Die Körperfresser kommen (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Körperfresser kommen
Originaltitel Invasion of the Body Snatchers
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Philip Kaufman
Drehbuch W. D. Richter
Produktion Robert H. Solo
Musik Denny Zeitlin
Kamera Michael Chapman
Schnitt Douglas Stewart
Besetzung

Die Körperfresser kommen ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von Philip Kaufman aus dem Jahr 1978. Der Film ist eine Neuverfilmung von Don Siegels Die Dämonischen aus dem Jahr 1956. Beide basieren auf dem Roman Die Körperfresser kommen von Jack Finney.

Wie im Vorgängerfilm ersetzen außerirdische Invasoren Menschen durch äußerlich identische, aber gefühllose Doppelgänger. Ein Angestellter der Gesundheitsbehörde in San Francisco kommt der Invasion auf die Spur und versucht diese aufzuhalten.

Handlung[Bearbeiten]

Dr. Bennell arbeitet als Inspektor der Gesundheitsbehörde in San Francisco. Seine Mitarbeiterin Elizabeth erzählt ihm, dass ihr Freund Geoffrey sich verändert habe. Bei einer Lesung von Dr. Kibner, einem Psychiater und Verfasser populärwissenschaftlicher Bücher, begegnet sie einer Frau, die ebenfalls eine Veränderung an ihrem Ehemann festgestellt hat. Dann entdecken Bennells Bekannte Nancy und Jack Bellicec einen menschlichen Körper, eine scheinbar perfekte Kopie Jacks. Ein außerirdischer Mikroorganismus bemächtigt sich Menschen, während sie schlafen, mithilfe von in großen Schoten heranwachsenden Duplikaten. Das Duplikat ist äußerlich vom Originalkörper, der anschließend zu Staub zerfällt, nicht zu unterscheiden, entbehrt aber jeder menschlichen Regung und Emotion. Bennell, Elizabeth, Nancy und Jack müssen feststellen, dass der „Austausch“ der Menschen in ihrer Umgebung rapide voranschreitet. Ihnen gelingt zunächst die Flucht, doch zum Ende hin ist nur Nancy menschlich geblieben. Sie wird vom inzwischen ebenfalls ausgetauschten Bennell verraten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Den Schauplatz (San Francisco statt einer kalifornischen Kleinstadt) und das pessimistische Ende (Bennell ist selbst „ausgetauscht“ worden und hilft nun, die verbliebenen „echten“ Menschen zu enttarnen) ausgenommen, enthält Kaufmans Remake viele Parallelen zu Siegels Die Dämonischen:

  • Die Bennell nahestehende Elizabeth (in Die Dämonischen: Becky) Driscoll ist eine der ersten, die von einem Fall eines wie ausgewechselten Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung berichtet.
  • Ein Psychiater aus Bennells Bekanntenkreis (Dr. Kaufman in Die Dämonischen, Dr. Kibner in Die Körperfresser kommen) tut die Berichte von ausgetauschten Verwandten und Partnern als Hysterie ab.
  • Das erste Duplikat eines Menschen, das Bennell zu Gesicht bekommt, ist eine Kopie seines Freundes Jack Bellicec (Belicec in Die Dämonischen).
  • Telefongesellschaften und staatliche Autoritäten sind bereits unterwandert worden und verhindern sowohl eine Flucht als auch eine groß angelegte Warnung vor den Doppelgängern.
  • Bennell und Becky/Elizabeth verstecken sich an seinem Arbeitsplatz, wo sie von Dr. Kaufman/Dr. Kibner und Jack Bellicec aufgesucht werden, die die Vorzüge ihrer neuen, emotionslosen Identität preisen.
  • Bennell lässt seine Gefährtin vorübergehend allein, um sich die massenhafte Züchtung beziehungsweise Verladung der Schoten aus der Nähe anzusehen; als er zurückkehrt, ist seine Partnerin ausgewechselt worden.

Während der Vorgängerfilm noch unterschlug, was nach der Duplizierung mit den ursprünglichen menschlichen Körpern geschieht, schafft die Neuverfilmung in diesem Punkt Klarheit: Die Körper zerfallen zu Staub und werden von der Müllabfuhr entsorgt. Ebenfalls neu ist der unmenschliche Signalruf, mit dem die „ausgetauschten“ auf einen entdeckten „wirklichen“ Menschen aufmerksam machen. Die Verfilmung von 1993 griff beide Ideen wieder auf.

Kevin McCarthy, der die Hauptrolle in Die Dämonischen spielte, erscheint kurz in einer Szene, in der er Bennell vor der heraufziehenden Gefahr warnt. Don Siegel, der Regisseur des Originals, ist in einer Szene als Taxifahrer zu sehen. Robert Duvall hat einen kurzen Auftritt ohne Dialog, ebenso Regisseur Philip Kaufman und Kameramann Michael Chapman selbst.

Weitere Verfilmungen des Buches folgten im Jahr 1993 mit Body Snatchers – Angriff der Körperfresser von Abel Ferrara und im Jahr 2007 mit Invasion von Oliver Hirschbiegel.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Kritikerurteil zu Die Körperfresser kommen fiel mehrheitlich positiv aus. Zu den Kritikern, die den Film in den USA lobten, zählten u. a. Pauline Kael[1], während Richard Schickel[2] und Roger Ebert[3] sich negativ äußerten. Leonard Maltin bezeichnete den Film als spannend, bemängelte aber ein Zuviel an inhaltlichen Wendungen.[4]

Phil Hardys Aurum Film Encyclopedia – Science Fiction erachtete Kaufmanns Regie, die zu sehr auf Schocks setze, als unsicher.[5]

Das Lexikon des Internationalen Films resümierte: „Durch die auf äußere Effekte ausgerichtete Inszenierung wird die tiefere Dimension der Horrorgeschichte nicht erfaßt.“[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Regisseur Philip Kaufman wurde 1979 mit dem Saturn Award als Bester Regisseur ausgezeichnet. Einen zweiten Saturn Award erhielt der Film in der Kategorie Bester Ton. Zudem erhielt er Nominierungen in sechs weiteren Kategorien, darunter Bester Schauspieler (Donald Sutherland).
  • Eine weitere Auszeichnung erhielt Kaufman beim Festival des Phantastischen Films in Avoriaz.
  • Die Körperfresser kommen wurde für den Hugo Award nominiert, unterlag aber Richard Donners Superman.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Louis Menand: Finding It at the Movies. in: The New York Review of Books. 23. März 1995.nybooks.com
  2. Time Magazine, Time Inc., 25. Dezember 1978.
  3. Roger Ebert's Movie Yearbook 2010. Andrews McMeel Publishing, New Jersey 2009.
  4. Leonard Maltin's 2008 Movie Guide, Signet/New American Library, New York 2007.
  5. Phil Hardy (Hrsg.), The Aurum Film Encyclopedia – Science Fiction. Aurum Press, London 1991.
  6. Die Körperfresser kommen. im Lexikon des Internationalen Films.

Weblinks[Bearbeiten]