Das Lächeln einer Sommernacht

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Film von Ingmar Bergman. Für den gleichnamigen amerikanischen Film mit Elizabeth Taylor siehe Das Lächeln einer Sommernacht (1977).
Filmdaten
Deutscher Titel Das Lächeln einer Sommernacht
Originaltitel Sommarnattens leende
Produktionsland Schweden
Originalsprache Schwedisch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Ingmar Bergman
Drehbuch Ingmar Bergman
Produktion Allan Ekelund
Musik Erik Nordgren
Kamera Gunnar Fischer
Schnitt Oscar Rosander
Besetzung

Das Lächeln einer Sommernacht (Original Sommarnattens leende) ist eine in Schwarzweiß gedrehte schwedische Filmkomödie von Ingmar Bergman aus dem Jahr 1955. Der Film war Bergmans erster großer internationaler Erfolg.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Schweden um 1900. Der Anwalt Frederik Egerman kommt gut gelaunt nach Hause, um mit seiner jungen Frau Anne, mit der er in zweiter Ehe verheiratet ist, ins Theater zu gehen. Gespielt wird ein Stück, in dem Frederiks einstige Geliebte Desiree Armfeldt die Hauptrolle spielt. Im Theater will Anne noch vor dem Ende nach Hause, denn sie begreift, dass ihr Mann, der sie im Halbschlaf „Desiree“ genannt hatte, noch immer in Frau Armfeldt verliebt ist. Frederik bringt Anne nach Hause, doch kehrt er heimlich wieder ins Theater zurück, um noch einmal mit Desiree zu sprechen. Sie lädt ihn zu sich nach Hause ein.

Auf dem Weg zu Desiree fällt Frederik in eine Pfütze. Seine Kleider werden von Desiree zum Trocknen aufgehängt, sie gibt ihm Nachthemd und Morgenmantel. Ein Junge kommt herein, Desirees Sohn. Sie verrät Frederik nicht, wer der Vater ist. Später kommt Desirees aktueller Liebhaber, Graf Malcolm. Er zwingt Frederik, nur mit dem Nachthemd bekleidet nach Hause zu gehen.

Desiree lädt die beiden Ehepaare Malcolm und Egerman sowie Frederiks erwachsenen Sohn Hendrik auf den Landsitz ihrer Mutter ein. Der Gräfin Malcolm verspricht sie, dass sie ihren Mann zurückbekäme, denn sie wolle es noch einmal mit Frederik versuchen. Nach einem Streit mit seinem Vater landet Hendrik, der eigentlich Theologie studieren und allem Weltlichen entsagen wollte, mit Anne im Bett. Frederik sucht Trost bei der Gräfin, woraufhin Desiree den Grafen alarmiert. Dieser fordert Frederik zum russischen Roulette heraus. Als Frederik abdrückt, löst sich ein Schuss, doch er bleibt unverletzt – der Graf hatte die Waffe nur mit Ruß geladen. Das Aristokratenpaar versöhnt sich, Hendrik brennt mit Anne durch, und Desiree kümmert sich um Frederik.

Hintergrund[Bearbeiten]

Produktion und Filmstart[Bearbeiten]

Das Lächeln einer Sommernacht entstand zwischen Juni und August (mit zwei zusätzlichen Drehtagen im November) 1955 in den Råsunda Filmstudios in Filmstaden, Solna, feierte am 26. Dezember desselben Jahres seine schwedische Premiere und startete am 31. Januar 1958 in den deutschen Kinos.[2][3]

Position in Bergmans Werk[Bearbeiten]

Der Film war der vierte und erfolgreichste in einer Reihe von für Bergman ungewohnt komödiantischen Arbeiten, in denen er das Gespann Eva Dahlbeck/Gunnar Björnstrand zusammenbrachte; angefangen mit der „Fahrstuhlepisode“ aus Sehnsucht der Frauen (1952) und fortgesetzt mit Lektion in Liebe (1954) und Frauenträume (1955). Der internationale Erfolg des Films und seine Auszeichnung auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1956 ermöglichten Bergman, sein Wunschprojekt Das siebente Siegel bei Carl Anders Dymling, Leiter der Filmproduktionsgesellschaft Svensk Filmindustri, durchzusetzen.[4]

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Der Film wurde 1965 anlässlich der deutschen Wiederaufführung von der Berliner Synchron GmbH neu synchronisiert.[5][6]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Anne Egerman Ulla Jacobsson Marianne Lutz
Desirée Armfeldt Eva Dahlbeck Edith Schneider
Petra Harriet Andersson Heidrun Kussin
Charlotte Malcolm Margit Carlqvist Sabine Eggerth
Fredrik Egerman Gunnar Björnstrand Holger Hagen
Carl Magnus Malcolm Jarl Kulle Lothar Blumhagen
Frid Åke Fridell Martin Hirthe
Henrik Egerman Björn Bjelfvenstam Thomas Danneberg
Frau Armfeldt Naima Wifstrand Ursula Krieg
Köchin Beata Jullan Kindahl Anneliese Würtz
Malla Gull Natorp Elfe Schneider

Kritiken[Bearbeiten]

„Ingmar Bergmans um die Jahrhundertwende angesiedelte Gesellschaftskomödie zeigt sich inspiriert von Schnitzler und Strindberg, nimmt darüber hinaus Bezug auf ShakespearesSommernachtstraum‘, dessen heiter-melancholischer Tonfall allerdings mit einem Schuß Bitterkeit versetzt wird. Eine elegant inszenierte Studie über die Wechselbeziehungen zwischen Vernunft und Eros, Sinnlichkeit und Askese.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Der US-amerikanische Komponist Stephen Sondheim schrieb 1973 gemeinsam mit Hugh Wheeler das Musical A Little Night Music, das auf Bergmans Film basiert. 1977 entstand wiederum eine Filmversion des Musicals, ebenfalls unter dem Titel Das Lächeln einer Sommernacht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einführung zu Das siebente Siegel auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 9. Juli 2012.
  2. Das Lächeln einer Sommernacht auf der Webseite der Ingmar-Bergman-Stiftung, abgerufen am 9. Juli 2012.
  3. a b Das Lächeln einer Sommernacht im Lexikon des Internationalen Films.
  4. Hauke Lange-Fuchs: Ingmar Bergman: Seine Filme – sein Leben, Heyne, München 1988, ISBN 3-453-02622-5, S. 110–121.
  5. Das Lächeln einer Sommernacht auf Filmstarts.de, abgerufen am 27. Juli 2012.
  6. Das Lächeln einer Sommernacht auf Synchrondatenbank.de, abgerufen am 9. Juli 2012.