Corfitz Ulfeldt

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Dieser Artikel behandelt den dänischen Staatsmann Corfitz Ulfeldt (* 1606). Für dessen Enkel, den österreichischen Politiker, siehe Anton Corfiz Ulfeldt.
Corfitz Ulfeldt

Reichsgraf Corfitz Ulfeldt (* 10. Juni 1606 auf Schloss Hagenskov bei Assens; † 20. Februar 1664 im Rhein zwischen Basel und Neuenburg) war ein dänischer Edel- und Staatsmann. Ulfeldt stammte aus einem alten, einflussreichen Adelsgeschlecht, das bereits 1186 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird.

Corfitz Ulfeldt lebte lange Zeit im Ausland, erlangte 1636 durch die Heirat mit der Gräfin Leonora Christina Ulfeldt, einer Tochter König Christians IV. von Dänemark von Kirsten Munk, großen Einfluss, Reichtum und hohe Ämter.

Er wurde Reichshofmeister[1], suchte nach Christians IV. Tod 1648 Friedrichs III. Thronbesteigung zu hindern, um die Krone seinem Schwager zuzuwenden.

Er wurde dennoch von Friedrich III. in seinen Ämtern belassen, verletzte aber durch seine Anmaßung besonders die Königin Sophie Amalie und floh 1651, als er eines Mordanschlags gegen den König beschuldigt wurde, nach Holland.

Später floh er nach Schweden, das er zum Kriege gegen Dänemark aufreizte. Nach dem Frieden von Roskilde 1658 wurde er in seine Würden wieder eingesetzt, entfloh nach Einführung der absoluten Monarchie in Dänemark von neuem und ertrank am 20. Februar 1664 im Rhein bei Basel, nachdem er in Dänemark zum Tod verurteilt worden war.

Seine Frau wurde von Karl II. von England, bei dem sie Hilfe für Ulfeldt erbat, 1663 an Dänemark ausgeliefert und von ihrer Feindin, der Königin, im blauen Turm in Kopenhagen gefangen gesetzt, in dem sie 22 Jahre bis nach dem Tode der Königin 1685 schmachtete. Sie starb 1698.

Der gemeinsame Sohn des Paares, Leo Graf Ulfeldt (1651-1716), ging nach Österreich und wurde dort Berufsoffizier.

Erläuterungen [Bearbeiten]

  1. Das Amt des Reichshofmeisters entstand um 1430 und war das höchste Staatsamt im dänischen Reich. Er war eine Art Premierminister und Vertreter des Königs. Neben seiner hervorgehobenen konstitutionellen Stellung hatte er eine Reihe wichtiger Aufgaben, wenn seine Pflichten auch nicht klar definiert waren. Im 16. Jahrhundert leitete er die Finanzverwaltung und hatte die Oberaufsicht über die Rentkammer und das Zollwesen.

Literatur [Bearbeiten]

  • Jens Kragh Høst: Leben und Schicksale des Reichsgrafen Korfitz Ulfeld und der Gräfin von Schleswig-Holstein Eleonore Christine. Nach d. dän. Orig. frei ins Dt. übertr. vom Kapitän v. Jensen. Schleswig: Königl. Taubstummen-Inst., 1829.
  • Johannes Ziegler: Denkwürdigkeiten der Gräfin zu Schleswig-Holstein Leonora Christina, vermählten Gräfin Ulfeldt aus ihrer Gefangenschaft im Blauen Thurm des Königschlosses zu Copenhagen 1663-1685. (2. Aufl., Wien: Gerold, 1871); Leipzig: Insel-Verl, 1911.
  • Sophus Birket-Smith: Leonora Christina Grevinde Ulfeldts historie. Kjøbenhavn: Gyldendal, 1879-1881.
  • Steffen Heiberg: Enhjørningen Corfitz Ulfeldt. Copenhagen: Gyldendal, 1996, ISBN 87-00-24616-6
Meyers Konversationslexikons logo.svg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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