DJ Ötzi

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DJ Ötzi (2014)
DJ Ötzi (backstage) beim Sparkassen Giro Bochum 2014

DJ Ötzi (* 7. Jänner 1971 in St. Johann in Tirol eigentlich Gerhard Friedle, auch Gerry Friedle genannt), alias Anton featuring DJ Ötzi oder DJ Ötzi Junior, ist ein österreichischer Entertainer, Pop- und Schlagersänger und Volksmusiker, der auch im Dancefloorbereich tätig ist. Mit über 16 Millionen verkauften CDs gilt er als einer der erfolgreichsten Musiker aus dem deutschsprachigen Raum.

Biografie[Bearbeiten]

Privatleben[Bearbeiten]

Gerhard Friedle, Sohn des österreichischen DJ Anton Friedle[1] wuchs zunächst bei Pflegeeltern, später bei seiner Großmutter auf. Mit 16 riss er von zu Hause aus und war einige Monate obdachlos.[2] In Seefeld in Tirol machte er eine Ausbildung zum Koch.

Im Jahr 2001 heiratete er in seinem Geburtsort seine Verlobte, die Musikmanagerin Sonja Kien. Am 17. September 2002 wurde ihre gemeinsame Tochter geboren.

Musikalische Karriere[Bearbeiten]

Debüt[Bearbeiten]

Um 1995 wurde Friedle auf einem Karaoke-Wettbewerb entdeckt und arbeitete im Anschluss als Animateur, DJ und Sänger, zunächst in Österreich, später auch auf Mallorca und in der Türkei. Ende der 1990er-Jahre wurde er von dem Produzententeam Ultimatief, das zu der Zeit auch mit A klana Indiana zusammenarbeitete, unter Vertrag genommen und sie arbeiteten ein Album, genannt Das Album (unter dem Namen Anton feat. DJ Ötzi), aus.

1999 erreichte Anton feat. DJ Ötzi zusammen mit seiner Interpretation des von Fritz Schicho, Manfred Padinger und Walter Schachner geschriebenen Titels „Anton aus Tirol“ größere Bekanntheit im deutschsprachigen Raum (75 Wochen in den österreichischen Charts). Da die Frauenstimme auf der Single-Veröffentlichung eine gerade zufällig im Studio anwesende Sängerin einer ABBA-Cover-Band gesungen hatte, trat er nach dem überwältigenden Erfolg des Songs für die Tournee zusammen mit Sandra Stumptner alias Antonia auf. Außerdem war seine Single in den niederländischen Charts auf Platz 2 und in Dänemark zeichnete sich mit seinem Debüt-Album ein ähnlich großer Erfolg mit dem dritten Platz ab. Bis heute ist „Anton aus Tirol“ die meistverkaufte österreichische Single.[3]

Hey Baby[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurde DJ Ötzis zweites Album Love, Peace & Vollgas veröffentlicht, welches im Gegensatz zu seinem Debüt anfangs in den Charts nicht besonders erfolgreich war. Nachdem das Album in anderen Ländern veröffentlicht worden war, erreichte DJ Ötzi mit dem Song Hey Baby, einer Coverversion des Hits von Bruce Channel aus dem Jahr 1961, seinen bisher größten Erfolg. Das Lied war in Großbritannien und in Australien auf Platz 1 sowie in 20 weiteren Ländern in den Charts vertreten. Er war der erste österreichische Künstler, der in Großbritannien eine Gold- und Platinauszeichnung erhielt. In den USA wurde der Titel von manchen Country-Sendern gespielt.

2001 bis 2006[Bearbeiten]

Auch 2002 gab es einen großen Hit für den Tiroler. Er veröffentlichte mit der Hermes House Band eine Coverversion des Opus-Klassikers Live Is Life. In Österreich unbeachtet, gab es in vielen Ländern einen ähnlich großen Erfolg wie mit Hey Baby. Allein in Frankreich wurde die Single rund 800.000 mal verkauft.

Im Sommer 2003 weigerten sich sämtliche deutsche Musiksender, seinen Nummer-1-Hit „Burger Dance” zu spielen. Bei dem Titel handelte es sich um ein Kinderlied („A Ram Sam Sam”), umgedichtet zu einer Aufzählung von Fast-Food-Anbietern. Der Musikjournalist Peter Illmann sagte in der RTL-Chart-Show über das Lied: „Dieser Song ist eine Unverschämtheit.” Drei Jahre lang war musikalisch von DJ Ötzi wenig zu hören. Veröffentlichungen wie Not Without Us, Tanz den Rehakles oder Servus die Wadln waren kommerzielle Misserfolge.

Anfang 2006 brachte DJ Ötzi zusammen mit Marc Pircher das Lied „7 Sünden” heraus, eine Coverversion des Liedes von Uwe Busse. Damit konnte er in Österreich wieder an alte Erfolge anschließen, in Deutschland kam der Song nicht über Platz 30 hinaus. Im September 2006 erschien eine Coverversion von „I Am the Music Man” von DJ Ötzi, im Original von dem englischen Duo Black Lace. Hierbei handelt es sich um ein Kinderlied, wovon es ein Musikvideo im Zeichentrickstil gibt. Der Titel war bislang in Deutschland nicht offiziell erhältlich, deutschen Mallorca-Touristen allerdings durch die dortigen Mini Discos bekannt.

Sternstunden-Album[Bearbeiten]

DJ Ötzi (2011)

Einen neuerlichen Nummer-1-Hit in Deutschland und Österreich erreichte DJ Ötzi (diesmal zusammen mit Nik P.) im Februar 2007 mit einer Neuaufnahme des Schlagers Ein Stern (...der deinen Namen trägt). Der Song konnte sich in Österreich ganze 13 Wochen auf der Spitzenposition halten. In Deutschland blieb er 11 Wochen lang die Nummer 1. Sowohl in Österreich, Deutschland und der Schweiz schaffte er es mit Ein Stern auf Platz 1 der Jahrescharts 2007 und bekam in Österreich und in Deutschland je eine Doppel-Platin-Auszeichnung. Mitte Oktober wurde der Hit als Balladen-Version aufgenommen und konnte sich in der Schweiz sogar unter die Top 3 mischen.

Auch das Album Sternstunden war eines der erfolgreichsten des Jahres 2007. Es wurde mehrere Male in verschiedenen Editionen veröffentlicht und bekam ebenfalls Platinauszeichnungen in Österreich und Deutschland.

Im Herbst 2007 meinte er in einem Interview mit der Tageszeitung Österreich, dass er nicht mehr als DJ Ötzi angesprochen werden möchte, da er sich nicht als Mensch wahrgenommen fühle. Im Februar 2008 veröffentlichte DJ Ötzi seine nächste Single I will leb’n.

Ende November 2007 brach DJ Ötzi den Guinness-Rekord für signierte Alben. Er schrieb über 4000 Autogramme für sein Album Sternstunden.

Im Januar 2008 brach der Titel „Ein Stern (… der deinen Namen trägt)“ einen seit 50 Jahren von Die Gitarre und das Meer gehaltenen Rekord: Mit insgesamt 41 Wochen in den deutschen Single-Top-10 verwies der Song Freddy Quinns Nummer-1-Hit aus dem Jahre 1959, der es auf 36 Wochen in den Top 10 gebracht hatte, auf Platz 2 der ewigen Bestenliste. Bis heute verkaufte er sich rund eine Million Mal. Im Februar 2009 stellte DJ Ötzi auch den Rekord für den langlebigsten Song in den Top100 auf, den bis dahin „Die längste Single der Welt“ von Wolfgang Petry innehatte. Für ihn war 1998 nach 81 Wochen Schluss gewesen, „Ein Stern …“ brachte es bis Mai 2012 auf 107 Wochen. Im April 2012 wurde der Rekord von Paul & Fritz Kalkbrenners Sky and Sand mit ebenfalls 107 Wochen eingestellt.

Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen[Bearbeiten]

Im Herbst 2008 erschien mit dem Album „Hotel Engel” das von Dieter Bohlen geschriebene Lied „Noch in 100.000 Jahren”.

Musikalische Definition[Bearbeiten]

DJ Ötzis musikalisches Schaffen konzentriert sich hauptsächlich auf die Produktion von Coverversionen unterschiedlicher Stilrichtungen. Seine Interpretationen zielen auf leichte Tanzbarkeit und Partytauglichkeit, oft kurze, leicht zu merkende und damit eingängige Refrains. DJ Ötzi bedient sich bei Elementen der Schlager-, der populären Tanz- und der volkstümlichen Musik.

DJ Ötzi wurde insgesamt zwölfmal für einen Amadeus Austrian Music Award nominiert, gewann ihn viermal und wurde nach Christina Stürmer (13 Nominierungen) am zweithäufigsten nominiert.

Seit Jänner 2014 ist DJ Ötzi ein Mitglied der Jury in der Castingshow Herz von Österreich, die von Puls 4 ausgestrahlt wird.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: DJ Ötzi/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen [4] Anmerkungen
AT DE CH
2000 Das Album 1
(41 Wo.)
7
(31 Wo.)
5
(22 Wo.)
(Anton feat. DJ Ötzi)
2001 Love, Peace & Vollgas 2
(35 Wo.)
23
(7 Wo.)
23
(7 Wo.)
Never Stop the Alpenpop Internationales Album
2002 Today Is the Day 3
(18 Wo.)
49
(2 Wo.)
2003 Flying to the Sky 72
(2 Wo.)
50
(5 Wo.)
2004 Ich war immer der Clown 49
(3 Wo.)
2006 I Am the Musicman (als DJ Ötzi Junior)
2007 Sternstunden 2
(38 Wo.)
7
(52 Wo.)
16
(38 Wo.)
2008 Hotel Engel 1
(37 Wo.)
26
(32 Wo.)
5
(24 Wo.)
2010 Du und ich 7
(15 Wo.)
45
(3 Wo.)
30
(5 Wo.)
2011 Der DJ aus den Bergen 35
(7 Wo.)
34
(14 Wo.)
2012 Simply the Best 3
(13 Wo.)
38
(4 Wo.)
31
(7 Wo.)
mit den Bellamy Brothers
2013 Es ist Zeit 2
(19 Wo.)
7
(5 Wo.)
5
(12 Wo.)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

ECHO
  • 2008: in der Kategorie „Hit des Jahres“
  • 2008: in der Kategorie „Deutschsprachiger Schlager“
Amadeus Austrian Music Award
  • 2000: in der Kategorie „Newcomer des Jahres national“
  • 2000: in der Kategorie „Single des Jahres national“
  • 2001: in der Kategorie „Erfolgreichster österreichischer Künstler im Ausland“
  • 2002: in der Kategorie „Erfolgreichster österreichischer Künstler im Ausland“
Sonstige
  • 2005: Aufnahme in den Signs of Fame Germany

Nominierungen[Bearbeiten]

Amadeus Austrian Music Award
  • 2001: in der Kategorie „Bester Künstler Rock/Pop national“
  • 2001: in der Kategorie „Single des Jahres national“
  • 2001: in der Kategorie „Beste Gruppe Rock/Pop national“
  • 2002: in der Kategorie „Bester Künstler Rock/Pop national“
  • 2003: in der Kategorie „Bester Künstler Rock/Pop national“
  • 2003: in der Kategorie „Single des Jahres national“
  • 2003: in der Kategorie „Single des Jahres national“
  • 2005: in der Kategorie „Bester Künstler Rock/Pop national“

Siehe auch[Bearbeiten]

  • ultimaTIEF – Produzententeam von u. a. DJ Ötzi

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Quellen[Bearbeiten]

  1. Der Vater Anton Friedle (* 7. Juli 1949) ist seit 1969 als „DJ Sir Anton” tätig, seit den 1990er Jahren auf Mallorca. 2001 veröffentlicht er die Single „Ötzi-Mann”, anschließend absolviert er auch Auftritte als Sänger. Seit Juni 2006 lautet sein Künstlername „DJ Sir Ötzi”, neue Veröffentlichung: „Die Alm”.
  2. Torsten Thissen: Das zweite Gesicht des DJ Ötzi, Welt am Sonntag vom 10. Februar 2008, abgerufen am 19. April 2014.
  3. http://www.krone.at/ DJ Ötzi und J.Lo sind die Nummer Eins
  4. Chartquellen: DE AT CH UK