Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (1959)

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
Originaltitel Journey to the Center of the Earth
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 132 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Henry Levin
Drehbuch Charles Brackett
Walter Reisch
Produktion Charles Brackett
Musik Bernard Herrmann
Kamera Leo Tover
Schnitt Stuart Gilmore
Jack W. Holmes
Besetzung
Der Sänger und Schauspieler Pat Boone, Darsteller des Alec, etwa zum Zeitpunkt der Verfilmung (ca. 1960)

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist eine Verfilmung aus dem Jahr 1959 des gleichnamigen Romans von Jules Verne.

Handlung[Bearbeiten]

Der frisch geadelte Edinburgher Geologie-Professor Oliver Lindenbrook bekommt von seinem Studenten Alec einen rätselhaften Lava-Brocken geschenkt, der schwerer ist als er eigentlich sein dürfte. Als es bei der Untersuchung des Steines zu einer Explosion kommt, stellt sich heraus, dass sich im Lava-Brocken ein Senkblei mit einer Nachricht von Arne Saknussem befand. Saknussem, der seinerzeit den Mittelpunkt der Erde erreichen wollte, verschwand eines Tages auf mysteriöse Weise.

Da Lindenbrooks Kollege Goetaborg dessen Briefe nicht beantwortet, sondern selbst zum Mittelpunkt der Erde aufbricht, macht sich Lindenbrook sofort mit Alec auf den Weg. Unterwegs finden sie heraus, dass Goetaborg von einem Unbekannten vergiftet wurde und treffen auf den jungen Mann Hans Belker (mit seiner Ente Gertrud) sowie Goetaborgs Witwe Carla. Es stellt sich heraus, dass Goetaborg von Graf Saknussem ermordet wurde, einem Nachfahren jenes verschwundenen Forschers.

Schließlich brechen Lindenbrook, Alec, Hans (in Begleitung von Gertrud) und Carla zu ihrer Expedition zum Mittelpunkt der Erde auf und werden dabei von Graf Saknussem verfolgt. Dieser versucht, eine falsche Fährte zu legen, was jedoch von Carla bemerkt wird. Bei einer Flutwelle, in der die Gruppe fast ertrinkt, verliert man Alec aus den Augen. Dieser jedoch trifft in der Zwischenzeit auf Saknussem. Als Alec von seinen Begleitern wiedergefunden wird, werden sie von Saknussem mit einer Pistole bedroht, können ihn jedoch überwältigen. Bei der Fortsetzung ihrer Expedition entdeckt Saknussem einen großen Ozean, an dem die Gruppe von einer Dimetrodon-Herde bedroht wird, jedoch mit einem Floß flüchten kann. Man erreicht den Mittelpunkt der Erde; Gertrud findet durch die Hand des hungrigen Saknussem ein unrühmliches Ende. Als dieser vom wütenden Hans angegriffen und von Felsbrocken erschlagen wird, entdeckt die Gruppe eine versunkene Stadt, das verlorene Atlantis und die skelettierte Leiche des verschollenen Forschers Saknussem. Als es zu einem Erdbeben kommt, gleitet die Gruppe auf einer riesigen Schüssel durch den Schlot eines Vulkans zur Erdoberfläche.

Vor einer ihn willkommen heißenden Schar seiner Landsleute erklärt Lindenbrook die Expedition für gescheitert, da er keine Beweise für seine Beobachtungen vorlegen kann; jedoch kommen er und Carla sich näher.

Kritiken[Bearbeiten]

„Nach einem Roman von Jules Verne gestaltete utopische Geschichte, die effektvoll und mit Liebe zum Detail inszeniert wurde. Unbeschwerte, spannende Unterhaltung mit vielen witzigen Einfällen.“

Lexikon des internationalen Films

„Der [...] Fantasyfilm besticht trotz der antiquierten Tricktechnik. [...] Charmantes, nostalgisches Abenteuer.“

cinema[1]

Neuverfilmungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1976 entstand eine spanische Verfilmung des Stoffes (Regie: Juan Piquer Simón), im Jahr 1989 eine amerikanische (Regie: Rusty Lemorande und Albert Pyun). Ferner gibt es zwei amerikanische Fernsehfilme: aus dem Jahr 1993 (Regie: William Dear) und aus dem Jahr 1999 (Regie: George Miller). Die sich wenig an die Originalgeschichte haltende Neuverfilmung Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (2008) (Journey to the Center of the Earth) mit Brendan Fraser als Prof. Trevor Anderson war die erste Produktion für das digitale 3D-Kino (D-Cinema) mit echten Schauspielern (andere Produktionen waren computeranimiert).

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Komponist Bernard Herrmann, bekannt auch für zahlreiche Filmmusiken für Alfred Hitchcock, verwendete für die Untermalung der Szenen in der unterirdischen Stadt Atlantis allein fünf Orgeln, dabei neben vier elektronischen auch eine Orgel in einer Kathedrale.
  • Der 1,93 Meter große „Peter Ronson“, der den Hans spielte, heißt eigentlich Pétur Rögnvaldsson und war ein isländischer Zehnkämpfer. Er erhielt nach diesem Film zwar weitere Angebote, die er jedoch ablehnte. Die Reise zum Mittelpunkt der Erde sollte sein einziger Film bleiben.

Unterschiede zum Roman[Bearbeiten]

Wie bei vielen Romanverfilmungen unterscheidet sich auch diese Filmversion von Jules Vernes Roman.

  • Im Roman heißt die Hauptfigur Otto Lidenbrock. Im Film benannte man ihn in Oliver Lindenbrook um.
  • Auch Lindenbrooks Helfer Alec heißt im Roman anders, nämlich Axel. Außerdem wurde aus Hans Bjelke Hans Belker.
  • Im Film trifft die Gruppe nur auf eine Dimetrodon-Herde, im Roman hingegen auf Tiere unterschiedlicher ausgestorbener Arten.
  • Im Roman ist Lindenbrook ein Deutscher und lebt in Hamburg. Im Film wurde er zum Schotten und lebt in Edinburgh.
  • Bevor sie nach Island reisen, machen Lindenbrook und Alec im Roman einen Aufenthalt in Kopenhagen. Im Film existiert diese Szene nicht.
  • Im Film gehen die Gefährten – von Ausnahmen abgesehen – den richtigen Weg, während sie im Roman einen falschen Weg nehmen.
  • Hans entdeckt bei der Suche nach Wasser eine Wasserader, der entstehende Bach wurde daraufhin Hansbach genannt. Diese Szene taucht nur im Roman auf.
  • Bei der Floßfahrt gibt es große Unterschiede zwischen Film und Roman. Im Film erlebt die Gruppe nichts Besonderes, während sie im Roman Zeuge eines Kampfes zwischen einem Ichthyosaurus und einem Plesiosaurus wird. Außerdem rollt während des Sturms ein Kugelblitz über das Floß.
  • Im Roman stößt die Gruppe nicht auf die Überreste von Atlantis und auf das Skelett Saknussems.
  • Im Roman passiert folgendes am Ende: Als die Reisenden den Weg freisprengen, reißen sie einen Abgrund auf. Auf dem Floß gelangen sie zuerst auf Wasser, dann auf Lava in den Krater des ausbrechenden Vulkans auf der Insel Stromboli. Durch den Krater werden sie zurück auf die Erdoberfläche geschleudert. Das Filmende ist anders: Als es zu einem Erdbeben kommt, gleitet die Gruppe auf einer riesigen Schüssel durch den Schlot eines Vulkans zur Erdoberfläche.
  • Carla Goetaborg und Graf Saknussem, die im Film wichtige Rollen spielen, tauchen im Roman nicht auf. Auch Hans’ Ente Gertrud und Carlas Mann Professor Goetaborg, den Graf Saknussem ermordet, existieren nicht im Roman.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Twentieth Century-Fox Home Entertainment 2003 und 2010

Soundtrack[Bearbeiten]

  • Bernard Herrmann: Journey to the Center of the Earth. Original Motion Picture Soundtrack. Varèse Sarabande / Colosseum, Nürnberg 1997. Tonträger-Nr. VSD (CVS) 5849 – Originalaufnahme der Filmmusik unter Leitung des Komponisten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jules Verne: Reise zum Mittelpunkt der Erde. Roman. (Originaltitel: Voyage au centre de la terre). Deutsch von Volker Dehs. Artemis und Winkler, Düsseldorf und Zürich 2005, 423 S., ISBN 3-538-06972-7.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/die-reise-zum-mittelpunkt-der-erde,1308692,ApplicationMovie.html