Brussels Airlines

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Brussels Airlines
Logo der Brussels Airlines
Airbus A330-300 der Brussels Airlines
IATA-Code: SN
ICAO-Code: BEL
Rufzeichen: BEELINE
Gründung: 2007
Sitz: Brüssel, BelgienBelgien Belgien
Drehkreuz:

Brüssel-Zaventem

Heimatflughafen: Brüssel-Zaventem
ISIN: INE802G01018SECT
IATA-Prefixcode: 082
Leitung: Bernard Gustin (CEO)
Mitarbeiterzahl: 3500[1]
Umsatz: US-$ 1 Mrd.[1] (2012)
Fluggastaufkommen: 6 Mio.[1] (2012)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 47
Ziele: National und International
Webseite: brusselsairlines.de

Brussels Airlines ist eine belgische Fluggesellschaft mit Sitz in Brüssel und Basis auf dem Flughafen Brüssel-Zaventem. Sie ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG und Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance.

Geschichte[Bearbeiten]

b.house, der Hauptsitz von Brussels Airlines in Brüssel

Brussels Airlines wurde durch den Zusammenschluss der SN Brussels Airlines, die aus der traditionsreichen Sabena hervorging, und der Virgin Express gegründet. Am 25. März 2007 fand der erste Flug unter dem Namen Brussels Airlines und dem IATA-Code “SN”, der von der SN Brussels Airlines übernommen wurde, statt. Den Code trugen auch schon die Flüge der Sabena, dies soll die Herkunft der Fluggesellschaft zum Ausdruck bringen. Die Sabena war in Belgien sehr beliebt und ein Teil des Nationalstolzes. Ihr Bankrott entwickelte sich zu der größten Firmenpleite in der belgischen Geschichte. Da das Schicksal der Sabena damals durch ausländische Investoren wie die Swissair besiegelt wurde, wurde bei der Gründung der SN Brussels Airlines höchste Priorität auf die Beibehaltung der belgischen Identität und Eigenständigkeit gelegt. Eigentümer der neuen Gesellschaft Brussels Airlines waren aus diesen Gründen 40 belgische Investoren, die gemeinsam einen Anteil von knapp über 70 Prozent der Aktien verwalteten. Durch den Zusammenschluss mit der Virgin Express Ende 2004 wurde allerdings die Fluggesellschaft Virgin Atlantic des Unternehmers Richard Branson größter Anteilseigner.[2] 2007, im ersten Jahr der Firmengeschichte, beförderte Brussels Airlines 5,8 Millionen Passagiere und erreichte damit einen Netto-Gewinn von 23,1 Millionen Euro.

Ende 2007 gründete Brussels Airlines zusammen mit Hewa Bora Airways die mauretanische Fluggesellschaft Pan African Airlines unter dem Namen "airDC" neu.[3] Nach dem Flugzeugabsturz einer Hewa-Bora-Maschine am 15. April 2008 revidierte Brussels Airlines die Zusammenarbeit.[4] Ein erneuter Versuch der Einführung der "airDC" wurde unwahrscheinlich, nachdem die ehemaligen Partner Hewa Bora und Brussels Airlines wieder in einen Konkurrenzkampf auf der Strecke Brüssel-Kinshasa getreten sind.[5]

Aufgrund des steigenden Ölpreises hat sich Brussels Airlines 2008 das Ziel gesetzt, nach neuen Möglichkeiten der Spritersparnis zu suchen. So fliegen die Flugzeuge langsamer[6] und die ohnehin unnötigen Aschenbecher wurden aus den Sitzen entfernt. Des Weiteren streicht Brussels Airlines jedes Jahr Flüge am 1. Januar, bis auf die Flüge aus und nach Afrika. Der Neujahrstag sei mit zu hohen Kosten verbunden. Ebenfalls im Jahr 2008 hat Brussels die BAe 146-200 ausgeflottet. Der letzte Flug einer dieser Maschinen war gleichzeitig auch der letzte Flug zwischen dem nun stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof und Brüssel.[7]

Am 15. September 2008 kündigte die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa an, zunächst 45 Prozent der Anteile an Brussels Airlines zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich ab 2011, sollten dann die restlichen Anteile übernommen werden.[8] Die Europäische Kommission hat die Transaktion am 22. Juni 2009 genehmigt.[9] Am 19. September 2008 kündigte die Star Alliance an, Brussels Airlines voraussichtlich im Dezember 2009 in ihren Verbund aufzunehmen. Die Aufnahme wurde am 11. Dezember 2008 bestätigt.[10]

Am 24. März 2009 kündigten Brussels Airlines und die Deutsche Lufthansa die Erweiterung ihrer Kooperationen an. So sollen auf den Strecken zwischen Brüssel und Frankfurt, Berlin, Hamburg, Hannover, Nürnberg und Stuttgart Code-Share-Flüge durchgeführt werden. Die gegenseitige Benutzung von Flughafen-Lounges und das Sammeln von Bonusmeilen soll vereinfacht werden.[11] Mittlerweile wurden auch afrikanische Destinationen einbezogen. Seit dem 1. Juli 2009 gehört Brussels Airlines zum Lufthansa-Konzern.[12] Seit dem 9. Dezember 2009 ist Brussels Airlines zudem Mitglied der Star Alliance.[13] Brussels Airlines ist auch Mitglied der Association of European Airlines.

Seit dem 26. Oktober 2009 ist Brussels Airlines dem Vielfliegerprogramm Miles & More unter Führung der Lufthansa angeschlossen, welches das eigene Programm Privilege ersetzt hat.[14]

Im Sommer 2010 wurden Medienberichte veröffentlicht, nach denen die Gründung einer neuen kongolesischen Fluglinie durch Brussels Airlines mit Hilfe der Muttergesellschaft Lufthansa und lokalen Investoren unter dem Projektnamen Korongo Airlines in Planung sei.[15]

Im Herbst 2012 musterte Brussels Airlines ihre letzten Boeing 737-400 aus.[16]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Der obere Teil des Flugzeugrumpfs ist weiß, der untere Teil pastellgrau lackiert, Heck und Seitenleitwerk sind dunkelblau. Auf den Seitenleitwerken ist ein aus 14 roten Punkten bestehendes b auf dunkelblauem Grund zu sehen. Eigentlich waren 13 Kugeln geplant, doch wurde eine 14. Kugel hinzugefügt, um abergläubische Fluggäste nicht zu verschrecken.[17] Im Inneren erwarten den Passagier dunkelblaue Ledersitze. Die vorher fast komplett roten Flugzeuge der Virgin Express wurden direkt umlackiert und an das neue Corporate Design angepasst. Anders hingegen die Flugzeuge der SN Brussels Airlines:

Übergangslackierung[Bearbeiten]

  • Erste Variante: Das alte „Sabena-S“ wurde auf manchen Maschinen noch weiter genutzt. Es flogen nicht sofort alle alten SN Brussels Airlines Flugzeuge in den neuen Farben. Hier wurde dann nur das „SN“ am Flugzeugrumpf durch ein kleines „b“ ersetzt (siehe Bilder-Kasten rechts).

Einige BAe-146-Maschinen flogen noch bis ins Jahr 2008 in alten Farben der ersten Variante. Mittlerweile ist keine Maschine mit dem geschichtsträchtigen “S-Tail” mehr für die Brussels Airlines im Einsatz.

  • Zweite Variante: Mittlerweile ist man dazu übergegangen, ein rotes b anstelle des „Sabena-S“ auf die mittelblauen Seitenleitwerke mit der alten Lackierung zu platzieren (Stand: November 2007).[18]

Auch diese dem neuen Design auf den ersten Blick sehr ähnliche Übergangslackierung hat noch eine orangefarbige Seitenlinie der alten SN-Lackierung und einen nicht komplett grau ausgefüllten Rumpf.

Beförderungsklassen[Bearbeiten]

Auf den meisten europäischen Flügen bietet Brussels Airlines ab dem 28. März 2009 drei verschiedene Ticketarten an:[19]

  • b.business ist die höchste Buchungsklasse (inkl. hochklassigem Catering, freien Nachbarsitzen, Zeitungen etc.) und eine erhöhte Flexibilität bei Umbuchungen
  • b.flex economy+ beinhalten den vollen Service (inkl. Catering, Zeitungen etc.) und eine erhöhte Flexibilität bei Umbuchungen
  • b.light economy ist die billige Variante, bei der normalerweise keine Verpflegung und Umbuchungen inklusive sind

Flugziele[Bearbeiten]

Die Fluggesellschaft fliegt vorwiegend europäische, aber auch afrikanische und asiatische Ziele vom Flughafen Brüssel-Zaventem aus an. Die afrikanischen Ziele waren bereits bei Sabena einige der wichtigsten Ziele und werden durch Brussels Airlines fortgeführt. In Deutschland landen und starten Flugzeuge der Brussels Airlines in Berlin-Tegel, Hamburg, Hannover, Frankfurt am Main und München. Brussels Airlines war eine der wenigen verbliebenen internationalen Fluggesellschaften, die den historischen Flughafen Berlin-Tempelhof noch bis fünf Tage vor seiner Schließung am 30. Oktober 2008 anflogen. In Österreich wird die Hauptstadt Wien mehrmals täglich bedient und in der Schweiz Basel, Genf und Zürich.

Codeshare-Abkommen[Bearbeiten]

Über ein Codeshare-Abkommen mit American Airlines wurden Ziele innerhalb Amerikas über New York-John F. Kennedy oder Chicago-O’Hare realisiert. Dieses Codeshare Abkommen wurde durch ein neues Abkommen im Zuge des Beitritts mit der Star Alliance mit United Airlines ersetzt. Diese fliegen im Codeshare mit SN nach Chicago und Washington und nach New York/Newark (diese Strecke kam nach der Fusion mit United und Continental dazu). SN selbst fliegt seit 2012 selbst die Strecke Brüssel - New York/JFK und ist nach 10 Jahren zurück in den USA. Eine weitere Strecke von Brüssel nach Washington/IAD kam im Frühjahr 2013 dazu. Des Weiteren gibt es Abkommen mit Air Canada nach Montreal und weiter nach Toronto. Nach Bangkok kommt man mit Thai Airways-Maschinen.[20] Weitere Vereinbarungen wurden mit Lufthansa, Austrian Airlines, Finnair, Aegean Airlines, El Al, Ethiopian Airlines, Flybe, LOT Polish Airlines, Hainan Airlines, Jet Airways, Swiss, Malmö Aviation, Cyprus Airways, Air Malta, Croatia Airlines, Ukraine International Airlines, TAP Portugal, Tarom und Europe Airpost geschlossen.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Airbus A320-200 der Brussels Airlines
Eine Avro RJ100 der Brussels Airlines

Mit Stand Juni 2014 besteht die Flotte der Brussels Airlines aus 47 Flugzeugen[16] mit einem Durchschnittsalter von 13,5 Jahren[21]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen Sitzplätze[22]
Airbus A319-100 16 OO-SSC in Star Alliance-Sonderlackierung 132
Airbus A320-200 06 Zwei in Belgian Red Devils-Sonderlackierung 168
Airbus A330-200 03 268
Airbus A330-300 05 OO-SFO in Belgian Red Devils-Sonderlackierung 284
Avro RJ100 12 97
Avro RJ85 01 82
Boeing 737-300 01 mit Winglets ausgestattet, betrieben für Korongo Airlines 142
Bombardier Dash 8Q-400 03 Betrieben durch Flybe 76
Gesamt 47 -

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Factsheet Brussels Airlines (Star Alliance) Juni 2013, abgerufen 13. Juli 2013
  2. europolitan.de: „Lufthansa prüft Übernahme der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines“ (29. April 2008)
  3. touristikpresse.net: „airDC: Eine neue Airline am kongolesischen Himmel“ (2. November 2007)
  4. aero.de: „Brussels Airlines prüft Partnerschaft mit Hewa Bora“ (16. April 2008)
  5. rtbf.be (französisch): "Hewa Bora reprend ses vols Kinshasa-Bruxelles après une pause de deux ans" (30. Mai 2009)
  6. Spiegel.de: Bye-bye, Billigflieger (23. Mai 2008)
  7. Youtube.com: Last international flight Tempelhof (5. November 2008)
  8. Lufthansa Pressemeldung: „Lufthansa beteiligt sich an Brussels Airlines“
  9. Europäische Kommission: Fusionskontrolle: Kommission knüpft Genehmigung der Übernahme von SN Brussels Airlines durch Lufthansa an Bedingungen (22. Juni 2009)
  10. StarAlliance.com: BRUSSELS AIRLINES TO JOIN STAR ALLIANCE (11. Dezember 2008)
  11. Lufthansa.com: Lufthansa und Brussels Airlines bauen Partnerschaft aus (24. März 2009)
  12. Lufthansa.com: [1] (30. Juni 2009)
  13. Lufthansa.com: [2] (16. Dezember 2009)
  14. Brussels Airlines passengers earn Miles & More points as from today, Pressemitteilung vom 26. Oktober 2009
  15. aero.de: "Brussels treibt Airlinegründung in Zentralafrika voran" (13. Juli 2010)
  16. a b ch-aviation.ch - Brussels Airlines (englisch) abgerufen am 25. Juni 2014
  17. Der Standard: „Aberglaube verändert Logo“ (21. Dezember 2006)
  18. flugzeugbilder.de: Bild einer Maschine mit Übergangslackierung (18. November 2007)
  19. brusselsairlines.com: Ankündigung der neuen b.business Klasse (2. März 2009)
  20. btheremag.com: Route-Map und Codeshare-Ziele
  21. airfleets.net - Fleet age Brussels Airlines (englisch) abgerufen am 25. Juni 2014
  22. brusselsairlines.com - Our Fleet (englisch) abgerufen am 1. Januar 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brussels Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Brussels Airlines – Reiseführer