Ecovin

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Ecovin ist ein Bundesverband ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland. Er wurde 1985 gegründet und hat seinen Sitz in Oppenheim. Er ist der einzige deutsche Anbauverband, der sich ausschließlich auf ökologischen Weinbau spezialisiert hat. Im März 2014 besitzt er Regionalverbände in 11 deutschen Anbaugebieten, deren 250 Mitgliedsbetriebe 1.900 Hektar Rebfläche bewirtschaften.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verband wurde 1985 von zwanzig Ökowinzern aus Rheinhessen, der Pfalz, von der Mosel und aus Baden gegründet. Zitat des Gründungsmitglieds Rudolf Trossen:

"Wir hatten Mitleid mit der Erde. Euphorisch waren wir damals, felsenfest überzeugt, dass es an der Zeit war, dem ökologischen Weinbau in Deutschland ein Gesicht zu geben. Wir empfanden uns als Idealisten durchdrungen vom Willen, die Welt zu verändern. Wir wollten Lebens- statt Todesbringer sein. Das Gefühl der Ehrfurcht vor der Natur, die Bewunderung für die Schönheit von Stein, Blume und Tier und die Verantwortung für die Kommenden wollten wir damals in Richtlinien gießen. Wir empfanden uns auch als Emanzipations- Bewegung und hatten durchaus eine politische Haltung. Viele waren engagiert in den gerade im Entstehen begriffenen Umweltschutz-Verbänden oder auf Demos gegen Nachrüstung oder AKWs."[2]

Anfangs nannte sich der Dachverband Bundesverband ökologischer Weinbau e. V. und wurde später in einen speziellen Weinbau-Verband umgewidmet. Grund dafür war eine Diskussion um die Praktiken und Richtlinien des ökologischen Weinbaus. 1990 wurde Ecovin als Warenzeichen zugelassen. 1992 lösten staatlich unterstützte Berater das bisher intern organisierte Beratungssystem ab.

Ab 1995 stellten sich Ecovin-Winzer vermehrt dem Wettbewerb und überzeugten unabhängige Jurys von ihren Weinqualitäten. 1998 wurde der verbandsinterne Wettbewerb „Ecowinner“ ins Leben gerufen. 2004 wurde Ecovin Mitglied im deutschen Weinbauverband.

Ab 2005 arbeitete Ecovin eng mit anderen Bio-Anbauverbänden auf europäischer Ebene zusammen, um ein Basiswerk für bisher noch nicht definierte EU-Kellerrichtlinien zu schaffen. Der Verband unterstützt aktiv die Forschung im Bereich Pflanzenschutz und Rebsortenzüchtung. Professionelle Fortbildung im Ökoweinbau soll Winzer sensibilisieren, um kontinuierlich neue Mitglieder zu gewinnen. 2008 wurde das Markenzeichen überarbeitet.

Gründungsbetriebe[Bearbeiten]

Folgende Weingüter gelten als Gründungsbetriebe:[3]

Weinbaugebiet Mosel Weinbaugebiet Pfalz    Weinbaugebiet Rheinhessen  
Weingut Brohl Weingut Wöhrle Weingut Heinz-Walter Metzler
Weingut Peter Mentges Weingut Axel Schmitt
Weingut Johannes Schneider     Weingut Geheimrat Dr. Schnell
Weingut Hugo Schorn Weingut Eugen Schönhals
Weingut Steffens-Keß Ökoweingut Arndt F. Werner
Ökoweingut Trossen
Weingut Udo Wick

Vorstand und Geschäftsführung[Bearbeiten]

  • Vorsitzende: Lotte Pfeffer-Müller
  • Vertreterin und Bevollmächtigte: Christine Bernhard
  • Vorstandssprecher: Georg Forster
  • Finanzvorstand: Andreas Hattemer
  • Geschäftsführer: Ralph Dejas

Richtlinien[Bearbeiten]

Den ECOVIN-BÖW Richtlinien zur Erzeugung von Trauben, Traubensaft, Wein, Sekt und Weinbrand liegen folgende Ziele des ökologischen Weinbaus zugrunde:

  • Erhaltung und Steigerung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit durch geeignete Kulturmaßnahmen
  • Erziehung gesunder, widerstandsfähiger Pflanzen ohne Einsatz von Herbiziden, chemischsynthetischen Insektiziden und organischen Fungiziden sowie synthetischen Stickstoff-Düngern
  • Förderung und Mehrung der Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt im Ökosystem Weinberg durch gezielte Begrünungsmaßnahmen
  • Herstellung eines weitgehend geschlossenen Produktionskreislaufs
  • Reduzierung der Gewässer- und Bodenbelastung (z. B. durch Verzicht auf Nitrate, Phosphate und Pflanzenschutzmittel)
  • Ablehnung genmanipulierter Pflanzen, Mikroorganismen sowie deren Erzeugnisse
  • Schaffung einer sicheren Existenz auf der Basis befriedigender Lebensbedingungen.

Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau[Bearbeiten]

In 6 der 13 deutschen Weinbaugebiete bestehen 8 Demonstrationsbetriebe, deren Winzer ihre Höfe für Verbraucher, Berufskollegen, Vermarkter von Bioprodukten sowie andere interessierte Gruppen öffnen. Sie führen ihren Betrieb praxisnah vor und stehen für Fachgespräche zur Verfügung. Besucher erhalten Informationen zum Ökoweinbau sowie über Arbeitsabläufe in einem naturnah arbeitenden Weinbaubetrieb.

Demonstrationsbetriebe sind:[4]

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. Website, aufgerufen am 20. November 2014
  2. Festschrift 15 Jahre Ecovin
  3. Anbaugebiete von ecovin.de - Suche nach Name oder Anbaugebiet
  4. Orte und Anbaugebiete von ecovin.de - Suche ohne Namens- oder Ortsangabe mit „Alle“ Gebiete und „Demonstrationsbetrieb“

Weblinks[Bearbeiten]