Deutzen

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51.11138888888912.425833333333143Koordinaten: 51° 6′ 41″ N, 12° 25′ 33″ O

Deutzen
Gemeinde Neukieritzsch
Höhe: 143 m
Fläche: 6,62 km²
Einwohner: 1665 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Juli 2014
Postleitzahl: 04575
Vorwahl: 03433

Deutzen ist ein Ortsteil von Neukieritzsch im Landkreis Leipzig, Sachsen. Bis zum 1. Juli 2014 war Deutzen eine eigenständige Gemeinde.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Gefällestufe der Pleiße in Deutzen

Deutzen liegt im Süden der Leipziger Tieflandsbucht etwa 7 km westlich von Borna und 16 km nördlich von Altenburg. Im Norden grenzt der Ort an Neukieritzsch, im Osten an Borna und im Süden sowie Westen an Regis-Breitingen.

An den Ort grenzt östlich das Leipziger Neuseenland mit dem Speicherbecken Borna und im Nordwesten der Tagebau Schleenhain.

Die B 176 verläuft nördlich und die B 93 östlich des Ortes.

Deutzen besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof.

Durch Deutzen fließt die Pleiße mit einer Gefällestufe.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche
Blick in den Tagebau Schleenhain, im Hintergrund der Abnehmer der Kohle, das Kraftwerk Lippendorf
Gedenkstein für den Ort Alt-Deutzen
Eine Tafel informiert über die Industriegeschichte
Technisches Denkmal Wasserkugel
Wasserturm in Röthigen

Deutzen fand erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1238 Erwähnung, in welcher berichtet wurde, dass ein Herwicus de Dycin (Herbert von Deutzen) beim Gütertausch zwischen König Wenzel von Böhmen und dem Kloster Plaz als Zeuge anwesend war. Die Entwicklung des Ortes verlief sehr wechselvoll. Bis zum 18. Jahrhundert dominierte die landwirtschaftliche Entwicklung. Die Lage des Ortes in den Auenbereichen der Pleiße und der weißen Elster 25 km südlich der Stadt Leipzig bot günstige Voraussetzungen für diese bäuerliche Tätigkeit.

Gleichzeitig begünstigte dieser Landschaftsbereich vor Millionen Jahren die Entstehung der Braunkohle, so dass nach anfänglichen geringen Schürfungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts um 1900 die industrielle Nutzung der Braunkohle beginnt. Der Bau eines Braunkohlewerkes in Deutzen zog Menschen aus unterschiedlichen Gegenden Deutschlands an (darunter bemerkenswert viele Bayern).

Die Folge war, dass im Zeitraum von 1910 bis 1968 die Einwohnerzahl von 350 auf 4300 anstieg. Der Braunkohleabbau bewirkte in der Gemeinde einen Wandel der örtlichen Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur von der Land- zur Industriegemeinde. Im Jahr 1934 wurde das Dorf Röthigen eingemeindet und im Jahr 1964/1965 der alte Ortskern von Deutzen durch den Braunkohletagebau zerstört. Das heutige Deutzen wurde auf ausgekohltem Gelände des Tagebaus Kraft II errichtet. Die Fläche von Alt-Deutzen wird heute durch das Speicherbecken Borna eingenommen, im Volksmund Adria genannt, das mit Wasser der Pleiße zwecks Hochwasserschutz gespeist wird.

Nach langjährigen Verhandlungen wurde die Gemeinde Deutzen zum 1. Juli 2014 in die Gemeinde Neukieritzsch eingegliedert.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kulturpark Deutzen
  • Speicherbecken Borna
  • Tagebau-Aussichtspunkt
  • Katholische Kirche "St. Konrad von Parzham", 1954-56 mit Holz aus dem Bayrischen Wald erbaut[2]
  • Wasserturm im Ortsteil Röthigen, errichtet 1955 als Ersatz für den Wasserturm des abgerissenen Dorfes Blumroda[3]
  • Technisches Denkmal Wasserkugel (ehem. Hochbehälter der Brikettfabrik), 1938 von Gräfenhainichen umgesetzt.
  • Pleiße mit Radweg
  • Wildpferdekoppel östlich der Straße nach Neukieritzsch

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Deutzen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 16.
  • Christliches Umweltseminar Rötha e.V., Kulturbüro Espenhain, Heimatverein Regis-Breitingen und Umgebung e.V. (Hrsg.): Erinnerungen an die Dörfer Blumroda, Hartmannsdorf, Görnitz, Deutzen und Schleenhain. Regis-Breitingen 1996, ISBN 3-930044-07-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Deutzen im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14729090
  2. Website von Regis-Breitingen
  3. Rat der Stadt Colditz (Hg.): 700 Jahre Stadt Colditz. Colditz 1965