DB ProjektBau

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DB ProjektBau
Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 2003
Sitz Berlin
Leitung Christoph Bretschneider,
Vorsitzender
Mitarbeiter ca. 4.400 (2013)[1]
Umsatz 504 Mio. EUR (2009) [2]
Branche Schieneninfrastruktur, Projektmanagement
Website dbprojektbau.dbnetze.com

Die DB ProjektBau GmbH ist eine am 1. Januar 2003 gegründete Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, deren Aufgabe in der Realisierung und Betreuung von Großprojekten für Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) liegt. Das heißt, sie ist für das Projektmanagement, Planung und Bauüberwachung für den Neubau von Strecken einschließlich deren Brücken und Tunneln verantwortlich.

Die DB ProjektBau ist nach eigenen Aussagen „einer der größten Anbieter für Projektmanagement-, Planungs- und Bauüberwachungsleistungen in Europa“.[3] Ihre derzeit größten Projekte sind das Neubauprojekt Stuttgart–Ulm und die Schnellverbindung von Berlin über Halle, Leipzig und Erfurt nach Nürnberg (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8).

Gegenwärtige Tätigkeit[Bearbeiten]

Das Unternehmen ist für Projektmanagement[4], Planung[5] und Bauüberwachung[6] in Bezug auf den Neubau von Strecken einschließlich deren Brücken und Tunneln verantwortlich. Dabei bedient es sich eines nach DIN EN ISO 9001 zertifizierten Qualitätsmanagementsystems.[7] Sie bündelt für die Deutsche Bahn damit sämtliche Infrastrukturprojekte wie Schienenverkehrswege, Konstruktive Ingenieursbauwerke, Personenverkehrsanlagen, Umschlaganlagen des Güterverkehrs, Werke, Werkstätten und Betriebshöfe, Bahnübergänge, Lärmsanierung und Umweltschutz in einer Hand.[8] Bauherren und Auftraggeber für die DB ProjektBau sind dabei im Innenverhältnis andere Bahntöchter, wie die bundeseigenen Eisenbahninfrastrukturunternehmen, die DB Netz, DB Station&Service oder DB Energie.[9]

Neben der eigentlichen Projekttätigkeit bildet die DB ProjektBau Nachwuchs in Ausbildungsplätzen und im Bachelor-Studium aus, 2011 waren es 115 Personen. Daneben gibt es 25 Kooperationen mit Hochschulen im Bereich der Diplom, Bachelor- und Masterstudiengänge sowie mehr als 100 Praktikanten jährlich.[1]

Unternehmenskennzahlen[Bearbeiten]

  • Die DB ProjektBau beschäftigt 4400 Mitarbeiter (Stand: 29. Oktober 2013[1]) in 3517 Vollzeitplanstellen (März 2010[9])
  • Bauleistungsumsatz (2007): ca. 2,3 Mrd Euro.
  • Projektvolumen 87,9 Mrd Euro (März 2010[9])
  • Laufende Projekte: 6000 (2008), 3000 (März 2010[9])

Auswahl aktueller Großprojekte[Bearbeiten]

Der Katzenbergtunnel (hier im Rohbau) an der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel war mit 9385 m die bisher längste Tunnelbaustelle der DB ProjektBau

Die größten Projekte sind gegenwärtig das Neubauprojekt Stuttgart–Ulm sowie die Fertigstellung des Verkehrsprojekts Berlin–Nürnberg.

Standorte[Bearbeiten]

Die sieben Regionalbereiche (RB) entsprechen den Standorten der Hauptkunden, DB Netz, DB Station&Service und DB Energie.

  1. RB Nord: Hannover, Hamburg und Braunschweig
  2. RB Ost: Berlin, Schwerin und Cottbus
  3. RB West: Duisburg und Köln
  4. RB Mitte: Frankfurt/Main und Saarbrücken
  5. RB Südost: Leipzig, Erfurt, Magdeburg und Dresden
  6. RB Südwest: Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart
  7. RB Süd: München und Nürnberg

Geschichte[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im Jahr 2001 gegründet und nahm seine Arbeit vollumfänglich zum 1. Januar 2003 auf. Nach Angaben der Deutschen Bahn gingen in der neuen Gesellschaft im Sommer 2002, rückwirkend zum 1. Januar 2002, die DB Projekt Verkehrsbau, DB BauProjekt GmbH Köln–Rhein/Main und die DB Projekte Süd auf.[11] Ebenfalls integriert wurde die DBProjekt GmbH Stuttgart 21.[12] Die technischen Büros der DB Netz der DB Station&Service sowie die DE-Consult wurde als Tochtergesellschaft ebenfalls in die DB ProjektBau eingegliedert.[13] Auch die DB Bahnbau GmbH als Bauausführungsgesellschaft wurde mit ihren Tochtergesellschaften in die DB ProjektBau integriert.[12]

Laut Handelsregister wurde am 23. April 2003 die Verschmelzung der DB Projekte Süd GmbH mit der DB Projekt Verkehrsbau GmbH und der DBBauProjekt GmbH auf die DB ProjektBau GmbH beantragt. Sie wurde am 8. Oktober 2003 vollzogen.[14]

Mit der Zusammenfassung sollte innerhalb des Deutsche-Bahn-Konzerns die Aufgabenteilung zwischen Bauherr und Ersteller klarer definiert werden.[15] Der Deutsche-Bahn-Konzern begründete diese grundlegende Neuorganisation der Planung und des Baus von Infrastrukturprojekten mit funktionalen und prozessualen Unzulänglichkeiten, die zu Termin- und Kostenüberschreitungen geführt hätten.[12] Die vierköpfige Geschäftsführung wurde zunächst von Martin Bay geleitet.[13]

Mitte 2004 kündigte das Unternehmen an, infolge gekürzter Investitionen in Eisenbahnprojekte bis zum Ende des Folgejahres rund 1500 Stellen abzubauen.[16]

Im Zuge einer am 17. März 2005 in Kraft getretenen neuen Organisationsstruktur des DB-Konzerns wurde die DB ProjektBau dem Vorstandsbereich „Infrastruktur und Dienstleistungen“ zugeordnet.[17]

Entwicklung der Unternehmenskennzahlen
Jahr Mit
arbeiter
Ein-
stellungen
Projekt-
anzahl
Bau-
volumen
Umsatz Quelle
2003 5.300 7.200 [13]
2008 3.800 2 bis 3 Mrd. €/a [15][18]
2009 3.800 ca. 200[19] 2 bis 3 Mrd. €/a [18]
2010 3.766 ca. 200[19] 2 bis 3 Mrd. €/a 561 Mio. € [18][20]
2011 ca. 3.700 ca. 300[21] 2 bis 3 Mrd. €/a [19]

Mitte 2008 beschäftigte das Unternehmen rund 3800 Mitarbeiter und wickelte ein Bauvolumen von zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr ab. Nach eigenen Angaben zählte die DB ProjektBau damit zu den größten Ingenieurdienstleistern im Verkehrsinfrastruktursektor.[15][18]

Die Geschäftsführung besteht zur Zeit aus vier Personen mit Christoph Bretschneider als Vorsitzendem Geschäftsführer.[18]

Zum 1. September 2013 soll das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm in die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH ausgegliedert werden, die direkt dem Vorstand der Deutschen Bahn unterstehen soll.[22][23]

abgeschlossene Projekte[Bearbeiten]

Absenken der westlichen Bügelbrücken-Segmente am Berliner Hauptbahnhof am 30. Juli 2005

Zu den abgeschlossenen Großprojekten zählen:

DB International (frühere DE-Consult): Ausgliederung 2008[Bearbeiten]

Bis 2008 war DB International, 1966 als DE-Consult gegründet, ein Tochterunternehmen von DB Projektbau.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Mitarbeiter der DB ProjektBau. Abgerufen am 20. Februar 2014.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHomepage der DB ProjektBau GmbH. Abgerufen am 9. August 2010.
  3. Deutsche Bahn: Firmenprofil Deutsche Bahn ProjektBau GmbH – Projektmanagement, Planung und Bauüberwachung, Zahlen von 2010, Stand 19. April 2011.
  4. http://dbprojektbau.dbnetze.com/site/dbprojektbau/de/01__leistungen/projektmanagement/projektmanagement.html
  5. http://dbprojektbau.dbnetze.com/site/dbprojektbau/de/01__leistungen/planung/planung.html
  6. http://dbprojektbau.dbnetze.com/site/dbprojektbau/de/01__leistungen/bauueberwachung/bauueberwachung.html
  7. DB ProjektBau: Qualitätsmanagement.
  8. Valentin Bleul (Referent für Arbeitsschutz bei der DB PRojektBau, RB Mitte): Prozess „Sicherheits- und Gesundheitsschutz auf Baustellen“ Konzepte und Erfahrungen bei der Koordination und SiGe-Planung der DB ProjektBau GmbH –Bauherrensicht – (PDF), Seiten 5 und 7, Stand 15. Oktober 2009, gesehen 10. Oktober 2011.
  9. a b c d >DB ProjektBau: Firmenpräsentation, (PDF), Stand: 25. März 2010, gesehen 10. Oktober 2011, Seiten 2 und 6.
  10. Raumordnungsverfahren: Schienenhinterlandanbindung Feste Fahrmarnbeltquerung (FBQ). Erweitertes Handout (PDF; 658 kB)
  11. DB Netz AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2002, S. 22 (PDF-Datei 0,8 MB).
  12. a b c Deutsche Bahn (Hrsg.): Neue Führungsstrukturen auf dem Weg zur besten Bahn. Berlin, Dezember 2001, S. 7, 8.
  13. a b c Meldung DB Projekt-Bau gegründet. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2003, ISSN 1421-2811, S. 100.
  14. Handelsregister-Bekanntmachungen vom 15.10.2003: DB ProjektBau GmbH. Bundesanzeiger, 8. Oktober 2003, (HRB82899).
  15. a b c DB ProjektBau: Projektmanagement für eine kundenfreundliche und umweltverträgliche Mobilität. 12-seitige Broschüre mit Stand von Juli 2008, S. 3, 5.
  16. Meldung Abbau bei DB Projekt-Bau. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2004, ISSN 1421-2811, S. 426.
  17. Meldung Neue DB-Konzernstruktur. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2005, ISSN 1421-2811, S. 206.
  18. a b c d e DB ProjektBau: Geschäftsführung
  19. a b c http://dbprojektbau.dbnetze.com/site/dbprojektbau/de/03__unternehmen/mitarbeiter/mitarbeiter.html
  20. http://dbprojektbau.dbnetze.com/site/dbprojektbau/de/03__unternehmen/wer__wir__sind/wer__wir__sind.html
  21. http://dbprojektbau.dbnetze.com/site/dbprojektbau/de/04__jobsundkarriere/einstieg__bei__uns/einstieg__bei__uns/einstieg__bei__uns.html
  22.  Thomas Durchdenwald: Die Projektgesellschaft startet im September. In: Stuttgarter Zeitung. 1. Juni 2013, S. 23.
  23.  Martin Buchenau, Daniel Delhaes, Dieter Fockenbrock: Volle Fahrt in den Tunnel. In: Handelsblatt. Nr. 46, 6. März 2013, ISSN 0017-7296, S. 20.