Dänische SS-Einheiten

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Vereidigung von dänischen SS-Freiwilligen des Frikorps Danmark, 1941

Dänische SS-Einheiten waren Teil der Ausländischen Freiwilligenverbände der Waffen-SS. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges haben circa 6000 Dänen freiwillig in der Waffen-SS Dienst getan, um mit den Deutschen an der Ostfront gegen die Sowjetunion zu kämpfen. Dem voran ging die Unterstützung der Finnen durch dänische Freiwillige im Winterkrieg gegen die Sowjetunion. Erster Führer der Dänen war Oberstleutnant Christian Peter Kryssing. Er wurde Februar 1942 vom Leibgardeoffizier Christian Frederik von Schalburg gefolgt. Die dänischen Offiziere waren aus dem dänischen Militär mit Akzept der Regierung zeitweilig ausgetreten und wurden in die Waffen-SS mit dem entsprechenden Dienstgrad übernommen. Dennoch wurden nach Kriegsende gegen sie hohe Strafen wegen Landesverrat verhängt (siehe dazu: NS-Prozesse in Dänemark).

Standarte Nordland – Division Wiking[Bearbeiten]

Bereits kurz nach der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 wurden dänische Staatsbürger für die SS-Standarte „Nordland“ angeworben. Im Mai 1940 reisten ungefähr 200 Dänen nach Klagenfurt in Österreich, wo ein Bataillon – hauptsächlich aus Dänen und Norwegern bestehend – ausgebildet werden sollte. Einige der Dänen waren aber der Ansicht, dass sie unter falschen Voraussetzungen angeworben worden waren, und reisten bald wieder nach Hause. Die Übrigen und die, die nach und nach dazu kamen, wurden im November 1940 in die neu aufgestellte SS-Division „Wiking“ als Regiment „Nordland“ eingegliedert.

Im Mai 1943 wurden zwei Bataillone des Regiments – hauptsächlich aus dänischen und norwegischen Freiwilligen bestehend – in die 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“ überführt. Einige hunderte dänische Freiwillige kämpften in der Division „Wiking“ bis zum Kriegsende.

Frikorps Danmark[Bearbeiten]

Wenige Tage nach dem Beginn des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion fingen die dänischen Nationalsozialisten damit an, für eine rein dänische Einheit mit dem Namen „Frikorps Danmark“ Personal zu werben. Der Artillerie-Offizier Christian Peter Kryssing – der nicht Nationalsozialist war – hatte man dazu überredet als Kommandeur des Freikorps einzutreten. Die dänische Regierung ging es darum zu vermeiden, dass dänische Wehrpflichtige aufgrund deutscher Forderungen zwangsweise zum Kriegsdienst an der Ostfront eingezogen wurden. Darum wurde akzeptiert, dass Freiwillige für den Dienst im „Frikorps Danmark“ angeworben wurden und, dass Offiziere und Unteroffiziere zeitweilig aus dem dänischen Heer austraten – wohl wissend dass der Austritt mit Hinblick auf Dienst in diesem Korps geschah.

Am 19. Juli 1941 reisten die ersten 800 dänischen Freiwilligen von Kopenhagen nach Hamburg ab. In der SS-Kaserne Hamburg-Langenhorn wurde das Freikorps formiert, der Eid auf Adolf Hitler wurde geleistet und die Ausbildung begann. Nach und nach stießen neue Freiwilligen hinzu. Im September 1941 verlegte das Korps zur Kaserne Treskau (Owinska) nördlich von Posen, wo die Übungsbedingungen besser waren.

Im März 1942 wurde Oberstleutnant Kryssing, der sich als Artillerieoffizier wenig geeignet als Kommandeur einer Infanterie-Bataillon erwiesen hatte, und der sich auch zunehmend mit den Nationalsozialisten unter den Offizieren angelegt hatte, von dem dänischen nationalsozialistischen früheren Leibgardeoffizier SS-Hauptsturmführer Christian Frederik von Schalburg abgelöst. Im Mai 1941 wurde „Frikorps Danmark“ in der Kesselschlacht von Demjansk eingesetzt. Hier hat das Korps unter schwierigen Bedingungen und mit bedeutenden Verlusten den gerade erkämpften Korridor zum Kessel verteidigt. Von den ursprünglichen ca. 1100 Mann fielen 73 und 274 wurden verwundet. Außerdem waren viele im sumpfigen Gebiet von Krankheiten befallen. Der Kommandeur, von Schalburg, fiel am 2. Juni, und wenige Tage später fiel auch sein Nachfolger, der deutsche SS-Hauptsturmführer Hans Albert von Lettow-Vorbeck.

Zu Beginn des Monats August wurde das Freikorps von der Front zurückgezogen und ging in Urlaub in Dänemark. Im Heimatland hatte sich die Stimmung inzwischen sehr deutlich in deutschfeindlicher Richtung geändert. Das Freikorps war nicht gerne gesehen, und besonders bei der Ankunft in Kopenhagen kam es zu schweren Unruhen.

Nach eine Auffrischungsperiode wieder an der Ostfront angelangt und jetzt vom dänischen SS-Hauptsturmführer Knud Børge Martinsen geführt, wurde das Freikorps der 1. SS-Infanterie-Brigade (mot.) unterstellt und in der Gegend um den Orten Newel und Welikije Luki eingesetzt. Hier befand sich das Freikorps bis Ende März 1943. Auch hier hat man schwere Kämpfe durchgemacht, doch mit geringeren Verlusten als im Einsatz des vorausgegangenen Sommers.

Am 24. März 1943 wurde „Frikorps Danmark“ aus der Front herausgelöst und per Eisenbahn nach Grafenwöhr in Bayern verlegt. Hier wurde das Freikorps am 6. Juni 1943 offiziell aufgelöst, und die Freiwilligen, die sich auf Kriegsdauer verpflichtet hatten, gingen im Regiment 24 „Danmark“ in der neu aufgestellte 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“ über.

Fahne und Abzeichen des Frikorps Danmark[Bearbeiten]

Die Truppenfahne des Frikorps Danmarks bestand aus der dänischen Nationalflagge (Dannebrog), der in weißen Buchstaben die Worte „Frikorps Danmark“ in der linken oberen Ecke hinzugefügt wurden.

Zu Beginn führten die Angehörigen des Frikorps Danmark statt der bei der SS üblichen Siegrune auf dem linken Kragenspiegel die Dannebrog, die aber bereits während des Aufenthalts in Langenhorn von einem dreibeinigen Hakenkreuz abgelöst wurde. (Die Ersatzkompanie des Freikorps hat möglicherweise die Nationalflagge etwas länger benutzt.)

Regiment 24 „Danmark“[Bearbeiten]

Die Division „Nordland“ war das III. (germanische) SS-Panzerkorps unter SS-Obergruppenführer Felix Steiner unterstellt. Aus den drei Bataillonen des Regiments „Danmark“ bestand nur einer aus Dänen, die übrigen waren hauptsächlich mit rumänischenVolksdeutschen“ bemannt.

In Verbindung mit der italienischen Kapitulation am 3. September 1943 wurde das Panzerkorps und damit auch Regiment „Danmark“ noch während seiner Ausbildungsperiode nach Kroatien verlegt um bei der Entwaffnung italienischer Verbände mitzuwirken. Außerdem hat man hier mit nicht geringen Verlusten in der Bekämpfung von jugoslawischen Partisanen teilgenommen.

Nach drei Monaten erfolgte die Verlegung des Korps an die nördliche Ostfront, wo es im Januar und Februar 1944 an den Abwehrkämpfen gegen der Ausbruch der Roten Armee aus dem Oranienbaum-Brückenkopf beteiligte. Im Laufe der Kämpfe wurde das Korps zum Rückzug bis in den Raum Narwa gezwungen. Besonders der Kampf um das Brückenkopf Narwa war für Regiment „Danmark“ verlustreich. Im Zuge der sowjetischen Operation Bagration im Juni/Juli 1944 musste sich das Korps jedoch weiter zurückziehen, bis es in Januar 1945 auf dem Halbinsel Kurland eingekesselt wurde.

Im Februar 1945 wurde das Panzerkorps per Schiff nach Pommern überführt um im „Unternehmen Sonnenwende“ eingesetzt zu werden. Nach dem Scheitern dieses Unternehmens gingen die Reste des III. SS-Panzerkorps in die Armeegruppe Steiner, die von Norden her Berlin entsetzen sollte, auf. Teile der 11. SS-Panzergrenadier-Division „Nordland“ mit dem Regiment „Danmark“ machten es zum Zentrum von Berlin, und einige Dänen kämpften hier bis zum Kriegsende.

Division Totenkopf[Bearbeiten]

Ungefähr 600 dänische Staatsangehörige – fast alle zur deutschen Minderheit in Nordschleswig gehörend – haben in der SS-Division Totenkopf und ihre Nachfolgeeinheiten Dienst geleistet.

Mannschaftsstärke[Bearbeiten]

Die genaue Anzahl von Dänen die in Waffen-SS-Einheiten Dienst geleistet haben ist unbekannt. Nach Schätzungen haben sich gut 12.000 gemeldet wovon aber nur die Hälfte, knapp 6000, angenommen wurden. Von den Angenommenen hatten ca. 1400 eine Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit in Nordschleswig.[1]

Die Anzahl von Gefallenen ist auch nicht bekannt. Bis Ende 1944 waren 1165 Dänen gefallen oder vermisst. Die Verlustzahl in den letzten Monaten des Krieges war sehr hoch und die Gesamtzahl von gefallenen und vermissten Dänen wird darum auf 1750 geschätzt.

Gerichtliche Aufarbeitung[Bearbeiten]

Nach dem Krieg wurden die Freiwilligen, die nach Dänemark zurückkamen, vor Gericht gestellt und wegen Landesverrats mit von 2 Jahren (Mannschaften) bis 8 Jahren (Offiziere) Haft bestraft.[2]

Die Bestrafung fand nach einem bereits damals stark kritisierten Zusatz zum dänischen Strafgesetzbuch statt, dass mit rückwirkender Kraft ab dem 9. April 1940 galt. (siehe dazu: NS-Prozesse Dänemark).

Von den Gerichten wurden zur Grund gelegt, dass die Freiwilligen hätten einsehen müssen, dass die dänische Regierung bei der Akzeptanz der SS-Werbung in Dänemark unter deutschem Druck stand. Dienst in SS-Einheiten nach dem 29. August 1943, als die dänische Regierung zurücktrat und Heer und Flotte aufgelöst wurden, sahen die Gerichte als strafverschärfenden Umstand an.

Ungefähr 3300 Dänen wurden wegen Dienst in der Waffen-SS bestraft. Einige gelang es sich die gerichtliche Verfolgung zu entziehen, einige verblieben in Deutschland (siehe dazu: Sören Kam) und einige hunderte, die aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in der Zeit bis 1956 zurückkamen, wurden als Spätheimkehrer nicht bestraft.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ditlev Tamm: Retsopgøret efter besættelsen (Habilitationsschrift), Kopenhagen 1986, ISBN 87-574-4260-6 (dänisch).
  • Claus Bundgård Christensen et al.: Under Hagekors og Dannebrog. Kopenhagen 1999, ISBN 978-87-11-11843-6 (dänisch).
  • Oluf Krabbe: Danske soldater i kamp på Østfronten 1941-1945., Odense 1976 (dänisch).
  • David Littlejohn: Foreign Legions of the Third Reich. Norway, Denmark, France. Vol. 1, San Jose 1979, ISBN 0-912138-56-4 (englisch).
  • Steffen Werther: Dänische Freiwillige in der Waffen-SS. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2004, ISBN 3-86573-036-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundgård S. 491, Anlage 1
  2. Tamm S. 274 ff.