Triskele

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Die Triskele, auch der oder das Triskel (von griech. τρισκελής „dreibeinig“), ist ein Symbol in Form von drei radialsymmetrisch angeordneten Kreisbögen, offenen Spiralen, ineinander verschachtelten Dreiecken, Knotenmustern, menschlichen Beinen oder anderen Dreifach-Formen.

Findling mit Triskelenmuster, Newgrange

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Triskelen beziehungsweise ihre Vorbilder werden der Jungsteinzeit zugeordnet, zum Beispiel die Triple-Spirale in der Megalithanlage von Newgrange in Irland. Das Symbol ist vor allem durch seine große und variantenreiche Verbreitung im nordischen (Gotländische Bildsteine, Runenstein von Snoldelev) und keltischen Kulturraum bekannt. Darüber hinaus ist es in annähernd allen Kulturen der Welt zu finden: Vom Norden Afrikas (besonders Ägypten) und dem europäischen Mittelmeerraum über Kleinasien (z. B. Lykien) und Ostasien (Korea, Japan z. B. das Tomoe) bis hin zum gotischen Baustil des späten europäischen Mittelalters (Dreischneuß). Die Triskele ist nationales beziehungsweise regionales Symbol der Isle of Man, der Bretagne und Siziliens. Sie prägt das Stadtwappen von Füssen und anderen Gemeinden.

Das Dreihasenfenster im Paderborner Dom wird als Symbol für die Dreieinigkeit gedeutet

Bedeutung[Bearbeiten]

Über die ursprüngliche Bedeutungen der Triskel-Spiralen ist nur wenig bekannt. Häufig wird, wie bei den meisten Spiralformen, vermutet, dass sie für den Weg des Lebens oder symbolisch für die Sonne stehen.

Bei der heutigen Deutung spielt die „magische Zahl“ Drei, die insbesondere in der keltischen Mythologie Bedeutung hat, eine große Rolle. So können verschiedene Zusammenhänge und Abfolgen angenommen werden:

Wappen von Döhlau Wappen von Füssen Wappen von Süderbrarup Wappen von Minheim
a b c d
Flagge von Sizilien Flagge von Inguschetien Flagge der Isle of Man
e f g

Verwendungen[Bearbeiten]

Heute findet die Triskele in Europa beispielsweise in Form von Schmuck-Anhängern, als Talisman zum Schutz gegen Unglück und zur Abwendung von Bösem oder als zierendes Tätowierungsmotiv Verwendung.

Heraldik[Bearbeiten]

Triskelische Anordnungen sind in der Heraldik verbreitet anzutreffen: So bedienen sich beispielsweise die Wappen der Gemeinde Döhlau (s. rechts: a) in Oberfranken, der Stadt Füssen (b) in Bayern, der Gemeinde Süderbrarup (c) in Schleswig-Holstein, der Ortsgemeinde Minheim (d) an der Mosel sowie die Landesflaggen von Sizilien (e), Inguschetien (f) und der Isle of Man (g) dieses Symbols als Grundlage.

Symbol der 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck“ Symbol der "Afrikaner Weerstandsbeweging" (AWB)
a b

Nationalsozialismus und völkische Organisationen[Bearbeiten]

Die Triskele bildete – als Abart des Hakenkreuzes – das Symbol der 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck“ (a). Später wurde die Triskele als Symbol von einigen völkischen Organisationen verwendet, so z. B. von der südafrikanischen Buren-Organisation Afrikaner Weerstandsbeweging (b) und vom Neonazi-Netzwerk Blood and Honour.

Triskelion points black.png Roissy triskelion iron ring signet.svg
a b

BDSM[Bearbeiten]

Triskelen symbolisieren die Rollenverteilung innerhalb des BDSM (Top, Bottom, Switch). Darüber hinaus dienen sie häufig als Erkennungszeichen (a). Diese Funktion erfüllt auch der mit einer Triskele versehene Ring der O (b) aus dem Roman Geschichte der O von Pauline Réage. Er wurde in dem Roman wie folgt dargestellt:

Der Mann hielt ihr nun eine Holzkette mit lauter gleichen Ringen hin und bat sie, daraus einen Ring zu wählen, der an ihren linken Ringfinger passte. Es waren sonderbare Eisenringe, innen mit Gold gerandet; der breite, schwere Reif, ähnlich der Fassung eines Siegelrings, aber hochgewölbt, trug in Nielloarbeit ein goldenes Rad mit drei Speichen, die spiralförmig gebogen waren, wie beim Sonnenrad der Kelten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weitere Beispiele
First Vienna Footballclub (seit 2004).svg   Herb Traby.jpg
Wappen des
First Vienna FC 1894
Triskele im
Wappen einer
polnischen
Adelsfamilie

Literatur[Bearbeiten]

  • Sabine Heinz: Symbole der Kelten (= Schirner-Taschenbuch 97559). 2. Auflage. Schirner, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-89767-559-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Triskelion – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien