Clark Terry

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Clark Terry, 1976
Clark Terry, 2002
& Great Lakes Navy Band Jazz Ensemble

Clark Terry (* 14. Dezember 1920 in St. Louis, Missouri) ist ein US-amerikanischer Jazz-Trompeter, Flügelhornspieler, Bandleader und Komponist. Sein warmer Ton und seine Fähigkeit, nur mit dem Lippenansatz (also ohne Ventile) zahlreiche Artikulationsnuancen zu erreichen, beeinflusste Miles Davis und darüber zahlreiche weitere Trompeter. Seine Klangvorstellungen führten ihn zum Flügelhorn, das er meisterlich beherrschte und zu dessen Verwendung in der Jazzmusik er stark beitrug.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Terry spielte in der Highschool-Band zunächst Posaune, wechselte aber rasch zur Trompete. Während des 2. Weltkrieges war Terry von 1942 bis 1945 als Mitglied in einer Militärband der US Navy, wo er sich mit Hilfe einer Klarinettenschule eine ungewöhnlich flüssige Technik erarbeitete und auch mit Zirkularatmung experimentierte. Danach spielte er kurz mit Lionel Hamptons und in den Bands von Charlie Barnet, Eddie „Cleanhead“ Vinson, Charlie Ventura und George Hudson. Von 1948 bis 1951 war er Mitglied des Count Basie Orchestra. Seinen Durchbruch brachte die Arbeit im Orchester von Duke Ellington von 1951 bis 1959; anschließend tourte er mit Quincy Jones durch Europa. Danach fand er eine feste Anstellung bei der NBC in New York City und beim Fernsehen, wo er bis 1972 als Solist in der Band von Johnny Carsons Tonight Show auftrat. Daneben baute er in den frühen 1960er Jahren ein Quintett mit Bob Brookmeyer auf.

Nach der Trennung von der Tonight Show begann Terrys Karriere als Studiomusiker und internationaler Star. Er gründete seine beiden Ensemble, die Clark Terry's Big Band und das Quintett Clark Terry and his Jolly Giants und trat weltweit bei Festivals, Konzerten in Clubs auf und spielte Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra, dem Duke Ellington Orchestra und dem Chicago Jazz Orchestra ein. Er arbeitete mit Musikern wie Ella Fitzgerald, Oscar Peterson, Dizzy Gillespie, Dinah Washington, Ben Webster, Charlie Barnet, Doc Severinsen, Ray Charles, Billy Strayhorn, Dexter Gordon, Thelonious Monk, Billie Holiday, Sarah Vaughan, Coleman Hawkins, Zoot Sims, Milt Jackson, Jon Faddis und Dianne Reeves.

Terry wirkte sowohl als Bandleader als auch als Solist. Er komponierte über zweihundert Songs, unterrichtete und schrieb mehrere Bücher. Er wurde dreimal für den Grammy nominiert und einmal mit ihm ausgezeichnet, erhielt mehrere Ehrendoktortitel und einen Platz in der Kansas City’s Jazz Hall of Fame. 2010 erhielt er den Grammy in der Kategorie Lifetime Achievement Award.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

  • Serenade to a Bus Seat (OJC, 1957)
  • Duke with a Difference (OJC, 1957)
  • In Orbit (OJC, 1958)
  • Top and Bottom Brass (OJC, 1959)
  • Color Changes (Candid, 1960)
  • Mellow Moods (Prestige, 1961)
  • Live at the Wichita Jazz Festival (Vanguard, 1974)
  • Live at Montmartre, 1975 (Storyville, 1975)
  • Live in Chicago, Vol. 1+2 (Monad, 1976)
  • Intimate Stories (Challenge, 1978)

Publikationen[Bearbeiten]

  • Clark Terry: Let's talk trumpet. From legit to jazz. Phil Rizzo, Creative Jazz Composers, Bowie (Maryland) 1973, Musikpartitur: Studien und Etüden, ca. 100 S., (siehe Homepage von C. Terry)
  • Clark Terry's System of Circular Breathing for Woodwind and Brass Instruments. Terry-Rizzo, Cleveland (Ohio) 1976, 8 S.
  • Clark Terry: The Interpretation of the jazz language. Phil Rizzo, Cleveland 1977, 209 S.
  • Clark: The Autobiography of Clark Terry. UC Press, 2012

Film[Bearbeiten]

  • Clark Terry. Dokumentation, Deutschland, Buch und Regie: Peter Baumann, Produktion: ZDF

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Clark Terry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien