Bundesstraße 62

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 62 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Deutschkreutzer Straße.
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Bundesstraße 62 in Deutschland
Bundesstraße 62
Karte
Verlauf der B 62
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Roth
(50° 46′ N, 7° 42′ O50.7630817.704464)
Straßenende: Zella-Mehlis
(50° 39′ N, 10° 41′ O50.64201410.689358)
Gesamtlänge: 301 km
  davon in Betrieb: 275 km
  davon in Planung: 26 km

Bundesland:

Ausbauzustand: zweistreifig[1]
B062 Verlauf.png

Die Bundesstraße 62 (Abkürzung: B 62) ist eine der längeren Bundesstraßen quer durch das Zentrum Deutschlands. Sie führt von West nach Ost durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen.

Geschichte[Bearbeiten]

Innerdeutsche Grenze mit Schlagbaum an der B 62 zwischen Philippsthal (Werra) und Vacha, 1952

Bau der einzelnen Abschnitte:

  1. 1846–1848: BiedenkopfMarburg
  2. 1847–1851: Wallau (Lahn)Laasphe

Von Alsfeld an verlief die Altstraßedurch die kurzen Hessen“ parallel, auf den Anhöhen über der heutigen Bundesstraße.

Verlauf[Bearbeiten]

Die B 62 beginnt an der B 256 bei Roth im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz, etwa 50 km östlich von Bonn.

Die Straße führt kurvenreich am Oberlauf der Sieg entlang. Nach 38 km überschreitet die B 62 die Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen und gelangt kurz darauf nach Siegen (42 km). Hier ist sie ab Siegen-Rinsenau als Stadtautobahn und Hochstraße ausgebaut (siehe auch: Hüttentalstraße). Weiterhin geht es durch das Rothaargebirge.

Nach 93 km wird die Landesgrenze nach Hessen bei Wallau (Lahn) überschritten und die Straße erreicht Biedenkopf (99 km). Auf der nun leicht südöstlich verlaufenden Strecke quer durch Oberhessen bis in die Stadt Alsfeld führt die B 62 den Namen zweier bedeutender Ferienstraßen: auf der Strecke entlang dem Oberlauf der Lahn, zwischen Bad Laasphe und Marburg, ist sie Teil der Lahn-Ferien-Straße, auf den hinter Kirchhain (134 km) folgenden dreißig Kilometern ist sie Stück der Deutschen Märchenstraße.

Von Alsfeld (164 km) bis ins osthessische Bad Hersfeld (203 km) führt die Straße leicht nordöstlich. Bei Kilometerstein 224 überschreitet die Straße die Landesgrenze von Hessen nach Thüringen.

Weiter folgt die Trasse bis Bad Salzungen (241 km). Nach sechs Kilometern erreicht die B 62 ihr Ziel und stößt bei Barchfeld auf die B 19. Hier beginnt auch der Naturpark Thüringer Wald.

Die Gesamt-Streckenlänge der B 62 beträgt 247 km.

Neubau und Ausbau[Bearbeiten]

Neubau der B 62 in Siegen[Bearbeiten]

Bauschild auf der HTS-Baustelle in Niederschelden

Im Zuge der Fertigstellung der Hüttentalstraße wird die B 62 als Kraftfahrstraße zwischen Mudersbach-Niederschelderhütte und Siegen-Rinsenau derzeit neu gebaut. Der Planfeststellungsbeschluss ist seit 4. März 2010 bestandskräftig. Mit dem ersten Spatenstich am 29. April 2010 wurden die Bauarbeiten offiziell begonnen. Die jetzige Streckenführung geht von Niederschelderhütte kommend durch die stark belasteten Ortschaften Siegen-Niederschelden und Siegen-Eiserfeld bis zur HTS-Anschlussstelle Rinsenau. Außerdem befindet sich in Niederschelden ein häufig geschlossener Bahnübergang der Siegstrecke. Mit Fertigstellung der Neubaustrecke soll die alte Strecke zur Landesstraße herabgestuft werden.

Neubau und Verlegung der B 62 in Bad Laasphe[Bearbeiten]

Seit langem geplant ist eine Ortsumgehung für das Zentrum von Bad Laasphe. Da sich Politik und Bevölkerung seit Jahrzehnten nicht über den Streckenverlauf dieser Straße einigen können, ist ein Baubeginn auch weiterhin nicht absehbar. Für das Jahr 2012 hat der Landesbetrieb Straßenbau NRW angekündigt, die B 62 in der Ortslage Saßmannshausen neu zu trassieren, damit der Verkehr die beiden Bahnübergänge an der Oberen Lahntalbahn umgehen kann.[4]

Ortsumfahrungskette in Hessen[Bearbeiten]

Laut Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ist der komplette Ausbau der B 62 zwischen Bad Laasphe/Landesgrenze zu NRW und der A 5 bei Alsfeld geplant. Als erstes wurde die Ortsumfahrung Biedenkopf für den Verkehr freigegeben. Derzeit werden die Ortsumfahrungen Eckelshausen und Göttingen (Lahntal) geplant. Für die restlichen Ortsumfahrungen wurden die Planungen noch nicht aufgenommen.

Ortsumfahrung Einstufung im BVWP Länge Sachstand Bemerkung
Biedenkopf VB -- fertiggestellt --
Eckelshausen VB 2,7 km im Vorentwurf Projektseite
Buchenau VB 2,5 km noch keine Planungen --
Sterzhausen VB 3,1 km noch keine Planungen --
Goßfelden VB 1,5 km noch keine Planungen --
Göttingen VB 3,7 km im Planfeststellungsverfahren zusammen mit B252; Pläne liegen aus[5]; vierstreifig; Projektseite
Lehrbach WB 2,0 km noch keine Planungen --
Kirtorf WB 4,0 km noch keine Planungen --
Angenrod und Leusel WB 5,0 km noch keine Planungen --
Alsfeld WB 2,7 km noch keine Planungen --

Werraquerung bei Bad Salzungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Werratalbrücke (B 62)

In Planung befindet sich eine Trassenverlegung der Bundesstraße 62 zwischen Bad Salzungen und Barchfeld mit Schaffung einer Überquerung der Werra östlich von Bad Salzungen. Aufgrund von erheblichen Eingriffen in einem schützenswerten Naturumfeld wird seit Anfang der 1990er Jahre um die bestmögliche Lösung zwischen Kosten und Naturschutz gerungen. Dabei bevorzugten die Planer und Geldgeber des Projekts auf Grund der Kosten einen Damm, die Naturschutzverbände auf Grund der Betroffenheit eines Naturschutzgebietes, seltener Biotope und Lebensräume bedrohter Arten sowie auf Grund des besseren Hochwasserschutzes eine Brücke.[6][7] Letztlich wurde zu Gunsten der Brückenlösung entschieden, die dann die längste Brücke Thüringens sein wird.[3] Als Baubeginn ist nunmehr 2015 vorgesehen.

Verlängerung der B 62 zur A 71 bei Suhl[Bearbeiten]

Ab Barchfeld soll die B 62 künftig gemeinsam mit der B 19 über die bereits größtenteils fertiggestellte Neubaustrecke auf der Trasse der ehemals geplanten Reichsautobahn Strecke 85 bis südlich von Niederschmalkalden verlaufen.

Angedacht ist eine Verlängerung der B 62 von Niederschmalkalden über Schmalkalden bis nach Zella-Mehlis zur Bundesautobahn 71. Der neu gebaute Zubringer nach Schmalkalden als Verlegung der Landesstraße 1026 soll dazu genutzt werden.[8][9] Weiterführend soll die heutige Landesstraße 1118 als B 62 mit zahlreichen Ortsumgehungen bis nach Benshausen ausgebaut werden. Bezwecken möchte man dadurch eine bessere Anbindung des Wirtschaftsstandortes Schmalkalden an die A 71 und die Entlastung der an der Strecke liegenden Ortschaften vom Durchgangsverkehr. Als Fertigstellungstermin wird vom Thüringer Verkehrsministerium 2015 angegeben.

Zwischen Benshausen und der Autobahnauffahrt A 71 Suhl/Zella-Mehlis wurde die frühere Bundesstraße 280 bereits in B 62 umbenannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 62 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bürgeln – Kirchhain und Friedewald – Unterneurode dreistreifig; Umfahrung Bad Salzungen vierstreifig; im Stadtgebiet Siegen und Cölbe – Bürgeln vierstreifig autobahnähnlich
  2. http://www.bundesstrasseb62.de/aktuelles.html
  3. a b Größte Brücke Thüringens wird Werraaue überspannen insuedthueringen.de, aufgerufen am 19. November 2014
  4. Karin Masannek: Ohne Schranken durch Saßmannshausen. Der Westen, 10. Juni 2010, abgerufen am 1. November 2011 (Zeitungsartikel).
  5. Götz Schaub: B 252: Pläne werden offen gelegt. RP Gießen leitet straßenrechtliches Anhörungsverfahren ein. Oberhessische Presse, 31. Januar 2011, abgerufen am 1. November 2011 (Zeitungsartikel).
  6. Pressemitteilung des NABU Thüringen vom 7. Juli 2009
  7. Lieber eine Brücke als ein Damm, insuedthueringen.de, aufgerufen am 18. November 2014
  8. Landesverkehrsprogramm für den Freistaat Thüringen
  9. Ausschreibungsanzeiger Thüringen 23. März 2011
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