Cyananthus

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Cyananthus
Cyananthus lobatus, Illustration.

Cyananthus lobatus, Illustration.

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Unterfamilie: Campanuloideae
Gattung: Cyananthus
Wissenschaftlicher Name
Cyananthus
Wall. ex Benth.

Die Gattung Cyananthus gehört zur Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Sie besteht aus etwa 23 Arten, und ist im Himalaya und Südwest-China verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten]

Cyananthus-Arten sind ein- oder mehrjährige krautige Pflanzen. Die mehrjährigen Arten sind zwergwüchsig und häufig mit knolliger Sprossachse. Der Wuchs ist meist niederliegend oder aufsteigend. Die Laubblätter sind wechselständig. Die Blätter sind meist ungeteilt (bei C. lobatus dreilappig), lanzettlich über herzförmig-oval bis rundlich. Die meisten Arten haben einen deutlich ausgeprägten Blattstiel, der oft geflügelt und behaart ist, selten sind die Blätter auch sitzend. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Die Blüten stehen meist einzeln am Stängelende, selten in zymösen Blütenständen. Sie haben einen kurzen Blütenstiel, selten sind die Blüten sitzend. Die zwittrigen Blüten sind selten drei-, meist vier- oder fünfzählig. Der Kelch ist mitunter mit der Krone verwachsen. Die vier bis fünf meist blauen, selten purpurnen oder gelblichen Kronblätter sind trichterförmig oder röhrig verwachsen. Die vier bis fünf Staubblätter haben dünne Staubfäden. Der Pollen hat sieben bis neun (6 bis 12) Furchen („colpat“) und mehr oder weniger deutlich abgesetzte „Polkappen“. Der oberständige Fruchtknoten ist drei- bis fünffächrig. Die Kapselfrucht öffnet sich an der Spitze mit drei bis fünf Klappen.

Die Chromosomenzahl beträgt meist 2n=14, selten (C. hookeri) auch 2n=24.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Arten dieser Gattung sind Hochgebirgspflanzen in Höhenlagen von 2000 bis 5000 Metern.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Cyananthus gehört zu den Glockenblumengewächsen im engeren Sinne (Campanuloideae) und wird dort in eine Verwandtschaftsgruppe mit Campanumoea, Canarina, Codonopsis, Leptocodon und Platycodon gestellt. [1] Der für Glockenblumengewächse im engeren Sinne ungewöhnliche oberständige Fruchtknoten, Pollenmorphologie und die Chromosomenzahl ließen schon lange vermuten, dass Cyananthus ursprünglichen Arten ähnlich ist.

Die Gattung Cyanathus wird nach Krishna K. Shrestha (1997) in zwei Untergattungen gegliedert:

Untergattung Cyananthus (21 Arten): Gegliedert in vier Sektionen:
  • Sektion Cyananthus (sieben Arten)
  • Sektion Stenolobi Franch. (neun Arten)
  • Sektion Suffruticulosi K.K.Shrestha (zwei Arten)
  • Sektion Annui (Y.S.Lian) D.Y.Hong et L.M.Ma (drei Arten).
Untergattung Micranthus K.K.Shrestha: Mit nur zwei Arten.

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Untergattung Cyananthus: Mit gestielten, fünfzähligen Blüten:

Untergattung Micranthus: Mit sitzenden, vierzähligen Blüten:

Literatur[Bearbeiten]

  • T. G. Lammers: Campanulaceae In: The families and genera of vascular plants. Springer-Verlag, Berlin & Heidelberg 2007.
  • C. V. B. Marquand: Revision of the genus Cyananthus In: Notes of the Edinburgh Royal Botanical Garden 73/1924, S. 241-255.
  • K. K. Shrestha: The taxonomic significance of the petiole anatomy in the genus Cyanathus (Campanulaceae) In: Bot. Zurn. 77(8)/August 1992, S. 83-89.
  • K. K. Shrestha: Taxonomic revision of the Sino-Himalayan genus Cyananthus (Campanulaceae) In: Acta Phytotaxonomica Sinica 35(5)/1997, S. 396-433.
  • K. K. Shresta & V. F. Tarasevich: Comparative pollen morphology of genus Cyananthus in relation to its systematics and its position within the family Campanulaceae In: Bot. Zurn. 77(10)/Oktober 1992, S. 1-13.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. M. M. Eddie, T. V. Shulkina, J. F. Gaskin, R. C. Haberle & R. K. Jansen: Phylogeny of Campanulaceae s. str. from ITS sequences of nuclear ribosomal DNA In: Annals of the Missouri Botanical Garden 90/2003, S. 554–575