Damnica

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Damnica
Wappen der Gmina Damnica
Damnica (Polen)
Damnica
Damnica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Słupsk
Gmina: Damnica
Geographische Lage: 54° 30′ N, 17° 16′ O54.50194444444417.270277777778Koordinaten: 54° 30′ 7″ N, 17° 16′ 13″ O
Einwohner: 1240
Postleitzahl: 76-231
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK6: Danzig - Stettin, Abzweig: Mianowice
Schienenweg: Bahnstation an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 33 Ortschaften
17 Schulzenämter
Fläche: 167,81 km²
Einwohner: 6317
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2212022
Verwaltung
Adresse: ul. Górna 1
76-231 Damnica
Webpräsenz: www.damnica.xt.pl

Damnica (deutsch Hebrondamnitz, kaschubisch Damnica) ist der Name eines Dorfes und einer Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Pommern im Powiat Słupski (Kreis Stolp).

Geographische Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Damnica liegt in Hinterpommern, in einer weiten Ebene östlich von Słupsk (Stolp) zwischen der Słupia (Stolpe) und der Łupawa (Lupow) am Ufer der Charstnica (Karstnitz-Bach). Östlich des Ortes befindet sich ein großes Waldgebiet, der ehemals so genannte Hebrondamnitzer Forst. Nördlich, von Damno (Dammen) kommend, führt eine Nebenstraße durch den Ort, die sieben Kilometer weiter südlich bei Mianowice (Mahnwitz) auf die polnische Landesstraße 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28) Danzig - Stettin trifft. Damnica ist Bahnstation an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk.

Ortsname[Bearbeiten]

Hebrondamnitz, früher nur Damnitz genannt, erhielt seinen Namen - zur Unterscheidung von dem 20 Kilometer weiter südlich gelegenen (Raths-)Damnitz (heute polnisch Dębnica Kaszubska) - nach dem Obristen Daniel Hepburn. Als die Anhänger der Königin Maria Stuart verfolgt wurden, floh der schottische Edelmann Alexander Hepburn nach Stargard in Pommern (Stargard Szczeciński). Sein am 16. Oktober 1584 in Stargard geborener Sohn Daniel war im Dreißigjährigen Krieg kaiserlicher Obrist und erwarb im Jahre 1617 das Gut Damnitz. Den prunkvollen Deckel seines Sarges mit der Inschrift seiner Lebensdaten fand man 1925 bei Entwässerungsarbeiten in den Wiesen bei Sageritz (Zagórzyca).

Geschichte[Bearbeiten]

Hebrondamnitz östlich von Stolp auf einer Landkarte von 1905 (in Bildmitte).
Das Schloss Damnica (Hebrondamnitz)

Der historischen Dorfform nach ist Hebrondamnitz ein Gassendorf. 1407 wurden Pribe und Woldach Kuseke zu lüthen Damnitz genannt. 1469 belehnte Herzog Erich II. von Pommern die Brüder Klaus und Lorenz von Stojentin mit mehreren Dörfern, darunter auch Damnitz. 1485 und 1585 war es im Besitz derer von Schwave.

Im 18. Jahrhundert kam das Gut in den Besitz der Familie Hainsky, deren Erbtochter in zweiter Ehe Friedrich Bogislaw von Puttkamer heiratete, der Landrat des Kreises Stolp wurde. In der Familie Puttkamer blieb das Gut bis in das 19. Jahrhundert hinein.

1784 gab es in Hebrondamnitz ein Vorwerk, eine Wassermühle, sechs Bauern, vier Halbbauern, drei Kossäten, eine Schmiede und ein Schulmeister und insgesamt 24 Haushaltungen.[2]

1835 erwarb Oberstleutnant Heinrich Karl Philip von Damnitz das Gut. Letzte Besitzer waren Richard von Blankensee (1884), Freiherr Karl von Gamp (1910), Klara Freifrau von Gamp-Masseuren (1924) und Karl Armster-Gamp (1938).

Vor 1945 bildete Hebrondamnitz einen eigenen Amtsbezirk im Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern. Der Ort war Sitz eines Standesamts und einer Gendarmerie. Amtsgerichtsbereich war Stolp. Die Gemeindefläche war 1.544 Hektar groß. Bis 1945 gab es auf dem Gemeindegelände insgesamt sechs Wohnorte:[3]

  1. Abbau Hebrondamnitz
  2. Bahnhof Hebrondamnitz
  3. Chausseehaus
  4. Damnitzhof
  5. Hebrondamnitz
  6. Mühle Hebrondamnitz

Im Jahr 1925 standen in Hebrondamnitz 53 Wohngebäude. Das Restgut hatte ein Fläche von 750 Hektar, wovon 55 Hektar Ackerland und 695 Hektar Wald waren. Neben dem Gut existierten 86 bäuerlich Betriebe. Vor 1945 gab es im Dorf einen Becker, einen Bauunternehmer, einen Metzger, einen Gasthof und ein Bahnhofsrestaurant, zwei Kolonialwarenhandlungen, ein Malergeschäft, ein Sägewerk, eine Schmiede und eine Viehhandlung. Im Jahre 1939 wurden 181 Haushaltungen und 717 Einwohner gezählt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Hebrondamnitz am 8. März 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde das Dorf anschließend zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Hebrondamnitz wurde in Damnica umbenannt. In der Folgezeit wurde die gesamte deutsche Bevölkerung von den Polen vertrieben.[4]

Später wurden in der Bundesrepublik Deutschland 340 und in der DDR 174 aus Hebrondamnitz vertriebene Dorfbewohner ermittelt.[4]

Das Dorf ist heute ein Ortsteil und auch der Amtssitz der nach ihm benannten Gmina Damnica im Powiat Słupski in der Woiwodschaft Pommern (1975 bis 1998 Woiwodschaft Słupsk). Hier leben jetzt etwa 1250 Menschen

Kirche[Bearbeiten]

Damnica121.JPG

Die Bevölkerung von Hebrondamnitz war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Der Ort gehörte zum Kirchspiel Dammen (heute polnisch: Damno) im Kirchenkreis Stolp-Altstadt im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union.

In Hebrondamnitz wurde 1906/07 eine Kapelle für gottesdienstliche Zwecke errichtet.

Heute gehört Damnica zur Parochie der Kreuzkirchengemeinde in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Im Jahre 1925 lag in Hebrondamnitz der Anteil der katholischen Bevölkerung bei 2,4 %. Seit 1945 sind die Einwohner von Damnica fast ausnahmslos katholisch. Das Dorf gehört zur Parochie Zagórzyca (Sageritz) im Dekanat Główczyce (Glowitz) im Bistum Pelplin (Erzbistum Danzig) der Katholischen Kirche in Polen.

Schule[Bearbeiten]

Die Hebrondamnitzer Volksschule war vor 1945 dreistufig. Im Jahre 1932 unterrichteten 2 Lehrer 134 Schulkinder in 3 Klassen. Diese Schule besuchte auch mehrere Jahre der spätere Ballistiker, Ingenieur und Hochschuldezernent Hubert Schardin (1902–1965), dessen Vater hier Lehrer war.

Gmina Damnica[Bearbeiten]

Die Gmina Damnica ist eine 167,18 km² große Landgemeinde mit 6.400 Einwohnern. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Damnica.

Der Bahnhof von Damnica (Hebrondamnitz)
ul. Kolejowa (Bahnhofstrasse) in Damnica

Nachbargemeinden sind: Słupsk (Gmina) (Landgemeinde Stolp), Główczyce (Glowitz), Potęgowo (Pottangow) und Dębnica Kaszubska (Rathsdamnitz).

Das Flüsschen Charstnica (Karstnitz-Bach) verläuft in Süd-Nord-Richtung durch den Westteil der Gemeinde und mündet bei Damno (Dammen) in die Łupawa (Lupow), die ihrerseits in gleicher Richtung durch die Gemeinde im Osten fließt.

Mitten durch das Gemeindegebiet zieht sich die Bahnlinie Danzig - Stargard in Pommern, an die über die Bahnstationen Damnica und Strzyżyno (Stresow) Anschluss besteht.

Die Landesstraße 6 Danzig - Stettin führt durch den Süden des Gemeindegebietes mit den Orten Mianowice (Mahnwitz) und Domaradz (Dumröse).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gmina Damnica untergliedert sich in 33 Ortschaften, die sich auf 17 Ortsteile (sołectwo) aufteilen:

Auf diese Ortsteile verteilen sich die Ortschaften Budy (Jagdhaus), Dębniczka (Damnitzow), Domanice (Friedrichshof), Głodowo (Gloddow), Jeziorka (Gesorke, 1938-45 Kleinwasser), Łężyca (Grünhof), Mrówczyno (Jägerhof), Paprzyce (Papritzfelde), Skibin (Franzhagen), Wiatrowo (Viatrow, 1938-45 Steinfurt), Wiszno (Vieschen) und Zagórzyczki (Sageritzheide).

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Damnica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 26. Dezember 2014.
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil 2, Band 2, Stettin 1784, S. 958-959, Nr. 30.
  3. Die Gemeinde Hebrondamnitz im ehemaligen Kreis Stolp (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
  4. a b Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 567 (Ortsbeschreibung Hebrondamnitz; PDF)