Djursland

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Djursland
Karte von Djursland, hellblau markiert im 19. Jh. verlandete Gebiete.
Karte von Djursland, hellblau markiert im 19. Jh. verlandete Gebiete.
Gewässer Kattegat

Geographische Lage

56° 23′ 0″ N, 10° 38′ 0″ O56.38333333333310.633333333333Koordinaten: 56° 23′ 0″ N, 10° 38′ 0″ O
Djursland (Midtjylland)
Djursland
Fläche 1200 km²[1]dep1 w3
Poskær Stenhus
Poskær Stenhus

Djursland [ˈdjuːʔʀslanʔ] ist eine 1200 km² große Halbinsel im Osten Jütlands.[1] Djurslands Nord- und Ostküste stellen glatte Küsten dar. Im Süden ist die Küste hingegen durch zahlreiche Nehrungshaken, Halbinseln und Buchten reich gegliedert. In der Mitte Djurslands erstreckt sich der verlandete Kolindsund.

Verwaltungsmäßig teilt sich Djursland in die Kommunen Norddjurs und Syddjurs, die zur Region Midtjylland gehören.

Gliederung[Bearbeiten]

In der Jungsteinzeit, die die Dänen Bauernsteinzeit nennen, teilte der Sund Djursland, später wurde er durch die Landhebung zum Binnensee (11. und 12. Jahrhundert) und letztlich zu Ackerland. Auf einer Insel im Sund lagen die beiden Hügelgräber von Barkjær. Im Osten Djurslands liegt die schwächelnde Industrie- und Hafenstadt Grenaa (14601 Einwohner). Im Höhenzug Mols Bjerge zählt der Agri Bavnehøj mit 137 m zu den höheren Bergen Dänemarks.

Dem Süden von Djursland sind mehrere Halbinseln vorgelagert, dazu zählt auch Mols, eine Moränenlandschaft. Sie bedeckt insbesondere die westliche der kleinen Halbinseln. Heide, Sand, Wald und Weiden prägen die Landschaft. Seine Bewohner werden als die Ostfriesen Dänemarks gesehen, die der Volkskundler Evald Tang Kristensen literarisch skizzierte. Über die Bewohner der Halbinsel, die Molboer, kursieren eigene Witze, die sogenannten Molbohistorier, die den Witzen über die Bewohner von Aarhus, den Århushistorier, sehr ähneln. Am Südrand von Mols ragt die Halbinsel Helgenæs in die Århusbucht und im Südosten Djurslands liegt die Halbinsel Hasnæs. Auf ihr befindet sich an der Ostküste der Bucht Ebeltoft Vig das malerische Landstädtchen Ebeltoft (7468 Einwohner), das bäuerlich und vor allem touristisch geprägt ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Djursland ist bekannt für seine Landkirchen (Kirche von Agri, Kirche von Auning, Kirche von Ebeltoft). Die Kirche von Thorsager ist die einzige Rundkirche Jütlands und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Schlösser (Clausholm, Løvenholm, Rosenholm und Skaføgaard) und Herrensitze (Gammel Estrup) spiegeln die ostjütische Gutskultur.

Unterhalb des Ortes Rønde liegt die Ruine der mittelalterlichen Burg Kalø, ein Damm verbindet die Anlage mit dem Festland.

Es finden sich zahlreiche vorzeitliche Denkmäler, u.a. das Tustruper Gräberfeld, die Dolmen am Dystrup Sø, bei Stenvad oder Poskær Stenhus. Die über 150 Megalithanlagen der Halbinsel sind überwiegend Dolmen mit polygonalem Grundriss oder rechteckige Urdolmen, während Ganggräber etwa 10 % ausmachen. Es sind einige Runensteine bei oder in den Kirchen von Øster Alling, Kolind, Rimsø und Virring bewahrt. Im Nordteil der Halbinsel wurde eine detaillierte Untersuchung zu den Böden, dem Siedlungsverhalten und der Art und dem Zustand der insgesamt 158 nachgewiesenen lithischen Vorzeitdenkmäler in der Region durchgeführt. Ein Drittel davon ist nicht mehr erhalten. Während sich die Siedlungsplätze im Laufe der Jahrtausende flexibel verlagerten, blieb ihre Gesamtzahl von der Vorzeit bis ins 18. Jahrhundert recht konstant.

Eine Besonderheit ist der Maskenstein an der Sjellebro (Brücke über die Sjelle) an der A21.

Literatur[Bearbeiten]

  • Århus Amt: På tur i Djurslands Fortid.
  • Århus Amt: Natur- und Kulturführer für den Kreis Århus. Kreis Århus, Århus 1997. ISBN 87-90099-21-4
  • Peter Vilhelm Glob: Vorzeitdenkmäler Dänemarks Wachholtz, Neumünster 1967.
  • Jakob Vedsted: Fortidsminder og kulturlandskab – en kildekritisk analyse af tragtbaegerkulturens fundmateriale fra Norddjursland. Forlaget Skippershoved, Ebeltoft 1986. ISBN 87-981329-5-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Djursland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Den Store Danske: Djursland, abgerufen am 17. November 2011 (dänisch)