Garmisch-Partenkirchen

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Partenkirchen ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Schriftsteller dieses Namens siehe Fritz Müller-Partenkirchen.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Garmisch-Partenkirchen
Garmisch-Partenkirchen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Garmisch-Partenkirchen hervorgehoben
47.49388888888911.105277777778708Koordinaten: 47° 30′ N, 11° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Höhe: 708 m ü. NHN
Fläche: 205,66 km²
Einwohner: 25.901 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 82467,
82475 (Schneefernerhaus)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08821
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 117
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 1
82467 Garmisch-Partenkirchen
Webpräsenz: www.gapa.de
Bürgermeister: Sigrid Meierhofer (SPD)
Lage des Marktes Garmisch-Partenkirchen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettaler Forst Wallgau Unterammergau Uffing am Staffelsee Spatzenhausen Seehausen am Staffelsee Saulgrub Riegsee (Gemeinde) Oberau Oberammergau Murnau am Staffelsee Mittenwald Krün Großweil Grainau Garmisch-Partenkirchen Farchant Ettal Bad Bayersoien Bad Kohlgrub Ohlstadt Eschenlohe Schwaigen Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Weilheim-Schongau ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Luftbild von Garmisch-Partenkirchen, von Norden gesehen

Garmisch-Partenkirchen ist ein Markt und zugleich Kreishauptort des Landkreises Garmisch-Partenkirchen sowie Zentrum des Werdenfelser Landes. Obwohl Garmisch-Partenkirchen etwa 26.000 Einwohner hat, ist es keine Stadt, aber eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Garmisch-Partenkirchen ist außerdem ein Heilklimatischer Kurort.

Geografie[Bearbeiten]

Garmisch-Partenkirchen liegt inmitten eines weiten Talkessels am Zusammenfluss der aus Tirol kommenden Loisach und der im Wettersteingebirge entspringenden Partnach, zwischen Ammergebirge im Nordwesten, Estergebirge im Osten und Wettersteingebirge – mit Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, im Süden. Garmisch war während der letzten Eiszeit – der Würmeiszeit – mit einer Eisdecke von ca. 1700 m ü. NN überzogen.

Kochelberg ist der Name eines 870 m hohen Berges in Garmisch-Partenkirchen. Auf dem Berg befindet sich die im Sommer bewirtschaftete Kochelberg-Alm.

Der 1340 m hohe Hausberg ist der Hausberg von Garmisch-Partenkirchen. Er ist über recht steile, gut ausgebaute Wege erreichbar. Im Winter kann man mit der Hausbergbahn auf den Gipfel gelangen und dort Ski fahren.

Ortsteile[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Pfarrdorf Partenkirchen lag östlich der Partnach, während Garmisch westlich des Flusses lag. Der Fluss ist auch heute noch im nördlichen Teil (etwa ab der Obermühle) die Grenze zwischen den Gemarkungen Garmisch und Partenkirchen. Im südlichen Teil verläuft die Gemarkungsgrenze 600 bis 1700 Meter westlich des Flusses.[2]

Separate Ortsteile sind unter anderem

Geschichte[Bearbeiten]

Garmisch 1701 auf einem Gemälde im Fürstengang Freising
Partenkirchen 1701

Partenkirchen geht auf die römische Reisestation „Partanum“ zurück. Diese lag an einem vorrömischen Handelsweg, ein Nebenzweig der am Lech entlangführenden Via Claudia, der nach der Eroberung des nördlichen Alpen- und Voralpenraumes durch Drusus und Tiberius im Jahr 15. v. Chr. ausgebaut wurde. Die Römer nannten die neue Straße „Via Raetia“, sie wurde 200 nach Christus gebaut und führte über den Brennerpass und Seefelder Sattel nach Augsburg.[3] Garmisch wurde 802 erstmals als Siedlung urkundlich erwähnt.

Der Freisinger Bischof Konrad I. von Tölz und Hohenburg erwarb Garmisch 1249 und Bischof Emicho 1294 Partenkirchen. Ab 1294 gehört die Grafschaft Werdenfels zum Hochstift Freising, und blieb bis zur Säkularisation 1802/03 in geistlichem Besitz.

Im Hochmittelalter war Partenkirchen für die Fugger und Welser eine wichtige Station auf dem Weg nach Italien. Daraus resultierte ein wirtschaftlicher Aufschwung, der Ort blühte als Reise- und Handelsstation zwischen Augsburg und Venedig regelrecht auf. Für Garmisch war die Flößerei auf der Loisach die Haupteinnahmequelle. Mit dem Dreißigjährigen Krieg verarmte die Region.

1802 kam die Grafschaft Werdenfels zu Bayern. Mit der Fertigstellung der Eisenbahnverbindung 1889 nach München setzte der Fremdenverkehr ein. Am 1. Januar 1935[4][5] schlossen sich die bis dahin selbständigen Märkte Garmisch und Partenkirchen wegen der im nachfolgenden Jahr stattfindenden IV. Olympischen Winterspiele (1936) auf massiven Druck der NSDAP hin zum Markt Garmisch-Partenkirchen zusammen. Nach Absage von Sapporo und St. Moritz sollten die V. Olympischen Winterspiele (1940) ebenfalls in Garmisch-Partenkirchen stattfinden, wurden aber durch den Zweiten Weltkrieg verhindert. 1996 feierte der Ort das 60-jährige Jubiläum der Olympischen Winterspiele. Der Bürgermeister beauftragte den als rechtsextrem eingestuften[6] Verleger Gert Sudholt mit der Erstellung der offiziellen Festschrift.

1978 fand erstmals eine Alpine Skiweltmeisterschaft in Bayern statt; Gastgeber war vom 28. Januar bis 5. Februar 1978 Garmisch-Partenkirchen. Der Ort übernahm auch die Ausrichtung der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2011. Zusammen mit München und Schönau am Königssee bewarb sich Garmisch-Partenkirchen erfolglos um die Olympischen Winterspiele 2018.

Bei einem Explosionsunglück infolge einer defekten Flüssiggasleitung kamen am 27. Dezember 1987 im Sporthotel Riessersee elf Menschen ums Leben.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wamberg eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2000 2005 2010 2011
Anzahl der Einwohner[8] 2.870 3.038 4.792 10.326 18.308 25.435 25.261 26.885 25.742 26.364 26.261 26.068 25.668

Politik[Bearbeiten]

Garmisch-Partenkirchen gilt als eine der traditionellen Hochburgen der CSU. Dies zeigt sich besonders bei Landtags- und Bundestagswahlen, bei denen sie teilweise über 70 % der Stimmen erreicht. In der Kommunalpolitik war die politische Kräfteverteilung in den ersten Nachkriegsjahrzehnten deutlich ausgeglichener. So stellte die SPD bis 1978 mit Georg Schütte und Philipp Schumpp insgesamt 20 Jahre lang den 1. Bürgermeister. Auch die Bayernpartei war im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat zunächst stark vertreten und konnte zeitweise den 2. Bürgermeister stellen. Nach dem Niedergang der Bayernpartei konnte sich die CSU auch auf lokaler Ebene als bedeutendste Partei durchsetzen. So besaß sie seit 1972 die absolute Mehrheit im Gemeinderat und stellte seit 1978 den 1. Bürgermeister.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 wurde die absolute Mehrheit der CSU erstmals seit 36 Jahren gebrochen. Stärkste politische Kraft wurde das Christlich Soziale Bündnis (CSB), das sich 2007 von der CSU abgespalten hatte. Seitdem stellt das CSB gemeinsam mit den Freien Wählern die Mehrheit im Gemeinderat sowie mit Daniela Bittner (CSB) und Hannes Krätz (FW) den 2. und 3. Bürgermeister.[9]

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 erreichten das CSB und die Freien Wähler zusammen nur noch zehn von 30 Sitzen und haben so die Mehrheit im Gemeinderat verloren.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen
Partei / Liste Wahl 2008 Wahl 2014
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
Christlich Soziales Bündnis – Bürger für Garmisch-Partenkirchen 33,9 % 11 22,0 % 7
CSU 26,0 % 8 34,5 % 10
Freie Wähler 15,0 % 5 10,2 % 3
SPD 14,5 % 4 17,6 % 5
FDP 3,4 % 1 5,0 % 1
Bayernpartei 4,3 % 1 5,6 % 2
ÖDP 2,9 %
Grüne 5,1 % 2
Gesamt 100 % 30 100 % 30
Wahlbeteiligung 62,1 % 54,6 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der amtierende Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) musste am 30. März 2014 in einer Stichwahl gegen Sigrid Meierhofer (SPD) antreten.[10] Die Stichwahl gewann Meierhofer mit 67,5 % der Stimmen.[11]

Erste Bürgermeister seit dem Zusammenschluss von Garmisch und Partenkirchen am 1. Januar 1935[9]
Jahre Name Partei Anmerkung
1935–1945 Jakob Scheck NSDAP nicht demokratisch gewählt
1945 Franz Fux parteilos kommissarisch
1945–1946 Georg Schütte SPD kommissarisch
1946–1948 Bernhard Lödermann CSU erster demokratisch gewählter Bürgermeister
1948–1952 Georg Schütte SPD
1952–1956 Josef Zwerger CSU erster direkt gewählter Bürgermeister
1956–1959 Georg Schütte SPD verstarb am 23. Januar 1959 im Amt
1959–1966 August Vogel CSU ab 1965 krankheitsbedingt beurlaubt
1966–1978 Philipp Schumpp SPD seit 1965 amtierender Bürgermeister
1978–2002 Toni Neidlinger CSU
2002–2014 Thomas Schmid CSB bis 2007 CSU-Mitglied
Seit 1. Mai 2014 Sigrid Meierhofer SPD

Wappen[Bearbeiten]

Amtliche Wappenbeschreibung: Gespalten von Silber und Rot; vorne am Spalt ein halber, rot bewehrter schwarzer Adler, hinten ein silberner Balken.[12]

Mit der Gemeindezusammenlegung 1935 gab sich die Gemeinde ein Wappen, das an keines der beiden Wappen der Vorgängergemeinden anschloss. Man entschied sich, das Wappen der Grafen zu Eschenlohe zu zitieren, das auch die Gemeinden Eschenlohe und Telfs führen. Dies folgte der widerlegten Annahme, die Grafen zu Eschenlohe seien Herren der Grafschaft Werdenfels gewesen, die das heutige Gemeindegebiet enthielt. Tatsächlich ist die Grafschaft Werdenfels historisch jünger, als damals betrachtet, sodass die Eschenloher niemals deren Besitzer waren. Am 3. Dezember 1935 wurde das Wappen mit folgender Beschreibung genehmigt: Das Wappen besteht aus einem gespaltenen Schild, rechts in Silber ein halber schwarzer Doppeladler rot bewehrt, links ein silberner Querbalken in rotem Feld.[13]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Garmisch-Partenkirchen hat drei Schwesterstädte, zu denen es eine Partnerschaft unterhält. Seit 1966 besteht die Städtepartnerschaft mit dem US-amerikanischen Skiort Aspen. Seit 1973 gibt es eine Partnerschaft mit dem Ort Chamonix in Frankreich und seit 1987 mit der finnischen Stadt Lahti.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten Maler wie Lorenz Quaglio, Heinrich Bürkel, Christian Morgenstern und Max Josef Wagenbauer Garmisch-Partenkirchen. Mit der Eisenbahnverbindung nach München ab 1889 kamen zunehmend Künstler wie Ernst Kreidolf und Wilhelm Balmer.

Auch international gewann Garmisch-Partenkirchen um die Wende des 19. auf das 20. Jahrhundert an Renommee. So komponierte Edward Elgar hier 1895 seine Songs from the Bavarian Highlands und der Generalmusikdirektor Hermann Levi ließ sich 1900 von Emanuel von Seidl und Adolf von Hildebrand seine Villa erbauen, in der Cosima Wagner oft logierte. Der Schriftsteller Josef Ruederer nahm für sein bekanntestes Stück Die Fahnenweihe das Posthotel Partenkirchen als Motiv, der Maler Max Beckmann fuhr in Partenkirchen gerne Ski. Der Philosoph Ernst Bloch heiratete in Garmisch und entwickelte hier die Grundgedanken für sein Hauptwerk. Zu nennen ist auch der Schweizer Schriftsteller Walther Siegfried und seine Frau, die Konzertsängerin Helene Siegfried.

1908 ließ sich Richard Strauss vom Erlös seiner Oper Salome in Garmisch eine Villa erbauen, die auch von Emanuel von Seidl gestaltet wurde. Strauss bewohnte sie bis zu seinem Tod im Jahr 1949 und schrieb dort unter anderem den Rosenkavalier und die Alpensinfonie.

Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte Garmisch eine sehr mondäne Phase. Literaten wie Kurt Tucholsky, Karl Kraus, Erich Kästner oder Lion Feuchtwanger, dessen Schlüsselroman Erfolg in München und Garmisch-Partenkirchen spielt, wohnten, feierten und arbeiteten in den Hotels und Künstlerpensionen wie der legendären Pension Nirvana, wo u. a. auch der Schriftsteller Heinrich Mann und Michael Endes Vater, der surrealistische Maler Edgar Ende logierten. Arthur Schnitzler kam nach Partenkirchen, um den Schauspieler Albert Steinrück zu besuchen. In dessen Haus Zufriedenheit trafen sich Jakob Wassermann, Richard Beer-Hofmann, Kasimir Edschmid und Henny Porten. Auch das Garmischer Haus der Opernsängerin Fritzi Massary und des Schauspielers und Regisseurs Max Pallenberg war Treffpunkt der Berühmtheiten ihrer Zeit wie Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Alfred Polgar. Der Maler Alexander Kanoldt richtete eine Malschule ein.

Während der NS-Zeit traf sich die NSDAP-Parteiprominenz zur Sommerfrische und zum Winterurlaub.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Nachtclub Casa Carioca mit seinen opulenten Tanz- und Eisrevuen ein Anziehungspunkt für Schauspieler wie Errol Flynn, Richard Burton oder Elizabeth Taylor. Auf der Bühne standen dort Swing- und Jazzgrößen.

Häufig wird Garmisch-Partenkirchen als Drehort für Fernsehserien (z. B. Löwengrube, Drehbuchautor: Willy Purucker, Die Garmisch-Cops) und Kinofilme (z. B. Schwere Jungs, Regie: Marcus H. Rosenmüller) genutzt.

Skulptur der Schildkröte Kassiopeia im Michael-Ende-Kurpark

Zu Ehren des gebürtigen Garmisch-Partenkircheners Michael Ende wurde im Jahr 2009 der Garmischer Kurpark in Michael-Ende-Kurpark umbenannt. In dem Park befinden sich Skulpturen zu Werken des Autors sowie (im Kurhaus) ein Museum, in dem unter anderem eine Dauerausstellung über das Leben und Werk Endes untergebracht ist.

Weitere kulturell bedeutsame Einrichtungen Garmisch-Partenkirchens sind das Richard-Strauss-Institut (seit 1999), das Museum Aschenbrenner (seit 2006), die Fachschulen für Holz und Gestaltung des Bezirks Oberbayern (seit 1869) und das vom Landkreis unterhaltene Werdenfels-Museum. Feste Repertoire-Bühne des Ortes ist das seit 1949 bestehende Kleine Theater, traditionelle Unterhaltung bietet seit 1892 das Partenkirchner Bauerntheater, Kabarett und Kleinkunst veranstaltet seit 1986 der Verein Kulturbeutel e. V., Show und Entertainment offeriert seit 2007 die Reihe Cabaret Royale in der Spielbank. Das kulturelle Sommerprogramm prägen alljährlich das Richard-Strauss-Festival, die Konzertreihe Musik im Park und der Kultursommer Garmisch-Partenkirchen.

Bildende Kunst in Wechselausstellungen findet ihren Platz in der Galerie des Marktes. Der Akademische Verein Künstlerbund Garmisch-Partenkirchen e. V. und die Werdenfelser Künstler e. V. nehmen aktiv am Ausstellungsleben teil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Garmisch-Partenkirchen von Osten mit Alpspitze, Zugspitze und Daniel

Sport[Bearbeiten]

1936 wurden hier die Olympischen Winterspiele ausgetragen, 1978 die Alpine Skiweltmeisterschaft. Garmisch-Partenkirchen trat gemeinsam mit München und Schönau am Königssee als offizieller Kandidat für die Olympischen Winterspiele 2018 an, unterlag jedoch bei der Abstimmung am 6. Juli 2011. Eine erneute Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022 scheiterte am 10. November 2013, als in einem Bürgerentscheid im Markt fast 52 % gegen die Bewerbung stimmten.

Im Sommer 2008 war Garmisch-Partenkirchen zum zweiten Mal Austragungsort der Medigames. Auch die Alpine Skiweltmeisterschaft 2011 fand in Garmisch-Partenkirchen statt. In der Bewerbung hatte sich der Markt gegen das österreichische Schladming durchgesetzt, nachdem die Bewerbung für die Ski-WM 2009 gegen das französische Val-d’Isère verloren gegangen war.

Auf der nahe gelegenen natürlichen Wildwasserstrecke der Loisach fanden bereits dreimal (1985, 1998, 2004) Weltmeisterschaften im Kanu-Wildwasserrennsport statt.

Im Eishockey wurde der SC Riessersee zehnmal Deutscher Meister. Benannt wurde der Club nach der historischen Spielstätte, dem Riessersee, einem künstlich angelegten See südlich von Garmisch im Wettersteingebirge.

Jedes Jahr am Dreikönigstag (6. Januar) wird auf dem Weg zur Partnachalm, der von der Straße zwischen Skistadion und Partnachklamm abzweigt, die bayerische Meisterschaft im Hornschlittenfahren ausgetragen.

Garmisch-Partenkirchen ist unter Mountainbikern ein beliebter Startort für Transalp-Touren. Viele dieser Touren führen von Garmisch-Partenkirchen zum Gardasee oder zur Po-Ebene. Die Albrecht-Route ist beispielsweise eine Mountainbike-Strecke, die in sieben Tagen durch diverse Hochgebirgsregionen nach Torbole führt. Technisch und konditionell etwas leichter ist die historisch interessante Via Claudia Augusta zu bewältigen, zu der auch von Garmisch aus ein Zuweg für Radfahrer existiert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • 1. Januar – Neujahrsspringen im Rahmen der Vierschanzentournee
  • 6. Januar – Bayerische Meisterschaft im Hornschlittenrennen
  • Januar/Februar – FIS Alpiner Ski Weltcup
  • Februar – Pond Hockey Cup
  • März – Gamsrenna in Garmisch-Partenkirchen
  • 30. April – GAPliveNIGHT
  • Juni – Richard-Strauss-Festival
  • Juli erstes Wochenende – BMW Motorrad Days
  • Juli / August Festwochen in Garmisch und Partenkirchen
  • August / September – KULTurSOMMER

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Von Norden ist Garmisch-Partenkirchen aus Landsberg am Lech und Oberammergau über die B 23 und aus Richtung München über die B 2 zu erreichen. Die B 2 nimmt ca. 15 km nördlich bei Eschenlohe zusätzlich den Verkehr der A 95 aus München auf. Richtung Westen verläuft die B 23 weiter durch das Tal der Loisach nach Österreich, geht in die Ehrwalder Straße über und trifft bei Lermoos auf die Fernpassstraße, die das Oberinntal über den Fernpass mit Reutte und Füssen verbindet. Die B 2 verläuft nach Osten weiter Richtung Mittenwald, Seefeld und Innsbruck.

Die Lage an diesen wichtigen Straßenverbindungen bringt für den Markt erhebliche Verkehrsbelastungen mit sich. An schönen Tagen führen Durchgangs- und Ausflugsverkehr häufig zu kilometerlangen Staus im Ortskern. Dass eine Fahrt z. B. vom Farchanter Tunnel zum Skigebiet Kreuzeck/Alpspitze bis zu einer Stunde dauert, ist keine Seltenheit. Daher wurde immer wieder gefordert, die Planungen für den Kramertunnel und den Wanktunnel voranzutreiben. Am 27. Juli 2010 nahm Ministerpräsident Horst Seehofer mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Andreas Scheuer am feierlichen Spatenstich für die Ortsumgehung Garmisch-Partenkirchen mit Kramertunnel teil. Die neue Bundesstraße 23 mit dem 3,6 Kilometer langen Kramertunnel soll die Verkehrsbelastung von Garmisch mindestens um die Hälfte reduzieren. Die geplante Ortsumgehung ist eine der teuersten Straßenbaumaßnahmen in Bayern und sollte nach Prognosen aus dem Jahr 2010 mehr als 133 Millionen Euro kosten.[14] Bis heute (2013) sind die errechneten Kosten allerdings auf 176 Millionen Euro gestiegen.[15]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Garmisch-Partenkirchen

Der Bahnhof Garmisch-Partenkirchen liegt an der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen und an der Mittenwaldbahn (Garmisch–Mittenwald–Innsbruck). Außerdem ist es der Ausgangspunkt der Außerfernbahn nach Reutte in Tirol und Kempten (Allgäu) und der Bayerischen Zugspitzbahn. Stündlich verkehren Regionalzüge nach München und Mittenwald und zweistündlich nach Innsbruck und Reutte mit Anschluss nach Kempten. Zudem fahren auch einzelne speziell auf Urlaubsreisende zugeschnittene Fernverkehrszüge, beispielsweise ICEs nach Berlin, Hamburg, Dortmund, Bremen und Innsbruck.

Die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen betreiben ein Ortsbusnetz mit den Linien 1 bis 5, den „grünen Bus“. Zusätzlich verkehrt eine nummernlose Regionalbus-Linie der Eibsee-Verkehrsgesellschaft (EVG) von Partenkirchen über Garmisch zum Eibsee, „weiß-blauer Bus“ genannt. Innerhalb des Landkreises Garmisch-Partenkirchen besteht im Rahmen der Verkehrsgemeinschaft Garmisch-Partenkirchen eine Tarifkooperation zwischen Ortsbussen und Regionalbussen.

Nach Garmisch-Partenkirchen ist seit dem 18. Februar 2006 ein Intercity-Express des Typs ICE 1 benannt.[16]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Werdenfels-Gymnasium
  • St.-Irmengard-Gymnasium
  • St.-Irmengard-Realschule
  • Staatliche Wirtschaftsschule Garmisch-Partenkirchen
  • Zugspitz-Realschule
  • Grundschule Burgrain
  • Mittelschule am Gröben
  • Mittelschule und Grundschule Partenkirchen
  • Berufsfachschule für Kinderkranken- und Krankenpflege
  • Private Schule für Kranke am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie
  • Fachschule für Schreiner und Holzbildhauer mit Fachakademie für Raum- und Objektdesign
  • Hotelfachschule
  • Berufsfachschule (IT) Kaufmännische Assistenten
AFN-Mittelwellensender Garmisch-Partenkirchen

Medien[Bearbeiten]

Der Münchner Merkur hat einen Ableger mit dem Titel Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. Diese Tageszeitung wird in folgende Talregionen aufgeteilt:

  • Garmisch-Partenkirchen & Region
  • Murnau & Region
  • Ammertal
  • Mittenwald & Oberes Isartal

Die Anzeigenblattgruppe Südbayern hat in Garmisch-Partenkirchen ebenfalls ein Büro und ist mit dem Kreisboten vertreten, der zweimal wöchentlich erscheint.

Von Garmisch-Partenkirchen aus sendet der Lokalsender Radio Oberland. Der AFN sendet von Garmisch-Partenkirchen auf 90,3 MHz im UKW-Band und auf 1485 kHz im Mittelwellenband (Senderstandort: 47°28'58"N 11°3'20"E).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

siehe: Liste der Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

(Folgende Persönlichkeiten sind in Garmisch-Partenkirchen geboren. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr. Ob sie ihren späteren Wirkungskreis in GAP hatten oder nicht, ist dabei unerheblich)

Sonstige[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten sind oder waren in irgendeiner Weise mit Garmisch-Partenkirchen verbunden. Die Auflistung erfolgt nach Geburtsjahr

Bildergalerie historisch[Bearbeiten]

Bildergalerie aktuell[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Garmisch-Partenkirchen
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
85
 
2
-7
 
 
77
 
5
-5
 
 
86
 
8
-2
 
 
100
 
12
1
 
 
131
 
17
5
 
 
174
 
20
9
 
 
175
 
22
11
 
 
172
 
21
10
 
 
107
 
19
8
 
 
77
 
15
3
 
 
88
 
7
-2
 
 
92
 
2
-6
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Garmisch-Partenkirchen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,1 4,6 8,3 12,3 16,9 19,6 21,8 21,1 18,8 14,5 7,4 2,0 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) −6,5 −5,1 −2,3 1,4 5,3 8,6 10,5 10,3 7,7 3,4 −1,5 −5,7 Ø 2,2
Niederschlag (mm) 84,7 76,8 85,9 100,1 130,8 174,3 175,4 171,6 107,4 77,1 88,0 91,5 Σ 1.363,6
Sonnenstunden (h/d) 2,4 3,3 4,4 4,8 5,5 5,5 6,5 6,2 5,7 4,9 2,7 1,9 Ø 4,5
Regentage (d) 16 15 15 16 17 19 18 18 14 13 14 15 Σ 190
Luftfeuchtigkeit (%) 84 81 78 75 75 76 77 81 82 82 84 86 Ø 80,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,1
−6,5
4,6
−5,1
8,3
−2,3
12,3
1,4
16,9
5,3
19,6
8,6
21,8
10,5
21,1
10,3
18,8
7,7
14,5
3,4
7,4
−1,5
2,0
−5,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
84,7
76,8
85,9
100,1
130,8
174,3
175,4
171,6
107,4
77,1
88,0
91,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Ostler: Garmisch und Partenkirchen 1870 – 1935. Der Olympiaort entsteht. Mohr – Löwe – Raute. Beiträge zur Geschichte des Landkreises Garmisch-Partenkirchen 8, hg. v. Verein für Geschichte, Kunst und Kulturgeschichte im Landkreis e. V., Garmisch-Partenkirchen 2000
  • Peter Blath: Garmisch-Partenkirchen (Reihe Archivbilder). Sutton, Erfurt 2004, ISBN 3-89702-768-2.
  • Johannes Haslauer: Die Verleihung des Marktrechts an Partenkirchen durch König Albrecht I. Infrastrukturförderung im territorialpolitischen Beziehungsgeflecht der spätmittelalterlichen Grafschaft Werdenfels (Hochstift Freising), in: Mohr, Löwe, Raute (Beiträge zur Geschichte des Landkreises Garmisch-Partenkirchen) 11 (2006), S. 17–73.
  • Leonhard Wenzel: Partenkirchen, Garmisch, Kainzenbad und Umgebung. Wenzel, Partenkirchen und Garmisch 1905 (Digitalisat)
  • Wolfgang Wüst: Umbruch im Goldenen Landl vor 200 Jahren. Der Markt Partenkirchen und die Grafschaft Werdenfels im Säkularisationstrauma. In: Mohr – Löwe – Raute. Beiträge zur Geschichte des Landkreises Garmisch-Partenkirchen 11, hg. v. Verein für Geschichte, Kunst und Kulturgeschichte im Landkreis e. V., Garmisch-Partenkirchen 2006, S. 141–162.
  • Gert Sudholt (Hrsg.): 60 Jahre Olympiaort: Garmisch-Partenkirchen 1936-1996. Verlagsgesellschaft Berg VGB, Berg am Starnberger See, 1996 (offizielle Festschrift der Gemeinde; 80 Seiten, Zeitschriftenformat)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. BayernViewer plus
  3. Via Raetia, Websitebetreiber: Karl Ludwig Wilhelm, abgerufen am 2. Oktober 2010
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 469.
  5. Alois Schwarzmüller: Garmisch-Partenkirchen 1. Januar 1935 – Die erzwungene Vereinigung. gaponline.de, 2006, abgerufen am 22. Mai 2013.
  6. Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2003. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, 31. Januar 2004, S. 93, archiviert vom Original am 21. Juni 2006, abgerufen am 22. März 2014 (PDF).
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 578.
  8. Kommunalstatistik von Garmisch-Partenkirchen, abgerufen am 5. Januar 2011
  9. a b Bürgermeister des Marktes Garmisch-Partenkirchen. Website des Marktes Garmisch-Partenkirchen. Abgerufen am 30. Januar 2013.
  10. Ergebnisse der Kommunalwahlen 2014 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf lra-gap.de, abgerufen am 19. März 2014
  11. buergerservice.gapa.de: Schnellmeldung zur Bürgermeisterwahl 2014 – Stichwahl am 30.03.2014, abgerufen am 30. März 2014
  12. Bayerns Gemeinden – Markt Garmisch-Partenkirchen. Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, abgerufen am 21. Oktober 2013.
  13. Die Zusammenlegung und das Wappen von Garmisch-Partenkirchen. Markt Garmisch-Partenkirchen, abgerufen am 21. Oktober 2013. – die Quelle gibt die Wappenbeschreibung „aus Sicht des Beschauers“ an und verwendet „links„ und „rechts“ somit gegenüber der heraldischen Verwendungsweise vertauscht. Im Artikel wurde dies im Sinne einer heraldisch korrekten Beschreibung berichtigt.
  14. Pressemeldung der Bayerischen Staatskanzlei vom 23. Juli 2010
  15. Bau des Kramertunnels in Garmisch-Partenkirchen deutlich teurer. FOCUS Online, 16. Mai 2013, abgerufen am 30. Mai 2013.
  16. ICE-Taufen. www.ice-fansite.com, abgerufen am 4. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Garmisch-Partenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien