Draisine (Laufmaschine)

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Dieser Artikel behandelt die Laufmaschine. Für schienengebundene Hilfsfahrzeuge und ihre modernen Nachfolger siehe Eisenbahn-Draisine.
Holzdraisine von ca. 1820, die Urform des heutigen Fahrrads und das erste Fortbewegungsmittel auf Grundlage des Zweiradprinzips
Holzdraisine von ca. 1820, die Urform des heutigen Fahrrads und das erste Fortbewegungsmittel auf Grundlage des Zweiradprinzips
Lenkbares Vorderrad
Lenkbares Vorderrad

Die Draisine oder Laufmaschine (so auch der vom Erfinder verwendete Name) ist ein einspuriges, von Menschenkraft betriebenes Fahrzeug ohne Pedale, das als Urform des heutigen Fahrrads gilt. Sie wurde vom badischen Erfinder Karl Drais 1817 in Mannheim entwickelt und zum Patent angemeldet (badisches Privileg und französisches Brevet 1818). Gründe für die Entwicklung waren Hungersnot und Pferdesterben nach der Tambora-Eruption.

Die Draisine gilt als das erstes menschliche Fortbewegungsmittel, bei dem zwei Räder hintereinander laufen. Damit war - ohne Vorbild in der Natur - das bis dato unbekannte Zweiradprinzip erfunden und erstmalig in ebenem Gelände eine rasche Fortbewegung ohne Pferd möglich. Auf Grundlage des von Drais eingeführten Prinzips beruhte die weitere Entwicklung des Fahrrads und Motorrads.

Zwischen zwei hintereinander stehenden Rädern befindet sich ein Sattel als Sitz und ein Bügel zum Aufstemmen der Arme und zum Lenken des Vorderrades. Die Fortbewegung erfolgt durch abwechselndes Abstoßen der Füße auf dem Erdboden. Auf ebenen Wegen kann man so bis zu 15 km/h erreichen, etwa die dreifache Geschwindigkeit eines Fußgängers.

Die Laufmaschine wurde bald nach ihrem Erfinder Draisine genannt (französisch le vélocipède oder la draisienne, englisch the velocipede bzw. draisine). Die Fahrer wurden Draisinenreiter genannt. Die Erfindung wurde alsbald ebenso eifrig nachgeahmt wie verspottet: siehe hierzu Karl Drais.

Diese Laufmaschinen hatten nur wenige Jahre Erfolg, die Obrigkeit und Studenten verfolgten die Reiter. Die Erfindung geriet etwas in Vergessenheit. Da die Leute Angst vor dem Balancieren hatten, griffen sie lieber auf mehrspurige Velozipede zurück, die Fahrer wurden Velozipedisten genannt. Etwa 50 Jahre später kamen Rollschuhbahnen auf, die Bevölkerung war nun eher bereit, das Balancieren zu wagen. Nun wurde das Fahrrad „vélocipède bicycle“ genannt, also „zweirädriger Schnellfuß“.[1]

Mitte der 1990er Jahre sind Laufmaschinen für etwa zwei- bis sechsjährige Kinder auf den Markt gekommen und rasch populär geworden. Die ersten dieser Kinderlaufräder waren aus Holz, später wurden auch solche mit Rahmen aus Stahl oder Aluminium angeboten. Kinder, die Laufrad-Fahren gelernt haben, sind in der Regel sehr schnell in der Lage, Fahrradfahren ohne Stützräder zu erlernen.

Inhaltsverzeichnis

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[Bearbeiten] Literatur

  • Hans-Erhard Lessing: Automobilität – Karl Drais und die unglaublichen Anfänge. Maxime-Verlag, Leipzig 2003. ISBN 3-931965-22-8

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Pryor Dodge: Faszination Fahrrad. ISBN 3-89595-118-8 (Delius-Klasing)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Draisine – Bilder, Videos und Audiodateien
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