Dorndorf (Krayenberggemeinde)

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50.83611111111110.086388888889250Koordinaten: 50° 50′ 10″ N, 10° 5′ 11″ O

Dorndorf
Wappen von Dorndorf
Höhe: 250 m ü. NHN
Einwohner: 1800
Eingemeindung: 31. Dezember 2013
Postleitzahl: 36460
Vorwahl: 036963
Karte

Lage von Dorndorf in Krayenberggemeinde

Die evangelische Kirche in Dorndorf

Die evangelische Kirche in Dorndorf

Dorndorf ist ein Ortsteil der Krayenberggemeinde im Wartburgkreis in Thüringen.

Geographie[Bearbeiten]

Dorndorf wird auf Grund seiner Lage am Nordrand der Rhön als ein „Tor zur Rhön“ bezeichnet. Am Ortsrand mündet die Felda in die Werra. Die gegenüberliegende Auwiese wird häufig vom Hochwasser überflutet, dahinter erhebt sich der im Süden steil aufragende Mäuseberg am Südrand des Frauenseer Forstes.

Geschichte[Bearbeiten]

Dorndorf ist eine alte fränkische Siedlung und hieß einstmals „Villa (Königsgut) Thoranthorpf an der Unisoara“. Dieses Thoranthorpf wurde am 31. August 786 von Karl dem Großen dem Kloster Hersfeld geschenkt. Es gehörte zum Amt Krayenberg, welches ab 1741 zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehörte.

In den Jahren 1878 bis 1880 wurde die Feldabahn als Schmalspurbahn errichtet und 1879 der Bahnhof Dorndorf eröffnet. In den Jahren 1899 bis 1905 wurden in Dietlas Kalischächte abgeteuft und in Dorndorf eine chemische Industrie zur Kaligewinnung aufgebaut. Die Kaliindustrie bildete den treibenden Faktor für den weiteren Ausbau und die Umstellung der Feldabahn auf normale Spurweite. Ab 1928 wurde in völlig neuer Trassenführung die neue Feldabahn begonnen. Die Eröffnung erfolgte am 7. Oktober 1934.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg verloren fast 200 Dorndorfer ihr Leben. Auch auf Dorndorf fielen im Zweiten Weltkrieg Bomben und es wurden Menschen getötet. In der Grube Springen entstand ein Nebenlager des KZ Buchenwald. Während des Zweiten Weltkriegs mussten mehr als 115 Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: im „Schacht Heiligenroda“, im „Schacht I Springen“, bei der Bahnmeisterei und in der Landwirtschaft.

Nach dem Krieg erfolgt der weitere Ausbau des Kalireviers an der Werra. Das Kulturhaus wurde 1951 eröffnet. Im Jahr 1955 lebten im Ort Dorndorf 2887 Einwohner, in Dietlas 701 Einwohner.[1]

1994 wurden die Gemeinden Dietlas und Dorndorf zur neuen Gemeinde Dorndorf zusammengeschlossen.[2] Zum 31. Dezember 2013 schloss sich Dorndorf mit Merkers-Kieselbach zur Krayenberggemeinde zusammen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 3092
  • 1995: 3117
  • 1996: 3048
  • 1997: 3081
  • 1998: 3067
  • 1999: 3062
  • 2000: 3055
  • 2001: 3053
  • 2002: 3060
  • 2003: 3030
  • 2004: 3001
  • 2005: 2911
  • 2006: 2812
  • 2007: 2774
  • 2008: 2687
  • 2009: 2657
  • 2010: 2611
  • 2011: 2581
  • 2012: 2434
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik - Werte vom 31. Dezember
Blick über die Bahnanlagen zum Ortszentrum

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet. Das Wappen der Gemeinde Dorndorf (Rhön) ist golden mit einem roten Zinnenschildhaupt und einem grünen Wellenschildfuß, darin eine silberne Wellenkrücke, und zeigt einen roten romanischen Torbogen, beseitet von je einem grünen Eichenblatt. Die Gemeinde Dorndorf vereint die drei Ortsteile Dorndorf, Dietlas und Kirstinghof. Diese sind durch eine Jahrhunderte währende geschichtliche Entwicklung miteinander verbunden, die auch aus der prädestinierten geografischen Lage am Zusammenfluss von Werra und Felda resultiert. Im Wappen verweist der Zinnenschnitt im Schildhaupt auf die Schlossbefestigung Dietlas. Das Torgewände aus romanischer Zeit besteht als reale Kirchenarchitektur in Dorndorf und wurde als Wappenmotiv aufgenommen. Über den Hinweis auf die waldreiche Umgebung hinaus stehen die beiden Eichenblätter für zwei noch heute existierende historische Bäume, die Richtereiche in Dorndorf und die Henkerseiche in Kirstinghof. Der grüne Wellenschildfuß mit der aufgelegten silbernen Wellenkrücke symbolisiert bildhaft die geografische Lage der Gemeinde im Werratal, umgeben von den hügeligen Ausläufern der Rhön und des Thüringer Waldes, genau an der Einmündung der Felda.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aus der Zeit um 1150 stammt das älteste Baudenkmal des Ortes, die im romanischen Stil erbaute heutige evangelische Kirche. Sie war vom Friedhof und einer 4 Meter hohen Mauer umgeben.

Im historischen Ortskern finden sich Bauernhäuser aus den Jahren 1600 und 1615.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Dorndorf sind unter anderem die „Gerichtseiche“ und die „Henkereiche“. Das Gericht trat früher unter der Gerichtseiche zusammen, fällte das Urteil, welches an der Henkereiche vollstreckt wurde. Die 1986 als Naturdenkmal ausgewiesene Henkereiche trägt heute noch einen waagerechten Starkast, der den Galgen ersetzen konnte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbegebiete[Bearbeiten]

Das Gewerbegebiet „An der Hardtstraße“ befindet sich am östlichen Ortsrand von Dorndorf. Es verfügt über eine Gesamtfläche von 15 ha (Stand 2009).[4]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Dorndorf verlaufen die Bundesstraßen 62 und 84, über die die Städte Bad Salzungen, Eisenach, Fulda und Bad Hersfeld zu erreichen sind. Anschluss an die Bundesautobahn 4 besteht über die B 62 in Friedewald und über die B 84 in Eisenach. Bis 2005 war Dorndorf Ausgangspunkt der Bundesstraße 285, die durch Umwidmung nach Bad Salzungen verlegt wurde.

Der Bahnhof Dorndorf liegt an der Bahnstrecke Bad Salzungen–Vacha, auf der allerdings seit 2003 kein Verkehr mehr stattfindet, und war Ausgangspunkt der inzwischen weitgehend zurückgebauten Feldabahn.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der Dorndorfer Kindergarten ist einer der ältesten Thüringens. Das Haus wurde am 2. Juni 1907 eingeweiht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Paul Luther, Rat des Kreises Bad Salzungen, Abt. Volksbildung (Hrsg.): Materialien für den Heimatkundeunterricht - Kreis Bad Salzungen, Bezirk Suhl. Bad Salzungen 1959, Struktur vom Bezirk Suhl (Übersicht der Orte und Einwohnerzahlen der Landkreise), S. 5–11.
  2. Thüringer Verordnung über die Auflösung und Zusammenlegung der Gemeinden Dietlas und Dorndorf vom 17. März 1994 (GVBl. S. 387)
  3. Dorndorfer Amtsblatt vom 9. April 2010 (Nr. 3/2010), S. 12.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGewerbegebiete in der Wartburgregion. In: Wartburgkreis-Online. Abgerufen am 18. Februar 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dorndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien