Pfalz (Weinbaugebiet)

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Daten
Weinbaugebiet: Pfalz
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Weinanbau seit: 1. Jh. (Römerzeit)
Weinbaufläche:
    Anteil an Region:
228,9 km² (2012)
    5 %[1]
Weinlagen
    Einzellagen:
    Großlagen:
350
    325
    25
Rebstöcke: > 100 Millionen
Zugelassene Sorten: 45 weiße, 22 rote
Winzerbetriebe:
    davon im Haupterwerb:
ca. 3600
    > 1550
Weinproduktion/Jahr: 2,36 Millionen Hektoliter[1]
Weinkönigin: Janina Huhn (2013/14)
Webpräsenz: www.pfalzwein.de
Karten
WeinbaugebieteDeutschland.svg
Deutsche Weinbaugebiete; Pfalz hellblau unterlegt

Das deutsche Weinbaugebiet Pfalz liegt innerhalb der gleichnamigen Region im Land Rheinland-Pfalz. Mit der Herkunftsbezeichnung „Pfalz“ werden Qualitäts- und Prädikatsweine hergestellt, die als Pfalzweine bezeichnet werden.

Nach Rheinhessen (etwa 257 km²) stellt die Pfalz mit gut 228 km² Anbaufläche das zweitgrößte deutsche Weinbaugebiet dar. Etwa 3600 Winzerbetriebe, weniger als die Hälfte davon im Haupterwerb, pflegen hier mehr als 100 Mio. Rebstöcke und erzeugen jährlich etwa 2,5 Mio. Hektoliter Wein. Das prozentuale Verhältnis der Anbauflächen weißer und roter Rebsorten beträgt etwa 60:40, wobei der Anbau von roten, nach Anstieg in den letzten Jahrzehnten, wieder leicht abgenommen hat.[2]

Überblick[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Weinberge bei Hambach: vorn Rebenhügel, dahinter Osthang des Pfälzerwaldes

Die gut 5400 km² große Pfalz ist eine Region in Südwestdeutschland, die im Süden des Landes Rheinland-Pfalz liegt. Nur knapp 5 Prozent der Gesamtfläche der Pfalz nimmt das gleichnamige Weinbaugebiet ein, in dem der Wein die Landwirtschaft und das Landschaftsbild bestimmt.

Wein wird in insgesamt 144 pfälzischen Ortschaften[3] angebaut, bevorzugt in Süd- und Vorderpfalz am Westrand der Ebene zwischen dem Rhein und dem Pfälzerwald. Dort, an der Bruchstufe zwischen Flachland und Mittelgebirge, liegt auf 110 bis 150 m ü. NHN eine schmale, etwa 85 km lange und maximal 15 km breite Hügelzone, die das größte pfälzische Weinbaugebiet darstellt. Allerdings ist bei weitem nicht ihre Gesamtfläche mit Weinbergen bewirtschaftet; die geeigneten Teile erstrecken sich vor allem beidseitig der Deutschen Weinstraße, die sich mitten durch die Rebenhügel von Süd nach Nord zieht.

Ursprünglich war das Weinbaugebiet dreigeteilt und gliederte sich von Süd nach Nord in Ober-, Mittel- und Unterhaardt. Bei der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform 1969 wurde u. a. der Landkreis Frankenthal (Pfalz), zu dessen Westteil die Unterhaardt gehörte, aufgelöst und dieser Westteil dem neuen Landkreis Bad Dürkheim zugeschlagen, der vom gleichfalls aufgelösten Landkreis Neustadt an der Weinstraße auch fast die gesamte Mittelhaardt übernahm. In der Folge wurden Mittel- und Unterhaardt als Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße zusammengelegt, während aus der Oberhaardt die Südliche Weinstraße wurde.

Deutsche Weinstraße

Damit besteht das Weinbaugebiet Haardt aus zwei etwa gleich großen Bereichen:

Südliche Weinstraße – Der Bereich liegt größtenteils innerhalb des gleichnamigen Landkreises Südliche Weinstraße einschließlich der zentral gelegenen kreisfreien Stadt Landau, teilweise auch im benachbarten Landkreis Germersheim, und reicht von der elsässischen Grenze im Süden – einzelne Flächen liegen bei Weißenburg sogar auf französischem Staatsgebiet – bis zur nördlichen Kreisgrenze am Südrand von Neustadt an der Weinstraße.

Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße – Der Bereich beginnt an der Südgrenze von Neustadt; er umfasst die kreisfreie Stadt Neustadt sowie den Kreis Bad Dürkheim und endet im Norden an der Grenze zu Rheinhessen. Dort zieht sich das Zellertal, das noch dem Bereich zugerechnet wird, nach Westnordwest bis in die Nordpfalz hinein.

Generell gilt bei dieser Einteilung, dass Weinbau selbstverständlich nicht auf allen landwirtschaftlichen Flächen der aufgeführten Kreise und Städte betrieben wird, sondern nur auf den Teilen, die innerhalb oder zumindest nahe bei der Haardt liegen; die westlichen Flächen erstrecken sich ins Mittelgebirge hinein, wo wegen der Höhenlage lediglich Forstwirtschaft betrieben werden kann, die östlichen in die Rheinebene, die zu den deutschen Zentren des Gemüseanbaus zählt. Dort ist allerdings in etlichen Gemeinden auch nennenswerter Weinbau anzutreffen, doch reichen die Weinberge hier, im Unterschied zu benachbarten Weinbaugebieten, nicht bis unmittelbar an den Rhein heran.

Westlich der Nordgrenze der Haardt zu Rheinhessen hin schließen sich das Zellertal und das östliche Donnersbergvorland an, die zur Nordpfalz gehören und mit 16 Winzerorten zum Weinbaugebiet Pfalz beitragen. Andere Teile der Nordpfalz im Alsenz- und Glantal zählen zum Weinbaugebiet Nahe.

Klima[Bearbeiten]

Weinberge bei Gimmeldingen

Die genannten kleinen Gebiete in der Nordpfalz profitieren im Einzelfall von besonders geschützter Lage, während die Region um die Deutsche Weinstraße großräumig ideale Voraussetzungen für den Weinbau besitzt:

Bei jährlich über 1800 Sonnenstunden weist sie die mildesten Temperaturen in ganz Deutschland auf, die nach Werbeaussagen ein fast mediterranes Klima bewirken. Innerhalb der EU wird das Gebiet der Weinbauzone A zugeordnet. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 11 °C, die Durchschnittstemperatur im Sommer bei 20 °C, im Winter bei 0 °C. Hinzu kommt, dass die Rheinebene durch die sie einschließenden Gebirge weitgehend vor extremen Kaltlufteinbrüchen geschützt ist. Bei den Hanglagen der Haardt wird zudem die Gefahr von Frostschäden nach dem Austrieb der Reben im Frühjahr minimiert, weil in den Nächten entstehende Kaltluft nicht über den Weinbergen liegen bleibt, sondern zur Ebene hin abgleiten kann. Obendrein bewahrt das Mittelgebirge im Westen das in seinem Lee gelegene pfälzische Weinbaugebiet bei Südwest- oder Westwetterlagen vor zu viel Niederschlag; in Neustadt an der Weinstraße z. B. beläuft sich die jährliche Menge auf etwa 500 mm.

Besonders solchen Hängen, die nach Südost, Süd oder Südwest und damit zum Sonnenlauf hin ausgerichtet sind, kommt die Summe der aufgezählten Vorteile zugute.

Böden[Bearbeiten]

Riesling-Weinberg bei Dirmstein

Die Böden an der Haardt bestehen durchweg aus Mischungen von Sand, Lehm, Mergel und Ton, allerdings wechseln die Anteile. Generell gelten die Böden an der Südlichen Weinstraße wegen ihres höheren Gehalts an Lehm als nährstoffreicher und damit als schwerer als diejenigen im Bereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße. Deren leichtere Böden sind durchlässiger für Wasser und bewirken, dass die Wurzeln des Weinstocks eher im Trockenen stehen, wodurch sich die umgebende Erdschicht stärker und nachhaltiger erwärmen kann. Dass die Reben in leichten Böden zudem tiefer wurzeln müssen, um sich mit Feuchtigkeit zu versorgen, fördert obendrein die Aufnahme von Mineralien. Diese Umstände werden dafür verantwortlich gemacht, dass die Reben der Südpfalz höheren Ertrag bringen, während die pfälzischen Spitzenweinorte mehr zwischen Neustadt und Bad Dürkheim zu finden sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Weinrebe kam mit den Römern kurz nach der Zeitenwende auch in die Pfalz. Ihre weitere Geschichte deckt sich mit derjenigen der übrigen deutschen Weinbaugebiete, wie sie unter Geschichte des Weinbaus nachzulesen ist.

Nach dem Ende der napoleonischen Ära wurde die Pfalz ab 1816 durch das Königreich Bayern zunächst als „Rheinkreis“ verwaltet und später, nicht zuletzt zur Unterscheidung von der Oberpfalz, bis nach dem Zweiten Weltkrieg als „Rheinpfalz“ bezeichnet. Vor diesem historischen Hintergrund stand „Rheinpfalz“ lange Zeit auch für das pfälzische Weinbaugebiet. Seit dem 27. August 1993 lautet der Name für dieses Anbaugebiet, der Benennung der Region folgend, ebenfalls „Pfalz“.

Rebsorten[Bearbeiten]

45 weiße und 22 rote Rebsorten sind in der Pfalz zum Anbau zugelassen.

Weiße Sorten[Bearbeiten]

Trauben der weißen Rebsorte Gutedel

Führende Rebsorte beim Pfälzer Weißwein ist seit langem der Riesling (5058 ha = 21,7 % der Anbaufläche[4]), der haltbare und bekömmliche, mitunter säurebetonte Weine hervorbringt. Diese sind es auch oft, die – entsprechend restzuckerarm ausgebaut – das Gütesiegel „Für Diabetiker geeignet“ tragen dürfen. Müller-Thurgau (Rivaner) als jüngere Rebsorte und Silvaner als alte müssen Einbußen hinnehmen, wobei der Müller-Thurgau (2364 ha = 10,1 %[4]) aber noch deutlich den 2. Platz behauptet. Auch die über Jahre erfolgreiche Züchtung Kerner (1206 ha = 5,2 %[4]) auf Rang 3 verliert wieder. Der Weiß- und der Grauburgunder (Ruländer) haben ihre Marktanteile in der letzten Zeit deutlich erhöht. Regional bedeutsam sind außerdem Gewürztraminer, Morio-Muskat und Scheurebe. Für den im Herbst beliebten Federweißen, der hier „Najer Woi“ (Neuer Wein) heißt, werden bevorzugt die früh reifenden Sorten Bacchus, Siegerrebe und Ortega verwendet. Im Norden der Pfalz dominiert der Riesling als die am häufigsten angebaute Rebsorte, gefolgt vom Müller-Thurgau. Im südlichen Teil ist der Rebsortenspiegel reichhaltiger: Müller-Thurgau, Weißer und Grauer Burgunder, Riesling, Gewürztraminer, Muskateller und Chardonnay sind die Weißweinsorten.

Vor allem aus Riesling-, aber auch aus Weißburgundertrauben stammen die mittlerweile über die Region hinaus bekannten pfälzischen Winzersekte.

White Wine Glas.jpg Zugelassene weiße Rebsorten White Wine Glas.jpg

Rote Sorten[Bearbeiten]

Trauben der roten Rebsorte Spätburgunder

Häufigste Rotweinsorte der Pfalz war lange Zeit der anspruchslose Portugieser. Heute ist er, gezielt für leichten Schoppenwein und Weißherbste angebaut, auf Rang 2 (2346 ha = 10,1 %[4]) zurückgefallen. Enorme Zuwächse verzeichnet der Dornfelder, der wegen seiner Vorzüge als früh reifer und farbintensiver Massenträger zur Modesorte geworden ist und nun mit bereits 3240 ha = 13,9 %[4] auf dem 1. Platz liegt. Im Zuge der Qualitätsverbesserung holt auch der Spätburgunder (Pinot noir) auf und erreicht auf dem 3. Rang 1588 ha = 6,8 %.[4] Nennenswerte Anteile verzeichnen z. B. auch Cabernet Sauvignon, Regent, Merlot oder St. Laurent.

Der noch wenig verbreitete rote Winzersekt wird in erster Linie aus Trauben vom Spätburgunder, z. T. auch vom Dornfelder, hergestellt. Aus roten Trauben wird teilweise auch weißer oder zart roséfarbener Sekt bereitet. Diese auch in der Champagne übliche Methode wird gerne bei Schwarzriesling und Spätburgunder angewandt. Sie ergibt weiche, säurearme Sekte.

Red Wine Glas.jpg Zugelassene rote Rebsorten Red Wine Glas.jpg

Charakteristik[Bearbeiten]

Über einen langen Zeitraum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Mengensteigerungen angestrebt. Dieses Ziel erwies sich als Sackgasse; Minderqualität und Preisverfall waren die Folge. Deshalb wird seit Beginn der 1990er Jahre der Güte Vorrang eingeräumt: Die Mindestzahlen bei den Oechslegraden wurden angehoben, und weit mehr als die Hälfte der Weine werden inzwischen trocken oder halbtrocken ausgebaut; bei den trockenen geht die Tendenz deutlich von herb zu fruchtig. Insgesamt lässt sich eine Entwicklung zu Pfalzweinen feststellen, die sowohl jung getrunken werden können als auch zur Lagerung geeignet sind.

Wettbewerbe, Weinforen und Weinmessen dokumentieren die gestiegene Qualität. So werden in der Pfalz mittlerweile Weißweine angebaut, die mit denjenigen in bekannten Anbaugebieten wie Burgund oder Friaul mithalten können; Pfalz ist weißweinmäßig nicht mehr mit Riesling gleichzusetzen, auch wenn dieser weiterhin dominiert. Beim Rotwein belegt die rückläufige Entwicklung des Portugiesers einen gleichgerichteten Trend; Spätburgunder- oder Regentweine aus der Pfalz konkurrieren, vor allem bei Barriqueausbau, mit Spitzenerzeugnissen aus der Toskana oder aus Bordeaux. Selbst der tiefrote, anfangs als Konsumwein favorisierte Dornfelder, dessen Oechsle-Untergrenze im Jahr 2005 heraufgesetzt wurde, zeigt nach Reifung im Barriquefass Duftnoten und Beerenaromen, die an Merlot erinnern.

Weinbaugemeinden[Bearbeiten]

Zuordnung[Bearbeiten]

Der offizielle Marketing-Verein Pfalzwein e. V. gibt für seinen Verantwortungsbereich 144 Weinbaugemeinden an.[3] In den beiden nachstehenden Tabellen sind sie – untergliedert nach Nordpfalz und Vorderpfalz – alle enthalten. Es fehlen diejenigen Nordpfälzer Orte, die zum Weinbaugebiet Nahe gehören.

Auf einer Landkarte findet man die Gemeinden von Nord nach Süd untereinander und, sofern sie hier in der gleichen Tabellenzeile aufgeführt sind, etwa in West-Ost-Richtung nebeneinander. Die Himmelsrichtungen entsprechen also denen auf der Landkarte. Kursiv sind Sehenswürdigkeiten und überregional bedeutsame Feste ergänzt, die mit dem Weinbau in Zusammenhang stehen. Die Hintergrundfarben bedeuten:

Deutsche Weinstraße Orte an der Deutschen Weinstraße
Haardt Orte in der Landschaft Haardt abseits der Deutschen Weinstraße
Pfalz Orte im Weinbaugebiet Pfalz abseits der Deutschen Weinstraße und außerhalb der Landschaft Haardt
Weinbaugemeinden und ihre Zuordnung in der Nordpfalz
Morschheim
Rittersheim Stetten
Kirchheimbolanden Gauersheim
Albisheim Einselthum Zellertal-Zell Zellertal-Niefernheim
Bolanden Immesheim Zellertal-Harxheim
Bubenheim
Ottersheim
Rüssingen
Kerzenheim
Weinbaugemeinden und ihre Zuordnung in Vorder- und Südpfalz
Kindenheim Bockenheim
→ Haus der Dt. Weinstr.
→ Mundartwettstreit
Mertesheim Grünstadt-Asselheim Obrigheim
Grünstadt Obersülzen Dirmstein Heuchelheim Großniedesh.
Neuleiningen Grünstadt-Sausenheim Laumersheim Gerolsheim
Kleinkarlbach Kirchheim Bissersheim Großkarlbach
→ Kändelgassenfest
Bobenheim am Berg Dackenheim
Weisenheim am Berg Herxheim am Berg Freinsheim
→ Stadtmauerfest
Weisenheim am Sand Lambsheim
Bad Dürkheim-Leistadt Kallstadt
Bad Dürkheim-Ungstein Erpolzheim
Bad Dürkheim
→ Wurstmarkt
→ Riesenfass
Wachenheim
→ Burg- und Weinfest
Friedelsheim Gönnheim Ellerstadt
Forst
→ Hansel-Fingerhut-Fest
Deidesheim
→ Geißbockversteig.
→ Weinkerwe
Niederkirchen
→ Fest um den Wein
Rödersheim-Gronau
Neustadt-Königsbach Ruppertsberg Meckenheim Hochdorf
Neustadt-Gimmeldingen
→ Mandelblütenfest
Neustadt-Mußbach
→ Eselshautfest
Haßloch
Neustadt-Haardt
Neustadt a. d. Weinstr.
→ Dt. Weinlesefest
→ Winzerfestzug
Neustadt-Hambach
→ Andergasser Fest
Neustadt-Speyerdorf
Neustadt-Diedesfeld Neustadt-Lachen
St. Martin Maikammer Kirrweiler Neustadt-Duttweiler Neustadt-Geinsheim
Edenkoben Venningen Altdorf Böbingen Römerberg
Weyher Rhodt
Hainfeld Edesheim Großfischlgn. Kleinfischlgn. Freimersh.
Burrweiler Flemlingen Roschbach Weingarten
Gleisweiler Böchingen Walsheim Knöringen Essingen Hochstadt Lustadt
Frankweiler Landau-Nußdorf Zeiskam
Gräfenhausen Albersweiler Landau-Godramstein Landau-Dammheim Bornheim
Birkweiler Siebeldingen
Ranschbach Landau-Arzheim Landau in der Pfalz
→ Fest des Federweißen
Ottersheim Bellheim
Leinsweiler Ilbesheim Landau-Wollmesheim
Eschbach Göcklingen Landau-Mörzheim Impflingen Insheim
Klingenmünster Heuchelheim-Klingen Billigheim-Ingenheim
→ Purzelmarkt
Rohrbach Herxheim Herxheimwh.
Gleiszellen-Gleishorbach
Pleisweiler-Oberhofen Niederhorbach
Bad Bergzabern Kapellen-Drusweiler Oberhausen Barbelroth Hergersweiler Winden
Dörrenbach Dierbach
Oberotterbach Niederotterbach Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Kandel
Schweigen-Rechtenbach
→ Deutsches Weintor
Schweighofen Kapsweyer Steinfeld

Größte Weinbaugemeinden[Bearbeiten]

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang unter allen
rheinland-pfälzischen
Weinbaugemeinden
nach Rebfläche
Bestockte
Rebfläche
(in ha)
Rebsorten
weiße  rote 
(in %)
Pfalz 23.363 59,3 40,7
Landau (Pfalz) 1 2.039 59,8 40,2
Neustadt (Weinstr.) 2 2.012 60,8 39,2
Bad Dürkheim 4 855 62,8 37,2
Billigheim-Ingenheim 5 818 56,6 43,4
Kirrweiler 14 594 65,0 35,0
Edesheim 17 500 55,3 44,7
Deidesheim 18 486 83,7 16,3
Wachenheim (Weinstr.) 19 477 71,1 28,9
Göcklingen 22 456 62,5 37,5
Freinsheim 26 432 54,0 46,0
Bockenheim (Weinstr.) 29 415 54,4 45,6
Heuchelheim-Klingen 31 400 57,1 42,9
Ruppertsberg 32 397 74,2 25,8

Die größten Weinbaugemeinden der Pfalz nach dem Kriterium Bestockte Rebfläche in Hektar gehen aus der nebenstehenden Tabelle hervor. Die Rangfolge ergibt sich aus der Gesamttabelle für Rheinland-Pfalz.

Weinlagen[Bearbeiten]

Weinbau in der Pfalz wird in 25 Groß- und 325 Einzellagen betrieben. Alle pfälzischen Weinlagen sind in der entsprechenden Liste enthalten, während hier nur einige aufgeführt werden, zu denen ein eigener Artikel existiert:

Großlagen
Einzellagen

Erzeuger und Markt[Bearbeiten]

Die Weinerzeuger setzen sich aus etwa 1520 Selbstvermarktern, also Weingütern, sowie 18 Winzergenossenschaften und elf Erzeugergemeinschaften zusammen.[3][5]

Den Markt belieferten im Jahr 2008 zu etwa 48 Prozent Weinhändler, Selbstvermarkter zu etwa 34 Prozent und Erzeugergemeinschaften zu etwa 18 Prozent.[3] Ein Viertel der Produktion ging 2008 in den Export, wobei Großbritannien mit Abstand das bedeutendste Abnehmerland war.[3]

Weingüter[Bearbeiten]

Hinsichtlich ihrer produzierten Weinmengen sind die bekannten Traditionsweingüter der Pfalz längst von großen bis sehr großen Winzergenossenschaften abgelöst worden. Überregionale und teilweise internationale Bedeutung besitzen u. A. folgende Weingüter:[6]

Die meisten dieser Weingüter – in der Liste mit * markiert[7] – sind im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) zusammengeschlossen, der seit 1972 unter diesem Namen tätig ist und dessen pfälzische Sektion sich Verein Pfälzer Prädikats- und Qualitätsweingüter nennt.

Bekannteste Sektkellerei der Pfalz und zugleich der Welt größter Sekthersteller ist die seit 1888 bestehende Schloss Wachenheim AG in Wachenheim an der Weinstraße.

Winzergenossenschaften[Bearbeiten]

Im Bereich der Winzergenossenschaften kam es in den letzten Jahrzehnten zu einer starken Konzentration, da sich kleinere Genossenschaften teilweise zu größeren Einheiten zusammenschlossen. So umfasst das Geschäftsgebiet der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor mit Sitz in Ilbesheim fast die komplette Südliche Weinstraße. Diese Genossenschaft ist von den 18 bestehenden nach Jahresumsatz, Lagerkapazität und Mitgliederzahl die größte, allerdings verfügen die Vier Jahreszeiten Winzer, deren Sitz sich in Bad Dürkheim befindet, über die größte Rebfläche. Drittgrößte Genossenschaft ist der Winzerverein Hoheburg in Ruppertsberg.[5] In der folgenden Tabelle sind die Kenngrößen auf dem Stand von 2009 zusammengefasst.[5]

Winzergenossenschaft Jahresumsatz
(Mio. Euro)
Lagerkapazität
(Mio. Liter)
Mitglieder Rebfläche
(Hektar)
WG Deutsches Weintor 30,0 33,5 348 543
Vier Jahreszeiten Winzer 12,6 20,3 312 647
Winzerverein Hoheburg 9,1 13,2 275 457

Pfälzische Weinkönigin[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pfälzische Weinkönigin

Folgende Bewerberinnen aus der Pfalz waren anschließend Deutsche Weinkönigin:

  1. 1949/1950 Elisabeth Kuhn, später Gies (1930–2012), Diedesfeld
  2. 1955/1956 Irmgard Mohler (1937–1981), Bad Bergzabern (war zuvor nicht Pfälzische Weinkönigin)
  3. 1960/1961 Christel Koch, Ungstein
  4. 1965/1966 Waltraud Hey, Oberotterbach
  5. 1971/1972 Ruth Kröther, Freinsheim
  6. 1981/1982 Hildegard Weber, Gönnheim
  7. 1990/1991 Birgit Schehl, später Rebholz-Schehl (* 1969), Hainfeld
  8. 2005/2006 Sylvia Benzinger (* 1978), Kirchheim
  9. 2006/2007 Katja Schweder (* 1980), Hochstadt

Besonderheiten[Bearbeiten]

Das Dürkheimer Riesenfass

Das Weinbaugebiet Pfalz wartet mit etlichen Besonderheiten auf:

  • Größtes Fass der Welt – Das „größte Fass der Welt“, das Riesenfass mit einem Rauminhalt von ca. 1,7 Millionen Liter, steht in Bad Dürkheim und enthält ein Weinlokal.
  • Größtes Weinfest der Welt – Im selben Ort wird das „größte Weinfest der Welt“ gefeiert, der Dürkheimer Wurstmarkt.
  • Größter Winzerfestzug der Welt – Der „größte Winzerfestzug der Welt“, der Neustadter Winzerfestzug, findet in der namengebenden Stadt während des Deutschen Weinlesefestes statt.
  • Größte Winzergemeinde Deutschlands – Um den inoffiziellen Titel der „größten Winzergemeinde Deutschlands“ konkurrieren Landau (2039 ha Rebfläche, Stand: 2006) und Neustadt (2012 ha).
  • Älteste Weinstraße Deutschlands – Die „älteste Weinstraße Deutschlands“ verbindet seit 1935 als Deutsche Weinstraße die Mehrzahl der pfälzischen Weinbaugemeinden. Die Deutsche Weinstraße wird an ihrem Anfangspunkt im Süden durch das Deutsche Weintor, an ihrem Nordende durch das Haus der Deutschen Weinstraße markiert.
  • Ältestes Weingut der Pfalz – Der Herrenhof in Neustadt-Mußbach, eine weitläufige und ausgezeichnet restaurierte Hofgutanlage, die einst dem Johanniterorden (später „Malteserorden“ genannt) gehörte, ist das älteste Weingut der Pfalz. Die Gründungsurkunden reichen bis in das 7. Jahrhundert zurück.
  • Ältester Wein der Welt – Im Historischen Museum der Pfalz zu Speyer, Abteilung Weinmuseum, wird der angeblich „älteste flüssige Wein der Welt“ gezeigt.[8] Die Glasamphore stammt aus der Römerzeit im 4. Jahrhundert und enthält eine gelblich durchscheinende Flüssigkeit.
  • Krönung der Deutschen Weinkönigin – Seit 1949 wird alljährlich – in der Regel in Neustadt – die Deutsche Weinkönigin gekrönt.
  • Erste regionale Weinkönigin – 1931 kürte erstmals ein deutsches Weinbaugebiet, die Pfalz, eine Weinkönigin – Ruth Bachrodt aus Pirmasens (wo gar kein Wein wächst). Von 1937 bis 1948 repräsentierte die Pfälzische Weinkönigin ohne zusätzliche Wahl in Personalunion neben dem pfälzischen auch allgemein den deutschen Wein.
  • Erste Deutsche Weinkönigin – Auch 1949 gab es nur eine Wahlhandlung, aber im Anschluss wurde die Pfälzische Weinkönigin Elisabeth Kuhn, später Gies, aus Diedesfeld auch zur 1. Deutschen Weinkönigin bestimmt. Sie war damit einzige offizielle Pfälzische und Deutsche Weinkönigin in ein und demselben Jahr.
  • Älteste Weinbruderschaft Deutschlands? – Die Weinbruderschaft der Pfalz wurde als zweite derartige Vereinigung (inzwischen gibt es mehr als drei Dutzend) gegründet – am 6. Dezember 1954 und damit nur zwei Monate nach der ersten (Ehrbare Mainzer Weinzunft von 1443). Über ihre Vorläuferorganisation Landsknechte der Weinstraße, gegründet 1939, ist die Weinbruderschaft der Pfalz sogar noch 15 Jahre älter.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinrad M. Grewenig (Hrsg.): Mysterium Wein. Die Götter, der Wein und die Kunst. Verlag Hatje, Stuttgart 1996, ISBN 3-7757-0621-6 (Katalog zur Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz)
  • Cornelius und Fabian Lange: Das Weinlexikon. Verlag Fischer, 2003, ISBN 3-596-15867-2.
  • Matthias F. Mangold: Die Pfalz im Glas. Der Führer zu den besten Weinlagen und in die Keller der Region. Höma Verlag, Offenbach bei Landau 2005, ISBN 3-937329-10-2.
  • Gert Oberste-Lehn: Pfälzer Weinsteine. Thema und Variationen. Verlag Englram & Partner, Haßloch 2001, ISBN 3-926775-28-9.
  • Ludger Tekampe: Weinmuseum. Historisches Museum der Pfalz. Katalog zur Dauerausstellung im Historischen Museum der Pfalz. Speyer / Stuttgart 1993, ISBN 3-7757-0484-1.
  • Carina Zweck und Manfred Halfer: Von der Musehelde zur Mäushöhle. Die Weinlagen der Pfalz. Herkunft und Deutung ihrer Namen. Schriften zur Weinkultur. Sonderheft Deidesheim 1992. Herausgeber Museum für Weinkultur e. V., Deidesheim

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Deutsches Weininstitut: Statistik 2013–2014. Mainz 2013 (PDF; 219 kB).
  2.  Weinanbau: Stärkerer Trend zu klassischen Sorten. In: Die Rheinpfalz. Ludwigshafen, 13. November 2010.
  3. a b c d e Pfalzwein e. V.: Pfälzer Wein in Zahlen, 2008.
  4. a b c d e f Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, 2006.
  5. a b c  Größter Weinbaubetrieb der Pfalz. In: Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Bad Dürkheimer Zeitung. Ludwigshafen, 25. November 2010.
  6.   In: Gault Millau Wein-Guide Deutschland 2012. Christian-Verlag, München 2011, S. 539.
  7. Winzer im Verband Deutscher Prädikatsweingüter e. V., 2008.
  8.  Wolfgang Bartels, Norbert Lewandowski: Pfalz: Reisen mit Insider-Tipps. 5. Auflage. Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 2003, ISBN 978-3-8297-0305-5, S. 79.
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 10. August 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.