Die grünen Teufel

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Filmdaten
Deutscher Titel Die grünen Teufel
Originaltitel The Green Berets
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 141 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Ray Kellogg, John Wayne
Drehbuch James Lee Barrett, Robin Moore
Produktion Michael Wayne
Musik Miklós Rózsa
Kamera Winton C. Hoch
Schnitt Otho Lovering
Besetzung

Die grünen Teufel ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm mit Propagandatendenz des Regisseurs Ray Kellogg aus dem Jahr 1968. Hauptdarsteller waren John Wayne, George Takei, David Janssen, Jim Hutton und Aldo Ray. Wayne führte auch Regie. Die Filmmusik schrieb Miklós Rózsa. Der Film kam auf dem Höhepunkt des Vietnamkriegs heraus. Wayne stießen die damaligen Anti-Vietnam-Kampagnen und -Demonstrationen ab, so dass er einen Film dagegen setzen wollte.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Die Geschichte nahm sich die realen Ereignisse der Schlacht von Nam Dong zum Vorbild, bei der eine kleine Einheit Special Forces (Green Berets) sich gegen die zahlenmäßig stark überlegenen Feinde durchsetzt. Die Haupthandlung des Films ist aber fiktiv.

Colonel Mike Kirby wird mit einer Einheit nach der Ausbildung an der John F. Kennedy School for Special Warfare in Fort Bragg nach Danang in Vietnam versetzt und soll dort eine Guerillatätigkeit gegen die Vietcong aufnehmen. Die Einheit wird begleitet von dem Kriegsberichterstatter George Beckworth, der dem Krieg kritisch gegenübersteht.

Kirby wird mit dem Verdacht konfrontiert, einen Verräter unter seinen Leuten zu haben, mit denen er versucht, einen Gefechtsstand hinter den Linien des Feindes aufzubauen.

Vergleich mit anderen John-Wayne-Filmen[Bearbeiten]

Die heroische Erzählweise, die die Westernfilme von John Wayne erfolgreich gemacht hatte, scheint hier vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges wiederholt zu werden, wobei die Rolle der Indianer in den Western nun von den Vietkong übernommen wird und der Held über jede Kritik erhaben bleibt.[2]

Der Vietnamkrieg im Film[Bearbeiten]

Der Film rechtfertigt Amerikas Eingreifen in Vietnam mit dem, was es als „einen globalen Kreuzzug gegen die kommunistische Beherrschung der Welt“ bezeichnet.

Die grünen Teufel kann als sehr patriotisch, wenn nicht sogar als nationalistisch für den Vietnamkrieg eintretend interpretiert werden. Der Film wurde in dem Jahr gedreht, in dem der Konflikt auf seinem Höhepunkt stand und die unerwartete Tet-Offensive der Vietkong-Guerilla den Amerikanern große Verluste und eine beträchtliche Propagandaniederlage bescherte. Die Drehzeit fiel in eine Zeit wachsender Proteste gegen den Krieg, mit dem Ziel, gegen diese Proteste den Krieg zu verteidigen.

Zu der Zeit war Die grünen Teufel der einzige Hollywoodfilm, der offen den Vietnamkrieg unterstützte. Er steht damit im Gegensatz zu späteren Antikriegsfilmen wie Geboren am 4. Juli, Apocalypse Now, Platoon, Full Metal Jacket und Zurück aus der Hölle.

Rezensionen und Kritik[Bearbeiten]

Die propagandistische Absicht des Films wurde nicht übersehen.

In der VideoWoche war zu lesen: Westernheld John Wayne drehte 1967 diesen nicht unumstrittenen Propagandafilm für die amerikanischen Truppen und vermischte Episoden aus dem Vietnamkrieg in Westernmanier miteinander. Berühmt wurde der finale Sonnenuntergang am östlichen Horizont in seinem puren Orange. Einige der vietnamesischen Dörfer, die für den Film nachgebaut wurden, waren so realistisch, daß sie intakt gelassen wurden und später tatsächlich von US-Soldaten bei Übungen genutzt wurden.

TV Spielfilm wählte die Worte: Die Action stimmt, die Gesinnung allerdings nicht: Mit diesem patriotischen Kriegsspektakel outete sich John Wayne endgültig als politischer Rechtsaußen.

„Alles in allem ist das einzig Interessante an dem Film, falls es überhaupt von Interessantem zu sprechen lohnt, die Offenheit, mit der hier eine wahrlich paläontologische A-priori-Moral propagiert wird. Die Amerikaner sind intelligent und stets hilfsbereit… Der Feind ist von teuflischer Hinterlist und schreckt nicht einmal davor zurück, sich mit den Uniformen der anderen Seite zu tarnen.“

Jaques Demeure, Positiv [3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Hauptdarsteller John Wayne erreichte für seine Darstellung 1968 den dritten Platz bei den Laurel Awards. Der Film selbst landete dabei auf dem vierten Platz.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Titellied „The Ballad of the Green Berets“ von Robin Moore war in der Interpretation des Sgt. Barry Sadler 1965 fünf Wochen auf Platz 1 in der Hitparade. Mit einem deutschen Text hatten der Sänger und Schauspieler Freddy Quinn und die Sängerin und Schauspielerin Heidi Brühl Erfolg mit einer Cover-Version unter dem Titel „Hundert Mann und ein Befehl“.

Ursprünglich waren einige Szene vorgesehen, die Kirby (Wayne) mit seiner Ehefrau, gespielt von Vera Miles, zeigen. Diese Szene wurden auch gedreht, allerdings in der Endfassung des Films nicht verwendet.[4]

"Das Filmende zeigt den Sonnenuntergang am South China See. Geographisch ist es so, wie es der Film zeigt, aber nicht möglich. Von Vietnam aus gesehen kann die Sonne nicht auf der Seite untergehen, die der Regisseur gewählt hat." [4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mark Ricci, Boris Zmijewsky, Steve Zmijewsky, Joe Hembus (Hrsg.): John Wayne und seine Filme. 3. Auflage. Goldmann, München 1982, ISBN 3-442-10202-2.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. prisma.de
  2. (ARD-Doku über John Wayne)
  3. Joe Hembus (Hrsg.): John Wayne und seine Filme. Goldmann, München 1979, ISBN 3-442-10202-2, Seite 242.
  4. a b Die große John-Wayne-DVD-Collection, DeAgostini, Band Bd. 4, S. 6

Weblinks[Bearbeiten]