Altenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Altenburg
Altenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Altenburg hervorgehoben
50.98512.433333333333202Koordinaten: 50° 59′ N, 12° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Höhe: 202 m ü. NHN
Fläche: 45,6 km²
Einwohner: 32.992 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 724 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04600
Vorwahl: 03447
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 001
Stadtgliederung: Kernstadt und 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
04600 Altenburg
Webpräsenz: www.altenburg.eu
Oberbürgermeister: Michael Wolf (SPD)
Lage der Kreisstadt Altenburg
im Landkreis Altenburger Land
Altenburg Nobitz Langenleuba-Niederhain Altkirchen Dobitschen Drogen Fockendorf Frohnsdorf Gerstenberg Göhren (bei Altenburg) Göllnitz Göpfersdorf Gößnitz Haselbach (bei Altenburg) Heukewalde Heyersdorf Jonaswalde Jückelberg Kriebitzsch Löbichau Lödla Lucka Lumpzig Mehna Meuselwitz Monstab Nöbdenitz Ponitz Posterstein Rositz Nobitz Schmölln Starkenberg Thonhausen Treben Vollmershain Wildenbörten Windischleuba Ziegelheim Thüringen Landkreis Greiz Sachsen-Anhalt SachsenKarte
Über dieses Bild
Altenburgs Wahrzeichen, die „Roten Spitzen”

Altenburg ist eine mehr als tausend Jahre alte ehemalige Residenzstadt im Osten des Freistaates Thüringen und inmitten der Metropolregion Mitteldeutschland. Altenburg ist Kreisstadt des Landkreises Altenburger Land. Mit ihren etwa 35.000 Einwohnern ist die Stadt in der Landesplanung als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums ausgewiesen. Altenburg wurde auch durch das nach 1810 hier erfundene Kartenspiel Skat bekannt, das im Schloss- und Spielkartenmuseum näher beleuchtet wird.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Topografie um Altenburg

Altenburg befindet sich fast in der Mitte des Städtedreiecks Leipzig–Chemnitz–Gera. Die Stadt liegt 28 km nordöstlich von Gera, 39 km südlich von Leipzig, 38 km nordwestlich von Chemnitz und 31 km nördlich von Zwickau. Sie wurde auf einem hügligen Gebiet erbaut, dessen tiefster Punkt bei Zschernitzsch mit 162 m und der höchste bei Mockzig mit 261 m ü. NN. liegt. Das Gebiet gehört zu den letzten Ausläufern des Erzgebirgsvorlandes, die nördlich der Stadt in der Leipziger Tieflandsbucht enden.

Südansicht des Stadtzentrums von Altenburg

Altenburg wird von den Gewässern Pleiße, Blaue Flut und Deutscher Bach durchflossen. Der Fluss Pleiße durchfließt die Stadt im Süden im Ortsteil Ehrenberg. Der Deutsche Bach fließt im Norden Altenburgs durch die Stadtteile Steinwitz, Drescha, Nord und Kauerndorf, wo er dann in die Blaue Flut mündet. Diese wiederum entspringt bei Graicha im Altenburger Land und durchfließt die Stadt von Süd-West nach Nord-Ost. Sie wurde nach einer hier ansässigen Färberei benannt, die das meist blaue Färbereiabwasser ungeklärt in den Bach abließ.

Geologie[Bearbeiten]

In den tiefsten Schichten befindet sich eine altpaläozoische Schiefermasse, über der Porphyr, Zech- oder Buntsandstein lagern. Darüber befindet sich eine Schicht aus Kies, die teilweise kleine Lagerstätten von Braunkohle enthält. Das alles wird von einer etwa zehn Meter dicken Lehm- und Lössschicht bedeckt. An ein paar steilen Stellen wie zum Beispiel dem Schlossfelsen wurden aufgrund von Bodenerosion die obersten Schichten abgetragen, so dass der Porphyr zutage trat.

Die Stadt- und Ortsteile von Altenburg

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind im Uhrzeigersinn von Norden beginnend die Stadt Meuselwitz, Treben und Gerstenberg, im Nordosten Windischleuba, im Osten und Süden kragenförmig Nobitz, im Südwesten Altkirchen, im Westen Göhren und Lödla sowie im Nordwesten Rositz.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet in Altenburg ist in mehrere Stadtteile unterteilt. Die größten sind dabei die Neubaugebiete Südost und Nord sowie das Zentrum. Ferner gibt es noch die kleineren, fast schon dörflich wirkenden Stadtteile Rasephas, Kauerndorf, Poschwitz, Zschernitzsch, Drescha und den Ortsteil Steinwitz. Während alle diese Stadtteile direkt von der Stadt Altenburg verwaltet werden, besitzen die Ortsteile Ehrenberg, Kosma und Zetzscha mit ihren insgesamt 16 Ortslagen noch jeweils eine eigene Verwaltung sowie einen eigenen Ortsbürgermeister.[2]

Ortsteil Fläche (km²) Einwohner
Altenburg 19,76 32.691
Ehrenberg 14,10 1.095
Kosma 6,34 353
Zetzscha 5,40 598

Quelle: Stadt Altenburg, Einwohnerzahl am 31. Dezember 2010

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedlung und Aufstieg zur Kaiserpfalz[Bearbeiten]

Schloss Altenburg
Das Nikolaiviertel ist eines der ältesten Gebiete Altenburgs
Wachturm der Stadtmauer

Die ersten Siedlungen im heutigen Stadtgebiet entstanden vor rund sechstausend Jahren. Schon damals war der Boden im Altenburger Raum sehr fruchtbar, zudem boten die Wälder und die fischreichen Gewässer genug Nahrung. Auch gewährten die aufragenden Porphyritfelsen Schutz vor Angreifern. Zwischen 1300 und 700 v. Chr. fand eine starke Besiedlung des Gebietes statt, jedoch sind auch erhebliche Siedlungsschwankungen festzustellen. Nach den Kelten wurde die Region von den Hermunduren germanisch besiedelt. Aufgrund der Zerstörung des Thüringer Reichs 531 n. Chr. siedelten sich immer mehr Westslawen im Altenburger Raum an. In dieser Zeit entstand auf den Porphyritfelsen die erste Burganlage.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Altenburg im Jahr 976. Vorausgegangen war die Slawenunterwerfung östlich der Elbe-Saale-Linie seit dem Jahr 928 durch Heinrich I. und die Gründung der Markgrafschaft Meißen. Es wird angenommen, dass die slawische Wallanlage auf dem Porphyritfelsen durch deutsche Ritter eingenommen und als Burgward umfunktioniert wurde. Am 1. August 976 schenkte Kaiser Otto II. die Stadt Altenburg dem Bistum Zeitz. Die nächste urkundliche Erwähnung erfolgte erst 1132, als Kaiser Lothar III. die Kaiserpfalz Altenburg nutzte. In der Urkunde wird sie castro Plysn genannt. Die Kaiserpfalz war der Grund, dass aus der Siedlung, die sich unmittelbar bei der Pfalz befand, eine Stadt wurde, die den Namen Altenburg trug. Zudem trug die Reichsstraße Via Imperii dazu bei, dass sich Handwerker und Kaufleute ansiedelten. Neben der Siedlung am Brühl gab es eine weitere Siedlung um den Nikolaikirchturm. Dieses Gebiet kam erst unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa zu Altenburg.

Nach Lothar von Supplinburg hielt sich König Konrad III. im Jahr 1150 in der Pfalz auf. Friedrich I. Barbarossa hatte seinen ersten urkundlichen Aufenthalt im Februar 1165. Jedoch war sein zweiter Besuch im Juli 1172 von größerer Bedeutung. Nach seinem Rückschlag in Italien musste er seine Macht im Gebiet nördlich der Alpen ausbauen. Gebietsveränderungen wurden durchgeführt. 1174 wurden fränkische, egerländische und pleißenländische Territorien zusammengelegt. Nürnberg, Eger, Altenburg, Colditz, Lausick und Leisnig wurden zu wichtigen Orten staufischer Reichspolitik. Auch die Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes Unserer Lieben Frauen St. Marien auf dem Berge vor Altenburg, die Barbarossa zugeschrieben wird, fiel in die Zeit. Barbarossa weilte noch vier weitere Male in Altenburg, in den Jahren 1180, 1181, 1183 und 1188, weshalb die Stadt den Beinamen Barbarossastadt erhielt. Auch die Nachfolger Heinrich VI., Philipp von Schwaben, Otto IV., Friedrich II., Heinrich VII., König Rudolf von Habsburg und Adolf von Nassau nutzten Altenburg als Residenz. Der polnische (Senior-) Fürst Władysław II. der Vertriebene, Herzog von Schlesien, lebte dort mit seinen Söhnen Boleslaw und Mieszko seit 1146 bis zu seinem Tode 1159 in der Verbannung.

1192 wurde in einem Dokument erstmals der Neue Markt erwähnt. Es ist ein Beleg, dass sich die Stadt vom alten Markt Brühl in Richtung Süden ausbreitete. 1223 bekam Altenburg mit St. Nikolai eine zweite Stadtkirche. Der Kirchturm stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert und diente vorher als Wachturm. Auch zwei weitere Klöster entstanden, 1238 am westlichen Ende der Stadt ein Franziskanerkloster und vor 1245 das Nonnenkloster der Magdaleniterinnen (Weißfrauen). Die Stadtmauer und damit auch die Stadtgrenze wurden danach großzügig angelegt, sodass lange Zeit keine Erweiterung vorgenommen werden musste. Zudem besaß Altenburg fünf Stadttore.

Im Besitz der Wettiner[Bearbeiten]

1253 bekamen die Wettiner erstmals politischen Einfluss auf das Pleißenland mit Altenburg, Chemnitz und Zwickau. Kaiser Friedrich II. gab es als Pfand einer Mitgift bei der Hochzeit seiner Tochter Margarethe mit Albrecht II., dem Sohn des Markgrafen Heinrich des Erlauchten. 1256 bestätigte Heinrich der Erlauchte das Stadtrecht von Altenburg. Zu Unruhen kam es im Jahr 1273. Grund dafür waren Spannungen zwischen der Stadtbevölkerung und den Augustiner-Chorherren.

Am 31. Mai 1307 führte Friedrich der Freidige mit seinen Bruder Dietrich IV. eine Streitmacht von Leipzig in Richtung Altenburg. Bei der Schlacht bei Lucka gewann Friedrich gegen König Albrechts Heer. Friedrich dem Freidigen wurde 1311 die Schutzherrschaft über das Pleißenland zugesprochen. 1329 wurde ihm das vom deutschen König offiziell anerkannt. Altenburg gehörte nun zur Mark Meißen und somit zum wettinischen Besitz. Friedrich der Strenge erneuerte 1356 das Altenburger Stadtrecht.

Im Jahr 1420 zog Friedrich I. zum ersten Kreuzzug gegen die Hussiten nach Böhmen. Drei weitere sollten folgen. Ein Heer aus Altenburg nahm 1426 an der Schlacht bei Aussig teil. Die Taboriten unter Andreas Prokop schlugen jedoch das meißnische Aufgebot. Daraufhin zog ein Heer von Taboriten, Waisen und Pragern über das Erzgebirge nach Sachsen. Leipzig, Altenburg und Plauen wurden belagert. Insgesamt belagerten die Hussiten die Stadt Altenburg drei Tage lang. Nach Abzug waren die St.-Bartholomäi-Kirche und ein großer Teil der Stadt zerstört.

1455 raubte Ritter Kunz von Kauffungen die beiden Prinzen des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen, Ernst und Albrecht, aus dem Altenburger Schloss, um seine Forderungen gegenüber dem Kurfürsten durchzusetzen. Dieses Ereignis ging als Altenburger Prinzenraub in die Geschichte ein.

In der Zeit der Reformation[Bearbeiten]

Vermutlich im Haus des Schneiders Nikolaus Hofmann in der Johannesgasse trafen sich im Jahr 1462 regelmäßig abends einige Stadtbewohner. Sie predigten und beichteten ohne Priester. Als einziges Gebet erkannten sie das Vaterunser an. Die Lehre vom Fegefeuer, von der Wirkung der Sakramente und vor allem das Ablasswesen wurde von ihnen als falsch angesehen oder kritisiert. Auch Reliquiendienst und Heiligenverehrung wurden infrage gestellt und das apostolische Symbol als Erfindung der römischen Kirche abgelehnt. Daraufhin wurde ihnen ein Ketzerprozess gemacht.

1485 kam es zur Leipziger Teilung, indem unter Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht die bis dahin gemeinschaftlich regierten Ländereien aufgeteilt wurden. Dadurch gelangte Altenburg in ernestinischen Besitz. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Altenburg eine Stadt mit mehr als 3000 Einwohnern. Es gab 81 verschiedene Gewerbe. Der Altenburger Rat bestand aus zwölf Mann, vor allem Vertretern des Handwerks. Händler waren nicht vertreten.

Georg Spalatin, gemalt 1509 von Lucas Cranach d. Ä.

Am Franziskaner-Kloster kam es im Dezember 1521 zu Tumulten. Anschließend sollen die Aufrührer zum Magdaleniterinnen-Kloster gezogen sein, um dort eine Männerhose als Fahne zu hissen. Die Urheber wurden zudem durch die Altenburger Ratsherren gedeckt.

Einen Brief der Bürger an den Kurfürsten mit der Bitte nach einem evangelischen Prediger ließ dieser unbeantwortet. Deshalb wandten sich die Bürger an Martin Luther, der Gabriel Zwilling empfahl. Dieser folgte zwar dem Ruf nach Altenburg rasch, galt jedoch beim Kurfürsten als Unruhestifter. Trotz Unterstützung durch die Altenburger Bürger und Martin Luther selbst wurde Zwilling durch Wenzeslaus Linck ersetzt. Auch dieser blieb nur kurz in Altenburg, sein Nachfolger war Georg Spalatin. Dessen enge Freundschaft mit Martin Luther bescherte der Stadt mehrere Besuche des Reformators. Die Verhandlungen zwischen den Klerikern und Ratsherren über die Reformation gingen trotzdem nur langsam voran. Im Frühjahr 1525 kam es zu einem Aufstand von Stadtbewohnern und der Landbevölkerung. Im Juli 1525 wurden daraufhin einige Bauern hingerichtet und ein vierzigfacher Haus- und Landesverweis ausgesprochen, um ein Exempel zu statuieren. Die Anführer des Aufstandes wurden hingegen nur zu einjähriger Haft im Staatsgefängnis verurteilt. Das milde Urteil kam durch die Autonomie Altenburgs zustande. Georg Spalatin trieb derweilen die Reformation in Altenburg voran. Er initiierte 1528 die erste Kirchenvisitation und säkularisierte die fünf Altenburger Klöster. Im Jahre 1545 starb Spalatin.

Sachsen-Altenburg ältere Linie[Bearbeiten]

Am 24. April 1547 siegte Kaiser Karl V. in der Schlacht bei Mühlberg im Schmalkaldischen Krieg über Kurfürst Johann Friedrich. Dadurch gelangte Altenburg kurzzeitig in albertinischen Besitz. Durch den Naumburger Vertrag kam die Stadt schon 1554 wieder unter ernestinische Herrschaft. Durch zahlreiche Teilungen im Thüringer Gebiet wurde Altenburg im Jahr 1603 mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Altenburg wieder zur Residenzstadt.

Altenburg um 1650

Altenburg war 1629 von Hexenverfolgung betroffen. Barbara Viehweg, eine „alte“ Frau, geriet in einen Hexenprozess, legte aber trotz Folter kein Geständnis ab.[3] Im Dreißigjährigen Krieg kam der größte Teil der Einwohner ums Leben. Von den im Jahre 1618 1650 Altenburgern mit Bürgerrechten, wobei die gesamte Einwohnerzahl ungefähr 5000 betrug, lebten 1632 nur noch 650. Ein Jahr später sank die Zahl noch einmal rapide. Die Verordnungen, die Herzog Friedrich Wilhelm II. nach dem Dreißigjährigen Krieg erließ, dienten vor allem der Stabilisierung der angeschlagenen Wirtschaft. Das Zunfthandwerk verlor dabei einen Teil seiner Unabhängigkeit, erfuhr aber dadurch auch eine Bestandssicherung. Jedoch blieb die wirtschaftliche Situation in Altenburg angespannt.

Sachsen-Gotha-Altenburg[Bearbeiten]

Friedrich III. von Sachsen-Gotha, Gemälde von Christian Schilbach

1672 starb mit Friedrich Wilhelm III. die ältere Linie Sachsen-Altenburg aus. Das Herzogtum wurde zwischen Sachsen-Gotha und Sachsen-Weimar aufgeteilt. Die Stadt selbst gehörte nun zu Sachsen-Gotha, das sich von nun an Sachsen-Gotha-Altenburg nannte, verlor aber den Status einer Residenzstadt. 1735 erließ Herzog Friedrich III. ein Mandat, das den Handel und den Aufbau von Manufakturen vorantreiben sollte. Von 1760 bis 1790 entstanden in Altenburg acht neue Manufakturen.

Im Jahre 1806 trat das Doppelherzogtum Gotha und Altenburg dem Rheinbund bei und wurde damit Verbündeter Napoleons. In der Stadt wurden alsbald auch Franzosen einquartiert. Zwischen 1810 und 1818 entwickelte sich in Altenburg das Skatspiel.

Sachsen-Altenburg jüngere Linie[Bearbeiten]

Nach dem Aussterben des Herzogshauses Gotha-Altenburg kam das Herzogtum Sachsen-Altenburg durch den Teilungsvertrag von Hildburghausen 1826 an den bisherigen Herzog Friedrich III. von Sachsen-Hildburghausen, der als Herzog Friedrich von Sachsen-Altenburg fortan in der Stadt residierte.

Der Hauptmarkt um 1850
Altenburger Bahnhof um 1860

Die Bevölkerung war mittlerweile so angewachsen, dass Altenburgs Stadtgrenzen erweitert werden mussten. Die mittelalterliche Stadtbefestigung wurde daraufhin aufgegeben. Von 1825 bis 1836 wurden alle fünf Stadttore abgerissen. Im Jahr 1831 wurden die Siedlungen, die an Altenburg grenzten, eingemeindet. 1820 wird der Ruf von Händlern nach einem Zollverein laut. Ein Teilziel wurde 1828 mit dem Beitritt der Thüringer Staaten zum Mitteldeutschen Handelsverein erreicht. Erst 1833 fand das durch die Integration des Mitteldeutschen Handelsvereins in den Deutschen Zoll- und Handelsverein ihren Abschluss. Das wirkte sich sehr positiv auf die Wirtschaft in Altenburg aus.

8. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 153

1831 erhielt die Stadt eine neue Verfassung, nachdem es ein Jahr vorher zu Unruhen gekommen war. Grund war die Unzufriedenheit der Bürger mit den Verfassungszuständen. So wurde auch das fast 600 Jahre alte Bierbannmeilenrecht abgeschafft. In dieser Zeit wuchs Altenburg weiter, sowohl wirtschaftlich, als auch an Bevölkerung.


1836 befanden sich in Altenburg 26 Fabriken, darunter die 1832 gegründete Spielkartenfabrik der Gebrüder Bechstein, aus der später die Marke ASS hervorgeht. Die meisten Arbeiter waren in der Leder- und Textilherstellung, der Zigarrenherstellung und der Holzindustrie beschäftigt. Einen kräftigen Anschub bekam die Wirtschaft mit dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz durch die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn als erste Stadt der Thüringer Staaten. Altenburg verfügte mit dem Leipziger Bahnhof zunächst über einen Kopfbahnhof in der heutigen Fabrikstraße, der 1876 durch den heute noch vorhandenen Bahnhof ersetzt wurde. Während der Revolution von 1848 kam es im Juni 1848 in Altenburg zu den sogenannten Barrikadentagen, bei denen ein Angriff sächsischer Truppen aus Leipzig verhindert wurde. Am 30. November trat Herzog Joseph zurück. Sein Bruder Georg wurde neuer Herzog von Sachsen-Altenburg. Um weitere Aufstände zu verhindern, wurde Militär nach Altenburg geschickt.


Der wirtschaftliche Aufschwung ging indes weiter. Statt Textil- und Ledergewerbe dominierten nach 1850 vor allem Metall-, Chemie- und Druckereibetriebe. In der Produktion von Nähmaschinen waren die Altenburger führend. Deswegen entstand 1948 auch der VEB Nähmaschinenwerke Altenburg. Im Jahr 1897 wurde die Stadt zur Garnisonstadt. Das 8. Thüringische Infanterieregiment Nr. 153 wurde hier stationiert. Auch der 1913 errichtete Flugstützpunkt Altenburg geriet bald ins Visier des Militärs.

Altenburg im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Lindenau-Museum (Postkarte von 1914)
Blick auf die Altenburger Altstadt

1901 wurde das erste Auto in Altenburg zugelassen, 13 Jahre später waren es schon 191.

Während des Ersten Weltkrieges wurden 21.600 Soldaten aus dem Herzogtum zum Kampf geschickt, darunter viele Altenburger. 3943 von ihnen kehrten nicht zurück. Seit 1871 waren Soldaten aus dem Herzogtum in den beiden reichsländischen Städten Metz und Colmar ausgebildet worden. Auf dem Militärflugplatz an der Leina begannen am 7. November 1918 Unruhen. Am 13. November dankte Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg ab. Altenburg wurde daraufhin zur Landeshauptstadt des Freistaats Sachsen-Altenburg, der am 1. Mai 1920 im Land Thüringen aufging.

Altenburg war eine Hochburg der SPD, die 1932 mit der KPD eine Arbeitsgemeinschaft im Stadtrat gebildet hatte. Nach der Machtübertragung Hitlers als Reichskanzler kam es in der Stadt zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen der Arbeiterparteien und dem Kampfbund Schwarz-Weiß-Rot. 91 kommunistische Funktionäre wurden verhaftet und zum Teil in Konzentrationslager verbracht. Trotzdem erhielten bei den unfreien Märzwahlen 1933 die Kandidaten der Arbeiterparteien noch mehr als 50 Prozent der Wählerstimmen. Am 2. Mai fand ein weiterer Pogrom gegen Gewerkschafter und Abgeordnete der Arbeiterparteien statt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Erich Mäder, der Hitler im Landtag peinlich verhört hatte, wurde aus Rache von den Nazis misshandelt und starb an den Folgen im Januar 1934. Weitere Verfolgte der Nationalsozialisten waren Angehörige der Zeugen Jehovas, Wehrmachtsdeserteure und „Wehrkraftzersetzer“, insgesamt 274 anerkannte Opfer des Faschismus, darunter 45 ermordete oder an den Haftfolgen verstorbene Personen. 96 jüdische Bürger Altenburgs verloren durch die NS-Terrorherrschaft ihr Leben, über 100 wurden in die Emigration getrieben. 390 Personen wurden Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde.

Im Zweiten Weltkrieg erlebte Altenburg zwischen 1940 und 1945 mehrere Fliegerangriffe, insgesamt heulten 265-mal die Sirenen. Es gab Gebäudeschäden und mindestens 13 Tote. Zwischen 1941 und 1945 befanden sich im Stadtgebiet mehrere Lager, in denen Häftlinge des KZ Buchenwald und ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter untergebracht waren. In dieser Zeit arbeiteten rund 13.000 Häftlinge für den Rüstungskonzern HASAG. An insgesamt 431 Opfer wird auf dem Friedhof gedacht. Am 15. April 1945 marschierten US-amerikanische Truppen kampflos in die Stadt ein, vorausgegangen war ein Handstreich Altenburger Antifaschisten unter der Führung des Kommunisten Walter Fröhlich, der im Juli vom sowjetischen Kommandanten als erster Bürgermeister eingesetzt wurde.[4] Die Rote Armee übernahm die Region Altenburg am 1. Juli 1945.

In den Jahren 1949 und 1950 kam es in Altenburg zum Widerstand gegen das DDR-Regime. Die Widerstandsgruppe bestand aus Schülern und Lehrern des Friedrichgymnasiums. Höhepunkt der Aktionen war der Bau eines Senders. Mit diesem wurde die Radiorede Wilhelm Piecks zu Stalins 70. Geburtstag im Dezember 1949 im Umkreis von ca. 40 Kilometern gestört. Während der Rede hörten die Radiohörer kurze kritische Äußerungen der Widerstandsgruppe, wie „Stalin ist ein Massenmörder“. Für das am 8. Februar 1950 gegründete Ministerium für Staatssicherheit wurde die Aufklärung dieser Aktion der erste große Fall in Thüringen. Am 25. März 1950 zog sich die Schlinge zu. Nur wenige konnten vorher fliehen. Die Stasi übergab die Verhafteten an den sowjetischen Geheimdienst NKWD. Bei dem anschließenden Geheimprozess in Weimar wurden vier Mitglieder der Widerstandsgruppe zum Tode verurteilt, die anderen zu Zuchthausstrafen zwischen fünf und 25 Jahren. Erst 1997 erfuhren die Angehörigen des Schülers H.-J. Näther, dass der junge Mann bereits im Dezember 1950 in Moskau erschossen worden war, wie wahrscheinlich auch die anderen zum Tode Verurteilten.

Stadtansicht 1953

1952 wurde Altenburg im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 dem Bezirk Leipzig zugeordnet. In den nächsten Jahrzehnten wuchs Altenburg weiter und bekam die Neubaugebiete Lerchenberg, Nord und Süd-Ost. Nicht ohne Kontroversen wurde Altenburg im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung 1990 wieder dem Freistaat Thüringen angegliedert, obwohl sich die Einwohner des damaligen Kreises Altenburg in einer vorab durchgeführten Volksbefragung mit 53,81 % der abgegebenen Stimmen knapp mehrheitlich für Sachsen entschieden hatten. Allerdings schloss sich der Kreis Schmölln Thüringen mit einer Mehrheit von 80 % an und so entschied sich der Altenburger Kreistag ebenfalls dafür, da die beiden Regionen von jeher zusammen gehörten.[5] So bildeten die beiden Kreise während der thüringischen Kreisreform im Jahr 1994 den Landkreis Altenburger Land, seitdem ist Altenburg auch Große kreisangehörige Stadt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Aufgrund der großzügig angelegten Stadtgrenze fanden nach dem Dazukommen der Siedlung um den Nikolaikirchturm lange Zeit keine Eingemeindungen statt. Erst 1831 wurden die Siedlungen, die sich vor der Stadt gebildet hatten, in die Stadt eingemeindet. Im 20. Jahrhundert wurden dann immer wieder Ortschaften eingemeindet. Nach der Wende versuchte man dadurch, die Bevölkerungszahl von Altenburg stabil zu halten. Die Eingemeindung der Gemeinden Windischleuba, Nobitz, Lödla und Rositz, die jeweils große Gewerbegebiete besitzen, gelang der Stadt nicht. Im Jahr 2012 wurde darüber debattiert, die Gemeinde Saara zu teilen und dem Norden Altenburg zuzuschlagen; allerdings wurde nach einem Eingliederungsvertrag von Saara nach Nobitz, der im Landtag bestätigt wurde, die komplette Gemeinde Nobitz angegliedert, so dass sich die neue Gemeinde von Osten bis in den Süden des Stadtgebietes kragenförmig erstreckt.

Datum Orte Einwohnerzahl¹ Fläche in km²

1. Juli 1831

Frauenfels, Oberpauritz, Unterpauritz, Neue Sorge, Ober- und Untergemeinde Unterm Berge, Untergemeinde Unterm Schloss (Naschhausen), Obergemeinde Hinterm Schloss, Vorm Johannistor, Hinter der Mauer

4230

1. Oktober 1922

Drescha
Kauerndorf
Rasephas
Zschernitzsch
(Knau, Steinwitz, Kosma und Altendorf wurden auch eingemeindet, aber am 1. August 1924 wieder ausgemeindet)

ca. 200
ca. 2000
ca. 1200
ca. 660

0,60
0,73
2,21
1,46

1. Oktober 1938

Poschwitz

ca. 80

0,98

4. Januar 1953

Steinwitz

ca. 24

0,98

14. Juli 1993

Gemeinde Ehrenberg (mit den Ortschaften Ehrenberg, Greipzig, Lehnitzsch, Mockzig, Modelwitz, Paditz, Stünzhain, Zschaiga und Zschechwitz)

1121

14,10

11. Februar 1994

Gemeinde Zetzscha (mit den Ortschaften Oberzetzscha, Unterzetzscha, Knau und Rautenberg)

492

4,73²

31. Dezember 1996

Gemeinde Kosma (mit den Ortschaften Kosma, Altendorf und Kürbitz)

371

6,34

¹ Einwohnerzahl am Tag der Eingemeindung
² Stadtgebiet wurde in einem öffentlich-rechtlichem Vertrag mit der Gemeinde Windischleuba mit Wirkung zum 2. September 2003 um 0,67 km² vergrößert

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung

1981 erreichte die Bevölkerungszahl mit 55.827 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR sank die Einwohnerzahl von Altenburg ständig. Auch Eingemeindungen konnten diesen Trend nicht stoppen. Gründe für die ständige Abnahme der Einwohnerzahl sind vor allem der Wegzug junger Leute aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der Geburtenrückgang. In den 1990ern kam noch die Suburbanisierung hinzu. Viele Menschen zogen aus der Stadt und bauten ein eigenes Haus in den Nachbargemeinden. Am 31. Dezember 2013 lag die Einwohnerzahl bei 32.992 Personen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 41,67 % (2009: 41,92 %)
 %
30
20
10
0
25,42 %
24,82 %
21,98 %
18,33 %
7,71 %
1,74 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-4,10 %p
-6,14 %p
-2,13 %p
+18,33 %p
+4,70 %p
-10,66 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d seit 2011 im Stadtrat
e 2009 nur Grüne; 2014 Grüne/Stadtforum
Rathaus

Die Stadt besaß nach dem Haushalt 2011 am 31. Dezember des Jahres eine Gesamtverschuldung von 16,8 Millionen Euro, das entsprach ungefähr 480 Euro pro Einwohner.[6] Ende des Jahres 2012 soll die Verschuldung auf 15,4 Millionen Euro sinken, das entspricht 441 Euro je Einwohner.[7]

Stadtrat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

  • CDU: 10 Sitze
  • SPD: 9 Sitze
  • LINKE: 8 Sitze
  • Pro Altenburg: 5 Sitze
  • GRÜNE/Stadtforum: 3 Sitze
  • FDP: 1 Sitz

Bereits Mitte August 2011 gaben sechs Stadtratsmitglieder der CDU um Peter Müller den Austritt aus Fraktion und Partei bekannt und gründeten die Fraktion Pro Altenburg, da „eine konstruktive Arbeit nicht mehr möglich wäre“. Ausschlaggebend war wohl auch die Tatsache, dass Müller nicht zur Landtagswahl 2009 als Direktkandidat gegenüber Christian Gumprecht und auch nicht als Oberbürgermeisterkandidat nominiert wurde. Diese Bürgerbewegung trat zur Stadtratswahl 2014 erstmals zur Wahl an und erreichte mit 18,3 % ein relativ hohes Ergebnis. Somit bleibt die Fraktionsstärke von sechs Parlamentariern erhalten. Die Partei Bündnis 90/Die Grünen schloss sich im Vorfeld der Wahl mit dem Stadtforum Altenburg zu einer Wählergemeinschaft zusammen. Kurz nach der Stadtratswahl im Juni 2014 wechselte wegen Meinungsverschiedenheiten im Haushaltsstreit ein Gründungsmitglied von Pro Altenburg, der zuvor aus der CDU austrat, wieder in die CDU-Fraktion.

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Oberbürgermeister wurden in der Stadt Altenburg erstmals mit der neuen Stadtverfassung von 1831 gewählt. Mit der Verwaltungsreform in der DDR wurden bis 1994 nur noch Bürgermeister gewählt. Erster Oberbürgermeister nach der Wende war Johannes Ungvari (CDU), der bereits seit 1990 Bürgermeister war. Der amtierende Oberbürgermeister ist seit 28. Mai 2000 der SPD-Politiker Michael Wolf. Am 7. Mai 2006 wurde er mit 94,5 Prozent wiedergewählt. Dieses hohe Wahlergebnis kam zustande, da andere Parteien keinen Gegenkandidaten aufgestellt hatten. 511 Personen machten von ihrem Recht Gebrauch, selbst einen Kandidaten auf die Liste zu setzen. Die Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeisterwahl lag lediglich bei 32,9 Prozent. Bei der Stichwahl am 6. Mai 2012 gewann er mit 61,7 Prozent gegen seinen Mitbewerber Peter Müller (Pro Altenburg) bei 42 Prozent Wahlbeteiligung.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Silber, belegt mit einer wachsenden schwarzgefugten silbernen vierzinnigen Wehrmauer, mittig von einem ebensolchen Zinnenturm mit konischem Absatz und silbernen kugelbestecktem Kegeldach überragt, an der Torstelle belegt mit einem Schildchen, darin in Gold ein schwarzer Löwe mit roter Zunge und Bewehrung, vorne begleitet von einer silbernen Hand, hinten von einer roten Rose mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern.“

Auf älteren Wappendarstellungen ist die Mauer mehrzinnig mit Schießscharten, der Löwenschild gelehnt, der Turm hat eine runde Haube, bis ins 20. Jahrhundert zeigte das Wappen den Löwenschild gelehnt im sichtbar offenen Burgtor, die Rose war vierblättrig.[8]

Die Rose ist das Wappen der Burggrafen von Altenburg („In Silber eine unbespitzte rote Rose.“), die Hand versinnbildlicht die Marktgerichtsbarkeit, im kleinen Schild der Meißner Löwe.

Flagge[Bearbeiten]

Die Stadtflagge besteht aus zwei gleich breiten Querstreifen, oben schwarz, unten gold (gelb), Verhältnis der Höhe zur Länge des Flaggentuches wie 3:5.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Altenburg unterhält seit 1988 mit der deutschen Stadt Offenburg in Baden-Württemberg eine Städtepartnerschaft. Des Weiteren sind Partnerstädte Olten in der Schweiz und Zlín in Tschechien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater und Museen[Bearbeiten]

Landestheater
Lindenau-Museum

Das Theater wurde von 1869/70 im Stile der Neorenaissance gebaut und 1871 mit Der Freischütz von Carl Maria von Weber unter der Leitung von Wilhelm Stade eingeweiht. 1904/05 wurde es noch einmal umgebaut und bekam dadurch seinen markanten Vorbau. Die Kapazität des großen Saals beträgt 536 Plätze. Weitere Spielplätze sind das Theater unterm Dach und das Heizhaus. Das Theater Altenburg fusionierte 1996 mit den Bühnen der Stadt Gera zum Theater Altenburg-Gera. Dieses wurde 2006 in Theater & Philharmonie Thüringen umbenannt. Der Altenburger Teil firmiert wieder unter dem früheren Titel Landestheater Altenburg.

Das Schloss- und Spielkartenmuseum befindet sich im Altenburger Schloss. Die Sammlung besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Spielkarten aus aller Welt und verschiedenen Jahrhunderten. Des Weiteren gibt es eine militärhistorische Sammlung, eine Porzellansammlung und weitere Ausstellungen. Das Lindenau-Museum beherbergt die größte Sammlung frühitalienischer Tafelbildmalerei nördlich der Alpen. Es wurde in das im Jahre 2001 erschienene Blaubuch aufgenommen und gehört somit zu den 20 bedeutsamen Kultureinrichtungen in Ostdeutschland. Das Naturkundemuseum Mauritianum zeigt das weltweit größte Exemplar eines Rattenkönigs.

Zusätzlich gibt es das von der Altenburger Brauerei betriebene Brauereimuseum und das von der Altenburger Destillerie- und Liqueurfabrik unterhaltene Schnapsmuseum. In der Pauritzer Straße unweit des Brühls befindet sich ein historischer Friseursalon aus den 1920er Jahren. Seit 2010 kann er regelmäßig besichtigt werden. Das besondere des Kleinods ist das komplett erhaltene Inventar, das nach der Schließung des Salons in dem Gebäude blieb. Nach der Wiederentdeckung erfolgte die Sanierung im Jahr 2009.[9] Bemerkenswert ist außerdem eine Bohlenstube im Obergeschoss, die vormals aus einem anderen Gebäude stammte.

Das deutschlandweit erste Mordmuseum ist inzwischen wieder geschlossen und zum Labyrinthehaus umgebaut worden, es handelt sich um das größte Themen- und Kulissenlabyrinth im Gebäude und befindet sich in der 1845 erbauten Herzog-Joseph-Kaserne. Bis 2010 existierte in der Alten Fabrik, wo sich auch der Firmensitz der Gumpert Sportwagenmanufaktur befand, ein Gewerbemuseum. Die Stadt wollte den Standort nicht finanzieren und so sucht der entsprechende Verein eine neue Ausstellungsfläche.

Bauwerke[Bearbeiten]

Skatbrunnen mit Seckendorffschem Palais im Hintergrund
Pohlhof
Kunstturm mit Bartholomäikirche im Hintergrund

Am Rande des Stadtkerns befindet sich auf einem Porphyrfelsen das Schloss Altenburg. Es befindet sich weitgehend im Zustand des 18. Jahrhunderts, wogegen die benachbarte Altenburger Schlosskirche ihr ursprüngliches Erscheinungsbild aus dem 15. Jahrhunderts bewahrt hat.

Am Brühl, dem ältesten Marktplatz in Altenburg, befindet sich das einzige Denkmal für ein Kartenspiel, der von Albert Steudemann 1897 gestiftete und 1903 erbaute Skatbrunnen. Ihn schuf der Münchner Bildhauer Ernst Pfeifer (* 1862) und er zeigt auf dem Sockel kämpfende Wenzel. Viele Skatspieler kommen zu den Brunnen, um ihre Karten im Wasser zu taufen, was dem Spieler Glück bringen soll.

Ebenfalls auf dem Brühl befindet sich auch das 1724 erbaute Seckendorffsche Palais. Das Relief aus Porphyr im Giebeldreieck zeigt Kanonen, Kugeln und Kesselpauken, was auf Generalfeldmarschall Reichsgraf Friedrich Heinrich von Seckendorff hinweist. Der berühmteste Bewohner des Hauses war Friedrich Arnold Brockhaus, der von 1810 bis 1817 in Altenburg tätig war und dort den Grundstein für seinen Verlag legte. Heute werden die Räume vom Theater genutzt.

Vorderansicht der Brüderkirche

Die Bartholomäikirche ist die älteste Kirche in Altenburg; um 1125 wurde an der Stelle eine romanische Saalkirche gebaut, von der noch die Krypta und die tonnengewölbte Unterkirche vorhanden sind. Während des Angriffs der Hussiten auf Altenburg brannte die Kirche mit Ausnahme der beiden Türme nieder. Ende des 15. Jahrhunderts baute man eine spätgotische Hallenkirche an die Türme an. Im Jahr 1659 stürzte einer der beiden Türme ein. Der andere wurde abgerissen und durch den 1668 gebauten Kirchturm ersetzt. In ihm befindet sich eine Wohnung für einen Türmer. Die heutige, von Friedrich Ladegast gebaute Orgel der Kirche stammt von 1881.

Das Gebäude der Landesbank in der Burgstraße wurde 1865 fertiggestellt. Für den Bau wurde das Haus abgebrochen, in dem der Theologe und Reformator Georg Spalatin gewohnt hatte. Architektonisch hebt sich das Gebäude stark von seiner Umgebung ab. Bemerkenswert sind die allegorischen Figuren auf dem Dach, wie die Saxonia.

Der Pohlhof ist ein mittelalterlicher Freihof. Das Hauptgebäude, in dem Bernhard August von Lindenau wohnte, wurde wahrscheinlich schon um 1400 gebaut. Ein weiteres Gebäude, in dem Lindenau seine Sammlung ausstellte, wurde 1876 nach der Eröffnung des Lindenau-Museums abgerissen. Besonders auffallend am Hauptgebäude ist der Südgiebel durch seinen geschmückten Renaissance-Treppengiebel. Heute befindet sich in dem Hauptgebäude das Altenburger Standesamt.

Das Altenburger Rathaus wurde zwischen 1562 und 1564 von Nikolaus Gromann im Renaissancestil gebaut. Der Bau war so teuer, dass noch 1593 nicht alle Darlehen zurückgezahlt waren. In dem Ratssaal mit seiner prächtig bemalten Balkendecke und dem großen Kamin tagt noch der Stadtrat, wochentags ist er auch für Besucher zugänglich. Reich verziert ist auch die Außenfassade des Rathauses. Der achteckige Rathausturm besitzt eine Monduhr, die die genaue Mondphase anzeigt.

Die Brüderkirche wurde 1902–1905 von dem Architekten Jürgen Kröger unter Verwendung von Neoromanik-, Neogotik- und Jugendstil-Elementen gebaut. Der Name Brüderkirche geht auf die Franziskaner zurück, die dort im 13. Jahrhundert ein Kloster errichtet hatten. In der Reformation wurde das Kloster 1529 aufgelöst. 1901 wurde die Kirche abgerissen, wobei alte Grabsteine aus ihrem Inneren an die Kirchhofmauer versetzt wurden. Die heute noch vollständige Innenausmalung und das große Mosaikbild mit der Bergpredigt schuf der Kirchenmaler Otto Berg. Die Fenster der Orgelempore zeigen den schwedischen König Gustav Adolf II., Martin Luther, Johann Sebastian Bach und Paul Gerhardt.

Der Nikolaikirchturm auf dem mittelalterlichen Nikolaikirchhof ist ein Überbleibsel der Nikolaikirche. Sie wurde 1223 erstmals urkundlich erwähnt, jedoch ist nicht genau bekannt, wann sie gebaut wurde. Die Kirche stand an der höchsten Stelle des alten Stadtgebietes. In ihr befanden sich bis zur Reformation ein Hochaltar und sechs Nebenaltäre. 1528 wurde sie wegen Einsturzgefahr geschlossen und später abgerissen. Der Turm blieb stehen und diente der alten Brüderkirche als Glockenturm. Das heutige Aussehen bekam der 45 Meter hohe Turm, der bestiegen werden kann, im Jahr 1609.

Die Roten Spitzen sind Altenburgs Wahrzeichen. Sie gehörten einst zur Marienkirche des Augustinerklosters Unser Lieben Frauen auf dem Berge vor Altenburg, das nur kurz Bergkloster genannt wurde. Es wurde von Friedrich I. Barbarossa gestiftet und aus Backstein errichtet, so wie es zu der Zeit in Italien üblich war. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgelöst. Ein paar Jahre nach der Auflösung stürzte das Hauptschiff der Kirche ein. 1570 wurden die spitzen Türme gedeckt. Durch einen Blitzschlag brannte einer der Türme aus. Daraufhin erhielt er 1618 seine heutige barocke runde Form. 1871/1872 wurden die beiden Türme renoviert. Der Baumeister Friedrich Sprenger entfernte dabei nachträgliche Um- und Anbauten, so dass sie wieder ihre ursprüngliche Gestalt erhielten.

Der Frauenfels ist ein alter Freihof. Das Gebäude wurde vom kurfürstlichen Kanzler Melchior von Ossa in den Jahren 1542 bis 1551 gebaut. Die Bedeutung des Ritterguts sank in den nächsten Jahrzehnten, das führte zu einem häufigen Besitzerwechsel. Ende des 18. Jahrhunderts erwarb die herzogliche Kammer das Gut. 1875 kaufte es die Stadt und richtete dort eine Schule ein.

In der Wallstraße, direkt an der ehemaligen Stadtmauer gelegen, befindet sich die ehemalige Malzkaffeefabrik Paul Gustavus aus dem Jahr 1904. Der Jugendstilbau befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand, so, dass sich 2009 der Förderverein Zukunftswerkstatt Paul-Gustavus-Haus Altenburg e. V. gründete, der das architektonische Kleinod restaurieren und einer dauerhaften öffentlichen Nutzung zuführen möchte, derzeit ist eine Galerie und Kleinkunstbühne in Planung. Zum Tag des offenen Denkmals 2010 war das Gebäude erstmals wieder für Besucher zugänglich. Jeden Sonntag ab 14 Uhr öffnet das Lesecafé seine Pforten.

Sehenswert sind ferner die Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche, das Magdalenenstift, das Bahnhofsgebäude, die Villen in der Wettiner- und der Lindenaustraße. Das Landratsamt, das 1895 erbaut wurde, ist Sitz des Landkreises und zeigt gelegentlich Sonderausstellungen. Der Kunstturm, der 1844/1845 im Stile eines italienischen Campanile errichtet wurde, diente bis 1878 der Wasserversorgung der Stadt.

Seit der Wende wurden in Altenburg viele Häuser sorgfältig saniert. Daneben wurden, auch unterstützt durch das Bundesprogramm Stadtumbau Ost, zahlreiche Plattenbauten, aber auch wertvolle Bausubstanz abgerissen. Darunter befinden sich teilweise Barock- und Renaissancegebäude, an deren Stelle dann Baulücken oder einfach gehaltene Neubauten treten. Besonders umstritten ist der 2011 erfolgte Abriss des „Areals am Markt“, fünf Gebäude mitsamt einem wertvollen Barockhaus von 1753 westlich des bis dahin intakten Marktplatzes.[10][11][12]

Parks[Bearbeiten]

Der östlich an das Schloss angrenzende Schlosspark wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts angelegt und hat alle Moden im Bereich Gartengestaltung mitgemacht, angefangen von italienischer über französische und englische bis hin zur sozialistischen Gestaltung. Der Park erstreckt sich fast über den gesamten Schlossberg und besitzt eine große Anzahl von verschiedenen Baumarten. Den Park bereichern kulturell bedeutende Gebäude, z. B. die schon erwähnten Museen Mauritianium und Lindenau-Museum.

Brücke zur Insel im Großen Teich
Zugang zum Inselzoo

Ebenfalls im Park befindet sich die Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche. Am 28. April 1906 wurde die von Ernst I. gestiftete Kirche geweiht. Im Eingangsbereich der im Jugendstil gebauten Kirche befindet sich rechts ein Relief von Herzogin Agnes und links Initialen ihres Gemahls, da er zu Lebzeiten kein Relief von sich haben wollte. Die Fenster besitzen eine prachtvolle Schmuckverglasung, besonders im Bereich des Haupteingangs. Der Kirchturm hat eine Höhe von 56 Metern, ist jedoch für Besucher nicht zugänglich.

Das barocke Teehaus mit der angrenzenden Orangerie entstand 1712 und wird derzeit restauriert. Ein Verein versucht, durch Spenden dem historischen Gebäude seinen barocken Glanz wiederzugeben. In einem schlechten baulichen Zustand befindet sich der herzogliche Marstall, der in den Jahren 1846 bis 1851 entstand.

An der südlichen Grenze des Stadtzentrums befindet sich der Große Teich. Er entstand zusammen mit dem Kleinen Teich im 12. Jahrhundert durch die Aufstauung der Blauen Flut. Bei der Entstehung bildeten beide Teiche ein gemeinsames Gewässer. Erst 1594 wurde ein Damm aufgeschüttet, der den Kleinen vom Großen Teich trennte. Der Große Teich umfasst eine Fläche von ca. 10 Hektar, er wurde und wird wieder zur Fischzucht genutzt. Die Insel in der Mitte des Großen Teiches wurde erst 1720/21 angelegt und diente zur Erholung des Herzogs Friedrich II. Im 18. Jahrhundert verfielen die Anlagen auf der Insel und wurden erst 1762 wiederhergestellt. 1874 wurde die Insel für alle Bürger der Stadt zugänglich gemacht. Seit 1954 befindet sich dort ein Zoo, der damit der einzige Inselzoo in Deutschland ist.

1907 wurde der Herzog-Ernst-Wald-Verein gegründet, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Süden Altenburgs aufzuforsten. Der durch den Verein entstandene Stadtwald erstreckt sich vom Großen Teich bis zum Stadtteil Südost. Im Stadtwald befindet sich der 1915 errichtete Bismarckturm. Während der Zeit in der DDR besaß er den Namen „Turm der Jugend“. Der Turm ist 37 Meter hoch und ist den Türmen der Stadtmauer nachempfunden.

Neben den großen Erholungsgebieten gibt es auch eine Vielzahl von kleinen Parks sowie einen botanischen Garten im Stadtgebiet. Ein Kleinod ist der 1997 sanierte Märchenbrunnen auf der Hellwiese.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

In Altenburg gibt es zwei Naturdenkmäler. Dabei handelt es sich zum Ersten um Linden, die an der Münsaer Straße entlang stehen. Im Mai 2007 verloren die Linden in der Leipziger Straße und in der Geraer Straße aufgrund der in den vorangehenden Jahren dezimierten Bestände den Status. Insgesamt gibt es ca. 100 Alt-Linden mit einem Stammumfang von jeweils über 150 Zentimetern. Entlang der drei Straßen befinden sich über 600 Laubbäume. Das zweite Naturdenkmal sind die im ehemaligen Sandsteinbruch „Wolfenholz“ stehenden, ca. 240 bis 300 Zentimeter starken Stieleichen. Der Sandsteinbruch Wolfenholz ist zugleich ein geologisches Denkmal.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Auf dem Hauptfriedhof hat die Stadt den Opfern des Faschismus Gedenkstätten gewidmet: Eine mehrfach gegliederte Gedenkstätte erinnert an die Opfer des Faschismus unterschiedlicher Herkunft und aus vielen Nationen. Ein Gedenkstein ist 147 Zwangsarbeitern gewidmet, die zu den 1000 Frauen und 2500 Männern gehörten, die für die Hugo Schneider AG (HASAG), in der Firma L. O. Dietrich Vesta Nähmaschinenwerke und den Nähmaschinenwerken Hermann Wolter AG Zwangsarbeit verrichten mussten. Daneben erinnert ein Gedenkstein an neun zu Tode gequälte sowjetische Kriegsgefangene. Ein anderer Gedenkstein aus dem Jahr 1972 erinnert an 72 polnische und tschechische Opfer von Zwangsarbeit. Weiterhin wird das Andenken an 99 Juden aus Altenburg auf einer Gedenktafel von 1998 in der Pauritzer Straße beim ehemaligen jüdischen Betsaal gewahrt. Zwei Stelen aus dem Jahr 2002 erinnern an ein Massengrab von über 250 Menschen verschiedener Länder und Religionen, die Opfer von „Tod durch Arbeit“ wurden. Als KZ-Häftlinge des Außenlagers Wille Tröglitz/Rehmsdorf bei Zeitz des KZ Buchenwald wurden sie von SS-Männern ermordet.

An die Lehrer-Schüler-Widerstandsgruppe von 1949/50, aus der vier Mitglieder hingerichtet und zwölf zu langjährigen Arbeitslagerstrafen verurteilt wurden, erinnert eine Gedenktafel („Zum Gedenken an die Opfer des Stalinismus. Verurteilt wurden: ...“) im Foyer des heutigen Friedrich-Gymnasiums.

Aus gleichem Anlass wurde 2003 auf dem Hospitalplatz ein Gedenkstein errichtet. Beide Erinnerungszeichen gehen auf die Initiative des Ehemalige und Freunde des Friedrich-Gymnasiums zu Altenburg e. V. zurück.

Sport[Bearbeiten]

Seit 2009 findet jährlich der Skatstadtmarathon statt. Gelaufen werden kann auf folgenden Strecken: Marathon, Halbmarathon, 11-km-Lauf, 3-km-Schülerlauf, 400-m-Kinderlauf, Nordic Walking/Walking 11 km, Nordic Walking/Walking Halbmarathon.

Der erfolgreichste Fußballverein in Altenburg ist der SV Motor Altenburg. Vorgängerverein war die 1908 gegründete Eintracht 08 Altenburg. 1946 wurde der Verein als SG Altenburg Nord neu gegründet und drei Jahre später in ZSG Altenburg umbenannt. Er spielte mehrere Jahre in der Oberliga, der höchsten Fußballliga in der DDR. Nach der Wende spielte der Verein in der Thüringenliga. 2000 stürzte er in eine Krise und stieg bis in die Bezirksklasse ab. Im Jahr 2006 gewann Motor den OTFB-Pokal und stieg wieder in die Landesklasse Ost auf. Spieler wie den ehemaligen Nationaltorwart und jetzigen Torwarttrainer von RB Leipzig, Perry Bräutigam, brachte der Altenburger Fußball hervor.

Der SV Lok Altenburg, der erst als Fußballverein für die Eisenbahner in Altenburg gegründet wurde, war mit der Abteilung Ringen schon immer einer der erfolgreichsten Vereine Altenburgs. 1956 begann man bei BSG Lokomotive Altenburg mit dem Ringkampf. Zehn Jahre später erfolgte eine Neugründung. Helmut Winter gewann 1967 Bronze bei der DDR-Meisterschaft. 1984 gelang dann dem Verein der Aufstieg in die DDR-Oberliga und schon zwei Jahre später wurde er DDR-Meister. Nach der Wende fand sich der Verein in der 2. Verbandsliga wieder. Es gelang ihm aber gleich 1991, in die 2. Bundesliga des DRB aufzusteigen. In den folgenden Jahren begann ein stetiger Auf- und Abstieg. Maria Müller gewann 2002 die Deutsche Meisterschaft und wurde vierte bei der EM. 2006 gewann sie dann zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft. Bei den Ringer-Weltmeisterschaften 2006 in Guangzhou, VR China, erkämpfte sich Maria Müller die Bronzemedaille.[13]

Auch das Tanzen hat in Altenburg eine lange Tradition. Mit der Tanzschule Schaller besitzt Altenburg eine der ältesten Tanzschulen Deutschlands. Sie wurde 1839 gegründet und befindet sich mittlerweile in der 4. Generation. Der zur Tanzschule gehörende Verein 1. TSC Schwarz-Gold Altenburg wurde am 8. Januar 1949 offiziell gegründet. Der Verein bestreitet seine Turniere mit dem A-Team in der Oberliga Hessen und mit dem B-Team in der Landesliga Hessen.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Skatbankarena

In Altenburg befinden sich mehrere Sportanlagen. Während Sporthallen und Sportfelder um das Stadtzentrum verteilt sind, befinden sich die anderen Sportanlagen wie Tennisfelder im Süden der Stadt, im Bereich des Stadtwaldes und des Großen Teiches. Der größte Sportplatz ist dabei die Skatbank-Arena (bis 2009 Waldstadion). Sie ist die Heimspielstätte des Fußballvereins SV Motor Altenburg und mit ihrer Kapazität von 25.000 Zuschauern ist sie auch das größte Stadion Thüringens. Das Stadion wurde 1954 unter dem Namen Lenin-Stadion anlässlich des 3. Kreissport- und Kulturfestes eröffnet. Lange Zeit nach der Wende musste die Stadt Altenburg ohne Festveranstaltungshalle auskommen. Erst durch die Fertigstellung des Goldenen Pfluges im Jahr 2003 bekam Altenburg wieder einen solchen Veranstaltungsort. Es handelt sich dabei um den dritten Bau des Goldenen Pfluges an selber Stelle. Die beiden vorhergehenden Gebäude stammten aus den 18. beziehungsweise ausgehenden 19. Jahrhundert. Beim Beschluss zum Neubau des Goldenen Pfluges wurde festgelegt, dass es nicht nur für Festveranstaltungen, sondern auch für Sportturniere genutzt werden sollte. Neben dem Goldenen Pflug besitzt die Stadt mit der Wenzel-Halle eine weitere Möglichkeit, Sportveranstaltungen auszutragen. Die Schwimmhalle befindet sich in der Nähe des Großen Teiches. Eine beliebte Strecke für Läufer ist der Weg um den Großen Teich oder durch den Stadtwald, wo auch ein Trimm-dich-Pfad errichtet ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Altenburg finden jährlich verschiedene Feste statt, darunter zum Beispiel im Frühjahr die Frühlingsnacht in der Altenburger Innenstadt. Es wurde von den Händlern im Stadtzentrum im Jahr 2001 initiiert. Die Geschäfte, in denen dann Veranstaltungen ablaufen, bleiben bis Mitternacht geöffnet. Zur Museumsnacht können die öffentlichen Museen sowie sonst selten zugängliche Sehenswürdigkeiten besichtigt werden. Am ersten Maiwochenende findet auf dem Brühl das Skat- und Spielefest statt. Es werden verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema Skat angeboten. Die Kneipentour findet jeweils im Frühjahr und im Spätsommer statt. Bei der Veranstaltung, bei der in jeder teilnehmenden Kneipe eine Band spielt, und der Gast von Kneipe zur Kneipe zieht, erstreckte sich am Anfang auf das gesamte Stadtgebiet. In den letzten Jahren beschränkte sie sich aber immer mehr auf das Gebiet zwischen dem Pauritzer und Großen Teich. Das Park- und Teichfest findet gemeinsam mit dem Inselzoofest statt. Eine weitere Attraktion ist das Abfischen des Großen Teiches im Herbst. Am Freitag vor dem ersten Advent eröffnet jährlich der Altenburger Weihnachtsmarkt.

Von 2005 bis 2011 fanden in Altenburg jährlich die von TPT inszenierte Aufführung des Prinzenraubes im Altenburger Residenzschloss, dem Originalschauplatz, statt. Es entwickelte sich zu Ostthüringens größtem Open-Air-Spektakel mit mehr als 45.000 Besuchern. Ab 2013 sollten dann die Barbarossa-Festspiele aufgeführt werden. Im Vorfeld stand die Frage nach dem Spielort, man entschied sich aufgrund der Anwohnerbelästigung gegen die Roten Spitzen als Originalschauplatz und wieder für den Schlosshof im Residenzschloss, zwischenzeitlich standen Schlosspark an Orangerie und Teehaus sowie das Areal hinter dem Marstall noch zur Debatte. Barbarossa weilte sieben Mal in Altenburg und ließ das Bergerkloster errichten, dessen Türme der Stiftskirche heute als Rote Spitzen bekannt sind. Zwei Gründe erklärten das Aussetzen der Festspiele 2012, zum einen das Deutsche Trachtenfest, das 2012 in Altenburg stattfindet und für die Stadt einen hohen Organisationsaufwand bedeutet (die Altenburger Bauerntracht wurde zur Tracht des Jahres 2011 gewählt) und zum anderen, dass die Vorbereitungen für die Festspiele länger als ein Jahr andauern. Am 19. Juli 2012 wurde allerdings vom Stadtrat beschlossen, die Altenburger Barbarossa-Spiele erst im Jahr 2015 durchzuführen. Begründungen für diese Entscheidung waren die finanzielle Lage der Stadt, ein fehlendes Gesamtkonzept, der Wunsch nach einem Betreiberformwechsel als auch fehlende touristische Voraussetzungen zum Thema Barbarossa, die erst noch geschaffen werden müssen (z. B. Dauerausstellung in den Roten Spitzen).

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Altenburger Ziegenkäse

Eine lokale Spezialität ist der Altenburger Ziegenkäse, er ist in der Europäischen Union unter diesem Namen als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen und darf mit dem entsprechenden Siegel ausgezeichnet werden. Eine weitere Spezialität im Gebiet zwischen Schmölln und Altenburg ist der Mutzbraten, meist serviert mit Brot und Sauerkraut. Traditionsreich in Altenburg verankert ist das Bierbrauen, heute existiert noch eine Brauerei in der Stadt. Weiterhin besteht seit 1949 ein Spirituosenhersteller, die Altenburger Destillerie- & Likörfabrik, deren bekanntestes Produkt der Schwarzgebrannte ist, ein Kräuterlikör mit 47 Kräutern. Eine weitere Spezialität ist der Senf, der seit 1886 in der Stadt hergestellt wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Leipzig-Altenburg Airport

Einen Eisenbahnanschluss bekam Altenburg schon im Jahr 1842 im Zusammenhang mit dem Bau der Bahnstrecke Leipzig–Hof (Sächsisch-Bayerische Eisenbahn). Weitere Strecken folgten, so kamen 1871 die Strecke Altenburg–Zeitz und 1901 die Strecke Altenburg–Langenleuba-Oberhain hinzu. Beide Strecken sind heute stillgelegt. Der Leipziger Bahnhof in Altenburg stieß schon wenige Jahre nach der Eröffnung an seine Kapazitätsgrenzen. 1871 wurde er durch einen Neubau ersetzt. Zurzeit verkehren von Altenburg Regionalbahnen und Regionalexpresse, die die nächstgelegenen größeren Städte Leipzig, Gera, Zwickau und Plauen anfahren. Seit 2013 ist Altenburg auch an das S-Bahn-Netz des Mitteldeutschen Verkehrsbundes angeschlossen. Im Turnus von 30 Minuten verkehrt hier die S-Bahn zwischen Halle und Zwickau.

Die Stadt Altenburg ist in dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) eingebunden. Alle öffentlichen Verkehrsmittel können daher zu einheitlichen Tarifen benutzt werden.

Das städtische Personennahverkehrsnetz in Altenburg besteht aus sechs Linien, die durch die Thüsac betrieben werden. Diese Linien werden ausschließlich mit dem Bus abgewickelt. Anfang des 20. Jahrhunderts besaß Altenburg auch ein Straßenbahnnetz mit drei Linien. 1895 wurde die Straßenbahn durch die Aktiengesellschaft Straßenbahn und E-Werk Altenburg in Dienst gestellt, jedoch musste die Altenburger Straßenbahn durch die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg ihren Dienst schon 1920 wieder einstellen.

Mit der Via Imperii lag Altenburg an einer der bedeutendsten mittelalterlichen Fernstraßen. Sie führte von Italien zu den Hansestädten an der Ostsee. Die Straße war sehr gut ausgebaut, wovon auch die Stadt wirtschaftlich profitierte. Gegenwärtig führt an Altenburg keine wichtige Fernstraße direkt vorbei. Die Bundesautobahn A 4 (Erfurt – Dresden) verläuft ca. 12 Kilometer südlich und die im Bau befindliche A 72 (Leipzig – Chemnitz) ca. 10 Kilometer östlich von Altenburg. Die Bundesstraßen B 7, B 93 und B 180 haben daher vor allem die Funktion als Zubringer zu den Autobahnen. Die B 7 und B 93 durchqueren Altenburg seit der Fertigstellung der Umgehungsstraße im Jahr 2003 nicht mehr. Die beiden Bundesstraßen werden seitdem östlich an Altenburg vorbeigeleitet und entlasten damit den Verkehr in der Innenstadt. Lediglich die B 180 durchquert Altenburg noch.

Vor den Toren der Stadt befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Nobitz der Leipzig-Altenburg Airport. Es handelt sich dabei um einen ehemaligen Militärflugplatz, der noch im Deutschen Reich 1913 erbaut und später durch die Wehrmacht und die Rote Armee weiter ausgebaut wurde. Nach dem Abzug der GUS-Truppen im Jahr 1992 begann man mit der Umwandlung des Militärflugplatzes in einen Verkehrslandeplatz. Seither landeten und starteten vom Flughafen Charterflüge, von März 2003 bis März 2011 auch Linienflüge. Der nächste größere Flughafen Leipzig/Halle befindet sich ca. 50 km nordwestlich von Altenburg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Altenburg sind, wie fast überall in den neuen Bundesländern, nur mittelständische Unternehmen angesiedelt. Das traditionsreichste Unternehmen ist die Spielkartenfabrik Altenburg, die von den Gebrüdern Bechstein im Jahr 1832 gegründet wurde und heute Marktführer in der Produktion von Spielkarten in Deutschland ist. Seit 2003 kann die Fabrik auch wieder ihren Traditionsnamen ASS verwenden, nachdem die Spielkartenfabrik an Carta Mundi verkauft wurde. Ein weiteres Traditionsunternehmen ist die Druckerei zu Altenburg GmbH, die seit über 400 Jahren im Druckgewerbe tätig ist.[14]

Gumpert Apollo

Besonders bekannt war Altenburg auch in der Produktion von Nähmaschinen. Die Stadt besaß gleich mehrere Unternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert hatten. Dazu gehörten die Titan-Nähmaschinenfabrik von Gustav Winselmann, die Nähmaschinenfabrik von Hermann Köhler und die Vesta-Nähmaschinen-Werke L.O Dietrich, die bereits 1871 gegründet wurden und nach dem Zweiten Weltkrieg zum „VEB Nähmaschinenwerk Altenburg“ wurden. Während des Bestehens der DDR war das Werk einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Nach der Wende wurde der Betrieb unter dem Namen „Altin“ privatisiert. Obwohl das Personal stark reduziert und die Produktionsgeräte erneuert wurden, überlebte er nur wenige Jahre.

Heute sind zwei Branchenbereiche besonders stark in Altenburg vertreten. Das sind zum einen die Genuss- und Lebensmittelindustrie, hier wären die Altenburger Brauerei, der zur Vion-Gruppe gehörende Fleischfabrikant „Südost Fleisch“, Altenburger Senf und die Altenburger Destillerie & Liqueurfabrik zu nennen. Zum anderen sind das Firmen der Automobilindustrie. Meist handelt es sich um Zulieferer für die großen Automobilbauer, aber auch für die Fahrzeugentwicklung zuständige Unternehmen wie Bertrandt. Zudem ist Altenburg der Hauptsitz der Gumpert Sportwagenmanufaktur, die hier auch den Sportwagen Apollo fertigen lässt.

Medien[Bearbeiten]

In Altenburg befindet sich der Sitz der Redaktion der Osterländer Volkszeitung, einer Lokalausgabe der Leipziger Volkszeitung. Weiterhin gibt es einen Fernsehsender tv.altenburg, der über das lokale Kabelnetz und das Internet empfangen werden kann.

Sozialgericht Altenburg

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Altenburg ist seit dem 29. Juni 1996 Sitz des Länderverbandes Sachsen, Thüringen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Das THW ist ebenfalls mit einem Ortsverband in Altenburg vertreten.

In der Stadt hat eines der zwölf Finanzämter Thüringens seinen Sitz.

Ebenfalls ist in Altenburg ein Amtsgericht und das Sozialgericht Altenburg ansässig.

Klinikum Altenburger Land

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Die Klinikum Altenburger Land GmbH versorgt mit rund 800 Mitarbeitern und knapp 600 Betten jährlich 18000 stationäre und 26000 ambulante Patienten, hauptsächlich in Altenburg, aber auch in Schmölln (Innere Medizin). Das Klinikum ist akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena und der Universität Leipzig. Das überregionale Schlaganfallzentrum ist Kooperationspartner für mehrere Krankenhäuser, auch in Sachsen. Weiterhin gibt es ein Darmzentrum. Die Geschäftsführerin des Klinikums, Frau Dr. Gundula Werner, ist zur Vorsitzenden der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen gewählt worden. Private Klinikkonzerne mit Kliniken im Umkreis (Borna bzw. Gera) eröffneten in Altenburg Medizinische Versorgungszentren.

Des Weiteren findet man in Altenburg die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Evangelischen Lukas-Stiftung mit ca. 100 Betten.

Bildung[Bearbeiten]

Friedrichgymnasium

Altenburg ist Sitz zweier staatlicher Gymnasien und des Spalatingymnasiums in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen. Davon ist das Friedrichgymnasium das älteste, es ist wie das Lerchenberggymnasium staatlich. Gegründet wurde es 1522 als städtische Lateinschule (Schola Altenburgensis), die wiederum 1713 in „Herzogliches Friedrichgymnasium“ umbenannt wurde. Zwischen 1946 und 1990 hieß die Einrichtung Karl-Marx-Oberschule.

Zudem gibt es in der Stadt noch drei Regelschulen, fünf Grundschulen und zwei Förderzentren, sowie zwei Grundschulen in freier Trägerschaft. Zwei staatliche sowie zwei private Berufsschulen ergänzen das Bildungsangebot der Stadt, die Gewerblich Technische Berufsschule Johann Friedrich Pierer und die ehemalige Kaufmännische Berufsschule, der die Fachschule für Sozialpädagogik angeschlossen wurde, bilden die heutige Staatliche berufsbildende Schule für Wirtschaft und Soziales (WiSo). Ebenso eine Ausbildung mit gewerblich-technischem und sozial-pflegerischem Profil bietet die 1991 gegründete ESO Altenburg an, sie ist Teil der Euro-Schulen-Organisation GmbH. Die Innova Privat-Akademie Altenburg GmbH bildet Jugendliche und Erwachsene seit 1991 in den Bereichen Pflege, Bau, soziale Integration, Büro, IT sowie in Hotel- und Gaststättenberufen aus. Weiterhin ist Altenburg Sitz einer Volkshochschule und der Musikschule Johann Ludwig Krebs. Die Stadtbibliothek befindet sich in der Lindenaustraße 14.

Seit dem 1. Oktober 2007 wird in Altenburg ein duales Hochschulstudium angeboten. Das StudiumPlus ist eine Zusammenarbeit der Stadt Altenburg, der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena und Unternehmen Ostthüringens. Dabei handelt es sich um ein vollwertiges Fachhochschulstudium mit zusätzlicher Ausbildung in einem Betrieb. Als Campus dienen Räume des Altenburger City Centers.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zu den Persönlichkeiten, die mit Altenburg in Verbindung gebracht werden, zählt in erster Linie der Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt hatte. Zwischen 1165 und 1188 hielt er sich insgesamt sechsmal in Altenburg auf. Eine weitere bekannte Persönlichkeit mit Bezug zu Altenburg war der Verleger und Lexikograph Friedrich Arnold Brockhaus, der von 1810 bis 1817 in der Stadt lebte und in dieser Zeit die zweite Auflage des Conversations-Lexikons verfasste. Auch der in Altenburg geborene Heinrich August Pierer war als Verleger und Lexikograph tätig. Er war der Herausgeber des Universal-Lexikons der Gegenwart und Vergangenheit. Der Komponist und Organist Johann Ludwig Krebs kam 1756 nach Altenburg, als er die Stelle als Organist am Hofe Friedrichs III. annahm, und lebte bis zu seinem Tode in der Stadt. Dem sächsischen Regierungschef Bernhard von Lindenau verdankt Altenburg eine der größten Sammlungen von frühen italienischen Tafelbildern nördlich der Alpen. In seinem Testament stiftete er die Sammlung dem Herzogtum Sachsen-Altenburg und legte fest, dass diese unverkäuflich und an die Stadt Altenburg gebunden sei. Die Sammlung befindet sich heute im Lindenau-Museum. Dieses vergibt seit 1998 im zweijährlichen Rhythmus den Gerhard-Altenbourg-Preis, die dem Künstler Gerhard Altenbourg gewidmet ist. Er lebte freischaffend in Altenburg und nahm den Künstlernamen Altenbourg an. Der Schriftsteller und ehemalige Dramaturg am Altenburger Landestheater Ingo Schulze setzte der Stadt und ihren Einwohnern durch seine Romane „Simple Storys“ (1998) und „Neue Leben“ (2005) ein literarisches Denkmal.

Zitate[Bearbeiten]

  • „Ich habe in den fünf Monaten meines Altenburger Aufenthaltes geistig mehr gelebt und erlebt, als manchem Erdenkinde im ganzen Leben oft beschieden sein wird.“ – schrieb Friedrich Arnold Brockhaus im Jahr 1811.

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Dehio: Altenburg. In: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Band 1, 1914
  • Edgar Lehmann u.a. (Hg.): Das Altenburger Land. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme im Gebiet von Altenburg und Regis-Breitingen. 3., unveränderte Auflage 1977, Akademie-Verlag Berlin, 245 Seiten, Band 23 der Reihe „Werte unserer Heimat
  • Johann Ernst Huth: Geschichte der Stadt Altenburg. Altenburg 1829 (Digitalisat)
  • Ernst Walter Huth: Altenburg (Kunstgeschichtliche Städtebücher). Leipzig 1981
  • Hans Joachim Kessler: Altenburg: Gesichter und Geschichten einer Stadt. Verlagshaus Thüringen, Erfurt 1993, ISBN 3-86087-040-8.
  • Hans Joachim Kessler: 1025 Jahre Altenburg: Bilder und Geschichten. E. Reinhold Verlag, Altenburg 2001, ISBN 3-910166-43-1.
  • Heinz Stoob, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz, Peter Johannek (Hrsg.): Deutscher Städteatlas. Band: V; 1 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis. – Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
  • Hans Karl Schulze: Stadtmappe Altenburg. Dortmund-Altenbeken 1994, ISBN 3-89115-042-3.
  • Ingolf Strassmann: Die Juden in Altenburg, Stadt und Land. Verlag Beier&Beran, Altenburg-Langenweissbach 2004
  • Ingolf Strassmann: Altenburg in Thüringen Stadt und Land unterm Hakenkreuz. S. Sell Heimatverlag, Altenburg 2003
  • Franz Volger: Führer durch die Haupt- und Residenzstadt Altenburg. Verlag Bonde, Altenburg 1898 (Digitalisat)
  • Johann Vulpius: Altenburgi Altitudo, Das ist: Der weitberühmten Alt-Deutsch-Meißnischen resp. Reichs- Chur- und Fürstl. Sächsischen Residentz- und Pleißnischen Haupt-Stadt Altenburg. Verlag Johann Ludwig Richter, Altenburg 1699. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Altenburg – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Altenburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Altenburg – Reiseführer
 Wikinews: Altenburg – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Ortsteile von Altenburg. Stadt Altenburg, abgerufen am 17. August 2012.
  3. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 232.
  4. Ursula Höntsch: Der Falsche Kurier, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 7
  5. Informationen auf der Seite des MDR
  6. Stadtrat beschließt Haushalt für 2011. Stadt Altenburg, 6. Mai 2011, abgerufen am 17. August 2012.
  7. Kurier vom 7. April 2012
  8. Altenburg. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Bd. 1, Bibliographisches Institut, Leipzig 1902–1909, S. 382.
  9. http://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/6662176.html Historischer Friseursalon eröffnet in Altenburg
  10. Dankwart Guratsch: Ein Plattenbau soll Altenburgs Marktplatz entstellen, DIE WELT, Berlin, 2. Januar 2010
  11. Alexander Cammann: Häuserkampf in Thüringen, DIE ZEIT, Hamburg, 2. August 2010
  12. Mathias Grünzig: Barock unter der Spitzhacke. Stadtzerstörung auf Staatskosten. In der thüringischen Stadt Altenburg macht man Tabula rasa., Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt, 30. Mai 2012
  13. Nur eine Medaille für deutsche Ringer, 1. Oktober 2006 (Version vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  14. DZA Historie auf www.dza-satzundbild.de
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Dieser Artikel wurde am 2. April 2007 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.