Greenpoint (Brooklyn)

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Polnische Läden in Greenpoint

Greenpoint ist der am weitesten nördlich gelegene Stadtteil von Brooklyn, New York City. Im Südwesten grenzt Greenpoint an Williamsburg, im Südosten an den Brooklyn-Queens Expressway, im Norden an den Newtown Creek und im Westen an den East River. Die Pulaski Bridge, benannt nach Casimir Pulaski, verbindet Greenpoint mit Long Island City, dem westlichsten Stadtteil von Queens. Von den etwa 40.000 Einwohnern (Census 2000) sind viele polnischer Abstammung.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick Richtung East River und Manhattan
Shelter Pavilion im McGolrick Park

Vor Ankunft der Europäer wurde Greenpoint von den Keskachauge bewohnt, einem Zweig der Lenape. Benannt wurde die Gegend nach einem Streifen grünen Landes, welcher in den East River ragte. 1638 verhandelte die Niederländische Westindien-Kompanie mit den Lenape um das Recht die Brooklyn Halbinsel zu besiedeln.

Der erste Siedler Greenpoints, von dem berichtet wurde, war Dirck Volckertsen,[1] ein norwegischer Zuwanderer, der dort 1645 ein Haus errichtete, nachdem er sich gegen einen Konkurrenten im Jahr zuvor im Streit um dieses Land rechtlich durchgesetzt hatte. Regelmäßig geriet er in tödliche Auseinandersetzungen mit den Indianern, die zwei seiner Schwiegersöhne mit dem Leben bezahlten. In den 1650er Jahren begann er seinen Grundbesitz an holländische Siedler zu verkaufen und verpachten. Lange wurde die Fläche daraufhin vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Zu Zeiten des Unabhängigkeitskriegs betrieb die britische Armee dort ein Feldlager, während das restliche Land von lediglich fünf, eng verwandten Familien unterhalten wurde, bis im Laufe des 19. Jahrhunderts auf geteilten Parzellen der eigentliche Siedlungskern Greenpoints entstand. Davor waren Greenpoints Farmen weitgehend isoliert vom Rest Brooklyns, nur durch eine einzige Straße, die Wood Point Road, mit diesem verbunden. Daher benutzten die Farmer oft Boote, um ihre Produkte nach Manhattan zu bringen und dort zu verkaufen.

Im Jahre 1839 ließ Neziah Bliss, der in einer der heimischen Familien eingeheiratet hatte, eine gebührenpflichtige Straße, welche der heutigen Franklin Street folgt, bauen. 1850 wurde der erste regelmäßige Fährbetrieb nach Manhattan von ihm eröffnet. Nach und nach kaufte Neziah Bliss das meiste Land auf. Nachdem man zuvor das Grundstück für den Winthrop Park erworben hatte eröffnete dieser im Jahr 1891. Zwanzig Jahre später errichtete man in dem Park das Shelter Pavilion. 1941 erfolgte die Umbenennung in McGolrick Park.[2]

Entlang des East River und Newton Creek siedelte sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts Industrie an, u.a. Holzverarbeitung, Schiffsbau, Druckereien, Keramik und Metallbau. Die meisten Beschäftigten waren Immigranten, viele davon aus Deutschland, Irland und Polen. Vor allem an den Straßen zum Ufer entstanden zu dieser Zeit dicht bebaute Häuserblocks. Teile davon sind heute im nationalen Denkmalregister verzeichnet.

Während des amerikanischen Bürgerkrieges wurden die Seilfabriken am Ufer des East River von der Union umfunktioniert. So wurde hier von Continental Ironworks die USS Monitor, das erste Panzerschiff der US-Marine, sowie sechs weitere Schiffe dieser Klasse gebaut. Am 30. Januar 1862 hatte die USS Monitor ihren Stapellauf am Newton Creek. Am 5. Oktober 1950 kam es zu einer Explosion einer Ölraffinerie am Newton Creek. Allein dabei sind dort 17 Mio. Gallonen Öl ausgelaufen. Die Altlasten sind bis heute ein Umweltproblem.[3]

2005 bestätigte das Department of City Planning die Umgliederung von 175 Blocks in Greenpoint und Williamsburg. 7.300 neue Wohneinheiten mit schätzungsweise 16.700 Bewohnern sowie über 20.000 m² an Fläche für den Einzelhandel sollten 93.000 m² Industrieareal ersetzen,[4] wobei der Bau von günstigen Mietwohnungen subventioniert wurde. Ebenfalls Inhalt des Plans war die Schaffung eines 50acres großen Parks am East River in Greenpoint und Williamsburg.[5] Am 2. März 2006 wurde der Rezoning Plan modifiziert. Viele Bewohner und Mitglieder der Kommunalverwaltung (Brooklyn Community Board 1) erheben jedoch weiterhin Einwände gegen den Bebauungsplan.

Greenpoint ist Teil des 12. Kongressdistrikts von New York. Dieser wird im Kongress durch die Abgeordnete Nydia Velázquez(Demokraten) vertreten.

Demographie[Bearbeiten]

Lange Zeit wurde Greenpoint von den dort beschäftigten und wohnenden Arbeitern und Immigranten geprägt. Mit den 80er Jahren zeigten sich Effekte einer Gentrifizierung. Spätestens 1986 ließen sich im unmittelbar benachbarten Williamsburg steigende Mietpreise beobachten, als dortige Industriegebäude eine Konversion durchliefen. Zudem sind Bewohner Manhattans vor den damals enorm ansteigenden Immobilienpreisen nach Brooklyn ausgewichen. So verstärkten sie in der ersten Hälfte der 80er Jahre eine Entwicklung, die dazu führte, dass die Mieten in Greenpoint während dieser Zeit zum Teil um 500 % anstiegen und sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung dort, mit 13,6 % über 65-Jährigen, im Vergleich zum Rest New Yorks erhöhte.[6] Gleichzeitig etablierte sich eine kleinere Künstlergemeinde in Greenpoint.

Heute ist Greenpoint überwiegend durch eine generationenunspezifische Mittelschicht geprägt. Wegen der vielen dort lebenden Bürger polnischer Abstammung wird es auch Little Poland genannt. Nach Chicago ist Greenpoint eine der größten polnischen Gemeinden in den USA. So erscheint hier die polnischsprachige Zeitung Nowy Dziennik.

Nach einem Zensus lebten 2000 knapp 40.000 Menschen in Greenpoint auf annähernd 16.000 Haushalte verteilt. Das Median-Haushaltseinkommen betrug damals knapp 34.000$ (2008: 43.359) und lag damit deutlich höher als im benachbarten Williamsburg. 43,6 % der Bürger gaben an, polnischer Abstammung zu sein. In 10,1 % der Haushalte lebten alleinstehende über 65-Jährige, in 26 % Kinder. 17,7 % der Bevölkerung lebte unter der Armutsgrenze, ein geringerer Anteil als in benachbarten Stadtteilen.

Nach City-Data.com betrug der Index für die Lebenshaltungskosten im Greenpoint entsprechenden ZIP-Gebiet im Dezember 2009 185.8 auf einer auf einen Indexwert von 100 genormten Skala.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Russisch-orthodoxe Kathedrale

Sehenswert ist in Greenpoint der McCarren Park und der kleinere McGolrick Park, in dem ein 1938 errichtetes, allegorisch stilisiertes Monument an den Bau der USS Monitor erinnert. Ferner gibt es einen historischen, im nationalen Denkmalregister aufgenommenen Distrikt, welcher unter anderem zwischen der Franklin Street und der Manhattan Avenue liegt. Von architektonischem Interesse ist unter anderem eine Episkopalkirche an der Kent Street von 1853 sowie eine russisch orthodoxe Kathedrale an der North 12th Street von 1921.

Fakten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The History Of Greenpoint (en) abgerufen am 2. Oktober 2010
  2. McGolrick Park abgerufen am 2. Oktober 2010
  3. A slippery past. (online)
  4. Greenpoint/Williamsburg Rezoning EIS. New York City Department of City Planning
  5. New York City Department of Parks & Recreation: Greenpoint-Williamsburg Waterfront
  6. New York Times, 15. Oktober 1986: SIGNS OF TRANSFORMATION IN NEIGHBORLY GREENPOINT

Weblinks[Bearbeiten]

40.730381-73.953996Koordinaten: 40° 43′ 49″ N, 73° 57′ 14″ W