Costa-Gavras

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Constantin Costa-Gavras)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Costa-Gavras im Jahr 2005
In Paris als Regisseur des Films Eden is West, 2008

Constantin Costa-Gavras (griechisch Κωνσταντίνος Γαβράς oder Konstantínos Gavrás; * 12. Februar 1933 in Loutra Iraias, Arkadien, Griechenland) ist ein griechisch-französischer Filmregisseur und Drehbuchautor, der im Laufe seiner Karriere vor allem mit seinen vielfach ausgezeichneten politisch engagierten Arbeiten auch international im Filmgeschäft populär wurde und bis in die Gegenwart erfolgreich ist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Costa-Gavras’ Vater war Regierungsbeamter, der im vom Kommunisten geprägten Widerstand gegen die deutschen Besatzer vorging. 1945 zog die Familie nach Athen, ehe der Vater nach Ausbruch des Griechischen Bürgerkriegs 1946 seine Arbeitsstelle verlor.[1]

Costa-Gavras wanderte 1954 nach Frankreich aus, nachdem er in seiner Heimat keinen Studienplatz erhalten hatte. 1956 erhielt er die französische Staatsangehörigkeit. Costa-Gavras begann ein Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Pariser Sorbonne, lernte aber am privaten Filministut Cinémathèque française eine große Zahl anspruchsvoller Filme kennen und wechselte an das Institut des hautes études cinématographiques. Dort erwarb er ein Diplom in Regie und Filmproduktion.[1] Ab 1965 war er selbst als Regisseur tätig. Seine Filme bilden meist eine Gesellschaft ab, die von politischen Missständen geprägt ist, gegen die Costa-Gavras Stellung bezieht. Von 1982 bis 1987 leitete Costa-Gavras die Cinémathèque française. Seit Juli 2007 leitet er sie nun abermals.

Unter seiner Regie entstanden mehrere Klassiker des politisch engagierten Films (vgl. Politthriller), darunter Z (Oscar für den besten ausländischen Film 1969), der die Hintergründe der Errichtung der griechischen Militärdiktatur unter dem Obristenregime in den 1960er Jahren thematisiert; Der unsichtbare Aufstand, der den Widerstand der Tupamaros gegen die von den Vereinigten Staaten unterstützte Militärdiktatur in Uruguay zum Thema hat; oder Missing (deutscher Titel: Vermißt), der vor dem Hintergrund des Militärputsches 1973 in Chile ebenfalls das US-amerikanische Engagement zugunsten eines postfaschistischen Regimes kritisch aufgreift.

In vielen seiner Filme vermeidet es Costa-Gavras, die Vereinigten Staaten, die den Hintergrund für seine Themen bilden, konkret zu benennen, um durch die Anonymisierung seine Sozial- und Gesellschaftskritik über das konkrete Beispiel hinausgehend allgemeingültiger zu behandeln.

2002 verfilmte er unter dem Titel Amen das Theaterstück Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth aus dem Jahr 1963 die auf Tatsachen basierende Geschichte des SS-Mannes Kurt Gerstein, der aus christlichem Hintergrund heraus versucht, die katholische Kirche gegen den Holocaust zu mobilisieren, nachdem er selbst durch seine wissenschaftliche Beteiligung bei der Giftgasentwicklung zum Mitwisser und unter Gewissensbelastungen zum Mitverantwortlichen am Holocaust geworden war. Der Film brachte Costa-Gavras 2003 gemeinsam mit Jean-Claude Grumberg den César für das Filmskript ein. Eine weitere César-Nominierung erhielt der Filmemacher zwei Jahre später für die Satire Die Axt, in der José Garcia als arbeitsloser Ingenieur zu sehen ist, der seinen Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt nach dem Leben trachtet.

Bei der Berlinale 2008 fungierte Costa-Gavras als Präsident der Internationalen Jury.[2] 1990 war der Filmemacher für seinen Thriller Music Box – Die ganze Wahrheit bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden.

1968 heiratete Costa-Gavras in zweite Ehe das frühere französische Mannequin Michèle Ray, die sich einen Namen als Journalistin und Filmproduzentin machte. Aus der Beziehung stammen drei Kinder, darunter Romain Gavras und Julie Gavras, die wie ihr Vater im Filmgeschäft Fuß fassten.[1]

[Bearbeiten] Filmografie (Auswahl)

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Costa-Gavras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Costa-Gavra. In: Internationales Biographisches Archiv 46/2009 vom 10. November 2009 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Berlinale 2008: Internationale Jury
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen