William Powell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel handelt vom Schauspieler William Powell; für den Sänger siehe William Powell (Sänger), für den Keyboarder siehe Billy Powell.

William Horatio Powell (* 29. Juli 1892 in Pittsburgh, Pennsylvania; † 5. März 1984 in Palm Springs, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, dessen Karriere im Stummfilm begann. Gemeinsam mit Kay Francis bildete Powell in sechs Filmen von 1930 bis 1932 ein Leinwandpaar, zwischen 1934 und 1947 war er in 14 Filmen der Partner von Myrna Loy, darunter in der Filmserie Der dünne Mann, in denen Powell und Loy verschiedene Kriminalfälle lösten. Er wurde im Laufe seiner Karriere dreimal für den Oscar/Bester Hauptdarsteller nominiert.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

William Powell wurde 1892 als Sohn von Nettie Manila und Horatio Warren Powell in Pittsburgh geboren. Er besuchte die American Academy of Dramatic Arts und arbeitete anschließend unter anderem jahrelang am Broadway, ehe 1922 sein Debüt als Filmschauspieler neben Marion Davies in When Knighthood Was in Flower gab. 1924 erhielt er einen Studiovertrag bei Paramount Pictures und spielte in der Folgezeit in zahlreichen Studioproduktionen, darunter 1928 in Josef von Sternbergs Sein letzter Befehl neben Emil Jannings. Der Erfolg stellte sich erst mit Beginn des Tonfilms ein. Powell drehte damals eine Anzahl Melodramen mit Kay Francis, mit der er neben Ruth Chatterton 1932 zu Warner Brothers wechselte. Im selben Jahr hatte er mit Francis zwei finanziell erfolgreiche Auftritte in Jewel Robbery und One Way Passage. Endgültig zum Filmstar wurde er 1934 nach einem Wechsel zu MGM, wo er mit der Rolle des wohlhabenden Hobby-Detektivs Nick Charles in der Kriminalkomödie Der dünne Mann einen großen Erfolg hatte. Powell erhielt für seinen Auftritt, mit dem er sein Talent für elegante Salonkomödien unter Beweis stellte, auf der Oscarverleihung 1935 seine erste Nominierung für den Oscar als bester Hauptdarsteller. Weitere Nominierungen bekam er für Mein Mann Godfrey und Unser Leben mit Vater. Mit Myrna Loy, neben der er zuerst in Manhattan Melodrama gemeinsam spielte, bildete er bis 1948 in 14 Filmen ein Leinwandpaar, darunter in den sechs Dünner Mann-Kriminalkomödien rund um Nick Charles und seine Ehefrau Nora.

Luise Rainer gab 1935 neben William Powell ihr US-Debüt in Seitensprung, dem amerikanischen Remake des österreichischen Films Maskerade mit Paula Wessely. 1936 war das wohl erfolgreichste Karrierejahr von Powell. Er spielte den Theaterimpressario Florenz Ziegfeld junior in der fast dreistündigen Filmbiografie Der große Ziegfeld, in dem Luise Rainer als Anna Held und Myrna Loy als Billie Burke, die beiden Ehefrauen von Ziegfield, zu sehen waren. Der Film erhielt auf der Oscarverleihung 1937 den Oscar als bester Film des Jahres, während Rainer für ihren nur gut 20-minütigen Auftritt als Anna Held als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr war William Powell in der Komödie Lustige Sünder Teil einer All-Star Cast, die neben ihm Myrna Loy, Spencer Tracy und Jean Harlow umfasste. Der dritte finanzielle Erfolg, in dem Powell 1936 zu sehen war, bildete die Screwball Comedy Mein Mann Godfrey, wo er durch die Hilfe von Carole Lombard vom Obdachlosen zum fürsorglichen Butler einer exzentrischen Familie wird.

1937 war Powell in The Last of Mrs. Cheyney neben Joan Crawford und Robert Montgomery zu sehen. 1940 trat er in Liebling, du hast dich verändert wieder mit Myrna Loy als Partnerin auf, anschließend verringerte er sein Pensum und drehte deutlich weniger Filme. 1947 war er neben Irene Dunne in Unser Leben mit Vater, der Verfilmung des damals erfolgreichsten Broadwaystücks, zu sehen. Im selben Jahr drehte er auch seinen letzten Dünner-Mann-Film Das Lied vom dünnen Mann. Zu seinen letzten Leinwandauftritten gehörte 1953 seine Rolle als mit Lauren Bacall verlobter Millionär in Wie angelt man sich einen Millionär? und 1955 sein Auftritt in Mervyn LeRoys Filmadaption von Keine Zeit für Heldentum, ehe er sich komplett ins Privatleben zurückzog.

William Powell war dreimal verheiratet, darunter in zweiter Ehe zwischen 1931 und 1933 mit Carole Lombard. Powell war über Jahre bis zu ihrem Tod mit Jean Harlow liiert. 1940 heiratete er die Schauspielerin Diana Lewis, mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb. Sein einziger Sohn William David Powell beging 1968 mit 42 Jahren Suizid. William Powell verstarb im März 1984 mit 91 Jahren an einem Kreislaufstillstand und wurde auf dem Desert Memorial Park in Cathedral City, Kalifornien begraben.[1] Ein Stern auf dem Hollywood Boulevard, Höhe 1636 Vine Street, erinnert an den Schauspieler.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar/Bester Hauptdarsteller[Bearbeiten]

New York Film Critics Circle Award/Bester Hauptdarsteller[Bearbeiten]

  • 1947 - Gewonnen für Unser Leben mit Vater und Der Senator war indiskret

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1922: When Knighthood Was in Flower
  • 1924: Die Hochzeit von Florenz (Romola)
  • 1926: Beau Geste
  • 1926: Der große Gatsby
  • 1927: Señorita
  • 1928: Sein letzter Befehl (The Last Command)
  • 1928: The Dragnet
  • 1929: Die Stimme aus dem Jenseits (The Canary Murder Case)
  • 1929: Vier Federn (The Four Feathers)
  • 1929: Das Haus des Schreckens (The Greene Murder Case)
  • 1930: Der Schuß aus dem Dunkel (The Benson Murder Case)
  • 1930: Street of Chance
  • 1930: For the Defense
  • 1931: Ladies’ Man
  • 1932: Ein ausgefuchster Gauner (High Pressure)
  • 1932: Ein Dieb mit Klasse (Jewel Robbery)
  • 1932: Reise ohne Wiederkehr (One Way Passage)
  • 1933: Double Harness
  • 1933: Der Detektiv und die Spielerin (Private Detektive 62)
  • 1933: The Kennel Murder Case
  • 1934: Liebe ohne Zwirn und Faden (Fashions of 1934)
  • 1934: Manhattan Melodrama
  • 1934: Der dünne Mann (The Thin Man)
  • 1935: Herr Sherlock und Frau Holmes (Star of Midnight)
  • 1935: Seitensprung (Escapade)
  • 1935: Die öffentliche Meinung (Reckless)
  • 1935: Spione küßt man nicht (Rendezvous)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: William Powell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. knerger.de: Das Grab von William Powell