Detlev Eisinger

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Detlev Eisinger bei einem Konzert im Mai 2011.[1]

Detlev Eisinger (* 26. November 1957 in München) ist ein deutscher Pianist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Eisinger begann mit dem Klavierspiel im Alter von sieben Jahren und kam mit elf Jahren zu dem Pianisten Walter Krafft (* 1936 in Bukarest), dessen Lehrerin Florica Musicescu (1887–1969) hatte auch Dinu Lipatti unterrichtet. 1967 gründete Krafft das Münchener Musikseminar und ist seither dessen Leiter. Er wurde Eisingers wichtigster Klavierpädagoge und ermöglichte ihm im Alter von 13 Jahren den ersten Klavierabend und das erste Orchesterkonzert in München. Ab 1976 studierte Eisinger bei Professor Erik Then-Bergh an der Münchner Musikhochschule und schloss dort 1980 sein Staatsexamen mit Auszeichnung ab. Ein Stipendium führte ihn 1986 an die Cité Internationale des Arts in Paris.

Schon zuvor, als 14-Jähriger, machte er die ersten Aufnahmen in den Studios des Bayerischen Rundfunks, und als 16-Jähriger spielte er seine erste Schallplatte ein, u.a. mit der Sonate Pathétique von Ludwig van Beethoven und den Variations sérieuses von Felix Mendelssohn Bartholdy. Nach seinem Examen begann er eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland. Hervorzuheben ist hier die vollständige Aufführung des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach in München, Wien, Salzburg und Klagenfurt. Darüber hinaus war er in Menton, Paris, Montpellier, beim Kissinger Sommer, beim Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen sowie beim Kodály-Festival im ungarischen Kecskemét zu hören; außerdem gab es noch fünf Konzerttourneen in Südafrika.

Ein künstlerischer Meilenstein wurde für Eisinger das Engagement beim Münchener Klaviersommer 1990 mit der Aufführung des Carnaval von Robert Schumann, wonach dann Friedrich Gulda den zweiten Teil des Konzerts gestaltete. Danach folgten sein Debüt in der Berliner Philharmonie mit Mendelssohns g-moll-Klavierkonzert und Klavierabende in europäischen Hauptstädten sowie in Toronto/Kanada und San Francisco/USA. Eine Reihe von Rundfunk- und Fernseh-Aufnahmen sowie CD-Einspielungen schlossen sich an, auch von großen, zyklischen Werken der Klavierliteratur.

Eisinger engagierte sich auch als Kammermusiker und als Liedbegleiter, z.B. von Hermann Prey und Kieth Engen.

Zu publikumswirksamen Erfolgen wurden seine Gesprächskonzerte (Konzerte mit einführenden Erläuterungen), weil bei solchen Anlässen die wohlvorbereiteten Zuhörer zu einem tiefen, nachhaltigen Erlebnis der Aufführung gelangten, insbesondere bei großen Werken wie Bachs Goldberg-Variationen, Beethovens Diabelli-Variationen und einem Zyklus mit dessen 32 Klaviersonaten. Ein Gesprächskonzert im Jahr 2002 in der Villa Wahnfried wurde dann zum Ausgangspunkt für Eisingers Engagement bei den Bayreuther Festspielen. Sieben Jahre lang, von 2002 bis 2008, hielt er hier in Form von Klavier-Matineen Einführungsvorträge zu sämtlichen Opern von Richard Wagner, was weitere Einladungen verschiedener in- und ausländischer Opernhäuser zur Folge hatte. Nach 2008 wurde er für einige Jahre zu derartigen Einführungsvorträgen auch beim Richard-Wagner-Festival in Wels engagiert.

Eisinger fühlt sich als Interpret völlig dem Geist des jeweiligen Werks verpflichtet, wobei er bei aller persönlichen Auffassung und Empfindung die Natürlichkeit und die Absicht des Komponisten in den Vordergrund stellt.

Aktuelle Projekte von Detlev Eisinger sind die CD-Einspielung aller Beethoven-Klaviersonaten, wobei er als erster Pianist jeder Sonate Erläuterungen mit Klangbeispielen vorausschickt, sowie die Einführungsvorträge zu sämtlichen Wagner-Opern nach dem Vorbild der Matineen in Bayreuth.

Diskografie[Bearbeiten]

Compact Discs[Bearbeiten]

  • Beethoven-Klaviersonaten, Gesamtaufnahmen mit Erläuterungen:
    • Vol. 1: op. 2 Nr.1, op. 31 Nr.3, op. 26 (Trauermarsch), op. 57 (Appassionata)
    • Vol. 2: op. 14 Nr.2, op. 2 Nr.3, op. 109, op. 27 Nr.2 (Mondschein)
    • Vol. 3: op. 10 Nr.2, op. 78, op. 28 (Pastorale), op. 13 (Pathétique), op. 110
(die Reihe wird fortgesetzt)
  • Werkeinführungen zu Opern von Richard Wagner mit zahlreichen Musikbeispielen, gesprochen und gespielt von Detlev Eisinger:
    • Lohengrin
    • Tristan und Isolde
    • Parsifal
    • Tetralogie Der Ring des Nibelungen
      • Das Rheingold
      • Die Walküre
      • Siegfried
      • Götterdämmerung (erscheint im Frühjahr 2014)
(die Reihe wird fortgesetzt)
  • J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Band I und II (Aufnahmen von 1976 bis 1980)
  • Goldberg-Variationen / Schubert-Sonate:
    • J. S. Bach: Goldberg-Variationen BWV 988
    • F. Schubert: Sonate c-Moll D 958
  • Klaviermusik von Bach bis Chopin: W. A. Mozart: Sonate A-Dur KV 331; L. v. Beethoven: Sonate c-Moll op. 13 (Pathétique); F. Mendelssohn Bartholdy: Rondo capriccioso op. 14; F. Schubert: Impromptu Ges-Dur op. 90 Nr. 3 (D 899); F. Chopin: Prélude Des-Dur op. 28 Nr. 15 und Scherzo Nr. 2 b-Moll op.31; J. S. Bach: Choralbearbeitung Jesus bleibet meine Freude BWV 147.
  • Paraphrasen von Liszt, Wolf und Brassin über Themen von Richard Wagner:
    • Wagner / Liszt, aus Tannhäuser: Pilgerchor - Einzug der Gäste auf der Wartburg - Rezitativ und Romanze des Wolfram O du mein holder Abendstern
    • Wagner / Liszt, aus Der fliegende Holländer: Spinnerlied - Ballade der Senta
    • Wagner / Liszt, aus Lohengrin: Elsas Traum - Elsas Brautzug zum Münster
    • Wagner / Liszt, aus Tristan und Isolde: Isoldes Liebestod
    • Wagner / Wolf: Paraphrase über Die Meistersinger von Nürnberg
    • Wagner / Brassin, aus Walküre: Feuerzauber
  • Mozart, Chopin, Liszt: W. A. Mozart: Sonate D-Dur KV 311, F. Chopin: Sonate Nr. 3 h-Moll op. 58, F. Liszt: Variationen über Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen nach J. S. Bach
  • Quiet Classics - Lyrische Klaviermusik: Bach, Mozart, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Chopin und andere
  • Lieder und Balladen von Wilhelm Busch (Komponist: Adolph Kurt Böhm, * 1926) mit Florian Prey, Bariton und Detlev Eisinger, Klavier
  • Lieder auf Texte verschiedener Dichter (Komponist: Adolph Kurt Böhm) mit Alexandra Petersamer, Mezzosopran und Detlev Eisinger, Klavier.

Langspielplatten[Bearbeiten]

  • J. S. Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Band I und II
  • Klavierwerke von Scarlatti und Balakirew: D. Scarlatti, 7 Sonaten; M. Balakirew, Sonate b-Moll
  • Klavierwerke von Franz Liszt: Polonaise Nr. 2 E-Dur, Liebestraum Nr. 3, zwei Franziskus-Legenden, Ungarische Rhapsodie Nr. 2, Die Nachtigall (nach Alabieff), Konzertetude Nr. 2 La Leggierezza
  • Klavierwerke von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy und Chopin: L. v. Beethoven, Sonate c-Moll op. 13 (Pathétique); F. Mendelssohn Bartholdy, Variations sérieuses d-Moll op. 54; F. Chopin: Fantasie f-Moll op. 49

Musikkassetten[Bearbeiten]

  • Detlev Eisinger und die Bamberger Symphoniker: F. Chopin, Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21, Krakowiak op. 14, Don-Juan-Variationen op. 2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pianist Detlev Eisinger bei einem Konzert in Gauting Frühjahr 2011

Weblinks[Bearbeiten]