapitalanteil an der Condor um 30,1 Prozentpunkte. KarstadtQuelle erhielt die Option, nach Ablauf von zwei Jahren nach Schließung des Kaufvertrags den Anteil des Lufthansa-Konzerns an Condor von 24,9 Prozent zu übernehmen (Call-Option). Im Gegenzug erhielt der Lufthansa-Konzern eine Put-Option auf den Kapitalanteil der KarstadtQuelle AG (75,1 Prozent). Für den Fall, dass beide Unternehmen ihre Optionen nicht nutzen, wurde dem Lufthansa-Konzern ein Vorkaufsrecht auf die Thomas-Cook-Anteile an Condor zugestanden.[13] Mit dieser Anteilsregelung sollten die Start- und Landerechte (Slots) von Condor auch außerhalb Europas insbesondere für den Lufthansa-Konzern gesichert und ein Aufkaufen durch ausländische Investoren zunächst vermieden werden.

Gegenwart[Bearbeiten]

Eine Boeing 767-300 der Condor mit der alten Grundlackierung und dem alten Schriftzug aber mit "Sunny Heart"
Ein Airbus A320-200 der Condor Berlin in Retrolackierung der 60er-Jahre

Im September 2007 gab Air Berlin bekannt, den Anteil von Thomas Cook übernehmen zu wollen. Der Kaufpreis sollte durch die Ausgabe neuer Air-Berlin-Aktien (Anteil der Thomas Cook an Air Berlin dann 29,99 %) und in bar erfolgen und insgesamt 500 Mio. Euro betragen, wobei die Transaktion bis zum 10. Februar 2009 abgeschlossen sein sollte. Der Anteil der Lufthansa von 24,9 Prozent, auf den Thomas Cook eine Call-Option hatte, sollte dann im Februar 2010 an Air Berlin übergeben werden. Die wechselseitigen Beteiligungen wurden am 5. Oktober 2007 beim Bundeskartellamt zur Genehmigung vorgelegt. Das Bundeskartellamt hatte von Anfang an erhebliche Bedenken und verlängerte die Prüfungsfrist mehrfach. Am 11. Juli 2008 zogen Air Berlin und Thomas Cook den Antrag auf Fusion beim Bundeskartellamt aufgrund der „erheblich veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ zurück.

Daraufhin wurde versucht, die Condor in eine gemeinsame Fluglinie mit der Germanwings und TUIfly einzubringen. Die Verhandlungen scheiterten jedoch Ende September 2008. Laut Thomas Cook wird es nun keine weiteren Bemühungen um eine Fusion geben.[14]

Thomas Cook kündigte am 9. Februar 2009 an, die restlichen Condor-Anteile von 24,9 Prozent für 77 Mio. Euro von der Lufthansa übernehmen zu wollen.[15][16] Dieser Schritt wurde im 1. Quartal 2009 vollzogen. Seither hält die Lufthansa keine Anteile mehr an Condor.[17]

Im Jahr 2012 verlegte die Condor Flugdienst ihren Sitz von Kelsterbach in den neuen Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen.[18]

Im Frühjahr 2013 wurde bekannt gegeben, dass die Tochtergesellschaft Condor Berlin bis Mai 2013 aufgelöst und in die Condor Flugdienst GmbH integriert wird.[19] Der Zusammenschluss erfolgte zum 1. Mai 2013.[20]

Im September 2013 stellten Condor und Thomas Cook Airlines ihren gemeinsamen neuen Markenauftritt vor, der ein vollständig neues Corporate Design und eine neue Lackierung der Flotte in grau/weiß/gelb beinhaltet.[21] Als erste Maschine erhielt Ende November 2013 eine Boeing 757-300 die neue Lackierung.

Ab Herbst 2014 bildet Condor in Kooperation mit der Flugschule TFC Käufer eigene Piloten aus.

Streckennetz[Bearbeiten]

Das Streckennetz der Condor umfasst im Sommerflugplan 2011 insgesamt 27 Kurz- und Mittelstreckenziele sowie 29 Langstreckendestinationen.[22] Angeflogen werden hauptsächlich Urlaubsregionen rund um das Mittelmeer, in Nordamerika und der Karibik.

Kurz- und Mittelstrecke[Bearbeiten]

Die Kurz- und Mittelstreckenflüge der Condor werden mit Airbus A320-200, Airbus A321-200 und Boeing 757-300 durchgeführt und starten in Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Paderborn/Lippstadt und Stuttgart. Die Flugzeuge verfügen über die beiden Beförderungsklassen Economy und Premium Economy.

Angeflogene Destinationen sind im Sommerflugplan 2011 Agadir, Antalya, Arrecife, Burgas, Chania, Dalaman, Djerba, Funchal, Hammamet, Heraklion, Hurghada, Ibiza, Jerez de la Frontera, Korfu, Kos, Larnaka, Las Palmas, Málaga, Marsa Alam, Palma de Mallorca, Rhodos, Santorin, Scharm El-Scheich, Split, Santa Cruz de La Palma und Teneriffa.[22] Meist angeflogenes Ziel ist Palma de Mallorca, das von mehreren Flughäfen aus täglich bedient wird.

Langstrecke[Bearbeiten]

Die Langstreckenflüge der Condor starten, mit Ausnahme der Nonstop-Verbindungen von Wien nach Punta Cana und Varadero, ausschließlich in Frankfurt am Main und werden mit Boeing 767-300ER durchgeführt. Diese verfügen über die drei Beförderungsklassen Economy, Premium Economy und Business Class.

Angeflogene Destinationen sind im Sommerflugplan 2012 Anchorage, Baltimore-Washington, Barbados, Calgary, Cancún, Fairbanks, Fort Lauderdale, Halifax, Havanna, Holguin, Kilimanjaro, Las Vegas, Mahé (Seychellen), Malé, Mauritius, Mombasa, Montego Bay, Nairobi, Panama City, Puerto Plata, Punta Cana, Recife, Salvador da Bahia, San José, San Juan/Puerto Rico, Sansibar, Seattle, Santo Domingo, Tobago, Toronto, Vancouver, Varadero und Whitehorse.[22] Alle Ziele werden mindestens einmal wöchentlich angeflogen, die meistfrequentierte Destination ist Punta Cana mit fünf Verbindungen in der Woche. Condor ist mit Stand November 2012 die einzige Fluggesellschaft, die Direktflüge von Deutschland nach Las Vegas anbietet, nachdem Air Berlin eine Verbindung ab Düsseldorf wieder eingestellt hat.

Seit dem Winterflugplan 2013/2014 fliegt Condor ab München die Zielorte Cancún, Goa, Mauritius, Mombasa, Montego Bay, Puerto Plata, Punta Cana und Varadero an.[23]

Des Weiteren unterhält Condor Kooperationsvereinbarungen mit Gol Transportes Aéreos in Brasilien sowie Alaska Airlines und Air North in Kanada. Diese bieten von einigen Zielflughäfen der Condor-Langstrecken Umsteigeverbindungen zu weiteren Destinationen an, beispielsweise nach Rio de Janeiro und San Diego.[22] Eine Zusammenarbeit mit Mexicana wurde infolge deren Insolvenz eingestellt.

Mit einer Flugzeit von 12 Stunden und 20 Minuten ist Wien-Varadero derzeit die längste Nonstop-Verbindung der Condor.

Ab Winter 2014/2015 nimmt Condor eine weitere Langstreckenverbindung zwischen Köln und Varadero auf.

Flotte[Bearbeiten]

Ein Airbus A320-200 der Condor
Eine Boeing 767-300ER der Condor

Mit Stand Juli 2014 besteht die Flotte der Condor aus 42 Flugzeugen[24] mit einem Durchschnittsalter von 15,7 Jahren[25]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen Sitzplätze[26]
(C/Y+/Y)
Airbus A320-200 12 1 in Retro-Lackierung "Hans"[27][28] 174 (-/32/142)
Airbus A321-200 03 2 2 mit Sharklets ausgestattet 210 (-/36/174)
Boeing 737-800 01 betrieben durch SunExpress Deutschland 189 (-/-/189)
Boeing 757-300 13 1 in Sonderlackierung "Willi"[29] 265 (-/32/233)
Boeing 767-300ER 13 3 in Sonderlackierungen "Janosch"[30], "Ja zu FRA"[31] und Retro-Lackierung "Achim"[32]
1 betrieben durch Omni Air International
245 (30/35/180)
259 (18/35/206)
270 (18/35/217)
Gesamt 42 2

In den Jahren 2009 und 2010 wurden alle Boeing 757 und 767 der Condor mit Blended Winglets nachgerüstet, durch die der Kerosinverbrauch um bis zu 4 Prozent gesenkt werden kann. Die Umrüstungen wurden von Ameco Beijing und Finnair Technical Services durchgeführt.[33][34]

Nach einer Studie der Organisation atmosfair ist Condor eine der umweltfreundlichsten Fluggesellschaften weltweit. Bei einer Auflistung der 100 umweltfreundlichsten Fluggesellschaften liegt Condor auf Platz zwei, vor Lufthansa auf Platz 30 (Langstrecke) bzw. Platz 59 (Kurzstrecke).[35]

Im Dezember 2010 wurde entschieden, die Kurz- und Mittelstrecken-Flotte auf Maschinen vom Typ Airbus A320neo und A321-200 zu vereinheitlichen. Die Maschinen sollten zwischen 2012 und 2017 in Dienst gestellt werden, mit Stand Oktober 2013 erfolgte jedoch nur eine Absichtserklärung und keine Festbestellung. Die Anzahl der eingesetzten neuen Maschinen soll sich erhöhen, um die geringere Sitzplatzanzahl beim A321 im Vergleich zur auszuflottenden Boeing 757-300 aufzufangen.[36]

Die Boeing-Flugzeuge von Condor wurden über die damalige Muttergesellschaft Lufthansa bestellt, deshalb tragen sie den Kunden-Code 30 (beispielsweise Boeing 757-330) der Lufthansa.

Condor hat am 13. Februar 2014 den ersten von fünf neu bestellten Airbus A321-211 in der Sunny-Heart-Lackierung erhalten. Von Thomas Cook plc wurden insgesamt 25 Flugzeuge des Typs Airbus A321-211 bestellt, welche bis 2016Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren an die Airlines der Thomas Cook plc Group ausgeliefert werden sollen. Aus dieser Bestellung sollen insgesamt fünf Airbus A321-211 bis 2015 an Condor geliefert werden.[37]

Kabinenausstattung[Bearbeiten]

Während die Kurz- und Mittelstreckenflotte (Airbus A320-200, A321-200 und Boeing 757-300) nur über Sitze der Economy-Klasse verfügt, werden in den Langstreckenmaschinen vom Typ Boeing 767-300ER drei verschiedene Beförderungsklassen angeboten[38]: Neben der Economy Class gibt es hier eine Premium Economy Class mit größerem Sitzabbstand. Die hochwertigste Kabinenkategorie in den Boeing 767 ist die Business Class (bis Oktober 2013 Comfort Class), die einen höherwertigen Sitz und umfangreicheren Service umfasst.

Die Boeing 767 werden seit dem Winterplan 2013/2014 mit einer neuen Kabine ausgestattet. Die bisherige Comfort Class wird im Zuge dessen in Business Class umbenannt und mit neuen Sitzen versehen, die sich erstmals in ein flaches Bett mit 170° Neigung verwandeln lassen.[39] Am 30. Oktober 2013 wurde die erste modernisierte 767 mit der neuen Kabine vorgestellt, alle Sitze in allen drei Klassen verfügen nun erstmals über persönliche Bildschirme für das In-flight Entertainment.[40] Die Kurz- und Mittelstreckenflotte verfügt über Bildschirme an der Kabinendecke.

Wie bei einigen anderen Fluglinien auch können die Passagiere in einigen Flugzeugtypen an Bord Start und Landung auf Bildschirmen verfolgen. Die Bilder kommen hierbei von einer unterhalb des Radom installierten Kamera.

Sonderlackierungen[Bearbeiten]

Die Boeing 767-300ER D-ABUM Achim
Eine Boeing 757-300 der Condor in der Sonderlackierung Willi

Seit März 2006 fliegt Condor eine einzigartig gestaltete Boeing 757-300 (D-ABON) mit dem Namen „Willi“, benannt nach Wilfried Meyer, der 30 Jahre lang das Gesicht der Condor entscheidend prägte. Highlights sind die überlebensgroße Fliege auf dem Leitwerk, das Motto „Wir lieben Fliegen“ sowie die bunten Herzen. Anlass dafür war das 50-jährige Jubiläum von Condor. Des Weiteren bietet die Flotte der Condor einen Airbus A320 in einer Retrolackierung. Eine 767-300ER, die von Alitalia übernommen wurde und die Kennung D-ABUM trägt, ist ebenfalls in einer Retrooptik gestaltet.

Technik[Bearbeiten]

Bereits seit 1998 verfügt die Condor Berlin über einen eigenen Technikbetrieb für die Wartung ihrer A320-Flotte, die Condor Berlin GmbH am Flughafen Berlin-Schönefeld. Seit 11. November 2008 werden auch die Flugzeuge des Typs Boeing 757 und 767 in Eigenregie gewartet. Dies geschieht durch die Condor Technik GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Condor Flugdienst GmbH. Angesiedelt ist das Unternehmen in Frankfurt, wo zunächst 100 Mitarbeiter tätig sind. Zum 9. August 2010 wurden erstmals drei Auszubildende zum Fluggerätemechaniker eingestellt.[41][42][43] Zuvor wurden die Boeing-Flugzeuge der Condor von der Condor Cargo Technik, einer Tochter der Lufthansa Technik, gewartet. Mit Ausgliederung des Flugbetriebs der Condor Berlin an die Muttergesellschaft am 1. Mai 2013 ist das Unternehmen nun ein ausschließliches Wartungsunternehmen. Als Tochtergesellschaft der Thomas Cook Group Maintenance ist sie ab diesem Datum am Standort Flughafen Berlin-Schönefeld für die Wartung der Airbus-Flotte der Condor zuständig.[44]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

In ihrer Geschichte verzeichnet Condor bisher drei Unglücke mit Todesopfern:

  • Am 31. Juli 1960 fielen beim Anflug auf den Flughafen Rimini nacheinander beide Motoren einer Convair CV 240 mit der Kennung D-BELU und 30 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern an Bord aus. Bei der anschließenden Notlandung einen Kilometer vor Beginn der Landebahn kam einer der Passagiere ums Leben.[45]
  • Am 20. Juli 1970 kollidierte eine Boeing 737-100 der Condor mit der Kennung D-ABEL nahe dem spanischen Tarragona im Flug mit einer Piper PA-28, wobei alle drei Insassen der Piper ums Leben kamen.[46]
  • Am 2. Januar 1988 um 19:18 Uhr kollidierte eine Boeing 737-200 mit der Kennung D-ABHD beim Anflug auf den Flughafen Izmir mit einem Berg nahe Seferihisar, nachdem es Missverständnisse bezüglich des Instrumentenlandesystems gab. Die Maschine zerbrach in mehrere Teile und brannte aus. Keiner der elf Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord überlebte das Unglück.[47]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Karl-Peter Ritter: Condor – Ferienflieger mit Tradition. ursa minor Verlag, Wedemark 2011, ISBN 9783981460902

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Impressum bei condor.com, abgerufen am 31. Juli 2013.
  2. a b Berlin-Spotter.de Artikel zur Geschichte der Condor (Stand 29. November 2008)
  3. Stauch, Günther: Das große Buch der Lufthansa, GeraMond-Verlag München 2003
  4. Der Spiegel 20/1966, S. 59, online
  5. Foto der Maschine bei airliners.net abgerufen am 24. Juni 2013
  6. vgl. Karl-Peter Ritter: Condor-Ferienflieger mit Tradition
  7. Frankfurter Rundschau, 5. Mai 2012, Beilage: Fliegende Blätter
  8. Postkarte: InterCondor (Boeing 757-230 in neuer InterCondor-Lackierung), vermutlich 1990 veröffentlicht.
  9. flugzeug-fotos.de (Abbildung der InterCondor-Postkarte)
  10. Inter Condor: Das Kind von Interflug und Condor in: Die Zeit vom 15. Juni 1990, Nr. 25;
    Online-Version des Artikels auf Zeit.de (Stand: 28. November 2008, 18:50)
  11. Airfleet.de Daten zur 747-400 (Reg. D-ABTD) bei Condor (Stand: 17. Januar 2009)
  12. 4investors.de: Markt-Kommentar
  13. finanztreff.de: Karstadt kann Lufthansa-Anteile an Condor nach zwei Jahren kaufen
  14. Tagesschau.de: Dreierbündnis der Ferien- und Billigflieger geplatzt (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung Stand: 29. September 2008 10:39 Uhr
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThomas Cook übernimmt Condor vollständig von Lufthansa. Aero.de - Luftfahrt-Nachrichten, 31. Januar 2009, abgerufen am 9. Februar 2009..
  16. Neue Heimat für Ferienflieger: Lufthansa stößt Condor ab. (Version vom 31. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today) auf: Financial Times Deutschland. online, 9. Februar 2009.
  17. Thomas Cook plc – Press Release 2009 Interim Results Announcement (PDF, englisch) 14. Mai 2009
  18. Condor verlegt Sitz nach Gateway Gardens. auf: FAZ.net 7. Mai 2010
  19. airliners.de - Condor Berlin wird eingegliedert 8. März 2013
  20. airliners.de - Condor schließt Integration von Condor Berlin ab 30. April 2013
  21. airliners.de - Thomas Cook vereinigt Marken unter einem neuen Symbol 1. Oktober 2013
  22. a b c d condor.com - Flugplan Sommer 2012 (PDF; 1,7 MB) abgerufen am Mai 2012
  23. Condor bestätigt Langstrecken ab München. auf: airliners.de, 4. März 2013.
  24. ch-aviation.com – Condor (englisch) abgerufen am 24. Juli 2014
  25. airfleets.net - Fleet age Condor (englisch) abgerufen am 24. Juli 2014
  26. condor.com - Unsere Flotte abgerufen am 30. November 2013
  27. Condor Hans on airliners.net
  28. Condor Airbus gets nostalgic makeover (PDF; 26 kB)
  29. Condor's Willi on airliners.net
  30. Condor Celebrates Special Janosch Themed Livery
  31. Airline Reporter
  32. Airliners.net
  33. AMECO BEIJING Winglets für Condor-767 in: Aero International, Ausgabe 12/2008, Seite 41; Jahr Top Special Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
  34. Helsingin Sanomat – Finnair seeks partners for aircraft maintenance (englisch) 8. September 2009
  35. atomasfair.de - atmosfair airline index
  36. focus.de - Condor erneuert Flotte
  37. [3]
  38. Condor.de, Flottenüberblick abgerufen am 21. Juni 2012
  39. [4]
  40. aero.de - Fluggastpremiere für die neue Condor Langstreckenkabine 31. Oktober 2013
  41. Condor baut eigenen Technikbetrieb auf. In: Condor Magazin. Ausgabe 1/2009, S. 17.
  42. Premiere: Condor Technik bildet aus. In: Condor Newsletter. Ausgabe 100, 23. August 2010.
  43. Condor mit eigener Line Maintenance für Boeing-Flotte. auf: airliners.de, 11. November 2008.
  44. airliners.de - Condor schließt Integration von Condor Berlin ab 30. April 2013
  45. aviation-safety.net - Unfallbeschreibung (englisch) abgerufen am 5. März 2011
  46. aviation-safety.net - Unfallbeschreibung (englisch) abgerufen am 5. März 2011
  47. aviation-safety.net - Unfallbeschreibung (englisch) abgerufen am 5. März 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Condor Flugdienst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien