Crayon Shin-Chan

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Crayon Shin-Chan
Originaltitel クレヨンしんちゃん
Transkription Kureyon Shin-chan
Shinchanlogo.jpg
Logo von Crayon Shin-Chan
Genre Comedy
Manga
Land JapanJapan Japan
Autor Yoshito Usui
Verlag Futabasha Publishers
Magazin Weekly Manga Action
Erstpublikation August 1990 – Februar 2010
Ausgaben 50
Anime-Fernsehserie
Produktionsland JapanJapan Japan
Originalsprache Japanisch
Jahr 2012
Studio Shin-Ei Animation
Länge 25 Minuten
Episoden 816
Regie Mitsuru Hongo, Keiichi Hara, Yuji Mutoh
Musik Toshiyuki Arakawa
Erstausstrahlung 13. April 1992 auf TV Asahi
Synchronisation
Manga
Titel Shin Crayon Shin-Chan
Originaltitel 新クレヨンしんちゃん
Transkription Shin Kureyon Shin-chan
Land JapanJapan Japan
Autor UY Studio
Verlag Futabasha
Magazin Manga Town
Erstpublikation August 2010 – …
Ausgaben 2

Crayon Shin-Chan (jap. クレヨンしんちゃん, Kureyon Shin-chan) ist eine von 1990 bis Februar 2010 laufende Manga-Serie des japanischen Zeichners Yoshito Usui, die auch als Anime-Fernsehserie mit über 800 Folgen und in 22 Kinofilmen umgesetzt wurde. Nach Usuis Tod im September 2009 wird sie seit August 2010 als Shin Crayon Shin-Chan (jap. 新クレヨンしんちゃん, Shin Kureyon Shin-chan) fortgeführt.

Handlung[Bearbeiten]

Der fünfjährige Shinnosuke Nohara, genannt Shin-Chan Nohara, treibt seine Eltern Harry und Mitsy Nohara in den Wahnsinn. Er ignoriert alle Regeln und gesellschaftlichen Konventionen, nicht selten zeigt er seinen Gesprächspartnern sein entblößtes Gesäß. Der Witz der Serie baut auf den Handlungen und Bemerkungen Shin-Chans auf, die in den dargestellten Situationen absolut unpassend sind und seine Eltern häufig in Verlegenheit bringen.

Charaktere[Bearbeiten]

  • Shin-Chan Nohara (野原 しんのすけ, Nohara Shinnosuke) ist der Protagonist der Serie. Er macht seinen Mitmenschen das Leben zur Hölle und zeigt nur selten Mitgefühl. Im Laufe der Serie fällt auf, dass er jeweils von seiner Mutter und von seinem Vater bestimmte Charaktereigenschaften geerbt hat.
  • Mitsy Nohara (野原 みさえ, Nohara Misae) ist die Mutter von Shin-Chan. Sie ist leicht reizbar und verteilt Kopfnüsse, wenn Shinnosuke etwas angestellt hat. Obendrein ist sie auch ziemlich geizig und schlägt bei jedem Angebot zu, völlig gleichgültig ob das Produkt von Nutzen ist oder nicht. Sie liebt Käsekuchen und Mittagsschläfchen, weshalb ihr von Shin-Chan oft vorgeworfen wird, sie sei eine schlechte Hausfrau.
  • Harry Nohara (野原 ひろし, Nohara Hiroshi) ist der Vater von Shin-Chan. Er ist ein Geschäftsmann und kommt deshalb spät nach Hause. Er hat wie Shin-Chan eine Vorliebe für junge, attraktive Frauen und erhält dafür ebenfalls Kopfnüsse von seiner Ehefrau.
  • Daisy Nohara (野原 ひまわり, Nohara Himawari) ist Shin-Chans kleine Schwester. Sie hat viele Charaktereigenschaften von ihrem Bruder Shin-Chan kopiert. Beispielsweise hat sie eine Schwäche für schöne Männer und Gegenstände die glänzen.
  • Lucky (シロ, Shiro) ist Shin-Chans Hund. Er wird von den Noharas vernachlässigt und man sieht ihn nicht selten mit knurrendem Magen und einer leeren Futterschüssel.
  • Max (佐藤 マサオ, Satō Masao) ist einer von Shin-Chans Mitschülern in der Futaba-Vorschule. Er ist ein sehr ängstliches Kind und fängt bei jeder Kleinigkeit an zu weinen.
  • Bo (ボーちゃん, Bō-chan) ist auch ein Mitschüler. Er ist ruhig und intelligent, seine Nase läuft jedoch ständig.
  • Cosmo (風間 トオル, Kazama Tōru) ist die Intelligenzbestie unter Shin-Chans Mitschülern. Er ist sehr eingebildet und genervt von Shinnosukes Verhalten. Manchmal macht er seinen Mitschülern auch was vor, beispielsweise damit, dass er schon mal Kaffee getrunken habe obwohl dies nicht der Wahrheit entspricht.
  • Fräulein Dori (よしなが みどり, Yoshinaga Midori) ist Shin-Chans Lehrerin. Sie ist sehr freundlich, allerdings auch reizbar. Manchmal wird sie von Shin-Chan und seinen Freunden besucht, meist zu unangemessenen Zeitpunkten. Sie hat einen Freund namens Ricky, allerdings wird dieser nur selten erwähnt.
  • Fräulein Uma (まつざか ウメ, Matsuzaka Ume) ist eine weitere Lehrerin in der Futaba-Vorschule. Sie tut so, als wäre Sie reich, und kleidet sich mit anscheinend teuren Klamotten. Des Weiteren scheitert sie immer an Männern. Allerdings verstehen sich sie und Hans Dieter, ein Arbeitskollege von Harry, sehr gut.
  • Direktor Enzo (園長, Enchō, dt. „Vorschul-Direktor“, eigentlich: 高倉 文太, Takakura Bunta) ist der Direktor der Futaba-Vorschule. Durch sein Aussehen werden ihm Kontakte zur Yakuza nachgesagt. Daher auch sein von Shin-Chan gegebener Spitzname „Don Corleone“ (Im Japanischen nennt er ihn Kumichō (組長, dt. „Pate“) anstatt Enchō). Tatsächlich sagt Enzo es mehrfach offen heraus dass er ein Aussteiger aus der Yakuza (bzw. der Cosa Nostra in der deutschen Fassung) ist und die Stelle als Vorschullehrer teil seiner vom Zeugenschutzprogramm verliehenen neuen Identität ist. Der Name Takakura Bunta wurde wohl von den Schauspielern Bunta Sugawara und Ken Takakura abgeleitet. Beide Darsteller sind in Japan bekannt für ihre Rollen in Yakuzafilmen.
  • Maskierter Muchacho/Action Mask (アクション仮面, Akushon Kamen; Kamen heißt Maske) ist ein Superheld in einer Fernsehserie und Shin-Chans Idol. Es ist angelehnt an die Kamen-Rider-Tokusatsu.
  • Gary Nohara ist Shin-Chans Großvater und der Vater von Harry Nohara. Er besucht die Noharas immer unerwartet, Shin-Chan ist ihm ziemlich ähnlich.
  • Mausi (Nachname unbekannt) ist Mitsys ältere Schwester und Shin-Chans Tante, in der deutschen Fassung wohnhaft in Zerpenschleuse. Seit ihrer Kindheit liebt sie es Mitsy Streiche zu spielen, was sie bei spontanen Besuchen immer noch tut. Aufgrund ihrer kindischen Art versteht sich Mausi gut mit Shin und Opa Gary.
  • Frau Goober ist eine Nachbarin der Noharas und für ihren Klatsch und Tratsch bekannt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Manga[Bearbeiten]

Von 1990 bis 2003 erschien der Manga im Magazin Manga Action bei Futabasha, wegen kurzzeitiger Einstellung des Magazins wechselte Shin-Chan allerdings in das Magazin Manga Town desselben Verlags. Nach dem Tod von Yoshito Usui im September 2009 wurde der Manga bis zur Dezember-Ausgabe des Manga Town, die am 5. November 2009 erscheinen ist, mit bereits fertiggestellten Kapiteln fortgesetzt. Weitere drei Kapitel wurden bis zum 5. Februar 2010 in den folgenden drei Ausgaben veröffentlicht.[1] Die von Usui gezeichneten Kapiteln wurden in insgesamt 50 Manga-Bände zusammengefasst.

Der Manga wird als Shin Crayon Shin-Chan in neuer Form mit Mitgliedern von Usuis Team fortgesetzt, die als 臼井儀人&UYスタジオ (UY Studio) firmieren. Das erste Kapitel der neuen Serie erschien am 5. August 2010 in der September-Ausgabe des Manga-Town-Magazins.[2]

In Deutschland wurde die Serie nach acht Bänden vom Egmont Manga und Anime Verlag eingestellt.

Von 2002 bis 2005 erschienen in den USA die ersten elf Bände von Crayon Shin-Chan beim ComicsOne-Verlag. Diese Ausgabe wird in westlicher Leserichtung gelesen. Im Jahr 2007 lizenzierte CMX Manga, die Manga-Sparte von DC Comics, die Serie erneut und brachte bisher elf Bände mit neuer Übersetzung heraus. Casterman und später J'ai Lu veröffentlichten die Serie in Teilen auf Französisch, Planeta DeAgostini Comics auf Spanisch, Panini Comics auf Portugiesisch und Tong Li auf Chinesisch.

Anime[Bearbeiten]

Der Anime wurde in Japan unter der Regie von Kaichi Hara ab 1992 von Shin-Ei Animation produziert und wird in Japan seit dem 13. April 1992 auf dem Sender TV Asahi gezeigt. Das Charakterdesign entwarf Hiroshi Ogawa. Die Handlung des inzwischen über 700 Folgen umfassenden Anime orientiert sich am Manga. Es existieren derzeit auch 19 Filme. Der 2007 veröffentlichte Film Arashi o Yobu Utau Ketsu dake Bakudan! war der fünfterfolgreichste Anime-Film des Jahres 2007 und spielte 14,5 Millionen Dollar ein. [3]

Trotz des Todes des Autors wird die Anime-Serie seit dem 16. Oktober 2009 fortgeführt.[4][5] Es wurde auch an dem 18. Kinofilm gearbeitet, Chō Jikū! Arashi o Yobu Ora no Hanayome, der am 17. April 2010 in die japanischen Kinos kam.

Die Fernsehserie wurde unter anderem ins Englische, Französische, Spanische, Italienische, Polnische und Portugiesische übersetzt. Nach Deutschland kam die Serie unter dem Namen Shin-Chan im Jahre 2002, die Fassung wurde angefertigt von Interopa Film. Sie wurde das erste Mal ab dem 5. April 2002 auf RTL 2 gezeigt. Später lief sie auf Jetix in der PayTV-Plattform Premiere. Insgesamt wurden 130 Folgen auf Deutsch ausgestrahlt, im Herbst 2003 erschienen 15 Episoden auf drei DVDs/VHS. Die deutsche Fassung beruht auf der englischen Fassung und verwendete entsprechend auch dieselbe Titelmusik. Auch in den Namen der Charaktere schlug sich das englische Ausgangsmaterial nieder. So heißt Shin-Chans Vater „Harry“.

Von den ersten 52 Folgen existieren zwei verschieden synchronisierte deutsche Fassungen. Die Erste wurde vom 5. April 2002 bis 24. Juni 2002 während der Erstausstrahlung verwendet. In dieser Version wurde die mit Schimpfwörtern gefüllte und als pervers angesehene englische Fassung übernommen und teilweise noch verschärft. Wegen Protesten wurden die Serie für einen Monat ausgesetzt und die Synchronisation überarbeitet. Anschließend wurde nur noch diese Neufassung auf RTL 2 und Jetix gezeigt. Bei den Folgen 53 bis 130 wurde von Anfang an darauf geachtet, dass es bei der Synchronisation nicht zu übertriebenen Formulierungen kam. Somit sind die letzteren Episoden näher am Original als die ersten 52 Folgen. Die erste Fassung läuft nur noch während sporadischer Wiederholungen in der Nacht auf RTL 2. Auf den DVDs/VHS ist ebenfalls nur die Zweitfassung enthalten und haben eine FSK 12 erhalten.

Für das Titellied der Serie wurde die Band Bro’Sis engagiert, welche sich gerade auf RTL 2 formierte hatte. Der Text wurde aus dem Englischen übernommen, allerdings komplett neu arrangiert und produziert. Für den Abspann wurde eine Kurzfassung des Titellieds verwendet.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Japanischer Sprecher (Seiyū) Deutscher Sprecher
Shin-Chan Akiko Yajima Tanja Geke
Mitsy Miki Narahashi Tanja Schumann (1. Stimme)
Sabine Arnhold (2. Stimme)
Harry Keiji Fujiwara Detlef Bierstedt
Cosmo Mari Mashiba Bernhard Völger
Nini Tamao Hayashi Anja Rybiczka
Fräulein Dori Yumi Takada Cathlen Gawlich
Max Teiyū Ichiryūsa Carola Ewert (1. Stimme)
Susanne Herrmann (2. Stimme)
Bo Chie Satö Karlo Hackenberger
Frau Goober Reiko Suzuki Eva-Maria Werth
Fräulein Uma Michie Tomizawa Christin Marquitan
Direktor Enzo Rokurō Naya Bernd Schramm
Maskierter Muchacho Tesshô Genda Stefan Fredrich

Musik[Bearbeiten]

Die Musik der Serie komponierte Toshiyuki Arakawa. Für die Vorspanne verwendete man folgende Titel:

  • Dōbutsuen wa Taihen da von Tune's
  • Yume no End wa Itsumo Mezamashi! von B.B.Queens
  • Bakappo de Go! von Akiko Yajima
  • Ora wa Ninkimono von Akiko Yajima
  • Nenjū Muchū ~I Want You~ von Puppy
  • Tobe Tobe Onei-san von Akiko Yajima und Tesshou Genda
  • Dame Dame no Uta von Lady Q, Akiko Yajima & Miki Narahashi
  • Pleasure von Tomomi Kahala
  • Leisurely De-o! von Akiko Yajima
  • Leisurely De-o! ~Crayon Friends 2007 Version~ von Akiko Yajima and AKB48
  • Hapihapi von Becky
  • Hey Baby von Koda Kumi
  • T.W.L

Die Lieder der 13 Abspanne sind:

  • Uta wo Utaō von Daiji-Man Brothers Band
  • Sunao ni Naritai von Hiromi Yonemura
  • Do-shite von Sakurakko Club - Sakura-kumi
  • Reggae von Kotone
  • Party Join Us Daisakusen von Maron Kōshaku & Akiko Yajima
  • Shin-chan Ondo von Haruo Minami & Akiko Yajima
  • Boys Be Brave ~Shōnen yo Yūki wo Mote~ von Aki Okui
  • Tsukiakari Funwari Ochitekuru Yoru von Nanami Ogawa
  • Suki Suki - My Girl von L'luvia
  • Ora wa Ninkimono von Akiko Yajima, Keiji Fujiwara & Miki Narahashi
  • Sayonara Arigatō von Sachiko Kobayashi
  • Kyō wa Date von Kamaboko
  • Genki de Ite ne von Sachiko Kobayashi
  • Zentaiteki ni Daisuki Desu. von Sheki-Dol
  • Nichū no Fantasy ~Taiiku wo Yasumi Onna no Ko Hen~ von Dance Man
  • Mama to no O-yakusoku Jōkō no Uta von Akiko Yajima & Miki Narahashi
  • Konna Toki ni Koso Yakiniku ga Aru von the Nohara Family All Stars

Rezeption[Bearbeiten]

Laut MangasZene war die Serie in Japan zu ihrem Fernseh-Start sehr umstritten, da sie viele Flüche und sexuelle Anspielungen enthält, dabei aber beim Publikum unter 12 Jahren sehr beliebt war. Eltern befürchteten, ihre Kinder könnten das Verhalten der Hauptfigur Shin-Chan zum Vorbild nehmen. Dennoch blieb die Serie erfolgreich im Programm.[6] Animationen und Charaktere sind laut MangasZene „sehr einfach und schlicht gehalten“ und seien, wie die Serie als Ganzes, sicher nicht jedermans Geschmack.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anime News Network: Crayon Shin-chan Manga to Continue until February (englisch). 6. November 2009.
  2. Ankündigung bei natalie.mu (japanisch)
  3. Anime News Network über die erfolgreichsten Animes 2007
  4. Gigazine: “Crayon Shin-chan” is to continue airing despite the author’s death. 20. September 2009 (englisch, japanisch).
  5. Anime News Network: Crayon Shin-chan Anime's Continuation, Film Confirmed. 2. Oktober 2009 (englisch)
  6. Animerica, Vol. 10 No. 10, S. 6.
  7. MangasZene Nr. 8, S. 21.

Weblinks[Bearbeiten]