Wartburgkreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Wartburgkreises Deutschlandkarte, Position des Wartburgkreises hervorgehoben50.8910.21Koordinaten: 50° 53′ N, 10° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Bad Salzungen
Fläche: 1.304,84 km²
Einwohner: 126.283 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WAK, SLZ
Kreisschlüssel: 16 0 63
Kreisgliederung: 50 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Erzberger Allee 14
36433 Bad Salzungen
Webpräsenz: www.wartburgkreis.de
Landrat: Reinhard Krebs (CDU)
Lage des Wartburgkreises in Thüringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild

Der Wartburgkreis ist ein Landkreis in Thüringen. Mit 1304,86 km²[2] ist er der nach Fläche größte Kreis des Freistaates. Kreisstadt ist Bad Salzungen. Die Wartburg als Namensgeberin des Landkreises gehört seit der Ausgliederung der seitdem kreisfreien Stadt Eisenach im Jahr 1998 nicht mehr zum Kreisgebiet. Der Kreis erstreckt sich entlang des Mittellaufes der Werra und der hessisch-thüringischen Landesgrenze. Er umschließt nahezu vollständig die kreisfreie Stadt Eisenach. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Südwestthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Südwestthüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage in Thüringen[Bearbeiten]

Der Wartburgkreis liegt im Westen von Thüringen. Nachbarkreise sind im Norden der Unstrut-Hainich-Kreis, im Osten der Landkreis Gotha, im Südosten der Landkreis Schmalkalden-Meiningen, im Süden und Südwesten der hessische Landkreis Fulda und im Westen die hessischen Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner-Kreis. Die kreisfreie Stadt Eisenach ragt im Norden von Westen nach Osten in das Kreisgebiet.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Der Südwesten des Wartburgkreises gehört zum Mittelgebirge der Rhön. Der westliche Thüringer Wald, das Werratal und der Hainich gehören anteilig zum Kreisgebiet.

Berge und Erhebungen[Bearbeiten]

Der Baier
Der Heldrastein

Die Geländehöhen im Wartburgkreis betragen zwischen 169 m im Werratal unterhalb Großburschla und ca. 740 m am Rennsteig zwischen Ruhla und Steinbach.[3] Der Gerberstein im Thüringer Wald ist die höchste Erhebung im Wartburgkreis.[Anmerkung 1]

Rhön und Salzunger Werrabergland[Bearbeiten]

  1. Sachsenburg (720,9 m), Auersberger Kuppenrhön
  2. Baier (713,9 m), Auersberger Kuppenrhön
  3. Umpfen (700,6 m), Vordere Rhön
  4. Gläserberg (670 m), Auersberger Kuppenrhön
  5. Dietrichsberg (668,9 m), Auersberger Kuppenrhön
  6. Pleß (645,4 m), Vordere Rhön/Salzunger Werrabergland
  7. Öchsenberg (627,2 m), Auersberger Kuppenrhön
  8. Stoffelskuppe (620,1 m), Vordere Rhön/Salzunger Werrabergland

Thüringer Wald[Bearbeiten]

  1. Großer Weißenberg (746,5 m) bei Steinbach und Brotterode
  2. Rennwegskopf (729,6 m) bei Steinbach und Brotterode
  3. Gerberstein (728,5 m) bei Ruhla und Steinbach,
  4. Birkenheide (717,3 m)
  5. Glöckner (702,5 m), bei Ruhla
  6. Breitenberg (697,3 m)
  7. Kahle Koppe (690,1 m)
  8. Bommelhauck (684,7 m)
  9. Schnepfenberg (677,4 m)
  10. Kissel (648,8 m)
  11. Höllkopf (646,0 m)

Hainich und Ringgau[Bearbeiten]

  1. Heldrastein (503 m)
  2. Alter Berg (493,9 m)
  3. Stöckigtsberg (450,2 m)
  4. Lindenhecke (447 m)
  5. Rittergasserberg (440,3 m)
  6. Wartenberg (429,9 m)
  7. Harsberg (409,7 m)
  8. Goldberg (379,8 m)
  9. Adolfsburg (378,7 m)

Gewässer[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet verfügt über 1326 Hektar Wasserflächen.[2]

Fließgewässer[Bearbeiten]

Die Werra bei Creuzburg
Die Ulster in Geisa
Die Nesse in Wenigenlupnitz

Über die Werra wird das gesamte anfallende Oberflächenwasser zur Weser und Nordsee abgeführt.[4] Das gesamte Kreisgebiet ist somit nach dem Wasserhaushaltsgesetz der Flussgebietseinheit Weser zugeordnet.[5]

Der Wartburgkreis besitzt den größten Anteil am Mittellauf der Werra. Bedingt durch historische Grenzziehungen seit dem Mittelalter bildet die Werra im Abschnitt zwischen Vacha und Großburschla mehrfach die Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen.

Nachfolgend werden alle Flüsse erster Ordnung gemäß der Einordnung nach Anhang 1 des Thüringer Wassergesetzes und die wichtigsten Gewässer zweiter Ordnung aufgelistet; die Gewässer 1. Ordnung sind fett dargestellt:

Flüsse im
Wartburgkreis
Gesamtlänge
in km
davon im
Kreisgebiet
Werra
299,6
Elte
22,5
22,5
Emse
14
Erbstrom
13,5
13,5
Felda
42,2
42,2
Grumbach
12
12
Hörsel
48,5
Ifta
5,5
5,5
Lauterbach
14,0
14,0
Lempertsbach
9,5
7,5
Madel
10
10
Nesse
52,6
Oechse
16
16
Pfitzbach
12,3
12,3
Rohrgaben
7
7
Schnellmannshäuser Bach
7,2
7,2
Schweina
12,5
12,5
Suhl
22,3
22,3
Ulster
57,2

Stehende Gewässer[Bearbeiten]

Die Bernshäuser Kutte
Schloss Wilhelmsthal mit See

Der Wartburgkreis verfügt nur über wenige natürliche Standgewässer, welche überwiegend als Erdfallseen entstanden sind. Hierzu gehören der Burgsee, der Buchensee und der Erlensee in bzw. bei Bad Salzungen, der Hautsee und der Albertsee nahe Dönges, der Frauensee, die Bernshäuser Kutte und der Schönsee bei Urnshausen sowie das Forstloch bei Immelborn. Weitgehend verlandet ist der Seulingsee bei Dankmarshausen.

Als Badegewässer sind der Schönsee sowie die Kiesseen I und II der Kiesgrube Immelborn ausgewiesen.[6]

Bereits im Mittelalter begann man mit der Anlage von Fischteichen, die meist im Umfeld von Klöstern entstanden. Als Folge der Kiesgewinnung im Werratal wurden bei Treffurt, Mihla, Gerstungen, Dankmarshausen, Vacha, Immelborn und Barchfeld Kiesgrubengewässer geschaffen.

Eine Besonderheit ist der Wilhelmsthaler See, er wurde im Flusslauf der Elte zur Ergänzung der Parkanlage von Schloss Wilhelmsthal als Stausee angelegt und diente ursprünglich als Gondelteich. Weitere Stauseen, zumeist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Bewässerungsspeicher angelegt, befinden sich bei Ettenhausen/Suhl, Großenlupnitz, Burkhardtroda und Bairoda. Ein industriebedingter Wasserspeicher wurde im Fuchsgrund bei Thal angelegt.

Durch Flussbegradigungen entstandene Altarme der Werra sind noch bei Tiefenort, Gerstungen, Pferdsdorf-Spichra und Treffurt vorhanden.

Moore[Bearbeiten]

Durch Auslaugungs- und Senkungsvorgänge bildeten sich nördlich von Bad Salzungen und bei Dankmarshausen ausgedehnte Moor- und Feuchtgebiete, bekannt als Moorgrund und Rhäden, diese wurden durch Melioration im 19. Jahrhundert größtenteils in Grünland umgestaltet. Die in den Hochlagen der Rhön vorhandenen Hochmoore genießen besonderen Schutz.

Geschichte[Bearbeiten]

Staatenaufteilung des Landkreises vor 1920

Im 19. Jahrhundert gehörte das Gebiet des heutigen Wartburgkreises in großen Teilen zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Eine Reihe von Gemeinden um Bad Salzungen, Bad Liebenstein, die Exklaven Oberellen und Dietlas gehörten zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. Die Gemeinde Barchfeld nimmt eine Sonderstellung ein, sie bildete bis 1866 eine Exklave von Hessen-Kassel und gehörte dann zum Königreich Preußen. Der nordwestliche Teil mit Treffurt und seinen heutigen Stadtteilen Großburschla, Schnellmannshausen (anteilig) und Falken gehörte seit dem Jahr 1817 zum Königreich Preußen, Landkreis Mühlhausen. Der nordöstliche Teil, die Hörselbergregion und Ruhla gehörten zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.

Nach dem Ersten Weltkrieg führte die Zusammenlegung der Einzelstaaten zur Gründung des Freistaates Thüringen am 1. Mai 1920, wobei jedoch die zuvor preußischen Gebiete ausgespart blieben.[7]

Durch die Thüringische Regierung wurde 1921 die erste Kreiseinteilung durchgeführt. Eisenach wurde kreisfreie Stadt, der Großteil des heutigen Kreisgebietes bildete den Landkreis Eisenach. Die Stadt Bad Salzungen und ihre Nachbarorte wurden dem Landkreis Meiningen zugeteilt. Zum damals hessischen Kreis Herrschaft Schmalkalden gehörten die Orte Bairoda und Barchfeld.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Exklave Ostheim vor der Rhön an Bayern abgetreten: Am 15. Juni 1945 vereinbarten die US-Militärkommandanten von Meiningen und Bad Neustadt/Saale, dass die besetzte Stadt Ostheim administrativ bei Bad Neustadt verbleiben solle. Das Land Thüringen nahm 1947 diese Preisgabe Ostheims hin, ohne offiziell auf die Stadt zu verzichten.

Die Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 führte zu einer ersten Verwaltungsstrukturreform im Jahr 1950. Der neu entstandene Kreis Bad Salzungen wurde aus dem nordwestlichen Teil des Kreises Meiningen (Bad Salzungen und Nachbargemeinden) sowie dem südlichen Teil des Kreises Eisenach, dem Eisenacher Oberland, zusammengefügt. Noch verblieben die Stadt Treffurt mit den Nachbarorten Großburschla, Schnellmannshausen (anteilig) und Falken im Kreis Mühlhausen.

Eine erneute Verwaltungsreform führte 1952 zur Bildung der Bezirke Erfurt, Gera und Suhl. Im Zuge dieser Reform gelangte das Gebiet um Behringen zum Kreis Bad Langensalza, die Stadt Treffurt und Nachbarorte wurden zum Kreis Eisenach abgegeben. Der Kreis Eisenach gehörte fortan zum Bezirk Erfurt, der Kreis Bad Salzungen zum Bezirk Suhl. Diese Verwaltungsstruktur währte bis zur Kreisgebietsreform in Thüringen im Jahr 1994.

Der Wartburgkreis entstand am 1. Juli 1994 auf Grundlage des Gesetzes zur Neugliederung der Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen vom 16. August 1993 durch die Zusammenlegung der Kreise Eisenach und Bad Salzungen sowie der Gemeinden Behringen, Craula, Reichenbach, Tüngeda und Wolfsbehringen des Kreises Bad Langensalza.[8]

Das Landratsamt hatte seinen Sitz zunächst in Bad Salzungen und Eisenach. Mit dem 1. Januar 1998 wurde die Stadt Eisenach kreisfrei und Bad Salzungen alleinige Kreisstadt.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1994: 195 480
  • 1995: 194 397
  • 1996: 193 181
  • 1997: 192 183
  • 1998: 146 708¹
  • 1999: 145 712
  • 2000: 144 677
  • 2001: 143 646
  • 2002: 142 595
  • 2003: 141 001
  • 2004: 139 805
  • 2005: 138 337
  • 2006: 136 678
  • 2007: 135 058
  • 2008: 133 451
  • 2009: 131 820
  • 2010: 130 560
  • 2011: 129 484
  • 2012: 127 227
  • 2013: 126 283
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
¹ ab 1998 ohne dann kreisfreie Stadt Eisenach

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 54,4 % (2004: 55,2 %)
 %
40
30
20
10
0
39,9 %
17,2 %
19,0 %
11,1 %
5,9 %
1,8 %
3,4 %
1,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,4 %p
-2,4 %p
+0,3 %p
-0,6 %p
+1,1 %p
-2,6 %p
+0,5 %p
+0,3 %p

Seit der Kreistagswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 50 Sitze im Kreistag folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei
Sitze
CDU
20 (+2)
SPD
9 (−1)
LINKE
9 (±0)
Freie Wähler Wartburgkreis
5 (−1)
NPD
3 (+1)
FDP
1 (−1)
GRÜNE
2 (±0)
Liste für alternative Demokratie (LAD)
1 (±0)

Landräte[Bearbeiten]

Landratsamt in Bad Salzungen
Name von bis
Martin Kaspari (CDU) 1994 2006
Reinhard Krebs (CDU) 2006

Bei den Landratswahlen am 22. April 2012 wurde Reinhard Krebs im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Er konnte 56,4 % der gültigen Stimmen auf sich vereinigen. Die Wahlbeteiligung betrug 42,5 %.[10]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Wartburgkreis.svg

Blasonierung: „Geviert; Feld 1 in Blau ein linksgewendeter, siebenfach rot-silber geteilter, golden bewehrter und gekrönter Löwe, Feld 2 in Gold auf grünem Dreiberg eine schwarze, rot bewehrte Henne mit roten Lappen und Kamm; Feld 3 in Silber ein durchgehendes Kreuz; Feld 4 wie Feld 1 rechtsgewendet.“

Der Löwe links oben ist dabei so gezeigt, wie er im Wappen der sächsischen Nebenlinien Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Coburg und Gotha geführt wurde. Rechts unten dagegen wurde die offizielle Version des Thüringer Stammwappens verwendet. Rechts oben steht auf einem grünen Dreiberg eine schwarze, rot bewehrte Henne mit roten Lappen und Kamm vor goldenem Hintergrund als Wappen der Grafschaft Henneberg. Links unten ist vor silbernem Hintergrund das durchgehende schwarze Hochkreuz des Bistums Fulda abgebildet, welches Gebiete im Süden des Kreises besaß.

Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Wartburgkreis.

Flagge[Bearbeiten]

Der Wartburgkreis führt eine weiß-rot geteilte Flagge, die in der Mitte das Kreiswappen zeigt; dementsprechend ist die Bannerfahne weiß-rot gespalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft und Industrie[Bearbeiten]

Durch den Automobilstandort Eisenach befinden sich im Wartburgkreis zahlreiche Industrieunternehmen als Automobilzulieferer und Dienstleistungsunternehmen. In Creuzburg wurde das gegenwärtig größte und modernste Sägewerk Europas geschaffen. Im südwestlichen Teil des Kreises liegt mit dem östlichen Teil des Werra-Kalireviers ein traditionelles Zentrum der Kaliindustrie und des Thüringer Bergbaues. Das Bergwerk Merkers war bei seiner Eröffnung 1925 das größte Kalibergwerk der Welt; noch heute erfolgt Kaliabbau im K+S-Werk Unterbreizbach. Nördlich von Eisenach entstand einer der größten Windparks Thüringens. Im südlichen Wartburgkreis konzentrieren sich die Kur-, Klinik- und Rehabilitationseinrichtungen in und um Bad Liebenstein, Bad Salzungen und Stadtlengsfeld.

Die Industrieregion um Ruhla mit der traditionellen Uhrenindustrie, dem Werkzeugmaschinenbau, Elektronikfertigung und zahlreichen Kleinbetrieben als Zulieferer hat sich restrukturiert. Jahrhundertealte Kenntnisse und Fertigkeiten der Holzbearbeitung wurden in der Rhön bewahrt und können beispielsweise in Empfertshausen erlernt werden. Die Rhön ist als Biosphärenreservat zudem ein Zentrum biologischer Landwirtschaft und des sanften Tourismus. In ähnlicher Weise entwickelt sich im Nordosten des Kreises der Nationalpark Hainich.

Im Umfeld des Flugplatz Eisenach-Kindel ist die Ansiedlung luftfahrtspezifischer Unternehmen geplant, was zum Teil schon geglückt ist. Im Industriegebiet Kindel (Gemeinde Hörselberg-Hainich) haben sich zudem wichtige Automobilzulieferer und ein Montagewerk für schwere Baufahrzeuge (Kipper), sowie ein großes Logistikunternehmen angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Die A 4 bei Sättelstädt an der Hörseltalbrücke (2010)

Die wichtigsten Verkehrsverbindungen sind die Bundesautobahn 4 sowie die Bundesstraßen 7, 19, 62, 84, 88, 250, 278 und 285, wobei die Bundesstraßen 19, 62, 250, 278 und 285 ihren Start- bzw. Endpunkt im Kreisgebiet haben. 2009 verfügte der Kreis über 191,71 km Bundes-, 328 km Landes- und 175,55 km Kreisstraßen.[2]

Das Empfangsgebäude des Gerstunger Bahnhofs

Eisenbahntechnisch wird der Wartburgkreis von der Thüringer Stammbahn mit den wichtigen Bahnhöfen in Eisenach und Gerstungen erschlossen. Im Bahnhof Eisenach beginnt die Werrabahn, die über Bad Salzungen in den Nachbarkreis Schmalkalden-Meiningen und bis nach Eisfeld führt und im SPNV von der Süd-Thüringen-Bahn bedient wird. Die in der Kreisstadt am Bahnhof Bad Salzungen beginnende Bahnstrecke nach Vacha wird nur noch im Güterverkehr genutzt. Die ehemals von Gerstungen nach Vacha führende Eisenbahnstrecke dient heute noch bis ins hessische Heimboldshausen ausschließlich der Erschließung des Werra-Kalireviers. Die Feldabahn wurde im Jahr 2008 weitgehend abgebaut. Früher vorhandene Bahnstrecken nach Treffurt, nach Behringen, nach Ruhla, nach Steinbach, nach Geisa sowie nach Oechsen wurden bereits zwischen 1945 und 1973 stillgelegt.

Der nahe Großenlupnitz in der Gemeinde Hörselberg-Hainich liegende Flugplatz Eisenach-Kindel bindet den Wartburgkreis auch an den Luftverkehr an. Die nächstgelegenen Flughäfen mit Linienflugverkehr sind Erfurt und Frankfurt am Main.

Bildung[Bearbeiten]

Der Wartburgkreis verfügt über 34 Grund- und 16 Regelschulen.[11] Zudem befinden sich im Kreisgebiet vier Gymnasien in Vacha, Gerstungen, Bad Salzungen und Ruhla. Nachdem 2007 das Gymnasium Bad Liebenstein aufgehoben wurde, bewirbt sich die dortige Regelschule um die Bildung einer Gemeinschaftsschule.[12]

Weiterhin bestehen drei Förderzentren und je eine kreiseigene Volkshoch- und Musikschule.[13]

Kultur und Tourismus[Bearbeiten]

Überregional bekannt sind im Wartburgkreis das Erlebnisbergwerk Merkers sowie das Schloss Altenstein mit seinem weitläufigen Park. Anziehungspunkte sind auch die beiden Kurorte Bad Liebenstein und Bad Salzungen. Das kleine Kurtheater Bad Liebenstein wird ganzjährig bespielt. Im Sommer finden alljährlich in Ruhla die Lux-Festspiele statt. Der kleine Ort wirbt auch mit seinem Tabakpfeifenmuseum, seinem Uhrenmuseum und dem Freizeitpark mini-a-thür.

Der Rennsteig ist Anziehungspunkt vieler Wanderer. Er führt von seinem Beginn bei Hörschel über den Gerberstein bis zum Dreiherrenstein am Großen Weißenberg zumeist durch den Wartburgkreis. Nicht weit entfernt davon findet man die Ruine Brandenburg oder Schloss Wilhelmsthal.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013)[14]

Städte
¹ Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft
² erfüllende Gemeinde für weitere Gemeinden

  1. Bad Liebenstein (7874)
  2. Bad Salzungen ² (15.582)
  3. Berka/Werra ¹ (4317)
  4. Creuzburg ¹ (2410)
  5. Geisa ² (4677)
  6. Kaltennordheim ² (3342)
  7. Ruhla ² (5797)
  8. Stadtlengsfeld 1 (2428)
  9. Treffurt (5218)
  10. Vacha (5464)

Gemeinden
³ erfüllende Gemeinde
² erfüllende Gemeinde für weitere Gemeinden

  1. Barchfeld-Immelborn (4756)
  2. Buttlar (Stadt Geisa ³) (1321)
  3. Diedorf (Stadt Kaltennordheim ³) (362)
  4. Empfertshausen (Stadt Kaltennordheim ³) (603)
  5. Ettenhausen a.d. Suhl (Marksuhl ³) (403)
  6. Frauensee (Tiefenort ³) (855)
  7. Gerstengrund (Stadt Geisa ³) (66)
  8. Gerstungen (5829)
  9. Hörselberg-Hainich (6244)
  10. Krayenberggemeinde (5233)



  1. Leimbach (Stadt Bad Salzungen ³) (1724)
  2. Marksuhl ² (2848)
  3. Moorgrund (3404)
  4. Schleid (Stadt Geisa ³) (1030)
  5. Seebach (Stadt Ruhla ³) (2013)
  6. Tiefenort ² (3960)
  7. Unterbreizbach (3538)
  8. Wolfsburg-Unkeroda (Marksuhl ³) (688)
  9. Wutha-Farnroda (6297)
Kaltennordheim Bad Liebenstein Bad Salzungen Barchfeld-Immelborn Berka/Werra Berka vor dem Hainich Bischofroda Brunnhartshausen Buttlar Creuzburg Dankmarshausen Dermbach Diedorf Dippach Krayenberggemeinde Ebenshausen Empfertshausen Ettenhausen an der Suhl Kaltennordheim Frankenroda Frauensee Geisa Gerstengrund Gerstungen Großensee Hallungen Hörselberg-Hainich Ifta Barchfeld-Immelborn Kaltennordheim Kaltennordheim Kaltennordheim Krauthausen Lauterbach Leimbach Marksuhl Vacha Krayenberggemeinde Mihla Moorgrund Nazza Neidhartshausen Oechsen Ruhla Schleid Bad Liebenstein Seebach Stadtlengsfeld Bad Liebenstein Tiefenort Treffurt Unterbreizbach Urnshausen Vacha Vacha Weilar Wiesenthal Vacha Wolfsburg-Unkeroda Wutha-Farnroda Zella ThüringenMunicipalities in WAK.png
Über dieses Bild

Verwaltungsgemeinschaften
* Verwaltungssitz

  1. Berka/Werra, Stadt * (4317)
  2. Dankmarshausen (1010)
  3. Dippach (1070)
  4. Großensee (180)
  1. Brunnhartshausen (381)
  2. Dermbach * (3053)
  3. Neidhartshausen (337)
  4. Oechsen (645)
  5. Stadtlengsfeld, Stadt (2428)
  6. Urnshausen (769)
  7. Weilar (862)
  8. Wiesenthal (779)
  9. Zella/Rhön (445)
  1. Berka v. d. Hainich (791)
  2. Bischofroda (664)
  3. Creuzburg, Stadt * (2410)
  4. Ebenshausen (287)
  5. Frankenroda (325)
  6. Hallungen (204)
  7. Ifta (1170)
  8. Krauthausen (1605)
  9. Lauterbach (665)
  10. Mihla (2199)
  11. Nazza (559)

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Nach Gründung des Kreises am 1. Juli 1994 wurden übergangsweise weiterhin die Kfz-Unterscheidungszeichen ESA (Altkreis Eisenach) und SLZ (Altkreis Bad Salzungen) ausgegeben. Die Fahrzeuge der Gemeinden Behringen, Craula, Reichenbach, Tüngeda und Wolfsbehringen erhielten Kennzeichen mit dem Unterscheidungszeichen SLZ und eine Erkennungsnummer mit der Buchstabenkombination ZZ und den Zahlen ab 100. Die beiden Kennungen wurden am 1. Februar 1995 vom neuen Unterscheidungszeichen WAK abgelöst. Seit dem 24. November 2012 ist in Folge der Kennzeichenliberalisierung das Kürzel SLZ für das gesamte Kreisgebiet wieder erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Landratsamt Wartburgkreis (Hrsg.): Wartburgkreis – Thüringen. LieDesign Suhl, Bad Salzungen 2008, S. 120.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. a b c Der Wartburgkreis: Zahlen-Daten-Fakten 2010; herausgegeben vom Landratsamt Wartburgkreis
  3. http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/wak/index.html?wak10.html aufgerufen am 22. Juni 2012
  4.  Klaus Schmidt: Der Wartburgkreis. Natur und Landschaft. In: Wartburgkreis (Hrsg.): Naturschutz im Wartburgkreis. 7, Druck und Verlagshaus Frisch, Eisenach und Bad Salzungen 1999, S. 24-30.
  5. Anlage 2 des Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushalts in der Fassung der Bekanntmachung vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585)
  6. Liste der Badegewässer - amtliche Bekanntmachung des Gesundheitsamtes, Amtsblatt des Wartburgkreises - 26. Februar 2013 - Ausgabe 04/13, Seite 8
  7. Gemeinschaftsvertrag über den Zusammenschluß der thüringischen Einzelstaaten. (beschlossen am 11. Dezember 1919)
  8. a b § 4 Gesetz zur Neugliederung der Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen
  9. http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp
  10. Seite des Thüringer Landeswahlleiters zu den Landratswahlen 2012
  11. Übersicht über die Verteilung der Schulen auf die einzelnen Thüringer Landkreise, in Thüringer Allgemeine vom 19. Juni 2013
  12. In Sudthüringen: Gemeinschaftsschule? Entscheidung vertagt vom 19. März 2013
  13. Der Wartburgkreis: Zahlen, Daten, Fakten, Hrsg. Wartburgkreis 2013, Seite 24
  14. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen
  15. Thüringer Verordnung über die Änderung des Namens und des Sitzes der Verwaltungsgemeinschaft Mihla vom 29. August 2014, Gesetz- und Verordnungsblatt Thüringen, Seite 638

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die folgende, auf das Kreisgebiet reduzierte Übersicht basiert auf der Liste von Bergen und Erhebungen in Thüringen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wartburgkreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien