Duchoborzen

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eine Duchoboren-Kapelle in Georgien

Die Duchoborzen (auch Duchoboren, russisch Духоборы oder Духоборцы, „Geisteskämpfer“) sind eine aus Russland stammende, von der russisch-orthodoxen Kirche abweichende christliche Religionsgemeinschaft.

Die Duchoborzen lehnen eine weltliche Regierung, die göttliche Inspiration der Bibel und die Göttlichkeit Jesu ab (Nichttrinitarier). Darüber hinaus sind sie strenge Pazifisten, verweigern den Kriegsdienst ebenso wie den Eid.

Geschichte[Bearbeiten]

Gorelowka, ein Duchoborzen-Dorf im Kaukasus, 1893

Die Duchoborzen traten zuerst unter dem Zaren Peter dem Großen und der Zarin Anna in Moskau und anderen Städten auf. Der Gardekorporal Kapustin, der von den Gläubigen als eine Verkörperung des Heilands angesehen wurde, gab ihnen eine feste Gemeindeordnung. Unter Katharina II. und Paul I. wurden sie hart bekämpft, während sie von Alexander I. eher geduldet wurden. Er wies ihnen 1804 das Gouvernement Taurien als Siedlungsgebiet an.

Weil sie den Zaren ehrten und pünktlich Steuern zahlten, mischte sich die Regierung zunächst nicht in ihr Leben ein. Vom gemeinen Volk wurden sie jedoch geheimer Gräuel und Gewalttaten beschuldigt, die während ihrer geheimen Zusammenkünfte stattfinden sollten. Eine daraufhin eingeleitete Untersuchung führte zur Bestrafung ihrer Gemeindevorsteher, Apostel und Engel genannt. Unter der Herrschaft des Zaren Nikolaus I. wurde 1841 eine große Anzahl in den Ujesden Achalkalaki, Kars (seit 1921 zur Türkei) und Ardahan (ebenfalls seit 1921 zur Türkei) nach Transkaukasien umgesiedelt. Im Südwesten Georgiens, in der heutigen Region Samzche-Dschawachetien, gründeten sie eine geschlossene Gemeinschaft mit 18 Dörfern und insgesamt 11.000 Einwohnern (darunter Bogdanowka, das heutige Ninozminda), die den Namen Duchoborje trug. Sie glich in vielem den Gemeinschaften der Hutterer.

1887 gab es innere Auseinandersetzungen in der Gemeinschaft, die zu einer Spaltung führte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten Diskriminierungen und Vertreibungsmaßnahmen gegen die Duchoborzen ein. Viele wanderten nach Kanada und in die USA aus oder wurden von der russischen Regierung nach Ostsibirien deportiert. Nur wenige blieben in ihrer Heimat. Der Schriftsteller Lew Tolstoi sammelte Geld für die Duchoborzen. Er ließ eine Schule und ein Waisenhaus bauen und finanzierte 2000 Auswanderern die Schiffspassage nach Amerika. Weitere Unterstützung erhielten sie von Seiten angelsächsischer Quäker, einer Glaubensgemeinschaft der Historischen Friedenskirchen[1]. Auch in Kanada gab es innere Auseinandersetzungen, die radikalste Gruppe nannte sich „Sons of Freedom“ und zündete unter anderem Schulen an, welche von Duchoborzenkindern besucht wurden.[2]

Zu Beginn der 1990er Jahre lebten noch 7500 Duchoborzen in Georgien. Nach der Wahl des nationalistischen Präsidenten Swiad Gamsachurdia kam es zu einer erneuten Fluchtwelle, weil versucht wurde, sie von ihrem Land zu verdrängen. Viele Duchoborzen gingen nach Russland, siedelten dort im Nordkaukasus sowie in den Gebieten Tula, Rostow und Brjansk. 1991 wurde in Rostow am Don die Union der Duchoborzen Russlands gegründet. In einer Sonderresolution vom 9. Dezember 1998 garantierte die russische Regierung den Duchoborzen besondere Rechte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duchoborzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Quäker", Nr.6 Nov./Dez. 2010 - Jahrg. 84. ISSN 1619 - 0394, Seite 250
  2. Sons of Freedom Facts und Geschichte (französisch)